Wien – was vom alten Wien blieb (Galerie)

  • Nach sehr viel Peripherie und auch Gesamtbetrachtungen wollen wir zum Kern der Sache vorstoßen und werden also im Folgenden durch die Rudimente der guten alten Weanastadt streifen. Nur Objekte vor etwa 1850 werden unsere Aufmerksamkeit finden, wenngleich es leider ganz unmöglich sein dürfte, spätere, zumeist höchst entbehrliche 'Zugaben' ganz auszublenden, obschon Versuche in diese Richtung durchaus unserer Intention entsprechen.
    Die Reihung der Bilder erfolgt mitunter völlig ohne Zusammenhang, wie es sich gerade ergibt. Alle sind zur Einstellung von Bildbeiträgen herzlichst eingeladen und werden nur ersucht, sich an die Rahmenvorgaben zu halten. Gesamtansichten etwa von Kärntner Straße oder Graben, von Schlimmerem ganz zu schweigen, sollten hier nichts verloren haben.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Das war eine eher wahllose Zusammenstellung von altertümlichen Motiven aus dem gesamten Stadtgebiet, gut 1/3 davon stammt nicht aus der Inneren Stadt.
    Wien mag vom historischen Stadtkern relativ klein sein, zumindest im Vergleich zu Prag, Paris, sogar Berlin - von Rom ganz zu schweigen, dafür sind viele bedeutende Sehenswürdigkeiten und selbst kleine Altstadtzellen über das ganze Stadtgebiet verteilt. Einiges davon kriegt kaum je ein Tourist zu Gesicht. Er wird sich zwar Schönbrunn anschauen, aber am biedermeierlichen Hietzing vorübergehen. Auch nach Nussdorf kommt kaum wer. Und wer weiß schon, dass sich Wiens ältestes Haus im IV. Bezirk befindet, in der Heumühlgasse (dh abseits von ihr)...
    Im weiteren Strangverlauf werden wir uns um eine gewisse Systematik bemühen, wenngleich diese sicher nicht konsequent durchzuziehbar ist.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Auf dem Neuen Markt haben die bombs of America Lücken geschlagen, glücklicherweise nur in historistische Ensembles. Auf der Westseite findet sich eine hübsche Häuserzeile (im Vordergrund der Donnerbrunnen, dessen bedeutende Figuren sich mittlerweile im Unteren Belvedere befinden):

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    Durchblick zur Protestantischen Kirche Wiens in der Dorotheergasse:

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    Von einem anderen Rundgang stammen diese Bildlein - wie gesagt, Systematik ist hier unsere Sache nicht:

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    Hier war auch der gotische Wohnturm des berühmten sog. Griechenbeisls zu sehen, der auf der Hinweistafel zwar beschrieben den meisten Touristen entgeht.

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    Ein höchst interessantes Renovierungsprojekt aus den 80ern. Die Fassade war davor völlig schlicht und nichtssagend, ich hielt das ganze für einen Industriebau des ausgehenden 19 Jh.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich habe ja, lieber "ursus c.", im Gegensatz zu Dir keinerlei Probleme mit dem (Wiener) Historismus, aber für diese schönen Bilder möchte ich herzlich danken. Ja, die Wiener Barockecken haben natürlich ihren Charme. Leider nur, daß man im Griechenbeisl den Tisch reservieren muß, sonst wäre ich auch dort schon gelandet und nicht bei nah gelegenen Italienern. Der Turm ist mir übrigens dennoch aufgefallen.

  • Sehr löblich, Ursus, diese Seite der Wienerstadt vorzustellen. Ich werde jedenfalls auch ein paar Bilder beisteuern, meiner Meinung nach gibt es noch geschlossenere Alt-Wien Ensembles als die von dir gezeigten. Der Franziskanerplatz ist sehr schön, in der Weihburggasse steht übrigens ein sehr interessanter Renaissancebau - Nr. 5 mit Doppelgiebel hinter der Balustrade, wobei mich wundert wo das Portal hinverschwunden ist! Die Himmelpfortgasse ist sowieso immer sehenswert, schön sind auch; Bäckerstraße, Sonnenfels-, Kurrent,- Anna, Nagler- oder Habsburgergasse und viele andere, da gibts noch einiges zu sehen.


