Hagen

  • Danke für die Infos und Bilder!
    Das Schulgebäude an der Boelerstr. weckt bei mir Erinnerungen hervor, hab ich doch mal ein intensives Verhältnis zu diesem Gebäude unterhalten müssen. Schade wenn es verschwinden würde, obwohl es schon vor über zwanzig Jahren nicht gerade unproblematisch war. Ein interessantes Detail war der Keller, der als Luftschutzkeller fungierte und z.T. noch Türen/ Beschriftung erhalten waren. Leider ist der Verbindungsgang zu der benachbarten Schule zugemauert worden, woran ich nicht ganz unbeteiligt war... floet:)

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Unfassbar, wie schimm es vielerorts in Hagen aussieht, wie viel Geld in den nächsten Jahren investiert werden muss, nachdem man gefühlt 20-30 Jahre quasi nicht mehr investiert hat. Dem Industrieareal braucht man glaube ich nicht wirklich hinterhertrauern, viel erhalteneswertes und umbaufähiges sehe ich nicht (das Industriezeithalter ist halt vorbei), aber das schöne Schulgebäude mit den Original-Fenstern und die gezeigten Wohnhäuser sind unbedingt rettbar. Doch wird es mit kleinen Investitionen nicht mehr gehen, hier muss rund 100 Jahre nach der Erbauung erstmals eine Kernsanierung her. Leider gibt es in Westdeutschland derzeit keine Kultur des 'restaurierens' solcher Objekte, auch keine Investoren, die Beispielsweise die Schule oder den Bahnhof in Lofts umbauen würden.
    Gerne mehr Fotos aus Hagen.

  • Zeno:
    Soll ich wirklich für jedes Objekt einen eigenen Beitrag aufmachen? Das wären ganz schön viele, bei dem, was noch kommen soll. Ich möchte ja erstmal einen Überblick geben. Danach kann man ja noch immer vertieft zu einzelnen Objekten in separaten Beiträgen diskutieren. Sonst haben wir hier hinterher 50 Hagen-Beiträge ;-)


    Heimdall:
    Das Haus Weidestr. hat wohl einen Eigentümer in Dresden, der sich nicht viel darum kümmert. Zuletzt wurde es als türkischer Hochzeitssalon genutzt, was die Folge hatte, das öfter an Wochenenden die Ganze Gegend zugeparkt war. In den 1990er Jahren war hier noch ein Computergeschäft (Data2000) drin. Auf jeden Fall sieht die Planung vor, dass an der Stelle dieses Gebäudes ein renaturiertes Flussufer ist. Die anschließende Halle wird genau von der neuen Straße durchquert.


    Aedificium:
    Wirklich schade, wenn dieses Schulgebäude verschwinden soll. Angeblich ist der Abriss und Neubau ca. 500.000 Euro billiger und man kann das neue Gebäude mehr an den Bedarf anpassen. Trotzdem geht es hier doch um ein Stück der Geschichte der Stadt und auch das optische Erscheinungsbild. Gerade eine Stadt wie Hagen, die ohnehin viele Probleme mit Abwanderung hat, muss doch mit weichen Standortfaktoren trumpfen. Da können doch nicht solche Kleinode durch Neubauten ausgetauscht werden, die überall stehen könnten. In Vorhalle sind ja auch schon die alte Feuerwache und die Revelschule verschwunden. Grundsätzlich gefallen mir auch die neuen Wachen. Das darf aber nicht auf Kosten von Altbausubstanz gehen.


    Kapitell:
    Ja das sieht teilweise wirklich Schlimm aus. Ich habe aber hier auch bewusst Ecken ausgewählt, die in der nächsten Zeit mehr oder weniger komplett verändert werden. Die Frage ist nur, ob zum Besseren. Klar muss da was passieren, nur hätte man meiner Meinung nach mehr Wert auf die Einbeziehung des Alten legen sollen. Beim Abriss von Altbausubstanz ist man in Hagen immer sehr schnell. Mit jedem Abriss verliert die Stadt aber auch einen Teil ihrer Geschichte. Das neue ist dann meistens für sich genommen auch in Ordnung, wenn man aber weiss, was dafür gehen musste, meist nicht mehr.

  • Soll ich wirklich für jedes Objekt einen eigenen Beitrag aufmachen?


