Altenburg

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Und wieder ein OB, der gegen den Willen der Bürger kämpft. Es ist wie so oft: Die mit der Entscheidungsgewalt haben modernistische Flusen im Kopf und verspüren einen unbändigen Drang, sie auszuleben. Interessant, erstaunlich, seltsam.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Ich finde mich gerade in der unglücklichen Position wieder, ein Vorhaben zu verteidigen, gegen das ich in der vorgeschlagenen Form selbst bin. Aber diese drei Sätze gehen meines Erachtens meilenweit am Problem vorbei.

      Erstens ist der „Willen der Bürger“ längst nicht so eindeutig, eher im Gegenteil. Es gibt in Altenburg viele Menschen, die „die ale Hornzsche“ lieber heute als morgen weggerissen sehen und dafür einen schönen neuen Konsum hätten. Das zeigen auch die Kommentare auf den diversen Webforen. Zweitens geht es nicht um „modernistische Flusen“. Das gesamte Vorhaben, das "Areal am Markt" zu entwickeln, ist richtig und wichtig. Ich nehme dem Altenburger OB durchaus ab, dass es ihm dabei um das Wohl der Stadt und seiner Bürgerinnen und Bürger geht und nicht um das Ausleben eines unbändigen, aber irgendwie verwerflichen Dranges.

      Die Frage ist nur: Wie entwickelt man ein solches Areal? Macht man es jetzt Knall auf Fall, weil die Preise im Moment gerade günstig sind und Fördergelder fließen? Ohne Ausschreibung oder Architektenwettbewerb? Ohne Gesamtkonzept für die unmittelbare Nachbarschaft? Ein paar Kästen in die Gegend stellen, für die alles andere fallen muss? Sollte es nicht wenigstens versucht werden, den (Denkmal)-Bestand zu integrieren?

      Ein meines Erachtens gelungenes bzw. gelingendes Beispiel für eine Kombination aus dem Erhalt des Bauerbes und „modernistischen Flusen“ liegt nur 70 km westlich in ganz ähnlicher städtebaulicher Situation: Das Haus „Zur Sonne“ und der von dem Architektenbüro J. MAYER H. Architekten entworfene „Sonnenhof“ am Jenaer Markt. Auch hier ist der Auftraggeber und Bauherr eine Wohnungsgenossenschaft, "Carl-Zeiss" e.G.
      http://www.wgcarlzeiss.de/immobilien/Intro_Sonne-Sonnenhof/Sonnenhof/\r
      www.wgcarlzeiss.de/immobilien/In ... Sonnenhof/
      http://www.statik-ibk.de/referenz/257-umbau-und-sanierung-haus-zur-sonne-jena.html\r
      www.statik-ibk.de/referenz/257-u ... -jena.html
      http://www.wgcarlzeiss.de/download/Projektpraesentation.pdf\r
      www.wgcarlzeiss.de/download/Proj ... tation.pdf
      Natürlich muss natürlich darauf hingewiesen werden, dass die wirtschaftliche Situation, Probleme wie Abwanderung und Arbeitslosigkeit, das Steueraufkommen etc. in Jena kaum vergleichbar sind. Die veranschlagte Summe für die Sanierung des Hauses "Zur Sonne" in Jena beträgt rund 5,4 Millionen Euro und für das Neubauvorhaben "Sonnenhof" rund 21,1 Millionen Euro, in Altenburg werden die Gesamtkosten für das wohl noch etwas größere (?) Areal mit 5 Millionen Euro angegeben.

      Ich würde mir etwas ähnliches wie in Jena für den Altenburger Markt wünschen, den Erhalt bedeutender Baudenkmale wie des Barockhauses und die Errichtung neuer Architektur. Auf jeden Fall sollte ein solch wichtiges Vorhaben nicht derart hektisch durchgeboxt werden, sondern es der immensen Bedeutung der städtebaulichen Situation angemessen zumindest eine Bürger_innenbeteiligung, die diesen Namen verdient, und eigentlich auch einen städtebaulichen Wettbewerb mit verschiedenen Ideen und Konzepten zur Auswahl geben. Das alles wurde bereits in dem offenen Brief angesprochen, siehe vor allem den ersten Punkt:

      Die Stadt Altenburg steht vor der einzigartigen Chance, im Herzen der Stadt, auf dem Markt, ein kulturhistorisch und damit auch potentiell touristisch attraktives Areal zu sanieren und durch Neubauten wieder zu vervollständigen. Durch eine vorbildhafte Verbindung von Altem mit Neuem und durch eine vielfältige Nutzung (Wohnungen, Grünanlagen, Geschäfte, Kultur), könnte das Karree zum Schaufenster der Stadt werden.

