• Ich fand die Stadt bei meinen Besuchen auch gar nicht so uninteressant. Natürlich für einen "Wessi" angesichts der Leerflächen und der Stalin-Bauten exotisch. Die historische Substanz ist aber teils noch vorhanden. Und der Markt hat mir gefallen.

  • Hallo,


    es gibt Neuigkeiten! Ein weiterer Schandfleck der Stadt wird saniert:


    http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/magdeburg/magdeburg/?sid=l25p5h95h4nnhbdcrbpl28dt16&em_cnt=1811707&sid=l25p5h95h4nnhbdcrbpl28dt16\r
    http://www.volksstimme.de/vsm/nachricht ... rbpl28dt16


    http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/magdeburg/magdeburg/?em_cnt=1813690\r
    http://www.volksstimme.de/vsm/nachricht ... nt=1813690


    Jetzt hoffe ich, dass diese Lösung auch so umgesetzt wird. Eine komplette Kirchen-Reko wäre an dieser Stelle leider nur schwer möglich gewesen, aufgrund des Umfeldes. So, wäre das schon eine gute Lösung.


    Auch am Elbbahnhof geht es weiter:


    http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/magdeburg/magdeburg/?em_cnt=1813689\r
    http://www.volksstimme.de/vsm/nachricht ... nt=1813689


    Dort entwickelt sich wirklich ein absolutes Highlight der Stadt. Die Kombination aus hübschen, modernen Bauten, alten Industriegebäuden, Bahnanlagen, Hubbrücke und Festung wird einfach klasse.


    Viele Grüße aus Magdeburg


    Magdeburg1990

  • Es ist mir ein rätsel, weshalb Projekte von der Qualität wie am Elbbahnhof in Magdeburg nicht auch in der unmittelbaren inneren ehemaligen Altstadtkern möglich sind - siehe das Areal neben dem Liebfrauenkloster, wo eine Großplatte saniert wird und einige Durchschnittskuben davorgeklotzt werden. Und dann wird möglicherweise auch noch die Ulrichskirche durch einen Volksentscheid torpediert.
    Leider hat sich die DDR mit dem HdL genau auf der Stelle der ehem. Katharinenkirche ein Denkmal gesetzt - natürlich kein Zufall, sondern wie der PdR oder das Haus der Sowjets an der Stelle des Königsberger Schlosses zu werten - denn in Zukunft wird dieses Viertel sowieso ganz neu aufgebaut werden müssen, es stehen nur Platten dort.
    Eine Rekonstruktion der Katharinenkirche wäre ein guter Anfang gewesen.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Hallo Brandmauer,


    teilweise gibt es im bereits der Regierungsstraße gute Ansätze. So wurde dort eine kontinuierliche Verdichtung der Bebauung umgesetzt.
    Die Sanierung der Platte ist natürlich skandalös und zeigt, dass man hier in manchen Dingen der Stadtplanung noch nicht so weit ist. Immerhin wurde das Gerüst wieder abgebaut, ohne dass etwas passiert ist. Ebenso desaströs ist in diesem Bereich, dass ein Parkhaus gebaut wurde, das dort gar nicht benötigt wird und das Areal dort verunstaltet. Das wurde von den Grünen auch kritisiert.


    Auch wenn eine Rekonstruktion der Katharinenkirche lobenswert gewesen wäre. Möglich ist das in dieser Stadt noch nicht. Der Drang nach Veränderung und Verdichtung bzw. Rekonstruktion ist leider noch nicht so groß. Am ehesten stelle ich mir perspektivisch eine Verdichtung der Jakobstraße plus Rekonstruktion der Jakobi-Kirche vor.
    Eine Bebauung des Johannisberges an der Johanniskirche ist mMn durchaus möglich und sollte auch angestrebt werden.


    Viele Grüße aus Magdeburg


    Magdeburg1990

  • Das sind natürlich positive Nachrichten, aber alle außerhalb der eigentlichen Altstadt.

    Quote

    Die Sanierung der Platte ist natürlich skandalös und zeigt, dass man hier in manchen Dingen der Stadtplanung noch nicht so weit ist. Immerhin wurde das Gerüst wieder abgebaut, ohne dass etwas passiert ist.


    Bedeutet das, daß diese Sanierung doch nicht stattfindet bzw. man noch zweifelt?

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Hallo Brandmauer,


    dass ist natürlich alles mit Vorsicht zu genießen, was ich sage, aber ich bin mir wirklich sicher, dass an dem Block schonmal bis zur Hälfte eingerüstet war und das Gerüst zwei Wochen später, als ich nochmal da war, wieder verschwunden ist.
    Ich war jetzt schon längere Zeit nicht mehr da. Es kann auch sein, dass sie mittlerweile schon voll bei der Sanierung sind. Ich muss mal vorbeischauen. Ich gebe dann hier Bescheid.
    Fakt ist, dass eine Sanierung an einen Bau von Stadtvillen vor dem Plattenbau geknüpft ist. Sollte das abgelehnt werden, gibt es auch keine Sanierung. Ich weiß nicht, was der Bauausschuss da beschlossen hat, da ich nichts mehr davon gehört habe.
    Fakt ist aber auch, dass die Wobua mit der Sanierung des HdL einen großen Brocken vor der Brust hat (finanziell gesehen).



