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    Das soll hinkommen:
    allobjekt-gewerbe.de - Projektentwicklung von Gewerbeimmobilien


    Abgesehen davon, daß man über den Wert der abzureißenden Häuser trefflich geteilter Meinung sein kann, ist der Neuentwurf natürlich eine Zumutung. Mal wieder typisch sind die dämlichen Äußerungen der Verantwortlichen, die offenbar nicht mal merken, wie sie veräppelt werden.


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    Selbst der Stadtheimatpfleger Franz Schürr habe sich für die Variante mit den senkrechten Streben ausgesprochen.


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    Der 2. Bürgermeister Streit vervollständigte die Franz-Gruppe und sprach sich auch für den neuen Entwurf aus: „Das gibt ein interessantes Spiel. Je nach dem, wo man steht, schaut das immer anders aus.“


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    Wir brauchen den Mut, einen Akzent zu setzen.


    Gähn, die Phrasendreschmaschine rattert.


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    Andere Architekturbüros glaubten uns mit noch schlimmeren Entwürfen beglücken zu müssen


    Und das beweist einmal mehr, dass die geistige Auseinandersetzung mit der Baumoderne viel vehementer und grundsätzlicher geführt werden muss. Mit allein zwei, drei Rekos ist langfristig keine wirkliche Veränderung erreichbar. Die knallharte und frechdreiste Aggression geht seit Jahrzehnten und nun wieder verstärkt eindeutig von den Vertretern der modernistischen Baurichtung aus, also gibt es auch keinen Grund zum Entgegenkommen oder Verstehen-wollen und Differenziert-sehen-müssen und dergleichen. Sie kontrollieren immer noch die Hochschulen und die Köpfe des Nachwuchses total, betreiben aktiv Stadtzerstörung und bestimmen damit die Lebenswelt aller Bürger. Also wird man diesen Leuten stärker auf die Finger klopfen müssen.

  • Also wird man diesen Leuten stärker auf die Finger klopfen müssen.

    Nur macht das eben kaum jemand. Das Aufbegehren gegen Atomkraftwerke oder visionäre Großprojekte ist gesellschaftsfähig. Aber gegen die arrogante Vorherrschaft der Modernisten bekommt man keine hundert Leute zusammen. Wir sind immer noch eine Minderheit und das System floriert...

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Tja, offenbar glauben die gegen ihr weitgehend intaktes Ortsbild nur noch mit massivsten Gegenmitteln vorgehen zu können. Nun, sollen die Forchheimer doch ihren Brutalismus-Klotz bekommen, gegen den manches Parkhaus filigran anmutet. Vermutlich werden sie, wenn das Ding steht, sich mit offenem Mund die Augen reiben und mit dem Kopf zu schütteln beginnen. Bis dahin aber haben der OB und die städtischen Verantwortlichen längst Fakten geschaffen. Kurz: Sie bekommen, was sie gewählt haben.

  • Ja, ein Symbol für den geistigen Stillstand in der BRD. Exakt so hat man bereits in den 60er Jahren gebaut. Ich habe in der Nachbarschaft kaum anders aussehender Gebäude meine Kindergartenzeit verbracht. Daran ist also nichts mehr wirklich "modern" oder "innovativ". Und da es ja auch gar nicht den Anspruch hat, einen neuen Traditionalismus zu verkörpern, steht dieses Bauen einfach nur noch für Stillstand und dadurch bedingte Depression.

  • "Eine typisch oberfränkische Architektur, die sich sensibel ins Ortsbild einfügt."


    Da musste ich schmunzeln.
    Genauso stand es vermutlich in der Entwurfsbeschreibung, die vor Ort klar überzeugt hat.

  • In der Forchheimer Wiesentstraße sollen zwei historische Gebäude abgerissen werden. Der Denkmalschutz zögert noch eine endgültige Abbruchgenehmigung zu erteilen.