      Diskussionen zum Sonnenhof in Jena bitte nicht an dieser Stelle, sondern im entsprechenden Thread zu Jena: http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?f=39&t=2638&start=48">viewtopic.php?f=39&t=2638&start=48
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Naja, diese Diskussionen hatten wir ja schon mal und Du weißt, daß unsere Weltanschauungen etwas differieren. Dementsprechend hast Du Dein Zuhause ja, glaube ich, auch im DAF gefunden. Ich kenne die Altenburger nicht, sollte die Mehrheit allerdings kein Interesse am städtebaulichen Erbe ihrer Stadt zeigen und der OB sie in dieser Hinsicht vertreten, fände ich das noch deutlich trauriger als mein genanntes Szenario.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Das OB-Imperium schlägt zurück ;-).

      TV Altenburg vom 04.11.2009
      http://www.wochenspiegel-abg.de/regionales/Initiative_pro_Topfmarktareal-1758.html\r
      www.wochenspiegel-abg.de/regiona ... -1758.html

      Initiative pro Topfmarktareal
      Innenstadtlust statt Denkmalsfrust

      Mit Entsetzen haben Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt die Entscheidung des Stadtrates zur Kenntnis genommen, dass der Beschluss zur Aufstellung eines vorhabensbezogenen Bebauungsplanes für das Areal am Markt nicht gefasst und stattdessen in die Ausschüsse verwiesen wurde. Es wurde die Befürchtung laut, dass die zur Stadtratssitzung von „Stadtplanungs- und Denkmalexperten“ lautstark erhobenen Einwendungen gegen das Bebauungsprojekt des Investors – der Städtischen Woh-nungsgesellschaft Altenburg (SWG) – dazu führen, dass ein Vorhaben wieder einmal zerredet wird und der seit 20 Jahren andauernde verwahrloste Zustand des sogenannten „Areals am Markt“ weiterhin andauert.

      Das darf nicht sein! Diese Dreckecke in unserer Innenstadt ist für eine 1000 – jährige Stadt unwürdig und muss schleunigst beseitigt werden!

      Wir sind der Ansicht, dass das Vorhaben des Investors zwar kein „architektonisches Weltwunder“ darstellt, allerdings sich anständig in die Innenstadt einfügt, den vorhandenen städtebaulichen Missstand beseitigt und offenbar von der SWG – ohne Mieterhöhungen für Ihre Mieter (!!) - durchfinanziert ist. Ja, wo gibt es denn so was noch? Und wie lange noch? Die Investoren für ein solches Projekt stehen bekanntlich in unserer Stadt nicht Schlange! Die „Stadtplanungs- und Denkmalexperten“ mit ihren überzogenen Forderungen stellen jedenfalls kein Geld für eine Bebauung des „Areal am Markt“ zur Verfügung!

      Wir haben deshalb eine Bürgerinitiative gebildet und wollen eine Unterschriftenaktion starten, damit unserer Stadträte nicht nur ewig diskutieren, sondern endlich einmal entscheiden und handeln! Unsere Geduld ist am Ende! Der Schandfleck des sogenannten „Areal am Markt“ im Herzen unserer Stadt muss jetzt beseitigt werden! Das sind wir unserer Stadt schuldig!