    Warum denn nicht? Kostet nur ein paar Byte Speicherplatz und man sieht dann gleich, was zusammengehört. Und wenn Du wirklich über viele Objekte berichtest, dann gibt es halt entsprechend viele Beträge. 50 Beiträge sind doch nicht viel, wenn's entsprechend viel zu besprechen gibt.

  • Könnte es sein, dass ihr beiden aneinander vorbei redet?
    "Zeno" meint wohl unterteilte Beiträge innerhalb dieses Gesprächsstrangs. "Märker" denkt wohl, er müsste jetzt 50 separate Threads zu Hagen aufmachen. Ich hoffe, ich täusche mich, denn 50 Threads zu jedem (nicht unbedingt diskussionswürdigen) Haus in Hagen wären wirklich sehr anstrengend mit der nötigen Aufmerksamkeit zu verfolgen.

  • Zeno:


    Dann habe ich wirklich Beiträge mit Threads verwechselt.


    Eine kurze, positive Meldung aus Hagen: Das Haus der Ruhrkohle, ehemaliger Sitz der Kohlenhandelsgesellschaft Mark, ein denkmalgeschütztes expressionistisches Gebäude in der Nähe des Hagener Landgerichts, wird nach längerem Leerstand restauriert und zu einem Dienstleistungszentrum umgebaut.


    Hier der zugehörige Zeitungsartikel mit Bildergalerie: derwesten.de

  • In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Zumindest das Portal könnte man doch vor dem Abriss ausbauen und bei einem Neubau wiederverwenden.

  • Den seit Jahren verlassenen Gutshof Niederste Hülsberg kann man jetzt inklusive mittlerweile erheblichem Sanierungsaufwand erwerben.
    https://www.immobilienscout24.de/expose/89916852


    Dazu noch eine virtuelle Begehung des traurigen Hofes:

    External Content www.youtube.com
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    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Schon wieder schlechte Nachrichten aus Hagen:


    https://www.wp.de/staedte/hage…-streich-id211627141.html


    Der Link ist leider mit Bezahlschranke. Die Gemeinnützige Wohnstätten-Genossenschaft (GWG) plant im Gründerzeitquartier Wehringhausen den Abriss eines kompletten Altbau-Blocks mit grünem Innenhof (130 Wohnungen). Dieser Block wurde schon gezielt lergezogen. Auf dem Gelände sollen ein Discounter (vermutlich der Aldi weiter nördlich, für den bzw. dessen Parkplatz vor ein paar Jahren ein historisches Straßenbahndepot abgerissen wurde) sowie ein Kindergarten angesiedelt werden.


    Für mich ist diese Entwicklung ein absolutes Armutszeugnis. Das erinnert fast schon an Duisburg-Bruckhausen.


    Klar, die Stadt Hagen hat hohe Leerstandsquoten und auch sonst einige Probleme. Aber das hier ist keine Lösung sondern eine Katastrophe. Gerade die Altbauwohnungen sind doch eines der wenigen Potenziale, die die Stadt besitzt. Opfert man diese nun für schnelles Geld, schadet man der Stadt langfristig noch mehr.


    Zum Thema Einzelhandel: Das läuft in Hagen auch seit Jahren völlig verkehrt. Für Discounter wie Aldi werden historische Fabriken, Depots, Feuerwachen und sonstige Altbauten vernichtet. Auch eine der letzten Weiden (mit Schafen) in urbaner Lage wurde für einen Aldi planert. Ein paar Jahre später passt Aldi die Lage nicht mehr und ein neuer Standort muss her. Und die Stadt spielt das Ganze einfach mit. Unfassbar.


    Trotz sinkender Einwohnerzahl werden natürlich munter weiter Grünflächen, Äcker und Sportanlagen im gesamten Stadtgebiet für Einfamilienhäuser geopfert. In den dichten Gründerzeitquartieren wird dafür abgerissen. Eine vollkommen überholte und auch verfehlte Stadtentwicklungspolitik völlig konträr zur Stadt der kurzen Wege.

  • Dieser Block

    Kannst Du uns bitte sagen, zwischen welchen Straßen, noch besser, welche Häuser (also mit Hausnummern) das betrifft?


    Auch ein Link zu einer Online-Karte wäre hilfreich.

  • Trotz sinkender Einwohnerzahl werden natürlich munter weiter Grünflächen, Äcker und Sportanlagen im gesamten Stadtgebiet für Einfamilienhäuser geopfert. In den dichten Gründerzeitquartieren wird dafür abgerissen. Eine vollkommen überholte und auch verfehlte Stadtentwicklungspolitik völlig konträr zur Stadt der kurzen Wege.

