• Russisch-orthodoxe Kirche mit Sowjetplatte, geile Kombination. :kopfschuetteln:


    Was Meyer weiter oben zitiert hat ("Das unsäglich hässliche Dresden entstand, die "sozialistische Großstadt" mit öden und überdimensionierten Plätzen und den viel zu breiten Straßen, gesäumt von phantasielosen Plattenbauten.") laesst sich doch auch auf Magdeburg, Teile von Berlin und Rostock und andere Staedte in der SBZ anwenden. Und auf Staedte in Polen, der Tschechei und dann bis Vladivostok. Einheitsbrei eben.


    Und das Bild der Simeonskirche bringt mich doch gleich noch hierzu: Dresdens verlorene Kirchen. Dieses Thema schmerzt mich am allermeisten, fuer ganz Deutschland.


    Gah!

    „Groß ist die Erinnerung, die Orten innewohnt“ - Cicero

  • Also dieses Bild hat für mich was...
    So authentisch russisch schaut s bei uns in Wien-Landstraße nicht aus.
    Aber auch diejenigen, welche dies weniger estimieren, müssen immerhin froh sein, dass die Kirche noch steht.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich mag sowas ja deutlich lieber als diverse Westgroßstadtstraßen mit ihren versifften 60er-Jahre-Fronten, Handyshops, Dönerläden, Supermarkt Anatolia, Afghan-Eck und Seniorenpuff.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Normalerweise ist an solchen Straßen die leere Belanglosigkeit das Schlimme. Mit diesem Blickfang ist das nicht der Fall. Als urbane Einbettung alter Bauwerke sind die Platten nicht das Übelste. Die Kirche gewinnt durch die geschaffenen Sichtachsen eine städtebauliche Bedeutung, die sie wohl nie zuvor hatte, wovon der ganze Stadtraum profitiert.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote

    Als urbane Einbettung alter Bauwerke sind die Platten nicht das Übelste. Die Kirche gewinnt durch die geschaffenen Sichtachsen eine städtebauliche Bedeutung, die sie wohl nie zuvor hatte, wovon der ganze Stadtraum profitiert.


    Das klingt wie ein modernistischer Architekt, der gerade dabei ist, seine Ware anzupreisen! :augenrollen:


    Ich persönlich finde Platten fast das Übelste, wobei die russisch-orthodoxe Kirche von wegen Assoziationen irgendwie noch wunderbar passt. Anders als Du Ursus finde ich die Kombination in Berlin Marienkirche-Leere+Plattenumgebung+Spargel skurrill und sehr übel.
    Sie gehört in einer anderen Kultur, nicht in der Mitte Europas

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Quote

    Ich persönlich finde Platten fast das Übelste


    Plattenbauten an peripheren Lagen halte ich nicht unbedingt für das Übelste. Sie tragen wegen ihrer Kompaktheit nicht zur Zersiedelung der Landschaft bei und bilden eine "harte Kante" gegenüber der Landschaft. Gerade in Gorbitz kann man das erkennen. Stadt und Landschaft sind klar definiert und voneinander geschieden.


    Neben der Russischen- gab es gleich nebenan auch noch eine Amerikanische Kirche. Aufgrund der Besatzungsmacht hat wohl nur Erstere überlebt.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Quote from "bilderbuch"

    Neben der Russischen- gab es gleich nebenan auch noch eine Amerikanische Kirche. Aufgrund der Besatzungsmacht hat wohl nur Erstere überlebt.


    Auszug aus der oben genannten Broschuere:


    Bei der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 brannte die Kirche aus. Nur die Außenmauern sowie der Turm blieben erhalten. Wer wollte schon nach den angloamerikanischen Bombenangriffen eine amerikanische Kirche retten? Dabei hatte der Turm die Angriffe nahezu unversehrt überstanden. Lehrkräfte der Baufakultät der Technischen Hochschule und Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege
    bemühten sich 1953, die sanierbare Ruine der Evangelisch-reformierten Gemeinde zur Nutzung zu übertragen. Das Projekt scheiterte, und der Gemeinde wurde ein Grundstück am Brühlschen Garten übertragen. Der TH-Professor Heinrich Rettig schlug der Stadtverwaltung 1957 vor, die sanierbare Ruine für die Studentengemeinde der Technischen Hochschule wieder aufzubauen. Das Stadtplanungsamt und sein Leiter Hans Bronder lehnten diesen Vorschlag jedoch mit fadenscheinigen Einwänden ab. So wurde begründet, es gäbe mit diesem Wiederaufbau zu viele Kirchen (Zions-, Lukas-, Russische Kirche) auf engem Raum. Außerdem störe die Kirche das Gesamtbild der nahen Technischen Hochschule, das von
    einem zu bauenden Auditorium Maximum statt eines Gotteshauses überragt werden soll.
    [eigene Betonung]


