Hannover - Altstadt, Neubau von Hotel und Wohnungen

  • In der Altstadt von Hannover wird demnächst der Sieger des Wettbewerbs für ein gemischtes Objekt (Hotel mit Wohnungen) bekannt gegeben. Es hat direkten Zugang zur Leine und wird direkt neben dem noch ältesten Fachwerkhaus Hannovers stehen. Dafür wird die Sehbehindertenschule abgerissen - ein übler Bau aus den 60ern/70ern.


    Es wird am Ende dieser Straße stehen - leider hab ich kein Foto von der Stelle:



    Quellen: flickr, http://www.mikaellykmadsen.dk/skyscrapercity/Hannover\r
    http://www.mikaellykmadsen.dk/skyscrapercity/Hannover

  • Das kann architektonisch fast nur eine Verbesserung werden- hoffentlich wird es ein traditioneller Bau.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Nein, wird es leider nicht.



    Uns erwartet eine banale Kiste, die jedwede Kleinteiligkeit vermissen lässt.


    Bitteschön:



    Entwurf von "Schulze & Partner" für das Altstadthotel am Ufer der Leine




    Quelle: http://www.schulze-architektur.com/index.php?id=374



    Der zweitplatzierte Entwurf stammt von Eike Becker Architekten und wird wohl eine Glaskiste sein, schaut man sich deren Entwürfe mal so an.. :augenrollen:


    Ich weiß allerdings nicht, was nun gebaut werden soll, vllt. kann Leine da mehr sagen.

  • 08/ 15 mal wieder eine sehr gute Chance vertan. Da können wir uns ja über das alte Kaufhaus in Lüneburg richtig freuen!!!

  • Mit einem klassischen Bau darf nicht gerechnet werden. Mit einer Reko schon gar nicht - das ist in Hannover nicht durchsetzbar. Ich weiß auch gar nicht, was da mal stand vor dem Krieg.


    Ich finde den Entwurf gar nicht so schlecht. Persönlich rechne ich aber mit einem noch schlimmeren Ergebnis. Es sind nur noch vier Büros im Rennen. Alle haben Proportionen, Traufhöhen etc. nicht eingehalten und müssen nachsitzen. Irgendwann im September steht der Sieger dann fest. Ich werde dann berichten.

  • Den Entwurf von Schulze & Partner (danke, erbsenzaehler!) wuerde ich masslos gern mal aus der Perspektive des alten Photos sehen, das Leine freundlicherweise fuer uns fand. Die scheuen sich wohl, zu behaupten, dass ihr Bau sich harmonisch neben dem alten Tor einfuegt. Der kleine Blick auf das Elaborat neben dem Fachwerkhaus genuegt allerdings: Haben sie sowieso nicht vor.


    Etwas stoert mich gewaltig an diesem Hotel und Wohnungen Projekt: Warum sind da keine Balkons? Den Blick auf die Leine will man doch von drinnen und draussen geniessen koennen!

  • An der linken Gebäudeseite kann man sechs innen liegende Balkone erkennen, Pilaster.
    Oder nennt man dass dann Terrassen?


    Städtebaulich bedeuted das Projekt für mich eine Verbesserung, architektonisch finde
    ich es auch nicht schlecht, jedoch nicht in der Altstadt.

  • Was, das Ding da links (unteres Bild rechts) ist auch ein Teil des Projekts? Ho hum ist alles was ich dazu sagen kann, sieht doch wie der abzureissende Vorgaengerbau aus, und mit dem Pseudosteinputz kann ich gar nichts anfangen. In den Vereinigten Staaten sieht doch jeder Safeway Laden so aus. Auch sprach ich vom Blick auf den Fluss, und auf der zur Leine gewandten Seite fehlen mir eben die Balkons.


    Ich glaube die Dinger dort sind keine Terrassen, denn die haben doch freien Himmel ueber sich. Ich gewann mal den Eindruck, dass solche breiten ueberdachten Balkone als Veranda bezeichnet werden?

  • Ich meine das Foto über dem Grundriss, dass ist doch die Leineseite.
    Und an der linken Gebäudeseite sind Balkone/Terrassen zu erkennen.
    Da steht sogar ein Männchen an der Brüstung (3.OG).