    Ich habe gerade geschaut, dass in Hagen derzeit eine Koalition aus CDU, FDP und "Grünen" das sagen hat. Frage doch mal bei den "Grünen", was sie von der Versieglung von Grünflächen und Äckern so halten. Immerhin tragen sie es ja politisch mit.


    Dies dürfte der gefährdete Wohnblock sein:
    Mehrfamilienhaus-Block im Karree Minerva-/Ewald-/Gustav-/Lange Straße


    https://www.wp.de/staedte/hage…-streich-id211627141.html


    Absolut katastrophal und verfehlt. :daumenunten:

  • Das hier ist der Block:
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    Etwas vergrößert.
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    Das ist die Seite der Wohnungsbaugenossenschaft.
    http://www.gwg-hagen.de/home/



    Das ist der Geschäftsführer:
    https://www.xing.com/profile/Christoph_Rehrmann



    Hier noch ein Artikel aus der Zeit, in der er zu Wort kommt und auf die Wohnungsproblematik in Hagen aufmerksam macht.
    http://www.zeit.de/2014/40/schwarmstaedte-mieten/seite-3




    Hier ein paar Bilder eines kleinen Rundgangs von heute morgen:


    Blick von der Ewaldstr. südlich der Langestr. (im Bild kreuzend) auf den Block. Mein erster Gedanke: Warum reißt man nicht lieber die Gebäude direkt rechts ab?


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    Blick auf den Block von der Lange Str. aus:


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    Hinweistafel des Hagener Heimatbundes. Die GWG will also ihren Ursprung vernichten.
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    Lange Str. Ecke Gustavstr.
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    Blick die Gustavstraße hinunter.
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    Minervastr. Ecke Gustavstr.
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    Blick die Gustavstr. hinauf.
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    Eckhaus Minervastr. Ecke Ewaldstr.
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    Blick die Ewaldstr. hinauf.
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    Nochmal ein Blick entlang der Minervastr.
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    Gegenüber des grauen Blocks links auf dem letzten Bild befindet sich übrigens ein Rewe-Supermarkt mit Getränkemarkt und Tiefgarage. Der Aldi, der sich nun weiter nördlich im Stadtteil (hinter der Bahn) befindet. War bis vor ein paar Jahren ebenfalls in diesem Komplex. Nun ist der neue Standort nicht mehr gut genug (für den extra ein Depot geopfert wurde bzw. für dessen Parkplatzufahrt) und nun will soll er auf Kosten eines ganzen Blocks wieder mitten in den Stadtteil. Ein solch mieses Spiel kann man doch nicht mitspielen?

  • Nun gibt es auch einen WDR-Beitrag zu dem Thema:


    WDR-Lokalzeit vom 28.08.2017


    Demnach ist das Hauptargument der Wohnungsmarkt, der durch hohe Leerstände das Unternehmen zu solchen Maßnahmen zwingen würde. Was ich nun nicht verstehe: Hagen wurde im Krieg stark bombardiert. Die Innenstadt praktisch ausgelöscht was aber auch viel an Nachkriegsstadtplanung lag. Diese Gebäude, die nun abgerissen werden sollen, gehören noch zu den an sich schönen und sanierungswürdigen Vorkriegsbauten. Es gibt zig einfache Nachkriegsbauten aus den 50er und 60er Jahren, die schnell und einfach hochgezogen wurden und keinerlei architektonische Qualität bieten. Langweilige Lückenfüller sozusagen. Man trifft diese beispielsweise im Drerup-Viertel (der Berg östlich der Altenhagener Brücke) sowie am unteren Remberg und um die Arndtstraße. Auch im östlichen Wehringhausen (nahe zur Innenstadt), im Bahnhofsviertel und rund um den Markt steht viel von diesem "Zeug" und verschandelt die Stadt. Gleichzeitig hat man erkannt, dass die Gründerzeitbauten etwas besonderes sind und z.B. Wehringhausen ausmachen. Warum bereinigt man dann nicht den Markt, indem man zuerst mal die wenig attraktiven Nachkriegsbauten platt macht und durch etwas schöneres und wertigeres ersetzt? Da hätte die ganze Stadt etwas von. So zerstört man versteckte Juwelen und im Endergebnis hat man noch weniger Gründerzeit, ein paar Discounter mit beliebiger Architektur mehr und weiterhin viele Nachkriegsbauten. Diese Rechnung ist eine Milchmädchenrechnung. Auf kurz und lang schlecht für die Stadt. Es gibt zwar ein Gutachten aber es fehlt ein Gesamtkonzept.