    lg

    "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940

  • Kleist
    Na, Gottseidank ist das Bisserl nicht alles, was wir zu bieten haben.
    Beiträge von dir sind natürlich herzlich willkommen.
    Sollen wir uns übrigens auf die Innere Stadt beschränken, oder auch einige alte Teile etwa von Neubau oder Nussdorf zulassen?
    Beide Standpunkte haben ihr Für und Wider.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Naja, Nußdorf ist sicher interessant, als spätere Eingemeindung passts allerdings nicht wirklich hier rein. Neubau schon viel eher! Wobeis auch fraglich ist, ob so viele Fäden Sinn machen, bin da auch eher für die Bündelung!


    lg

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  • So, will schnell mal ein paar Fotos der Naglergasse beisteuern, diese Gasse verdient unsere Aufmerksamkeit. Bemerkenswert ist, dass die Westseite mit Bürgerhäusern aus Renaissance und Barock verbaut wurde, die oft einen älteren Kern haben. Jedenfalls sollte die Gasse abgebrochen und der Graben zur Freyung erweitert werden, der 1. WK kam jedoch dazwischen! Adelspalais gibt es hier keine, auch das ist für Wien bemerkenswert!


    Die Westseite: Keine Sorge, die Häuser werden im Detail beleuchtet! Die Naglergasse wurde erstmals 1200 vollständig verbaut, davor verlief hier die Stadtmauer. Sie trägt seit 1642 den heutigen Namen, die Pläne zum Abbruch der Gasse wurden 1901 formuliert und nur zur Hälfte (Ostseite) verwirklicht, wo jetzt secessionistische Bauten zu sehen sind. Auffällig ist die Enge der Gasse und die Höhe der Gebäude, die durchgehend 5-geschossig sind. Das ist typisch für Wien und konnte auch z.B. in der Annagasse beobachtet werden. Jedenfalls ist das keine Freude für die Photographen ;)! Rechts öffnet sie sich zum Platz am Hof, links zum Haarhof, in der Naglergasse ist jedenfalls eine Rekonstruktion aus den 80er Jahren vorhanden, später mehr davon!


    Ein paar Gesamteindrücke:










    Die ausführlichere Betrachtung beginnen wir mit Nr 19, das offensichtlich älteste Haus der Gasse. Ein Giebelhaus um 1550, um 1670 wohl aufgestockt, mit Volutengiebel, Gewölbe aus der Bauzeit im Hof, hatte leider keinen Zutritt. Der Erker ist auch aus der Bauzeit, das Relief stammt jedoch aus aus der ZEit um 1720, dargestellt ist die hl. Familie:



    Der Erker im Detail:



    Das Rundbogenportal, auch aus der Bauzeit:



    Korbbogenportal:



    Der Erker nochmals:




    Der geschweifte Volutengiebel:




    1. Geschoß:



    Ortsteinquaderung an der Fassade, auf beiden Seiten:



    Das Erdgeschoß samt Gewölbe aus der Bauzeit:



    lg

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  • @Ursus


    Eine schöne Galerieidee! Zu einem der Uraltwien-Häuser werde ich dir zu gegebenen Zeitpunkt Infos hier posten, wobei ich mir nicht sicher bin, ob Du das so genau wissen willst, da Du eventuell ob der Info enttäuscht sein könntest.


    Kleist


    Schön, dass Du weitere Bilder hier einstellst. Zur Naglergasse eine kleine Zusatzinfo: In der Naglergasse befindet sich die Rückseite des Palais Esterhazy. Es handelt sich zwar nicht um die prominente Schauseite, aber es ist quasi der A.... dessen. Du kannst von der Naglergasse durch das Palais bis in die Wallnerstraße hindurch schreiten, wenn Du das Haustor in der Naglergasse nimmst...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Hehe, im weiteren Sinne schon ;)! Jedenfalls viel näher beim Stephansdom.


    lg

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  • Es geht weiter.....


    Beim "Ausgang" der Naglergasse steht dieses nette barocke Eckhaus aus dem 18. Jahrhundert, beherbergt heute ein Wr. Traditionsgeschäft:



    Hier sieht man sehr gut den Knick, den die Gasse macht:



    Dieses Haus stammt aus dem 16. Jahrhundert, wurde allerdings 1790 neu fassadiert, sodass heute der ursprüngliche Bau vor allem an den Portalen und Fenstern abzulesen ist.



    Nr 25, klassisches klassizistisches Bürgerhaus von 1802:



    "Zum goldenen Pflug", Mitte 16. Jahrhundert, die Fassade frühbarock, interessanter Giebel.