      Die Unterschriftslisten sind in unseren Kontaktstellen

      Gaststätte „Poschwitzer Höhe“ Gaststätte „Brühl 7“
      Poschwitzer Straße 100 Brühl 7
      04600 Altenburg 04600 Altenburg

      erhältlich und können dort auch abgegeben werden. Die Unterschriftslisten können auch als pdf-Datei unter der Internetadresse http://www.areal-am-markt.de/\r
      www.areal-am-markt.de/ abgerufen und an die angegebenen Telefax-Verbindung gefaxt werden

      Quelle: PM BI Pro Areal am Topfmarkt

      Nett auch die Reaktionen aus der Stadtverwaltung: Wie, die Stadträte argumentieren mit Gutachten, die sie gar nicht kennen dürfen? Und erfahren unglücklicherweise Interna aus der Stadtverwaltung? Skandal!!! ;)

      TV Altenburg vom 03.11.2009
      Angebot zu Areal am Topfmarkt
      http://www.wochenspiegel-abg.de/regionales/Angebot_zu_Areal_am_Topfmarkt-1754.html\r
      www.wochenspiegel-abg.de/regiona ... -1754.html

      In der Debatte um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan des Areals am Topfmarktes machte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf in der jüngsten Stadtratssitzung ein eher unerwartetes Angebot. Verweisend auf die alternativen Vorschläge aus Denkmalschutzkreisen, die eine Bebauung unter Berücksichtigung des Einzeldenkmals "Bei der Brüderkirche 9" als finanziell machbar einstufen, bot er jedem Interessenten das Areal zum geringsten möglichen Preis an. Wenn jemand das Projekt realisieren könne, dann solle er dies einfach tun.

      Die Städtische Wohnungsgesellschaft verwies bislang auf die Unrentabilität des Gesamtprojektes, wenn man das Einzeldenkmal mit in die Neubebauung integrieren würde. Pro Jahr müsse das Unternehmen ca. 50.000 Euro zusteuern.

      Für Erstaunen beim Prokusristen der SWG sorgte indes das Gutachten des Architekten Dieter Salomon, welches die Wohnungsgesellschaft in Auftrag gegeben hatte. So waren zahlreiche Gegner des Abrisses in Besitz des Gutachtens. Diese hatten das eignentlich interne Papier auch an Stadtratsmitglieder im Vorfeld der Sitzung verteilt. Auch zahlreiche Interna aus der Stadtverwaltung Altenburg waren in die Öffentlichkeit gekommen.

      Quelle: tv.altenburg
      Kommentieren Artikel kommentieren
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Ich würde niemals in derartigen Debatten mich auf 'Basisdemocratie', das ästhetische Empfinden von Mehrheiten oä verlassen.
      Hoffentlich bleibt das Bürgerhaus erhalten bzw wird der Markt darüber hinausgehend nicht durch unpassende Neubauten beeinträchtigt.
      Was abseits von Markt und Hauptstraßenzügen geschieht, ist nicht so wichtig - die Altenburger Altstadt ist in den peripheren Bereichen nicht besonders bedeutend und ohnehin schon sehr beeinträchtigt, da kann man sich schon etwas Modernes leisten, da hilft Angepasstheit auch nicht immer - siehe den Altenburger Holzplan, ein 'Ensemble' völliger Belanglosigkeit.
      Für die unmittelbaren Marktseiten ist natürlich Angepasstheit zu fordern, der Erhalt vorhandener Substanz muss selbstverständlich sein.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Am Mittwoch, den 28. Oktober 2009, habe ich an Mitglieder sämtlicher Fraktionen im Altenburger Stadtrat folgende E-Mail bezüglich der geplanten Neubebauung des westlichen Markts geschrieben:

      "Georg Friedrich" schrieb:

      Sehr geehrte(r) Frau/Herr XX!

      Fragen des Denkmalschutzes und des Erhalts historischer Altstädte werden heutzutage nicht mehr nur am Ort des Geschehens wahrgenommen und diskutiert, sondern schlagen bundesweit, wenn nicht sogar international Wellen. Insofern möchte ich auch als Nicht-Altenburger Sie und Ihre Fraktion darum bitten, in der morgigen Stadtratssitzung die geplante Neubebauung des westlichen Marktes durch die Städtische Wohnungsgesellschaft nicht abzusegnen. Berücksichtigen Sie zum Wohle Ihrer Stadt die Einwände, die in dem offenen Brief formuliert wurden, der zusammen mit einer Unterschriftenliste dem Stadtrat am 29. Oktober 2009 übergeben werden wird.

