Denkmalschutz in der Kritik

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    • und wenn man dann noch bedenkt, dass der (kaum noch erkennbare) limes neuerdings weltkulturerbe werden soll und mancherorts sogar von einer rekonstruktion einiger kastells geträumt wird, dann sieht man, dass es nicht einfach ist, denn wert eines bauwerks aus den vergangenen jahrzehnten heute schon zu beurteilen.
      vor hundert jahren interessierte keinen barock, vor fünfzig jahren galt gründerzeitarchitektur als wertlos - und heute ist es halt die formensprache der fünfziger. noch. doch zum ersten mal gibt es einen denkmalschutz, der zeitgenössichen bauten quasi ein moratorium verschafft. so können nachfolgende generationen entscheiden, wie sie mit diesem erbe umgehen.
      eine solche auffassung von denkmalschutz kommt sicher mindestens hundert jahre zu spät und hat zu vielen verlusten geführt. aber daraus zu lernen ist doch allemal besser, als weiter das abzureissen, was gerade "out" ist.
      anders gesagt: die architekturgeschichte ist voll von neo-... . irgendwann wird es auch mal die "neofünfziger" geben. dann werden städte wie bochum attraktionen sein, wenn sie bis dahin nicht alles als angeblich hässlich wieder abgerissen haben. irgendwann wird es keine zeitungskioske oder ähnliches mehr geben, dann wird man in bonn stolz darauf sein, einen über die zeiten gerettet zu haben.
      das ist dann denkmalschutz, der nicht nur an gestern oder heute, sondern auch an morgen denkt. durchhalten lohnt sich, auch wenn so etwas vielleicht heute teilweise unverständlich erscheint.
    • "rakete" schrieb:

      vor hundert jahren interessierte keinen barock


      Na, das denke ich mal nicht. Vor hundert Jahren hatte dieser Baustil, nicht nur durch das historistische Neobarock, längst seine Anerkennung erfahren.

      Ansonsten kann man natürlich darüber spekulieren, ob spätere Generationen die 50er-Jahre-Architektur oder auch die heutigen Glaskästen als denkmalwürdig erachten oder nicht. Indes ist aber eben pure Annahme und hat nichts mit dem mehrheitlichen Empfinden der Gegenwart zu tun. Und dieses Empfinden der Gegenwart ist nun einmal normalerweise bei solchen heutigen Entscheidungen (Abriss oder Erhaltung) maßgeblich - ob man das als tragisch oder logisch bewertet, sei dahingestellt.

      Und wenn der Denkmalschutz heute Bauwerke oder Ensemble erhält, nur um dann den nachfolgenden Generationen den Abriss zu ermöglichen, wäre dies ein Paradoxon. Ein Sonderfall in dieser Gesellschaft gar. Denn den nachfolgenden Generationen wird in diesem liberal-kapitalistischen System doch eigentlich ansonsten gar keine Entscheidungsfreiheit mehr gelassen: Eine bedenkenlose politische Klasse hinterläßt ihnen einen riesigen Schuldenberg, der zukünftigen Generationen überhaupt keine finanziellen Spielräume mehr übrig lassen wird. Eine Wachstumsmaschinerie schafft ökologische Fakten (z.B. im Klimawandel oder durch Atommüllendlagerung), zu denen künftige Generationen kaum eine Alternative mehr entwickeln können. Eine bewußt propgagierte Einwanderungspolitik führt zu demographischen Veränderungen, mit denen sich zukünftige Generationen auseinandersetzen werden dürfen, ob sie es dann wollen oder nicht, usw. usf....
      Warum also sollte der Denkmalschutz ausgerechnet so stark aus der Reihe der heutigen Ex- und Hopp-Mentalität tanzen? (Zumal er ja bestens in das System integriert ist, nämlich seine bremsende Funktion bei strittigen Bauvorhaben oft ganz schnell aufgibt, wenn mächtige Politiker und Investoren dies nur deutlich genug einfordern.)

      Doch ganz falsch ist die Annahme natürlich auch nicht, daß man in Zukunft eine gewisse bauliche Entscheidungsfreiheit bewahren möchte. Allerdings nicht aus ethischen, sondern eher aus handfesten finanziellen und ideologischen Gründen.