  • Quote

    Etwas stoert mich gewaltig an diesem Hotel und Wohnungen Projekt: Warum sind da keine Balkons? Den Blick auf die Leine will man doch von drinnen und draussen geniessen koennen!


    Balkone gehören meines Erachtens zum Schlechtesten, was man Neubauten in einer (ehemaligen) Altstadt zufügen kann- man sehe z. B. Wiederaufbauten in der Sebalder Altstadt in Nürnberg, wo sie neben zu flach geneigten Dächer zu den störendsten Elementen gehören. Zu einer Altstadt gehören geschlossene Fassadenreihen und unzerstückelte, integrale Fassaden, weil Balkone erst mit dem Klassizismus im 19. Jh. aufkamen, und zerstückelte Fassaden erst im Postmodernismus Ende des 20. Jh. - das gilt wenigstens für deutsche Städte.


    Was ich am Entwurf vermisse: ein Schrägdach, vertikal gegliederte Fassaden, und stehende rechteckfenster. Das sind m. E. Minimalauflagen für das Bauen in einer Altstadt, wie sie selbst in Nürnberg beim heutigen Entwurf für den "Augustinerhof" noch eingehalten werden.

    VBI DOLOR IBI VIGILES

  • Am besten waren die Balkons am Alten Kaufhaus in Lüneburg, hihi. manhätte hier bzw könte noch die Fachwerkulisse wiederbeleben.

  • Quote from "Brandmauer"

    Balkone gehören meines Erachtens zum Schlechtesten, was man Neubauten in einer (ehemaligen) Altstadt zufügen kann- man sehe z. B. Wiederaufbauten in der Sebalder Altstadt in Nürnberg, wo sie neben zu flach geneigten Dächer zu den störendsten Elementen gehören. Zu einer Altstadt gehören geschlossene Fassadenreihen und unzerstückelte, integrale Fassaden, weil Balkone erst mit dem Klassizismus im 19. Jh. aufkamen, und zerstückelte Fassaden erst im Postmodernismus Ende des 20. Jh. - das gilt wenigstens für deutsche Städte.


    Was ich am Entwurf vermisse: ein Schrägdach, vertikal gegliederte Fassaden, und stehende rechteckfenster. Das sind m. E. Minimalauflagen für das Bauen in einer Altstadt, wie sie selbst in Nürnberg beim heutigen Entwurf für den "Augustinerhof" noch eingehalten werden.


    Da pflichte ich Dir ganz und gar bei, Brandmauer. Ich hatte das Gebaeude nur in seiner physischen Lage, nicht aber in seinem historischen Kontext betrachtet. :peinlich:

  • Es handelt sich also um die Fläche der bisherigen "Schule Am Hohen Ufer", Burgstraße 14 und Am Hohen Ufer 3, also in etwa die südliche Hälfte des Blocks zwischen Burgstraße, Roßmühle, Am Hohen Ufer und Am Marstall:


    http://www.bing.com/maps/default.aspx?v=2&FORM=LMLTCP&cp=sqvxk9ht9tkn&style=b&lvl=2&tilt=-90&dir=0&alt=-1000&phx=0&phy=0&phscl=1&scene=15526875&encType=1\r
    http://www.bing.com/maps/default.aspx?v ... &encType=1


    In der Burgstraße grenzt nördlich das älteste erhaltene Fachwerkhaus Hannovers, Burgstraße 12, an.



    Das, was man an Entwürfen sieht, kann man ja wohl nur als ausgesprochen unpassend für diesen Bereich der Altstadt einstufen. Das Museum Schäfer in Schweinfurt lässt grüßen, und das ist kein Kompliment!



    Quote from "Baumblüte"

    [...] innen liegende Balkone [...]. Oder nennt man dass dann Terrassen? [...]


    Solche innenliegenden Balkone nennt man Loggien (Singular Loggia).

  • Ah, danke Zeno, wieder dazu gelernt.


    Brandmauer hat es auf den Punkt gebracht.


    Dass der wenig schöne Schulhof verschwindet und die Altstadt
    verdichtet wird, halte ich für positiv.
    Auch das alte Tor bekommt so wieder eine Funktion. Es entsteht
    eine Gasse dessen Anfang es bildet.