      Als absolutes Minimum sollte das Hellbrunn-Haus unbedingt erhalten bleiben. Doch gebe ich (auch für die zukünftige Entwicklung der Altstadt) zu bedenken, dass eine historische Altstadt v. a. in ihrer baulichen Geschlossenheit einen hohen kulturellen Wert darstellt. Es kann demnach nicht nur darum gehen, lediglich einige eingetragene Einzeldenkmäler zu schützen, sondern es muss grundsätzlich das Ziel sein, den Altbaubestand der Altstadt in seiner Gesamtheit zu bewahren. Ein reiches und kulturbewusstes Land muss es sich leisten können, kurzfristige wirtschaftliche Überlegungen bei elementaren Fragen des Erhalts architektonischer Kulturwerte hintanzustellen.

      Die Klein- und Mittelstädte in Deutschland stehen überdies in einer besonderen Verantwortung, ihr architektonisches Erbe zu wahren, nachdem die Altstädte der meisten deutschen Großstädte im Verlauf des 2. Weltkriegs vernichtet worden sind. Was am Altenburger Markt zerstört werden könnte, wurde in kriegszerstörten Städten teilweise aufwändig rekonstruiert! Andere Städte wiederum müssten Altenburg um ein solches Ensemble beneiden.


      Mit freundlichen Grüßen
      XY

      Tags darauf anwortete mir Herr Zschiegner, Angehöriger der FDP-Fraktion und Vorstandsmitglied des Altstadtvereins, und versicherte, dass seine Partei dem Plan der Städtischen Wohnungsgesellschaft nicht zustimmen wird und eine umfassende Lösung mit dem Erhalt der Gebäude anstrebt. Von den übrigen acht Empfängern meines Briefs habe ich bis heute keine Antwort erhalten - macht eine Antwortquote von 11,1%. :augenrollen:
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Grünes Licht für Areal am Altenburger Markt
      Der Altenburger Stadtrat hat am Donnerstagabend für das Areal am Markt entscheidende Pfähle eingeschlagen. Das Gremium beschloss mehrheitlich die Aufstellung eines Vorhaben bezogenen Bebauungsplanes. Jedoch wurden Einschränkungen in Höhe und Breite des Neubaus veranlasst. Der Entscheidung vorausgegangen waren Diskussionen in den Ausschüssen und Einzelgespräche des Oberbürgermeisters Michael Wolf (SPD) mit den Fraktionschefs. Daraufhin einigten sich SPD, CDU, FDP und Linke auf einen Änderungsantrag: Statt einer Erweiterung des Quartiers Richtung Süden um 15 Meter, soll sich die Neubebauung dort an die historische Bauflucht anlehnen. Zudem soll an der Nordwest-Ecke, gegenüber der Brüderkirche, auf ein Geschoss verzichtet werden. Am Abriss des Einzeldenkmals Bei der Brüderkirche 9 wurde indes nicht gerüttelt. [...]
      Quelle und Volltext: Osthüringer Zeitung

      Kritische Bewertung:
      abg-info.de/altenburg-news/106…uungskonzept-der-swg.html
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Als lebte die alte DDR noch
      Von Dankwart Guratzsch
      31. Dezember 2009, 04:00 Uhr

      Krieg und Sozialismus hat der Marktplatz von Altenburg überstanden. Jetzt soll er durch Neubauten entstellt werden
      http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5684910/Als-lebte-die-alte-DDR-noch.html\r
      www.welt.de/die-welt/kultur/arti ... -noch.html

      Bisweilen habe ich jedoch den Eindruck, Herr Guratzsch haut mit seiner Erklärung kilometerweit daneben.
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Hier noch zwei Artikel in überregionalen Zeitungen, die es wohl nicht online gibt:

      Arnold Bartetzky
      Wer mit falschen Pfunden wuchert. Im thüringischen Altenburg droht einem der schönsten Marktplätze Deutschlands die Verstümmelung
      FAZ vom 13. November 2009, Seite 36