      Ich denke, es geht nämlich bei dem heutigen Engagement für die Nachkriegsarchitektur um etwas ganz anderes. Der Denkmalschutz wird hierbei oftmals als modernistisches Instrumentarium genutzt, um einen nach 1945 erbauten Zustand möglichst lange zu konservieren. So lange, bis die gegenwärtig wachsende Rekonstruktionsbewegung weitgehend ausgebremst wurde und wieder abebbt. Sobald dann Stahl-/Glaskästen, womöglich im neo-dekonstruktivistischen Gewand oder mit neuen Materialien (Latex, PVC, was auch immer), wieder "in" sind, werden auch die erst einmal als Platzhalter konservierten 50er-Jahre Gebäude wieder zur Disposition stehen. Dann werden "Sachzwänge", "finanzielle Wirtschaftlichkeitsfaktoren" oder schlicht ästhetische Gründe hervorgebracht werden, um den nächsten "Modernisierungsschub" einzuleiten.

      Derartige "Modernisierungsschübe", an denen kräftig verdient wird, dürften auch in Zukunft gegenüber der Öffentlichkeit etwas schwieriger zu bewerkstelligen sein, wenn manch anvisierter Baugrund mit einem (rekonstruierten) Barockpalais besetzt ist. Also muß der Denkmalschutz von heute eben seine Rolle für die Investoren von morgen spielen.

      P.S.: Nur um Mißverständnissen vorzubeugen: Diese Stellungnahme bedeutet nicht, daß ich sämtliche Bauten der 50er-Jahre gerne abgerissen sehen würde. Im Gegenteil, es sind darunter einige, deren Erhaltung ich durchaus befürworte.
    • Ich wollte nicht von Verschwörung sprechen. Vermutlich greife ich diesbezüglich auch schon etwas in die nähere Zukunft, wenn ich von einem sicherlich zunehmend genutzten Instrumentarium spreche, um Rekonstruktionen abzubremsen. D.h., das Ganze ist heute noch nicht in seiner ganzen Dimension erkennbar.

      Als konkretes Beispiel möchte ich einen Aufsatz zum Thema Kölner Domplatte anführen, den ich letztes Jahr gelesen habe. Darin wurde über eine mögliche Dach-Rekonstruktion des neobarocken Dom-Hotels debattiert. Der Autor wandte sich strikt gegen eine Rekonstruktion des steilen Daches mit seinen Kuppeln, da dies das mittlerweile denkmalträchtige Ensemble an Flachdachbauten der 50er-Jahre in der direkten Umgebung beeinträchtigen würde. Die Nachkriegsbebauung wurde demnach als Argument angeführt, gegen eine Dachrekonstruktion des historistischen Bauwerks einzutreten.

      Ähnlich hätte es sich beinahe in Frankfurt am Main verhalten, wo kürzlich das Gebäude der Hauptpost aus den 50ern abgerissen wurde, um nun einer Rekonstruktion des Palais Thurn & Taxis Platz zu machen. Einige Kommentatoren, vor allem aus Architekten-Kreisen, bedauerten, hier geschlafen zu haben (und dadurch die Palais-Reko erst ermöglicht zu haben). Der Abriss hätte demnach ja folglich verhindert werden müssen.

      Derartige Beispiele werden sich häufen. Und ich bin mir recht sicher, daß sie langfristig sichtbar zu dem von mir beschriebenen Ergebnis führen dürften. Aber natürlich kann ich mich auch in der Prognose der weiteren Zukunft täuschen. Schließlich bin ich kein Prophet und die Menschen können in jeder Generation letztlich neu und selber entscheiden, was ihnen erhaltenswert oder entbehrlich ist.
    • @oliver:
      klar wurde damals u. a. auch "neobarock" gebaut. ein gutes beispiel dafür ist das lipsia-haus im leipziger barfussgässchen oder die nordzeile am markt. nur wurden dafür damals echte barocke gebäude abgerissen.