    Barockes Bürgerhaus um 1670, Fassade weitgehend um 1700, interessantes Hauszeichen ("Maria Immaculata", von Früchten gerahmt), Grabendach.



    Eine GEsamtansicht, gut zu sehen, wie die Naglergasse in den breiteren Graben mündet. So kann man sich gut vorstellen, dass genau hier die Stadtmauer verlief!



    Nr 17, Um 1704, interessanter Giebel. Hier sieht man ganz gut, welch erstaunliche Höhe diese Häuser erreichen!



    Sehr schmale Parzellen, typisch eben für die Stadt in manchen Bereichen.



    "Zum Einsiedler", weitgehend von 1550, die Fassade erhielt im 17. Jahrhundert barocke Zutaten. Volutengerahmter, gerade abgeschlossener Giebel.



    Wieder ein Haus um 1550, "Zur hl. Dreifaltigkeit", die Fassade weitgehend frübarock (also um 1660 - In Wien dauerte die Renaissance lang, locker bis zum Ende des 30jährigen - vermutlich gerade deshalb), Kruppelwalmdach, 4 geschossiger Erker, Hauszeichen Krönung Mariä und Dreifaltigkeitsdarstellung, spätere Zutat, die Portale josephinisch.



    Wieder eine Gesamtansicht, zur besseren Vorstellung.



    Die Darstellung im Detail:



    Hier die versprochene Rekonstruktion von 1988: Giebelhaus des 17. Jhdts, 1945 zerstört, erst 40 Jahre später rekonstruiert, im Erdgeschoß Reste der Originalsubstanz.



    Hier sieht man, wie wichtig die Reko fürs Ensemble ist; stellt euch hier einen modernen Bau vor!!!



    Nr 7, mit Giebel, Fassade im Plattenstil, sehr ähnlich der Rekonstruktion, den Erker hat man vom Vorgängerbau übernommen, das Haus stammt von circa 1680, die Fassade ist josephinisch.



    Erker samt Giebel:



    Einige Giebel nochmals im Detail: v. l. Nr 15/17/19



    Abschließend Nr 3, von 1845.



    Sehr interessant ist sie, die Naglergasse, leider kann ich euch momentan keine Innen- und Hofaufnahmen liefern. Jedenfalls ist die Ansammlung von bürgerlichen Giebelhäusern für Wien bemerkenswert, die Reko ist löblich, leider hat sie in Wien keine Rekobegeisterung ausgelöst.


    lg

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  • Schöne Bilder von dieser Pragerischsten Ecke Wiens, Kleist! Bin gespannt, auf wieviel Seiten wir es mit dieser Galerie insgesamt schaffen werden. Zum Glück ist "Alt-Wien", trotz aller immensen Verluste, immer noch ein für menschliche Kräfte unerschöpfliches Feld.
    Die Reko ist natürlich sehr gelungen. Damals war noch eine andere, vernünftigere Zeit, heute regiert auch bei uns, siehe Albertina, auch hier war früher die Attika- und Fassadenstuckrekonstruktion im Gespräch, der nackte Wahnsinn. Naja, als unverbesserliche und vor allem komplexbeladene Provinzler können wir diesbezüglich nicht hinter dem großen Bruder zurückstehen!
    So gesehen war es vielleicht ganz gut, dass sich alles eher im Verborgenen abgespielt hat. Womöglich hätte das Bundesdenkmalamt die Reko noch verhindert.
    Exilwiener
    Welches Haus meinst du? doch nicht das von mir Gezeigte in der Griechengasse?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • @ursus:


    Hmmm, die Assoziation mit Prag kann ich nicht ganz nachvollziehen, diese hohen Barockhäuser mit älteren Kernen ist für mich etwas durch die Enge der ehemaligen Stadtmauer bedingtes, so etwas kann man in Prag nicht beobachten - dort gab es einfach mehr Platz. Aber du hast schon Recht, bez. Alter kommt es Prag nahe.


    Bez Albertina: hier irrst du meiner Meinung nach ein wenig. Natürlich ist die Albertina heute verschandelt, aber der Stuck an der Fassade und die Attika wurde trotzdem rekonstruiert, auch die Balkone und die Wappen. Vergleich Aufnahmen von 1990 mit denen von 2003 - es wird dir auffallen.


