Denkmalschutz in der Kritik

  • Ich meinte, dass es nicht nur einen zeitlichen Schnitt für die Bewahrung geben sollte, sondern dass sich diese Zeitspanne dynamisch anpassen müsste, indem sie nicht automatisch verschoben, sondern gleitend vergrößert wird. In der Oldtimerbranche würde das einen Verzicht auf die starren 30 Jahre und eine Anpassung auf z.Zt. 40 bis 50 Jahre bedeuten. Ähnliches wäre in der Architektur denkbar. Gründerzeitbauten wären alt genug.

  • Ich meinte, dass es nicht nur einen zeitlichen Schnitt für die Bewahrung geben sollte, sondern dass sich diese Zeitspanne dynamisch anpassen müsste, indem sie nicht automatisch verschoben, sondern gleitend vergrößert wird.

    Aber das passiert doch in der Denkmalpflege seit Jahrhunderten! Es ist ein Wesensmerkmal. Schon bei Schinkel gab es diese chronolgische Selektion. Ich empfehle dir nochmal meinen oben verlinkten Artikel, indem ich auch dieses Phänomen skizziere.

  • In diesem Forum wird immer wieder empört darauf hingewiesen, welche "häßlichen" 70er-Jahre-Bauten unter Denkmalschutz gestellt werden (meist in dem Kontext, dass dadurch Rekonstruktionen an dieser Stelle unmöglich werden). Genau das ist aber die Folge des dynamischen Kriteriums: in den 70er Jahren hat natürlich kein Mensch daran gedacht, brandneue Gebäude unter Schutz zu stellen. Und in 30 Jahren wird man Gebäude mit Baujahr 2015 unter Schutz stellen.

    Zum reinen Alter tritt aber meist noch das Kriterium der Außergewöhnlichkeit hinzu. Und da ist es nun mal so, dass nicht jeder Bau von 1890 allein wegen seines Alters schutzwürdig ist.

  • In diesem Forum wird immer wieder empört darauf hingewiesen, welche "häßlichen" 70er-Jahre-Bauten unter Denkmalschutz gestellt werden (meist in dem Kontext, dass dadurch Rekonstruktionen an dieser Stelle unmöglich werden). Genau das ist aber die Folge des dynamischen Kriteriums: in den 70er Jahren hat natürlich kein Mensch daran gedacht, brandneue Gebäude unter Schutz zu stellen. Und in 30 Jahren wird man Gebäude mit Baujahr 2015 unter Schutz stellen.

    Zum reinen Alter tritt aber meist noch das Kriterium der Außergewöhnlichkeit hinzu. Und da ist es nun mal so, dass nicht jeder Bau von 1890 allein wegen seines Alters schutzwürdig ist.

    Alter ist hier nur 1 Kriterium. Hinzu kommt z.B dass weltpolitische Persönlichkeiten oder Handlungen mit dem Bauwerk verbunden waren. (Trotzdem wurde in Wolfen das Rathenauhaus abgerissen). Bei Gebäuden müssen natürlich die Fristen anders gesetzt werden, als bei Fahrzeugen. Gebäude unserer Zeit dürften überhaupt nur Schutz beanspruchen, wenn sie über eine Massenproduktion weit hinaus ragen.

  • Villingen-Schwenningen


    Problembars: Auf Denkmalschutz gepfiffen?

    Quelle: https://www.schwarzwaelder-bot…84-83b5-d2e60014e530.html



  • Da kann ich nur sagen: Abreißen!

    Schade um das viele öffentliche Geld, das in diesen Irrsinn seitens der staatlichen Denkmalpflege verplempert wird:


    https://www.badische-zeitung.d…schuetzen--199891955.html

    Ja, solche Scheußlichkeiten braucht es nun wirklich nicht!


    Ich kann nicht verstehen warum Links -Grüne solche Scheußlichkeiten zu erhalten versuchen?


    Das sind absolute Billigbauten aus den 70iger Jahren die absolut keinen Anspruch auf Denkmalschutz haben sollten.

  • Hallo zeitlos,


    eigentlich wäre diese Narretei des Denkmalschutzes etwas für die Fastnacht, verkehrte Welt halt. Man könnte lachen, wenn es nicht ernst gemeint wäre, aber leider Gottes ist es todernst. Maß und Ziel, Harmonie und Schönheitsinn sind wohl völlig abhanden gekommen.