      @heimdall:
      wie ich versucht habe zu erläutern, ist auch der denkmalschutzgedanke dynamisch und hängt nicht zuletzt von den jeweiligen situationen und akteuren ab. über das hotel in köln kann ich keine aussage treffen, da ich es nicht kenne. die erfahrungen in leipzig zeigen jedenfalls, dass reine nachkriegs-notdächer bei sanierungen zugunsten von an den originalzustand angelehnten lösungen verschwinden. wie letztendlich gebaut wird - dafür sind in erster linie natürlich diejenigen verantwortlich, die das bezahlen müssen. ein fall, wo der denkmalschutz - zumal gegen den willen des eigentümers - darauf bestanden hätte, ein notdach zu erhalten, ist mir nicht bekannt.
      bei der vielzahl der projekte in deutschland wird es bezüglich von denkmalschutzauflagen sicher einige ausschläge in die eine oder andere richtung geben. bei diesem oder jenem projekt werden die auflagen dem einen oder anderen als ungenügend erscheinen, bei anderen projekten wiederum als zu veremessen und damit rettende investoren abschreckend.
      sicher, beides gibt es. aber dass dies (heftig diskutierte) extreme sind, zeigt doch andererseits, dass es eben ausnahmen sind. und dass - wie hier im forum - überhaupt über solche themen diskutiert wird, ist meines erachtens ein guter gradmesser dafür, dass architektonische und städtebauliche themen an bedeutung gewinnen. welche entscheidungen auch immer in den jeweiligen einzelfällen fallen - in ihrer gesamtheit werden sie dazu beitragen, unsere städte und deren geschichte besser für künftige genarationen zu bewahren und erlebbar zu machen.
    • "Oliver" schrieb:

      "rakete" schrieb:

      ...vor hundert jahren interessierte keinen barock, ....


      Genau und deshalb baute man auch viel Neobarock in dieser Zeit, was ?!


      Vor etwa 100 Jahren begann die Neubewertung des Barock. Zuvor wurde dieser Baustil von den tonangebenden protestantischen Eliten Deutschlands mit Begriffen wie dekadent, katholisch-rückständig, verwelscht, papistisch und schwülstig bedacht. Der Barock galt wie der Katholizismus zumindest unterschwellig als undeutsch. Mit der Aufwertung des Barock untrennbar verbunden ging auch eine Besserung der Sicht auf Süddeutschland einher, dem man bisher gern unterstellte, seit der Reformation zur Entwicklung der deutschen Kultur praktisch nichts mehr beigetragen zu haben.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Mir ist gerade noch ein weiteres aktuelles Beispiel eingefallen: Das Pellerhaus in Nürnberg. Während der Hof nun - nach einigen Widerständen - vollständig wiederhergestellt werden darf, wird eine Rekonstruktion der Renaissance-Fassade bislang abgelehnt, da der Nachkriegsbau nun angeblich selber schon ein Baudenkmal sei.

      Hier der Ist-Zustand (Der Sockel würde auch bei einer Rekonstruktion erhalten bleiben):
      de.wikipedia.org/wiki/Bild:Nue…rhaus-suedfassade-v-s.jpg

      Hier der Zustand vor 1945 (leider nur in Schwarz-Weiß, was die optische Wirkung für den Betrachter natürlich beeinträchtigt):
      stadtbild-deutschland.de/rubri…te/dateien/pellerhaus.jpg

      und dass - wie hier im forum - überhaupt über solche themen diskutiert wird, ist meines erachtens ein guter gradmesser dafür, dass architektonische und städtebauliche themen an bedeutung gewinnen. welche entscheidungen auch immer in den jeweiligen einzelfällen fallen - in ihrer gesamtheit werden sie dazu beitragen, unsere städte und deren geschichte besser für künftige genarationen zu bewahren und erlebbar zu machen.


      Dieser Aussage stimme ich uneingeschränkt zu. Zumindest hoffe ich, daß dieser Diskussionsprozeß zu den beschriebenen Folgen führt.

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    • yo.
      das pellerhaus ist ein sehr gutes beispiel.
      wäre das haus einfach nur heruntergekommen, würde man die fassade natürlich wieder in den ursprungszustand zurück versetzen.
      aber diese nachkriegsfassade hat nun wirklich auch klasse. man braucht sie ja nur mal auf dem wikipedia-foto mit den gebäuden links davon zu vergleichen.
      es ist halt so, dass viele der wenigen gelungenen nachkriegslösungen verständlicherweise dort zu finden sind, wo schon vor dem krieg bedeutsame bauten standen. wenigstens genau da hatte man architektonische ansprüche gehabt. leider nur dort.