      Ira Mazzoni
      Lieber verrammelt als abgerissen. Für Neubauten riskiert die Stadt Altenburg am Markt ein historisches Ensemble mit barockem Wohnhaus. Das muss nicht sein
      Süddeutsche Zeitung vom 21. November 2009
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Die Artikel zum Thema "Pro & Contra - Areal am Markt" auf abg-net zusammengefaßt: http://www.abg-net.de/index.php?id=697\r
      www.abg-net.de/index.php?id=697

      Hier verlinkt ist auch die Darstellung der SWG zum Wohn- und Geschäftshauskomplex "Areal am Markt" Neubebauung auf dem Areal am Markt: Ihre Meinung interessiert uns! mit erschreckend banalen Projektansichten.
      http://www.swg-altenburg.de/index.php?menuid=87\r
      www.swg-altenburg.de/index.php?menuid=87
      Auch wenn die Visualisierungen anderes vermuten lassen, die planen nicht etwa einen Gewerbepark zwischen Flugplatz Altenburg und Umgehungsstraße, sondern ein Herzstück der Innenstadt.

      Bilder vom aktuellen Zustand - natürlich nur die besonders "schrecklichen" - gibt es auf der Website der "Bürgerinitiative Pro Bebauung Areal am Markt": http://www.areal-am-markt.de\r
      www.areal-am-markt.de . Die wird garniert mit dieser Aussage: Wir danken allen Unterstützern und Bürgern, die durch ihre Unterschrift dem Stadtrat die Unterstützung zum Abriß des Hauses "An der Brüderkirche 9" und der Bebauung des Areals mit dem Vorhaben der SWG zusicherten.

      Besonders hinzuweisen ist auf den offenen Brief von Dr.-Ing. D. Salamon "Abriß und Neubebauung des Areals bei der Brüderkirche in Altenburg - Gedanken zu einem Entscheidungsprozess , der sich auf der zuerst genannten Seite ganz unten findet oder gleich hier: http://www.abg-net.de/fileadmin/ABG-Net.de/pdf/areal_am_markt/BriefSalamon.pdf\r
      www.abg-net.de/fileadmin/ABG-Net ... alamon.pdf

      Seitens des OBM und der SWG wurde seit Beginn der Diskussion vorgebracht, dass der Erhalt des Barockhauses mit einem Mehraufwand von 1 Millionen EUR verbunden sei. Diese Zahl wurde jedoch nie mit einer Berechnung belegt. Ein im Auftrag der SWG erstelltes detailliertes Gutachten des Architekten Dr. Salamon kommt jedenfalls zu weit geringeren Beträgen allein für die Sanierung - Kosten für einen eventuellen Abbruch, archäologische Grabungen und Neubau also noch nicht einmal gegengerechnet. Dieses Gutachten hatte Dr. Salamon auch Mitgliedern des vom Stadtrat offiziell bestellten Denkmalbeirats der Stadt Altenburg bekannt gemacht. Dieser hat es seinerseits öffentlich gemacht. Obwohl OBM und SWG stets vorgetragen haben, in der Diskussion dem Stadtrat und sogar der breiten Öffentlichkeit von Beginn an alle notwendigen Unterlagen selbst zugänglich gemacht zu haben, wurde nun Dr. Salamon durch die SWG schriftlich eine strafrechtliche Anzeige wegen "Geheimnisverrats" angedroht. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den widersprüchlichen Zahlenangaben erfolgte dagegen bislang nicht.
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Ein Artikel von Dankwart Guratzsch aus der WELT-ONLINE der es auf den Punkt bringt:
      Krieg und Sozialismus hat der Marktplatz von Altenburg überstanden. Jetzt soll er durch Neubauten entstellt werden. Dabei könnten die Stadtväter das mit gutem Gewissens noch verhindern. Schließlich gibt es viele Beispiele, die zeigen, dass sich mit der Sanierung von Altbauten das Stadtbild aufwerten lässt. (...) Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Bürgerverein Altstadt, der Denkmalbeirat und Kirchenvertreter wie Pfarrer Andreas Gießler von St. Bartholomäi protestieren. Sie verlangen die Sanierung der bestehenden Gebäude aus Barock- und Gründerzeit und sehen in dem Projekt einen Anschlag auf die Identität der Stadt.