  • Indem man diesen Wildwuchs und diese Krebsgeschwüre schützt und pflegt, andererseits aber das kulturelle Bauerbe unserer Vorfahren oft genug zum Abriss zulässt, werden die Leistungen der Altvorderen mit Füßen getreten. Armes Deutschland.

  • Die bessere Lösung wären auf Dauer vielleicht schönere Einhausungen. Die bei uns in Sansscouci sind aus Holz und weiß gestrichen.

  • Die bessere Lösung wären auf Dauer vielleicht schönere Einhausungen. Die bei uns in Sansscouci sind aus Holz und weiß gestrichen.

    Wie die wohl genehmigt worden sind? ^^ In dem Beitrag war ja die Kritik von der Denkmalbehörde, dass die Kästen so zu auffällig werden würden. Aber vielleicht ist die Idee recht geschickt, weil im weißen Schnee die Kästen nicht so auffallen.

  • Wir haben hier bisher im Forum hauptsächlich eine Kritik des Denkmalschutzes in Form eines nicht funktionalen Schutzschirms. Dabei steht der Denkmalschutz von anderer Seite ebenso im Feuer von Kritik, was wichtig ist sich zu vergegenwärtigen. In Bayern findet im Moment ein solcher Angriff in meinen Augen gerade statt. Es wurde eine Petition beim Landtag eingereicht, deren Ziel es ist, dass der Denkmalstatus nicht mehr als solcher einfach im Internet zu einem Haus auffindbar ist. Zudem wird gefordert die Entscheidungsgremien der Denkmalbehörden stärker durch Eigentümervertreter bzw. modernen Bauspezialisten zu besetzen. Der Artikel ist aber auch für alle interessant, die sich für die heutige Struktur der Behörden bzw. deren Postenbesetzung interessieren, diese wird aufgeschlüsselt:


    https://www.augsburger-allgeme…nkmaelern-id59232531.html

  • In einem älteren Beitrag in der FR gibt es ein Interview mit dem damaligen Vize-Amtsleiter des Frankfurter Denkmalamtes. Dabei äußerte er sich auch zum 2006 abgerissenen Rundschauhaus (Bj. 1953). Es wurde abgerissen, weil der damalige Leiter argumentierte, das Gebäude sei nicht denkmalwert, weil es in den 80er Jahren durch neue große Fenster zerstört worden sei.

    Dazu der interviewte Vize-Amtsleiter "Das hätte man doch revidieren können! Aber bei den ersten Begehungen seinerzeit waren die Objekte nur von außen beurteilt worden, mehr konnte man mit dem Personal nicht schaffen. Es muss einen Anlass geben, um ein solches Urteil zu überprüfen. Etwa Baupläne..."

    Verstehe ich es richtig: Wenn man die 80iger Jahre Fenster durch zeitgenössische 50iger-Jahre-Fenster ersetzt hätte, dann hätte man den Bau quasi in den "Ur-Zustand" versetzt und dann wäre es wohlmöglich, aus Denkmalamtssicht, nicht abgerissen worden?

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Daraus ein Zitat:

    Quote

    Otto von Bismarcks (1815–1898) Rolle in der deutschen Kolonialpolitik sei unbestritten, meinte der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion, Norbert Hackbusch. Der Reichskanzler stehe aber auch für die antidemokratische, militaristische und repressive Ausrichtung des Deutschen Kaiserreichs.


    Ist es Ironie der Geschichte oder Dummdreistigkeit? :lachentuerkis: Wessen Partei-Tradition steht denn in unseren Parlamenten an erste Stelle für antidemokratische Positionen, Militarismus und Repression? ....

    War da nicht mal eine Partei, die SED hieß? Und die sich dann irgendwann in "Die Linke" umbenannte?... :zwinkern:


    Es gibt doch noch immer eine Menge Straßennamen und Denkmäler, die auf diese Tradition unkritisch hinweisen. Ich wäre auf eine Kontextualisierung gespannt.

  • Die Deutsche Kolonialpolitik:

    Gibt es nicht einen wichtigen Unterschied zwischen Kolonien und Schutzgebieten ?