    Mit der Räumung des Gebietes bei der Enttrümmerung großer Flächen in der Südvorstadt
    im Jahre 1959 wurde die Ruine einschließlich des fast unversehrten Turmes gesprengt. Das Grundstück blieb bis heute unbebaut. Hoch hinaus gehende Vorhaben auf dem Gebiet der Technische Hochschule blieben auf dem Papier. Drei Studentenwohnheime berühren nicht einmal das ehemalige Kirchengrundstück.


    Text: H.J. Freiesleben, PDF zu Verlorene Kirchen in Dresden

    „Groß ist die Erinnerung, die Orten innewohnt“ - Cicero

  • Dresden, August 2010


    Unsere Dresden-Galerie leidet etwas unter visuellem Erfrischungsmangel, so finde ich, und deshalb möchte ich diesen Zustand effektiv verändern, indem ich diesen etwas in Richtung Fülle verändere, sprich Euch meine Fotos von meinem letzten Dresden-Besuch in diesem August zum Besten gebe. Da ich vom Elbsandsteingebirge her, wo ich einige Tage verbrachte, nur auf einen halben Tag herübergefahren war, beschränkten sich meine Betrachtungen auf die "Brennpunkte" um den Neumarkt. Es ging mir weniger um Dokumentation, denn vielmehr um das fotografische, kreative Spiel mit Architekturraumtiefen, Stimmungen und Licht. Hoffe es gefällt Euch die kleine, neue Galerie! Bitte sehr!
    (Die Fotos sind alle am 12.August entstanden. Da die meisten von Euch die Motive auch in den gezeigten Detailansichten erkennen werden, beschränke ich mich auf kurze Ortsangaben.)


    Teil I -rund um den Neumarkt


    Buntes Sommertreiben auf dem Neumarkt



    Landhaustraße, neues "Palais Beichlingen" rechts



    Blick zum Hofkirchenturm



    Fassadendetails des neuen British Hotel oder Palais Beichlingen







    Durchblick zur neuen Schloßkuppel



    Folgen einige fotografische Architekturspielereien rund ums Lutherdenkmal, um die Frauenkirche bis hin zur Rampischen Straße



























  • Dresden, August 2010


    Teil II - rund um die Frauenkirche


    Nach einem Gewitterguß, ...die nasse Kuppel der Frauenkirche







    Fassaden rund um die Frauenkirche





















  • Dresden - August 2010


    Teil IV - Das Nymphenbad im Zwinger



    Hier machte es mir besondere Freude fotografisch architektonische Sinnlichkeiten einzufangen...














    Mit Durchblick zur Semperoper








    Dächerlandschaft am Zwinger - okay, ich habe die Scheußlichkeiten ausgeblendet...












    Durchblick zum Hofkirchenturm


    Sinnliche Tiefe


    Im Zwinger ungezwungene Körpersinnlichkeit...


    ... eine einen Fisch tragende Nymphe







  • Dresden -August 2010


    Teil V - Abendspaziergang über die Brühl'sche Terrasse zum Elbufer






    Doch zuvor schaute ich noch beim Kurländer Palais vorbei ...








    Blick hinüber zu den Regierungsgebäuden


    Semperoper






    Das Elbpanorama im Abendlicht, eine durchaus sinnliche Kulisse...















    So, das wären meine Fotoimpressionen aus Dresden!

  • Gute Linsen sowohl im Objektiv der Kamera als auch im Auge des vorab sichtenden Fotografen.
    Besten Dank für die schönen Eindrücke!

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • wow, sehr schöne Bilder. Dresden von seiner Schokoladenseite. Super gemacht, danke fürs zeigen.

  • Wahnsinn! So, liebe Architekturstudenten, so sieht Stadtreparatur aus! Diese Fotos sollten Blickpflicht für jeden Ersti sein^^

  • Tausend Dank SchortschiBähr. Deine Bilder machen wirklich Lust auf Dresden, absolut bildbandtauglich.:applaus:

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Quote from ">Saturos<"

    Wahnsinn! So, liebe Architekturstudenten, so sieht Stadtreparatur aus! Diese Fotos sollten Blickpflicht für jeden Ersti sein^^


    Volle Zustimmung!


    Wunderbare Fotos, vielen Dank, Schorschi!

    "Moderne Architekten sind wie Hunde: Überall müssen sie ihren Haufen hinsetzen!" (Charles, Prince of Wales)