      mit anderen worten: gäbe es die alte fassade noch, würde sie heute niemand mehr verändern. stünde die neue fassade irgendwo anders, käme niemand auf die idee, sie abzubrechen. erst diese verdichtung gelungener architekturgeschichte auf ein und dem selben punkt birgt den konflikt, der angesichts des überlieferten und bestehenden wohl so oder so nicht befriedigend gelöst werden kann.

      mein eindruck: für das nürnberger stadtbild wäre es wichtiger, erst mal den belanglosen quatsch links neben dem pellerhaus zu tilgen.
    • Ich glaube aber, dass es in Wirklichkeit nur anders herum geht. Ein rekonstruierter Solitaere von herausragender Qualitaet in einer staedtebaulichen Oednis bewirkt auf Dauer, dass es leuten einleuchtet, man sei an einer ehemals bedeutenden Stelle, und es koennte seine Vorteile haben, auch geschaeftlich, diese Stelle wieder ansprechender zu gestalten (am liebsten natuerlich historisch/historisierend :zwinkern: ) Beispiele: Dresdner Neumarkt, Hildesheimer Marktplatz/Andreasplatz, Koelner Domplatte, usw.
      Im Falle des Pellerhauses ist die Kunstgeschichtliche Bedeutung so gross (mindestens wie die der Frauenkirche in Dresden), dass das heutige Provisorium auf dauer nicht haltbar ist, und dass es in Deutschland eine nationale Aufgabe sein sollte, das Haus zu rekonstruieren.
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • noch vor ein paar jahrzehnten hat man bestehendes leichtfertig geopfert, damit es künftigen bebauungen oder auch nur deren wirkung nicht im wege stehen möge. damals hatte man eher "das grosse und ganze" im sinn und wenn etwas nicht ins konzept passte - dann weg damit.
      heute steht ein baudenkmal für sich selbst. es muss seine bedeutung aus sich selbst heraus erklären können. wenn es das vermag ist es egal, was ringsrum gebaut werden soll(te), was an dessen stelle geplant wird oder früher dort stand.
      das ist schon ein paradigmenwechsel. vielleicht wird er ein paar rekos verhindern, aber andererseits verhindert er auch massenhaft abrisse von baudenkmälern.
    • "rakete" schrieb:

      aber andererseits verhindert er auch massenhaft abrisse von baudenkmälern.


      Wobei es eben stets dem herrschenden Geschmack und den Machtverhältnissen geschuldet ist, was überhaupt als Baudenkmal anerkannt wird. (Und so kommen wir eben irgendwann auch wieder bei den Nachkriegsgebäuden heraus, die als Baudenkmal gegen Rekonstruktionen des Status Quo ante in Stellung gebracht werden.)
    • Wobei es eben stets dem herrschenden Geschmack und den Machtverhältnissen geschuldet ist, was überhaupt als Baudenkmal anerkannt wird.


      Das ist halt genau der Punkt: die Dogmatik des Denkmalschutzes lebt von der positivistischen Illusion, sich des Werturteils über Bauwerke und Epochen enthalten zu können ("Jede Epoche ist gleichnah zu Gott", wie der Doyen des geschichtswissenschaftlichen Positivismus in Deutschland, Droysen, sagte). Das ist aber eben eine Illusion, die nur dazu führt, daß die Werturteile unter dem Mäntelchen vorgetäuschter Neutralität versteckt und so der Diskussion entzogen werden.
    • Der Entschluß, ein Bauwerk unter Denkmalschutz zu stellen, ist ein Werturteil, jedoch nur das jeweilige Gebäude betreffend. Die Maßstäbe, die der Entscheidung zugrundeliegen, sind allemal relativ, abhängig von zeitgenössischen Trends, vom Land (in Deutschland ist Denkmalschutz ja Ländersache) usw. Allerdings glaube ich schon, daß je weiter man in der Zeit zurückgeht, umso "eindeutiger" scheint die Denkmalwürdigkeit - schon aufgrund der geringen Zahl der überlieferten Denkmäler - das Mittelalter ist also quasi näher bei Gott als die 50er Jahre.