    Exilwiener:


    Welches Gebäude ist die Rückseite des Palais Esterhazy? Bist du dir da sicher, geht sich das überhaupt aus Naglergasse - Wallnergasse?



    lg

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  • Kleist
    Nun, auf der Kleinseite gibt es zeilenweise solch schmale, giebelbekrönte Hausfassaden, etwa in der Brückengasse.
    ich vermag nirgends ein Bild der Albertina vor 1990 zu finden, in der Tat!
    Aber die Albertina sah doch vor dem Krieg viel prächtiger aus, mit Statuen auf der Attika.
    Noch mehr als dieser blöde "Wing" stören mich die "Pullaugen" im Erdgeschoss. Was war da früher?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Geniale Galerie von einer wunderbaren Stadt,
    Eine Großstadt mit solcher Bausubstanz dürfte im vielzitierten "deutschsprachigen Raum" seit den Kriegszerstörungen einmalig sein.

  • @Ursus


    Du ahnst es! Leider. Ich sag nur BAWAG...


    Kleist


    Es ist das Eckhaus Naglergasse/Haarhof. Es handelt sich hierbei um den hintersten Trakt des Palais. Im Keller ist auch der Esterhazykeller situiert. Der Naglergassentrakt beherbergt den dritten und letzen Hof des Palais.


    ad Prag: Die Naglergasse könnte ich mir in der Prager Altstädter Ring Seite durchaus vorstellen. Auf der Kleinseite, wenn dann nur im Bereich des Anfangs der Sporer. In der Neustadt aber wieder nicht. Auf der Altstädter Seite gibt es zahlreiche noch engere Gassen, wenn auch die Bebauung meiner Meinung nicht überall so hoch ist.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ja, die Statuen haben sie nicht rekonstruiert, war nach deren Aussagen "unmöglich", da hat wohl viel eher der Wille gefehlt. Die Balustrade allerdings ist eine Reko. Anstatt der Pullaugen waren früher 2 Geschosse und ein Portal.


    Albertina vor 45:



    Quelle: http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.data.image.a/a232193a.jpg\r
    aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyc ... 32193a.jpg


    Albertina vor 1945 - 03:



    Quelle: http://www.airportservice-vienna.at/pics/albertina.jpg\r
    http://www.airportservice-vienna.at/pics/albertina.jpg


    Heute:



    Quelle: http://vienna-photo.esem.sk/photo/albertina.jpg\r
    vienna-photo.esem.sk/photo/albertina.jpg



    Quelle: http://images.google.at/imgres?imgurl=http://bda.at/image/237484452.jpg&imgrefurl=http://www.bda.at/text/136/1091/4382/2/galerie/&usg=__1wAbtPt4Q5H9I5seSU6Qf58-Fmo=&h=1705&w=2421&sz=306&hl=de&start=25&um=1&tbnid=80RoHKAdQB56WM:&tbnh=106&tbnw=150&prev=/images%3Fq%3Dalbertina%26ndsp%3D18%26hl%3Dde%26sa%3DN%26start%3D18%26um%3D1\r
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    Quelle: http://www.wien-vienna.cdfoto.net/albertina2004top.jpg\r
    http://www.wien-vienna.cdfoto.net/albertina2004top.jpg


    Schlechte Bilder, tut mir leid! Man erkennt jedenfalls ganz gut die Rekonstruktionarbeiten an der Fassade (auch die Balkone wurden in den Origingalzustand versetzt). JEdenfalls wiegt das die Verschandelung nicht auf!


    lg

    "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940

  • Quote from "Philon"


    Eine Großstadt mit solcher Bausubstanz dürfte im vielzitierten "deutschsprachigen Raum" seit den Kriegszerstörungen einmalig sein.


    War sie nicht schon vordem in diesem Raum (zu dem ja Prag nicht mehr gehörte)einmalig? Weniger was mittelalterliche Bürgerbauten betrifft, da liegt heute wohl noch Goslar voran, aber mit allen Kirchen (ein Interieur schöner als das andere!), Palais, öffentlichen Bauten...
    Meiner Meinung nach hat der zersplitterte deutschsprachige Raum keine Wien (und Prag) ebenbürtige Großstadt zu schaffen vermocht.
    Interessant, dass diese beiden Zentren ziemlich am Rande lagen.


    Kleist
    Danke für die Bilder. So schlecht sind die gar nicht.
    Ja, diese Pullaugen sind die größte Frechheit, die zerstören das gesamte Fassadengefüge. Den blöden Wing wird man irgendwann wegreißen, da wird sich auch allerhöchstens das BDA aufregen, aber danach kräht ja kein Hahn.
    Ungeheuerlich, dass es diese Pullaugen zugelassen hat.

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