  • Man trifft diese beispielsweise im Drerup-Viertel

    Na, gerade dort findet man diese langweiligen und billigen Nachkriegsdinger eher weniger! Die Nachkriegsware dort ist zwar in der Regel nicht so reich verziert aber von hoher baulicher und solider Qualität!
    Das Problem dieser Altbauten in Wehringhausen ist die Lage und die daran angrenzenden "Viertel". Etwas weiter oberhalb befinden sich berüchtigte Problemhäuser und Schrottimmobilien und die Nähe zum unteren, bunteren Teil Wehringhausens ist für eine begehrte Wohnlage nicht gerade förderlich. Die Bausubstanz gäbe aber sicherlich eine qualitätsvolle Revitalisierung deses Baublocks her. Glaube aber nicht dass der ganze Block verschwindet...obwohl...bei der geballten Hagener Kompentenz weiss man ja nie? huh:)

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Na, gerade dort findet man diese langweiligen und billigen Nachkriegsdinger eher weniger! Die Nachkriegsware dort ist zwar in der Regel nicht so reich verziert aber von hoher baulicher und solider Qualität!

    Wenn man aber die Vergleichsbilder aus der Vorkriegszeit kennt, sind es dennoch -zumindest aus meiner Sicht - langweilige, weil nicht mehr verzierte und einfach von der Fassade her wiederaufgebaute oder neugebaute Gebäude. Überdie bauliche Qualität vermag ich nicht zu urteilen. Auf alten Fotos war dieKaiserstraße eine regelrechte Prachtstraße. Auch die Altenhagener Straße bestandfast nur aus solchen Gebäuden. Heute lassen die Gebäude Märkischer Ring 19 undAltenhagener Str. 20 erahnen, wie früher mal das ganze Viertel ausgesehen habenmuss. Einige Gebäude wie das Eckhaus Altenhagener Str. 18 sowie das Eckhaus an derEinmündung "Zur Stiege" sind ja vereinfacht noch vorhanden. Der HäuserblockWeißenburger Str. / Altenhagener Str. und Treppenstr. hat zum Glück als historischeInsel überlebt.

    Das Problem dieser Altbauten in Wehringhausen ist die Lage und die daran angrenzenden "Viertel". Etwas weiter oberhalb befinden sich berüchtigte Problemhäuser und Schrottimmobilien und die Nähe zum unteren, bunteren Teil Wehringhausens ist für eine begehrte Wohnlage nicht gerade förderlich.

    Ich hoffe auch, dass man den Block retten kann. Die Problemhäuser wurden ja zumGlück zum Teil schon gesperrt und leergezogen. Diese sind ja im Besonderen einemeinzigen Eigentümer zu verdanken. Die Nähe zum unteren Wehringhausen stimmtnatürlich, trotzdem sieht der direkt benachbarte Block Gustavstr. / Minervastr./Franklinstr. /Langestr. schon deutlich anders aus. Außerdem bietet der Standortauch Vorteile: Supermarkt (Rewe) mit Bäcker fußläufig zu erreichen, S-Bahn-Stationund Buslinie vorhanden. Wenn man schon einen Block zu einem Supermarkt mit KiTa umbauen möchte, würde sichnach rein städtebaulichen Gesichtspunkten der Viertelblock gegenüber, also Langestr.105 bis 111 und Ewaldstr. 21 und 23 dazu eigenen. Das sind unschöne Nachkriegsbautenund der Hof ist nur ein schäbiger Garagenhof. Den Block könnte man abräumen, denBlock darunter sanieren und die Einwohner übersiedeln und dann auf dem leeren Arealeine Tiefgarage mit Einkaufscenter plus KiTa errichten. Aber leider gehört daswahrscheinlich wieder wem anders.

  • Irre! Welch ein Schmuckstück das war. Schade dass man es nicht wieder hergestellt hat. Den modernen Nachfolgebau Altenhagener Str. 27 kenne ich gut von Zahnarztbesuchen aus der Kindheit. Die Kronen-Apotheke etwas weiter nördlich strahlt noch etwas von diesem alten Glanz aus.