• Quote

    ein „Highstreet-Produkt in der Top-1a-Lage der Fußgängerzone Nürnberger Straße“, wie der Investor schwärmt.

    Dem hat die Marketingsprache offenbar schon das Hirn weich gewackelt.

    Quote

    Dem widersprach Frank Höppel von der ÖDP. „Da können wir nichts tun“, meinte er. Und: „Mir gefällt die Fassade gut.“

    Jetzt ist mir noch klarer, warum die ÖDP schlicht überflüssig ist und dementsprechend auch regelmäßig vom Wähler behandelt wird.


    Also verstehe ich recht. Die bauen in den 80ern eine Einkaufsgalerie. Diese läuft mittlerweile nicht mehr. Nun denkt man, das Einkaufscenter-Konzept dadurch wieder ankurbeln zu können, indem man eine Barockfassade abreisst und durch eine extrem hässliche moderne Fassade ersetzt. Weshalb auf diese Weise nachhaltig neue Käuferschichten rekrutiert werden sollen, harrt allerdings einer Erklärung.


    Ebenfalls erklärungsbedürftig ist, weshalb die so lange unter Denkmalschutz stehende Fassade plötzlich und scheinbar "einfach mal so" 2006 von der Denkmalliste gestrichen wird, und 2011 dann gar der Abriss durch einen ganz besonders hip tönenden Investor angeordnet wird. Die Nähe der Ereignisse ist doch seltsam und wirft zumindest Fragen danach auf, wo inwiefern irgendwelche Gelder geflossen sind bzw. Druck aufgebaut wurde. Klingt zwielichtig.

  • Ist offenbar wirklich schlimm, was da gerade in Erlangen läuft. Es wird Zeit, daß denen das Geld endlich ausgeht.

  • Das alte Spiel. Wenn man sowas liest, kann man dankbar sein, dass in Bamberg in der Theuerstadt der Bereich, den das UNESCO-Weltkulturerbe erfasst, recht ausgedehnt ist, sonst könnte so ein Schicksal gerade im nördlichen Bereich der Oberen Königstraße auch so manchem Ensemble drohen, an das mich diese Häuser zumindest typologisch erinnern. Goethestraße 23 ist aber in der Tat wohl schonmal fast vollständig entkernt worden, wenn man das Abbruchbild sieht. Vermutlich vor Inkrafttreten der Denkmalschutzgesetze, sonst hätte eine solche Umbaugenehmigung nie erteilt werden können.


    Geil auch die Kommentare im Artikel von 03.12.2013, da kann man unter anderem Sachen lesen wie:

    Quote

    "Erlangen ist ein hervorragendes Beispiel barocker Stadtbaukunst in Deutschland." Das ist wirklich ein Witz. Bis auf den Schloßpark und Orangerie ist wirklich NICHTS schön in Erlangen. Von Barockstadt zu reden, ist absurd. Genau so, wie diese Bruchbunden unter Denkmalschutz zu stellen ohne Grün etc. Wer schon mal in Dresden war, der weiß, was eine Barockstadt ist ...

    Weitere Kommentare bezeugen derart die Verblödung weiter Schichten der Bevölkerung, dass ich sie hier erspare.

  • Wir Mittelfranken bekleckern uns derzeit wirklich nicht mit Ruhm. Die Baufirmen haben die hiesige Lokalpolitik fest im Griff, und wenn da einer sagt ein Gebäude, ja ein Denkmal, sei nicht zu retten, wird das nicht hinterfragt. Anderswo würde man die Firma wegen Unfähigkeit zum Teufel jagen, nicht hier. Und so verschwinden Monat für Monat historische Gebäude, das einem nur Angst und Bange werden kann.

  • Danke Zeno.


    Wenn die Denkmalschützer wirklich gegen den weiteren Abriss der denkmalgeschützten Bauten sind, warum gehen sie nicht aktiver dagegen vor. Ohne Abrissgenehmigungen der Stadt wären die bisherigen Abrisse wohl nicht erfolgt.
    Unabhängig davon, dass die geplanten Neubauten sicherlich nicht ganz überzeugen können, stört mich am Kommentar des Denkmalsschützers weiterhin, dass er historisierender Architektur wie üblich den Stempel "fake" aufdrückt.