    Quote from "Brandmauer"

    Das sind natürlich positive Nachrichten, aber alle außerhalb der eigentlichen Altstadt.


    Naja, ich glaube dass sich die Altstadt in den nächsten Jahren immer mehr nach Süden verschieben wird (in Richtung Buckau, Elbbahnhof etc.). Sicherlich werden die Wallonerkirche und die Petri-Kirche weiter an die ehemalige Altstadt erinnern. Dennoch wird das Viertel nördlich der Ernst-Reuter-Allee (nimmt man mal Johannis-Kirche, Rathaus, Alter Markt raus) immer mehr zu einem ruhigen Wohngebiet.
    Man merkt aber auch, dass die Nachfrage im südlichen Altstadtbereich bis nach Buckau hinein immer größer wird und dort immer mehr Leben entsteht. Es entstehen Läden, Kneipen, Galerien, neue Wohnungen etc., was du beispielsweise nördlich der Ernst-Reuter-Allee (im eigentlichen ehemaligen Altstadtkern) nicht mehr oder nur noch wenig feststellen kannst.
    Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich den Bereich nördlich der Ernst-Reuter-Allee abgehakt. Jetzt müssen alle Kräfte auf den Breiten Weg, auf das Areal beim Kloster, auf das Gründerzeitviertel (hier bes. Fassadenrekos und Abriss einiger Plattenbauten) und auf Buckau gelegt werden.


    Viele Grüße


    Magdeburg1990

  • Quote

    Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich den Bereich nördlich der Ernst-Reuter-Allee abgehakt. Jetzt müssen alle Kräfte auf den Breiten Weg, auf das Areal beim Kloster, auf das Gründerzeitviertel (hier bes. Fassadenrekos und Abriss einiger Plattenbauten) und auf Buckau gelegt werden.


    Ehrlich gesagt scheint mir das ein vernünftiges Konzept, in Anbetracht der Situation und der Möglichkeiten. Aber auf die Ulrichskirche (noch südlich der ERA) sollte keinesfalls verzichtet werden. Es entstünde dann irgendwie wieder ein abgerundetes Ganzes, wie die Seite des Ulrichskirchenvereins mit vielerlei Simulationen zeigt.
    Aber ich sorge sehr, ob Magdeburg das Ulrichskirchenprojekt mit Volksabstimmung bei zweifellos ultraknappen Kassen und noch immer kommunistisch indoktrinierter Bevölkerung stemmt. :augenrollen:

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Quote from "Brandmauer"

    Ehrlich gesagt scheint mir das ein vernünftiges Konzept, in Anbetracht der Situation und der Möglichkeiten. Aber auf die Ulrichskirche (noch südlich der ERA) sollte keinesfalls verzichtet werden. Es entstünde dann irgendwie wieder ein abgerundetes Ganzes, wie die Seite des Ulrichskirchenvereins mit vielerlei Simulationen zeigt.
    Aber ich sorge sehr, ob Magdeburg das Ulrichskirchenprojekt mit Volksabstimmung bei zweifellos ultraknappen Kassen und noch immer kommunistisch indoktrinierter Bevölkerung stemmt. :augenrollen:


    Was die Ulrichskirche betrifft, bin ich eigentlich optimistisch. Die Zustimmung für das Projekt steigt langsam aber sicher weiter an. Dennoch liegt vor dem Kuratorium noch ein Haufen Überzeugungsarbeit. In der Volksstimme-Umfrage sind in etwa 11% gegen den Wiederuafbau, aber für die Freilegung der Fundamente/Errichtung eines Denkmals. D.h. diese Leute sind durchaus an der Geschichte der Kirche interessiert und die gilt es für das Kuratorium auf ihre Seite zu ziehen. Bis März kann noch viel passieren. Die Menschen haben noch genug Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.
    Für die Finanzierung ist das Potenzial riesig (u.a. Amerika, aufgrund dessen, dass die UK eine bedeutende Reformationskirche war).


    Das könnte meiner Meinung nach der Fahrplan für die Stadtentwicklung bis 2030 in Magdeburg sein:


    - historische Bebauung des Gouvernementberg
    - Neugestaltung des Domplatzes (in Planung)
    - Wiederaufbau der UK (in Planung)
    - Sanierung der Hubbrücke (in Arbeit)
    - weitere Bebauung des Elbbahnhofs (in Arbeit)
    - Rekonstruktionen am Breiten Weg (Abriss beider Plattenbauten im südlichen Teil)
    - Abriss der wenigen einzelnen Plattenbauten und Rekonstruktion (besonders im Bereich Hegelstraße)
    - Fassadenrekonstruktionen (bes. Hasselbachplatz, Otto von Guericke Straße, Breiter Weg, Buckau)
    - Neugestaltung des Damaschkeplatzes (in Planung)
    - weitere Verdichtung Regierungsstraße (auch durchaus modern wie bisher) (in Arbeit)
    - Tunnel Ernst-Reuter-Allee bis Strombrücke
    - Renovierung der Festung Kavalier "Scharnhorst", Beseitigung des Trümmerhügels (in Planung, evtl. nächstes Jahr Baustart)
    - Bebauung des Hügels an der Johanniskirche
    - Abriss des Blauen Bocks und Neubebauung (in Planung)
    - Bebauung der Ostseite des Uni-Platzes (könnte ich mir durchaus auch Rekos vorstellen)
    ...