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    Zu der neuen Anfrage wollte das Landesamt für Denkmalschutz vorab keine Stellungnahme abgeben. Aufgrund des desolaten Zustandes und der niedrigen Geschosshöhe seien die Gebäude kaum für eine zeitgemäße Nutzung geeignet. Zustimmen will das Amt jedoch auch nicht, weil man grundsätzlich noch sanieren könnte. Auf jeden Fall sollte sich die neue Bebauung ins Ensemble der Innenstadt einfügen.


    http://www.nordbayern.de/regio…gerissen-werden-1.4152165

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Die Neubauten am Paradeplatz sind wirklich übel! Bestand für die Platzanlage denn gar kein Ensembleschutz, bzw. ist diese nicht als denkmalpflegerischer Interessenbereich ausgewiesen?

  • In der Bamberger Straße 13 verschwand dieses Haus aus der Barockzeit (18. Jh., ehem. Möbelhaus Müller), das früher einmal unter Denkmalschutz stand (vgl. Bayerische Kunstdenkmale):


    http://www.nordbayern.de/regio…wird-abgerissen-1.3406597


    http://www.infranken.de/region…-abgerissen;art216,613412


    In unmittelbarer Nähe soll demnächst das Katharinenspital einem Neubau weichen:


    http://www.nordbayern.de/regio…-umbau-bis-2018-1.2721893


    Der aus den 1950er Jahren stammende Bau fügt sich meines Erachtens sehr gut in das Straßenbild ein und erinnert mich stark an die Nachkriegsneubauten aus Rothenburg ob der Tauber. Besser kann man eigentlich fast nicht bauen, denn hier stimmt einfach alles: Walmdach mit Biberschwanzdeckung, geteilte Fenster mit Sprossen, Eckquader, Fensterrahmen aus Sandstein, schlichte Gauben, aber seht selbst (rechts):


    http://www.watercryst.com/tl_f…ferenzen/3941_Image01.JPG


    Es wäre schade, wenn dieser Bau zugunsten einer Spekulationskiste verschwinden würde!


    Ob dies beim geplanten Neubau auch noch so sein wird, wage ich zu bezweifeln.


    Gegen den Abbruch gab es Widerstand:


    http://www.sueddeutsche.de/bay…d-im-altersheim-1.2518211


    Wenn man sich das umgebaute alte Krankenhaus ansieht, weiß man, was da kommen wird...

  • Leider habe ich im Internet keine Pläne für die Neubauten gefunden, die anstelle des Katharinenhospitals, bzw. von Möbel Müller entstehen sollen. Weiß da jemand mehr?

  • An der Klosterstraße entsteht auf dem Gelände des ehem. Franziskanerklosters das Wohnprojekt "Klostergarten". Die alten Klostergebäude bleiben zwar erhalten, das Ensemble wird aber leider durch Bauten im gängigen Flachdachstil ergänzt und damit leider völlig verhunzt. Ein sensibler Umgang mit historischen Gebäuden sieht doch wohl anders aus:


    http://www.denkmalimmobilien.info/forchheim/klostergarten


    Das Ganze garniert mit dem üblichen Investorengeschwafel:




    Der »Klostergarten« im Zentrum der fränkischen Königsstadt
    Forchheim präsentiert sich als Paradebeispiel moderner Stadtentwicklung.

    Umringt von liebevoll sanierten, geschichtsträchtigen Klostermauern
    und kombiniert mit drei modernen Neubaukörpern bildet der
    »Klostergarten« ein Unikat des modernen Wohnens in der Stadt. Das
    gesamte Wohnensemble gruppiert sich um den aufwändig gestalteten
    parkähnlichen Innenhof, der als geschützte Oase die wertvolle
    Wohnqualität untermauert.


    Besonders hübsch der Ergänzungsbau an der Klosterstraße, der sich natürlich wieder einmal harmonisch in das Straßenbild einfügt:


    http://www.denkmalimmobilien.info/forchheim/klostergarten


    Hier noch ein überschwänglicher Artikel:
    http://www.sontowski.de/de/akt…rd-zum-schmuckstueck.html


    Ich fürchte, dass der Neubau des Katharinenspitals an der Bamberger Straße ähnlich aussehen wird.