      Und nun sind die städtischen Parteien zerstritten. Die Abrissgenehmigung für ein ganzes Quartier musste zurückgezogen, der auf das Vorhaben bezogene Bebauungsplan in die Ausschüsse zurückverwiesen werden – doch ob die Stadträte tatsächlich für die Problematik hinreichend „sensibilisiert“ werden konnten, ist immer noch fraglich.

      OB Michael Wolf (SPD) hat der Gesellschaft das gesamte Areal an die Hand gegeben. Und die bekennt sich auch ganz offen dazu, an diesem neuralgischen Punkt erst mal Tabula rasa zu machen. „Unser Anspruch bestand zu keiner Zeit darin, eine architektenpreisverdächtige Neubebauung vorzunehmen“, heißt es im Internetauftritt der Gesellschaft. (...)


      Den kompletten Artikel gibt es auf http://www.welt.de/kultur/article5679929/Ein-Plattenbau-soll-Altenburgs-Marktplatz-entstellen.html\r
      www.welt.de/kultur/article567992 ... ellen.html

      Übrigens: Wenn das neue Forum nicht so unübersichtlich wäre, hätte dieses Thema wahrscheinlich mehr Resonanz.
      Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      "Stephan" schrieb:

      „Unser Anspruch bestand zu keiner Zeit darin, eine architektenpreisverdächtige Neubebauung vorzunehmen“, heißt es im Internetauftritt der Gesellschaft. (...)
      (Originalfundstelle: http://www.swg-altenburg.de/index.php?menuid=87\r
      www.swg-altenburg.de/index.php?menuid=87)

      Wenn darauf verzichtet wird, einen Architektenpreis anzustreben, dann ist das doch eher ein gutes Zeichen.


      "Stephan" schrieb:

      Übrigens: Wenn das neue Forum nicht so unübersichtlich wäre, hätte dieses Thema wahrscheinlich mehr Resonanz.

      Meinst Du unser APH-Forum? Inwiefern ist es unübersichtlich?
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      "Stephan" schrieb:

      Übrigens: Wenn das neue Forum nicht so unübersichtlich wäre hätte dieses Thema wahrscheinlich mehr Resonanz.

      Aktuelle Beiträge sind über Aktive Themen, unbeantwortete Themen über den gleichnamigen Link (beide oben links) stets leicht ersichtlich. Eine kurze, sofort eingängige Gliederung des Forums ist aufgrund seines Umfangs kaum möglich. Würden wir die Zahl der Hauptgliederungspunkte reduzieren, hätten wir vom Umfang her riesige und thematisch sehr breite, also ungenaue Unterforen. Für eben dieses Problem sollte die neue Gliederung Abhilfe schaffen.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Unser Anspruch bestand zu keiner Zeit darin, eine architektenpreisverdächtige Neubebauung vorzunehmen“, heißt es im Internetauftritt der Gesellschaft. (...)


      Das ist nicht nur kein Grund zur Freude, sondern sogar eine Chuzpe. An dem 'architekturpreisverdächtige' sollte man sich gar nicht aufhängen, es ist substituierbar durch 'anspruchsvolle' bzw 'standort-, ensemblegerechte'.
      Es geht denen halt nur um den eigenen Profit, was normal ist, aber hier ganz kaltschnäuzig hinausposaunt wird.
      Der Guratzsch- Artikel ist an und für sich sehr erfreulich - endlich finden diese skandalösen Vorgänge eine Resonanz.
      Dieser Herr OB ist, gelinde gesagt, ja wohl kein Geisteskind von ganz besonderer Güte.
      Interessant, dass sich hier zwei Jahrzehnte nach der Wende exakt jene Kräfte finden, die soviel zur Verschandelung der alten BRD beigetragen haben. Da wie dort scheinen sie bestens organisiert und strukturiert - trotzdem scheinen mir 1600 Unterschriften nicht viel zu sein. 1600 Hohlköpfe, die sich für so etwas instrumentieren lassen, muss es eigentlich in jeder Mittelstadt geben.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      "Zeno" schrieb:


      Wenn darauf verzichtet wird, einen Architektenpreis anzustreben, dann ist das doch eher ein gutes Zeichen.