      Genau hier denke ich auch, liegt der Punkt, wo man bei Argumentationen zugunsten von Rekonstruktionen ansetzen kann: Am oben erwähnten Beispiel des Peller-Hauses in Nürnberg: Der Neubau mag ein gutes Beispiel für Wiederaufbauarchitektur sein (nb. halte ich die Fassade für absolut nicht gelungen: einfacher Fensterraster und ungelenker Bogenabschluss) - doch haben wir dafür genügend andere gleichwertige Beispiele - das alte Pellerhaus hatte eine einmalige Renaissance-Fassade, die wiederzugewinnen den Verlust des neuen Denkmals aufwiegt.
      ... und wenn jetzt nicht ganz allgemeine und durchgreifende Maßnahmen angewandt werden, so werden wir in kurzer Zeit unheimlich nackt und kahl wie eine Kolonie in einem früher nicht bewohnten Lande dastehen... (Schinkel 1815)
    • @roverandom:
      wenn ich dich richtig verstanden habe, dann meinst du im ersten abschnitt "ein bauwerk unter denkmalschutz zu stellen, ist ein werturteil, jedoch nur das jeweilige gebäude betreffend".
      und im zweiten abschnitt dann, man könne auf ein spezielles gebäude auch verzichten, wenn es "genügend andere gleichwertige beispiele" gibt.

      für mich passt das nicht recht zusammen.
      (wieviele gründerzeitler wären für leipzig genügend?)

      aber vielleicht ist es genau dieser zwiespalt, der denkmalschützer und stadtplaner immer wieder zu (so oder so) kontrovers aufgenommenen entscheidungen zwingt. und damit immer wieder zu einer auseinandersetzung mit dem architektonischen erbe, die weltweit ihres gleichen suchen dürfte. müssen wirklich erst "genügend andere gleichwertige beispiele" verschwinden, um etwas vor dem abriss zu schützen?
      ich glaube, dann würden wir (bzw. andere) in hundert jahren genau wieder verluste beklagen, wie dies heute getan wird.

      zum pellerhaus: renaissance-fassaden sind seltene kostbarkeiten. wo sie stehen, werden sie (hoffentlich) bewahrt. doch so, wie es heute steht, ist es nur in deutschland (eigentlich nur in westdeutschland) überhaupt denkbar. gerade das macht es - auch im vergleich zu renaissance- oder nachkriegsbauten - einzigartig.

      oder um an den ausgangspunkt zurück zu kehren: dafür gibt es gewiss nicht genügend andere gleichwertige beispiele.
    • ich glaube, dann würden wir (bzw. andere) in hundert jahren genau wieder verluste beklagen, wie dies heute getan wird.

      zum pellerhaus: renaissance-fassaden sind seltene kostbarkeiten. wo sie stehen, werden sie (hoffentlich) bewahrt. doch so, wie es heute steht, ist es nur in deutschland (eigentlich nur in westdeutschland) überhaupt denkbar. gerade das macht es - auch im vergleich zu renaissance- oder nachkriegsbauten - einzigartig.

      oder um an den ausgangspunkt zurück zu kehren: dafür gibt es gewiss nicht genügend andere gleichwertige beispiele.


      Dann muesste aber wieder ganz schoen Krieg gemacht werden-und soviel zu zerstoeren gaebe es dennoch nicht.

      Das Pellerhaus ist in Westdeutschland mitnichten einzigartig. Alleine schon in Nuernberg ist das Welserhaus (heute Teil des Rathauses) auf genau die Gleiche Weise entstellt: die Fassade nur im UG erhalten, der Hof teilweise. Und in ganz Westdeutschland wird es sicherlich noch Dutzende solche Beispiele geben.
      VBI DOLOR IBI VIGILES
    • Nun, tatsächlich wird der Denkmalschutzstatus von irgendwelchem 50er Jahre-Mist häufig damit begründet, dass die Gebäude ja hervorragende Beispiele für ihre Epoche abgeben.

      Das Problem dabei ist, dass jedes Haus als Beispiel für irgendwas dienen kann. Dies ist dann im Grunde eben kein Werturteil, obwohl "versteckt" natürlich schon gewertet wurde. Daher sagt Philon auch zu Recht:

      die Dogmatik des Denkmalschutzes lebt von der positivistischen Illusion, sich des Werturteils über Bauwerke und Epochen enthalten zu könnendie Dogmatik des Denkmalschutzes lebt von der positivistischen Illusion, sich des Werturteils über Bauwerke und Epochen enthalten zu können.


      Im Prinzip hat man sich in anderen Wissensgebieten von derartigen positivistischen Positionen längst entfernt...
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de