Kaufhaus Görlitz

  • Der An/Erweiterungsbau erinnert an die moderne Ostseite des Humboldtforums in Berlin.
    Jedenfalls mit dem Citycenter hinter dem Kaufhaus und Postplatz ist die Innenstadt damit etwas architektonisch abgewertet worden.So unsensiebel kann man nicht mit einer völlig intakten Altstadt umgehen.(Negativbeispiel Kaufhaus in Celle.)

  • "Investor bittet um Geduld" Schon wieder?


    "Der Umbau des Jugendstilkaufhauses in Görlitz verzögert sich weiter. Wie MDR AKTUELL vom Besitzer des Hauses erfuhr, fehlt noch die Zustimmung der Stadt für die letzten geänderten Baupläne. Görlitz' Oberbürgermeister Ursu sagte, er hoffe auf einen schnellen Baubeginn."


    Irgendwo hatte ich geschrieben, dass wir inzwischen mit der Fertigstellung auf das Jahr 2020 hoffen könnten. Ha, ha. Nun heißt es beim MDR Aktuell am 30.12.2019: Fertigstellung in zwei bis drei Jahren (sagte der Investor). Der Umbau soll übrigens statt ehemals 20 Mio. Euro nun 50 Mio. Euro kosten.


    Aber lest selbst: MDR Aktuell

  • Einmal entgegen dem Uhrzeigersinn um das Kaufhaus herum.

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    Es fehlen ja doch einige Köpfe an den Fassadenfiguren; allein vier an der Arkadenseite. Seit wann ist das eigentlich so und hat warum wurden diese bei der Sanierung nicht wiederhergestellt?


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    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich vermute, eine Nutzung als Kaufhaus wird angesichts der Zunahme des Online-Handels, und das noch durch die Corona-Pandemie beschleunigt, in Zukunft schwierig. Vielleicht sollten alternative Nutzungskonzepte erörtert werden.

  • Ja Heimdall,alternative Nutzungskonzepte für ein Gebäude das als Kaufhaus entworfen und gebaut wurde sind schwierig.Wohnungen, Büros, Kulturhaus.....?Wäre keine gute Idee. Durch den zunehmenden Online-Handel wäre dieses Gebäude weiterhin als Kaufhaus zu nutzen sicherlich unökonomisch.Die Coronapandemie dürfte nicht ein Problem sein die vergeht irgendwann, aber der Online-Handel bleibt und wird sich noch verstärken.Aber über die Zukunft des Kaufhauses werden sich schon Wirtschaftsfachleute und Ökonomen ihre Gedanken machen.

  • Das Kaufhaus müsste sich in Qualität und Angebot schon deutlich von Karstadt-Kaufhof und den anderen Pleitegeiern abheben und deren Fehler nicht wiederholen, man müsste sich überregional und einzigartig präsentieren um Kunden aus Berlin, Dresden, Leipzig und Polen anzulocken. Richtig angepackt könnte man mit dem Kaufhaus ganz Görlitz beleben. Gibt oder gab es im Nachkriegspolen überhaupt etwas vergleichbares wie Karstadt? Vielleicht könnte man für die Polen das Konzept Kaufhaus noch mal ganz neu verkaufen und zwar in seiner besten Art. Nicht dass die genannten Orte über allzu große Kaufkraft verfügen, aber zusammen genommen kommt da schon ein bisschen Kundenpotential zusammen, wenn man es richtig macht.

  • Ich sehe leider keine großartige Zukunft für das Gebäude. Als Investor ist das ein Millionengrab.


    Ohne staatliche Unterstützung wird es sehr schwierig dem Gebäude wieder Leben einzuhauchen.


    Vorstellen kann ich mir eine Art Business Center für Hochtechnologie Start-ups mit entsprechender staatlicher Unterstützung.

    Das würde die Stadt/Region beleben und das ist bitter nötig.

  • "Kaoru", um...

    Kunden aus Berlin, Dresden, Leipzig und Polen anzulocken

    ..., die also teils über 200 Kilometer einfache Fahrt angereist kommen sollen, müsste das ein Hotspot sein, der eine für mich unvorstellbare Anziehungskraft ausübt. Was soll da aber verkauft werden ? Zumal Görlitz nicht in einer Region mit großer Kaufkraft liegt.

    So einzigartig kann die Ware gar nicht sein, dass man sie nicht bequemer über das Internet erwerben kann.

    So billig kann die Ware nicht sein, dass sich ein solcher Anfahrtsweg rentiert.

    So luxuriös kann die Ware nicht sein, dass es sich nicht mehr lohnen würde, ein solches Geschäft direkt in Berlin oder Leipzig aufzumachen.

    Womöglich wären Überlegungen in Richtung Kulturhaus oder Behördensitz sinnvoller.

  • ...und weiter geht's mit neuem Krach.


    Nun hat Herr Stöcker neben Kaufhaus und Citycenter auch ein Hotel in der Bismarckstraße und zwei denkmalgeschützte Villen am Postplatz (Postplatz 5 und Postplatz 6) gekauft, allerdings letztere nur, um diese abzureißen und das Parkhaus zu erweitern bzw. die An- und Belieferung des Einkaufskomplexes komfortabler zu gestalten. Das Denkmalamt ist richtigerweise gegen den Abriss, während man seitens der Stadt und des OB Ursu bereits "Entgegenkommen" signalisiert. Stöcker poltert jedenfalls schon mal, dass er das 50 Mio-Projekt fallen lässt, wenn er nicht abreißen darf. Unterdessen haben Studenten (wohlmöglich "linksgrün versifft" huh:)) mit Transparenten* gegen die Abrisse demonstriert und das Denkmalamt hat einen Kompromis unter Erhalt der Villen vorgeschlagen.