  • Die Neubauten Goethestr. 19-23 und Richard-Wagner Str. 12 sind nun fertig. Die demontierte Sandsteinfassade Goethestr. 23 wurde wieder hergestellt.
    Allerdings wurden die geborgenen Quader halbiert (da zu wenig für die neue Fassade vorhanden waren) und der Betonwand vorgeblendet.
    Optisch wurde der Strassenzug wieder hergestellt und ist sogar einigermaßen akzeptabel. Dennoch, die Denkmäler sind vernichtet. Auch wenn diese vielleicht nur noch zwischen 20% - 40% Originalsubstanz besaßen, der Erhalt hätte Pflicht sein müssen. Aber so hat der Investor nun aus dem Vollen schöpfen können.

  • Auch Villenabriss in Erlangen. Eine aus den 20er/30er Jahren stammende Villa mit unverbaubarem Blick in die Schwabachauen wird abgerissen und durch eine Containerkiste ersetzt. Was statt dessen kommt ist eine Katastrophe. Das Haus ist zwar in einem zur Zeit etwas ungepflegten Zustand aber kein Abrissgrund erkennbar. Auch hier, sicherlich auf Grund der Top Lage ein Investoren Abriss......


    Webmaster: Kleiner Tipp - bitte Fotos nicht direkt anhängen, sondern hosten und dann per Link einfügen (siehe Tipps rund um die Foren-Software)

  • Ein katastrophale Entwicklung. Eine schmucke Villa wird in Erlangen durch billigst wirkenden Containermist ersetzt. Sollen die neuen Bewohner darin glücklich werden, ich kann nur mein Bedauern ausdrücken. :kopfschuetteln:




    und viel zu niedrig.

    Das ist das einzige Positive daran. Stelle Dir vor, die Kiste wäre noch hoch, so dass sie noch dominanter im Stadtbild wahrnehmbar wäre. So verschwindet sie hoffentlich hinter Bäumen und hoffentlich irgendwann unter Unkraut.

  • Bei "OpenPetition" habe ich gerade einen aktuellen Petitionsaufruf, der die Stadt Erlangen betrifft, gefunden.


    Aufgrund eines Beschlusses des Aufsichtsrates der dortigen "Gewobau" sollen die alten Erbahäuser in der Äußeren Brucker-, der Main- und der Johann-Jürgen-Straße abgerissen werden, um einem U-förmigen, vier bis fünfstöckigen Wohnkomplex mit 100 Wohneinheiten Platz zu machen.


    Seit dem 27.08.2016 läuft gegen die Abrisspläne eine Petition, die bis zum 26.10.2016 aktiv ist.


    https://www.openpetition.de/pe…der-erba-haeuser-am-anger


    Bitte gerne unterschreiben.

  • Ein drohender Abriss, der zwar schon vor längerem beschlossen wurde, aber trotzdem Beachtung verdient:


    Es geht um den Nordtrakt der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt (im Volksmund "Hupfla") in Erlangen. Sie wurde 1834 bis 1839 als erste überregionale psychiatrische Klinik in Bayern errichtet. Der weitläufige Komplex war durch viel Grün aufgelockert, die Gebäude orientierten sich am Stil der florentinischen Renaissance. In den Siebzigern wurde die jetzt als Bezirksklinikum bezeichnete Einrichtung in einen Vorort von Erlangen verlagert und fast alle Gebäude abgebrochen. Nur der ehemalige Nordtrakt und das Direktionsgebäude blieben erhalten.


    Jetzt soll der Nordtrakt einem Zentrums für Physik und Medizin der Max-Planck-Gesellschaft weichen.


    Bericht auf Nordbayern.de


    Ein CSU-Politiker verspricht sich damit, aus Erlangen ein "fränkisches Harvard" zu machen. Nur die Linkspartei votierte gegen den Abriss.


    Einige Bilder




    Quelle: Wikimedia commons, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de


    Einige weitere Bilder finden sich hier:
    http://augenblicke-fotoblog.bl…/die-hupfla-erlangen.html

  • Ein CSU-Politiker verspricht sich damit, aus Erlangen ein "fränkisches Harvard"

    Wobei Harvard hauptsächlich sehr traditionelle Architektur besitzt. Die allermeisten Gebäude sind sogar neogeorgian, und stammen aus den 30er Jahren. Reines "Disneyland" sozusagen!

  • Zitat aus oben verlinktem Artikel:


    Quote

    Abbruch der denkmalgeschützten Heil- und Pflegeanstalt

    Denkmalschutz zählt nicht, wenn nur eine Mehrheit für den Abriss stimmt?