    Mal gucken, was von meinen z.T. fiktiven Vorschlägen dann mal wirklich realisiert wird.

  • Sehr interessant, vielen Dank. Der Artikel zeigt, daß im alten Magdeburg noch einiges an - auch verputztem - Fachwerk herumstand.
    Mit einer Rekonstruktion des Gebäudes in der Kreuzgangstrasse und der Alten Ratswaage wäre viel gewonnen.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Ich melde mich nach langer Zeit mal wieder zurück und habe gute Nachrichten!


    1. Nach Vorbild des Kuratoriums Ulrichskirche hat sich ein Verein gegründet, der es sich zum Ziel gemacht hat, den Kristallpalast zu sanieren und Teile zu rekonstruieren.
    --> Kristall-Palast-Magdeburg e.V. - Home


    Und wer sich noch über den Kristallpalast informieren will: Kristall-Palast Magdeburg – Wikipedia


    2. Das neue Pegelhaus am Petriförder ist fast fertig. Das alte war ziemlich marode und so hat man ein neues gebaut und dabei gleich den Vorkriegszustand rekonstruiert. --> Attraktion in der Landeshauptstadt: Pegelhaus an der Elbe ist bis Ende Juli fertig | Volksstimme - Sachsen-Anhalt


    Viele Grüße


    Magdeburg1990

  • Phantastisch! Finde ich wirklich super die Idee. Die Vereinsgründer scheinen noch sehr jung zu sein. Das macht Hoffnung für die Zukunft. Es sind also nicht die alten Opis, die sich für solche Projekte einsetzen.
    Der Internetauftritt müsste nochmal überarbeitet werden (Rechtschreibfehler und so) aber im Großen und Ganzen macht das schon einen guten Eindruck. Da bin ich echt begeistert. Hätte ich aus Magdeburg gar nicht mehr erwartet. Bin immer noch etwas verbittert durch die Absage an die Ulrichskirche.


    Was mir auf der Seite fehlt, ist ein Bild des Kristall-Palastes in historischem Zustand. Oder Zeichnungen davon, wie es einmal wieder werden soll. Doch da bin ich wohl etwas zu ungeduldig. Scheint der Verein ja noch im Aufbau.


    Tolle Sache :daumenoben:

  • Hallo Neußer,


    ich finde die Idee auch klasse. Genau darauf hatte ich auch gehofft, dass die Idee des Wiederaufbaus der Ulrichskirche langsam aber sicher solche Projekte indirekt mit fördert. Daraus kann sich mal eine wunderbare Eigendynamik bilden. Aber das bleibt abzuwarten. Sicherlich ist die Seite noch nicht perfekt, da stimme ich dir zu, aber für den Anfang nicht schlecht. Es soll ja bald eine neue Seite in Betrieb genommen werden.


    Viele Grüße


    Magdeburg1990

  • Masterplan für den Wissenschaftshafen!


    Masterplan für Wissenschaftshafen vorgestellt / Rahmen für die nächsten 10 Jahre / Signal für künftige Investoren: Badeanstalt, Steg über die Elbe und ein Paradies für die Wissenschaft | Volksstimme.de - Das Onlineangebot der Volksstimme, Zeitung für Sachsen-Anhalt - Magdeburg


    Städtebauliche Visionen an der Elbe - Magdeburger Sonntag


    Jetzt werden erstmal bis vorr. 2012 die beiden wertvollen Speichergebäude saniert. Ich hoffe ganz stark, dass der charakteristische Backstein weiterhin sichtbar bleibt.


    Viele Grüße


    Magdeburger

  • Das erste was sich in Magdeburg ändern muss, ist die ideologisch rot gefärbte Grundeinstellung. Selbst wenn die Abstimmung bezgl der Ullrichskirche von den Gegnern initiert war ist eine so hohe Ablehnung erschreckend.
    Exemplarisch verlagert sich das "Zentrum" der Stadt auch weg von Dom und ehemaliger, heute verunstalteter, Altstadt hin zu meist noch erhaltenen Gründerzeitquartieren.

  • Ich halte es schon für verständlich, dass man keinen Sakralbau haben möchte, sondern anderes dringlicher findet. Das was benötigt wird, ist also eine Re-Christianisierung. Das hat mit Rot und Schwarz usw. nicht so viel zu tun.