    Unweit des Marktplatzes steht die Sanierung der einstigen Brauerei an:


    Vorzustand:


    http://www.sontowski-immobilie…aus-forchheim-preview.jpg


    Planung:


    http://pictureis24-a.akamaihd.…mbnail/532x399/format/jpg


    Artikel:


    http://www.infranken.de/region…tig-sein%3Bart216,1385756


    Bei dem Bild in dem Artikel ist mir nicht ganz klar, welche Ansicht gemeint ist.


    Die Stadt verliert dank unfähiger Politiker leider immer mehr an Charme und Charakter! Hauptsache, man bietet hübsche Penthousewohnungen an. Das schimpft sich dann "Stadtentwicklung".

  • Irgendwie hat sich da deutschlandweit ein einheitlicher Baustil herausgebildet, der im Grunde nichts ist als Wohnungen mit praktischem Grundrisse verquadert gestapelt und wärmegedämmt. Nicht wirklich schlimm aber in der Masse doch nicht wünschenswert.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ja genau das mein ich ja. Ein solches Haus an sich ist nicht schlimm, die Masse macht es einfach.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Nun wurden erste Pläne für den Neubau des Katharinenspitals präsentiert. Leider ist das Foto sehr klein:


    https://www.infranken.de/regio…inenspital;art216,1410147


    Der Entwurf ist wirklich miserabel und knüpft leider nicht an lokale Bautraditionen an, was angesichts der derzeitigen Bausituation wohl auch nicht zu erwarten war. Zwar hat der Bau ausnahmsweise kein Flachdach, aber es wurde dennoch alles falsch gemacht: Große bodentiefe, ungeteilte Fenster (wozu bracht man sowas eigentlich?), Blechdach, Balkons zur Straße hin (zumindest an der Schmalseite) etc.


    Wie wunderbar hingegen der Altbau, der zu Beginn der 1950er Jahre auf einer zuvor unbebauten Fläche erstellt wurde:


    http://www.watercryst.com/tl_f…ferenzen/3941_Image01.JPG


    http://mw2.google.com/mw-panor…hotos/medium/97342198.jpg


    Das Gebäude fügt sich nahtlos in die historische Umgebung ein, besser kann man es angesichts der Größe wohl auch kaum machen. Hier wurde mit wenigen Mitteln viel erreicht, da man lokale Bauelemente verwendete: Walmdach in Biberschwanzdeckung, kleine Dachgauben, Sprossenfenster die nicht allzu groß sind, schlichte Putzfassade mit Eckquadern, Fensterlaibungen aus Sandstein. Die Fenster- und Türöffnungen im Erdgeschoss scheinen allerdings später verändert worden zu sein. Man beachte auch die hübsche Steinstatue an der Gebäudeecke. Der Bau kann sich durchaus mit den Häusern messen, die in Rothenburg ob der Tauber nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges neu errichtet wurden, wie z.B. Galgengasse 25:


    http://www.rothenburg.de/typo3…dtmarketin_c4a848b51d.jpg


    https://golocal-media.de/67109…/700/21094c935a1d801a.jpg



    Der Altbau hätte die Richtung vorgeben müssen. Am besten wäre es natürlich gewesen, wenn man zumindest den Außenbau erhalten würde.


    Selbst der Anbau im Innenhof (aus den 1980er Jahren) mit seinen Balkons ist durchaus gelungen und wirkte recht idyllisch:


    http://www.uwe-kirschstein.de/…enspital-Forchheim_kl.jpg

  • Damit man möglichst viel Energie verschwendet. Einen vernünftigen Grund für bodentiefe Fenster hat mir auch noch nach Jahren noch nie jemand nennen können.

    ...und damit "wir alle dämmen müssen"... :kopfschuetteln:

  • Es ist wirklich zum Heulen, was man binnen kürzester Zeit aus dieser wundervollen Stadt gemacht hat! Leider hat dieser Wahnsinn noch lange kein Ende, denn am Katharinenspital geht es ja demnächst weiter...


    Das wirklich Schlimme an der ganzen Sache ist, dass die Denkmalpflege dazu auch noch ihren Segen erteilt.


    Kann mir jemand verraten, was diese geschmacklosen Glasbrüstungen bei dem Neubau in der Apothekenstraße sollen? Furchtbar. Und dann wieder diese bodentiefen, ungeteilten Fenster.