    * https://image.saechsische.de/9…9n7aq1we5imad2c6h129v.jpg



    Hier ein Blick auf die beiden von der Straße zurückgesetzten Villen zwischen dem Haus an der Schützenstraße und dem jetzigen Parkhaus am Citycenter



    Seid mit nicht böse, aber dieser Mann ist mir nur noch unsympathisch.



    https://www.saechsische.de/goe…-villen-5306392-plus.html


    https://www.saechsische.de/goe…nvestor-5307327-plus.html


    https://www.saechsische.de/goe…40-html-5310140-plus.html

  • Nun, ich hätte gegen eine Erweiterung des Parkhauses und den Abriss der beiden Villen (so Schade es auch ist) nichts. Aber nur unter zwei Auflagen:


    Erstens - das Parkhaus muss dezent dem Bestand in der Umgebung angepasst werden. Selbst wenn die Villen stehen bleiben, bliebe diese "dunkle Ecke" des Postplatzes bestehen, eben wegen dem schon bestehenden Teil des Parkhauses (und des C&A-Kastens).


    Zweitens - das Furunkel am Hinterteil des Kaufhauses muss ebenfalls angepasst werden. Und zwar am Kaufhaus und nicht am 0815-Citycenter. Ich verstehe nicht wie man es zulassen kann, dass so ein banaler Stahl-Platten-Glas-Kasten wieder drangesetzt wird. Bei dem Projekt ging es doch um die Rettung des Kaufhauses, welches sich in erster Linie durch seine Architektur auszeichnet. Und der hintere Teil des Kaufhauses ist ja nun nicht gerade aufwändig gestaltet und mit Naturstein verkleidet.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Bei Bing Maps kann man die Situation ganz gut sehen:


    Görlitz

    Quelle: Bing Karten / www.bing.com/maps


    Die Häuser stehen ja wirklich ziemlich abseits. Wenn man es will, kann man zumindest die Fassaden sanieren und in eine Erweiterung des Parkhauses integrieren. Ich nehme mal an, das hinter den Häusern liegende Grundstück gehört dazu.

  • Neußer,ja die Häuser stehen etwas abseits.Aber wenn man etwas weiter vor dem Alten Postgebäude steht, bilden diese Villen einen harmonischen Hintergrund aus dieser Perspektive des Postplatzes.Es wäre schade wenn diese Gebäude beseitigt würden.Es müsste mit etwas Geschick des Architekten doch irgendwie möglich sein wie Sie schon schreiben ,zumindest die Fassaden zu integrieren.Abreißen ist natürlich immer am schnellsten und einfachsten für den Bauherren.Görlitz schöne Mitte hat es mit diesem riesigen modernen EKZ Komplex architektonisch,städtebaulich schon schwer.Und jetzt noch eine weitere moderne Erweiterung :sad:?!

  • So jetzt bekommen wir auch präsentiert, was nach dem geplanten Abriss der Villen an deren Stelle bzw an die Front zum Postplatz gerückt werden soll. Na Prost Mahlzeit. Ich fühlte mich just an den Bau der BND-Zentrale in Berlin erinnert. Mit einem Wort - gruselig. Letzten Freitag haben zudem 150 Leute vor dem Citycenter gegen den Abriss demonstriert.


    Quelle: https://www.saechsische.de/goe…sitzers-5317545-plus.html


    Hier im Bild: https://image.saechsische.de/9…wxwuqiowe8cxr1lcl7td1.jpg


    https://www.saechsische.de/goe…-sachen-5313589-plus.html

  • Katastrophale "Architektur". Wenn nun Architektur Baukunst bedeutet, dann muss man sich für solche Art von Bauten wohl ein anderes Wort suchen. Unkunst?

  • Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand in Görlitz (Outback) in ein Kaufhaus (Onlinehandel) investiert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheiten und zu erwartendem wirtschaftlichen Rückgang schon gar nicht.


    Da kann man gleich einen V12 Diesel Motor ohne Turbo für PKW´s entwickeln.

  • Steht es denn mittlerweile fest, daß der Investor die zwei Villen abreißen darf? Oder wie ist da der aktuelle Stand?


    Herr Stöcker hat ja schon angekündigt abzuspringen, wenn er nicht abreißen darf. Gibt es für diesen Fall einen Plan B? Einen anderen Interessenten für das Kaufhaus? Oder würde das Kaufhaus dann weiter verfallen?

  • Niemand ist dazu gezwungen, ein Kaufhaus zu besitzen, sich mit dessen Architektur zu rühmen und gleichzeitig skrupellos Baukunst des 19. Jahrhunderts zu beseitigen. Niemand lebt ewig. Ein Mann in seinem Alter sollte mal nachdenken, was er anrichtet, bevor es zu spät ist.

  • Es wird ernst. Der Antrag Stöckers zum Abriss der Villen ist eingereicht.


    Da sich OB, Stadtratsmehrheit und Untere Denkmalschutzehörde bereits für den Abriss ausgesprochen haben, liegt es jetzt an der Landesdenkmalbehörde in Dresden und Herrn Furkert. Es sieht leider nicht gut aus. Mit dem schrecklichen Neubau, den Stöcker auf dem Abrissgrundstück vorhat, ist der Postplatz auf seiner Nordostseite definitv versaut. Das alte Parkhaus und das Citycenter waren bzw sind schon eine Bausünde, es braucht eigentlich keine neue mehr.


    Quelle: https://www.saechsische.de/goe…-villen-5381467-plus.html