      Kuckt euch bitte diese Hochbunker an: http://www.swg-altenburg.de/index.php?menuid=87\r
      www.swg-altenburg.de/index.php?menuid=87 Dann doch lieber was mit Anspruch auf einen Preis.

      Meinst Du unser APH-Forum? Inwiefern ist es unübersichtlich?

      Ich fände es übersichtlicher, wenn Thüringen zu den anderen ostdeutschen Bundesländern, also in das "Osten"-Forum, rutschen würde.
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      "LE Mon. hist." schrieb:

      "Zeno" schrieb:


      Wenn darauf verzichtet wird, einen Architektenpreis anzustreben, dann ist das doch eher ein gutes Zeichen.

      Kuckt euch bitte diese Hochbunker an: [url]http://www.swg-altenburg.de/index.php?menuid=87[/url] Dann doch lieber was mit Anspruch auf einen Preis.


      Von der Parzellengliederung und Dachstruktur sind die "Hochbunker" gar nicht mal so schlecht. Natürlich müßten die Erdgeschosszone und die Fassade ganz anders gestaltet werden, zum Beispiel wären Fensterrahmungen nötig.

      Also, natürlich sind diese gezeigten Häuser keine anzustrebende Lösung, statt dessen ist auf Altbau-Erhalt zu setzen. Aber wenn man statt dessen einen Architektenpreisträger haben möchte, muß man sich bewußt sein, daß man einen vermutlich das Gefüge des Platzes völlig verändernden Solitär-Bau erhalten dürfte. Anpassungsarchitektur wird nicht zu erwarten sein.

      Dann bekommt Altenburg eben so etwas:
      baulinks.de/webplugin/2007/1151.php4
      Oder dies:
      fh-zwickau.de/?id=1707

      Oder dergleichen:
      [url]http://www.detailx.de/hochschulen/hochschulnews/archiv/leipziger-architekturpreis/
      [/url]
      Oder etwa jenes:
      presse-archiv.uni-wuppertal.de…n_27/architekturpreis.htm

      Aber Jedem das Seine. Ganz nach Geschmack.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Heimdall ()

    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) hielt auf dem Neujahrsempfang der Stadt am Freitag eine Rede zu den Chancen von Altenburg und forderte weitere landespolitische Hilfe. Dabei äußerte er sich auch zum Areal am Markt und zum geplanten Abriss des Barockgebäudes Bei der Brüderkirche 9: Zwar habe man einige Denkmäler liebevoll restauriert, doch Denkmalschutz bedeute nicht, alle historischen Gebäude um jeden Preis zu erhalten, zumal die Obere Denkmalschutzbehörde die erforderlichen Gelder nicht bereit stelle. "Die historische Bausubstanz und die einzigartige kulturelle Vielfalt sind und bleiben Markenzeichen unserer Stadt. Wir benötigen aber mehr finanzielle Mittel zur Sanierung der Denkmäler," schätzte Wolf ein.

      Geld reicht vorn und hinten nicht
      OTZ online vom 10.1.2010
      http://www.otz.de/otz/otz.schmoelln.volltext.php?kennung=on1otzLOKStaSchmoelln40186&zulieferer=otz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Schmoelln&auftritt=OTZ&dbserver=1\r
      www.otz.de/otz/otz.schmoelln.vol ... dbserver=1

      Stellt sich die Frage, ob der OB tatsächlich so wenig Sachverstand hat, was z.B. Aufgaben und Wirkungsmöglichkeiten einer Oberen Denkmalschutzbehörde betrifft, oder ob er hofft, dass seine Zuhörer_innen es nicht wissen und er so den Schwarzen Peter weiterreichen kann.
    • Re: Altenburg (Thüringen): Zwischen Sanierung und Abriss

      Hier gibt es hunderte Bilder der Altenburger Innenstadt:

      lokralf.de/html/altenburg___thur.html

      Passend dazu habe ich ein Honecker-Zitat gefunden (siehe unten):
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker