Berliner Dom

  • Surreal zwischen ausgebombten Ruinen Karussell und Zirkuszelte zu sehen. Etwas Abwechslung und Heiterkeit tat den Menschen nach dem schrecklichen Krieg aber sicher gut.

  • Das ist ein wunderschönes Photo; allerdings nicht frühes 19. Jh., denn die Kostenvoranschläge für die Figuren auf den Portalen IV und V sowie rechts und links auf der Eosanderschulter stammen vom 5.1.1865; danach wurden sie ausgeführt.

  • einige Bilder des Berliner Doms



    Abbruch des Vorgängerdoms


    der jetzige Dom in der Bauphase 1895-1905 in 2 Bildern



    die Schauseite zum Lustgarten


    1920 Nachtaufnahme mit Schleppkähne und Friedrichsbrücke

  • Die Sanierung der Spreeuferseite des Doms wurde ja bereits im letzten Jahr abgeschlossen. Diesbezügliche Bilder gab es m. E. hier noch nicht.



    Der Nordwestturm (=Glockenturm) am Lustgarten wird seit dieser Woche wieder abgerüstet. Das deutet darauf hin, dass die Sanierungs- und Reinigungsarbeiten dort abgeschlossen sind.




    Ansicht von Norden.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Hat irgend jemand hier eine Ahnung wann der Domgarten (letztes Bild im Beitrag von Mantikor) endlich mal vernünftig gestaltet wird?? Seit Jahren gibt es dort diese ungepflegte, undefinierte und von Bauzäunen umkränzte Grünfläche.

  • Mit der Säuberung der Fassade kann man endlich wieder die Architektur und ihre Details erkennen. Der Dom wird ganz anders wirken, viel leichter und filigraner, wenn der ganze schwarze Dreck von den Fassaden verschwunden ist.

  • Und diese Diskussion würde erheblich lesbarer werden, wenn nicht alle drei Tage jemand laut den Originalen Kuppeln hinterherweinen würde. Als die Fotos gepostet wurden, habe ich die stoppuhr gestartet und war neugierig, wie lang es dauert, bis die originalen Domkuppeln auftauchen. Ich wurde nicht enttäuscht!

  • Sei doch nicht immer so depressiv.


    Ich muss aber sagen, kuppeln hin, kuppeln her der Dom wirkt durch die Reinigung mehr, als ich es erwartet hätte. Er wirkt jetzt viel leichter und höher, was seinen neuen kuppeln sehr entgegen kommt, die ja auch viel filigraner sind als die alten.


    @Spreetunnel Tolle Nachtaufnahme.

  • Ceterum censeo laternam aeterna restituendam esse!


    [wahrscheinlich fehlerhaft, aber egal]


    Das schöne Foto vom Dombau mit fertiggestellter Laterne zeigt nun einmal, wie hinreißend schön diese war (auch gerade mit der Aussichtsplattform!). Da ist es kein Wunder, verehrter Ur-Potsdamer, daß man die Uhr danach stellen kann, daß sich Stimmen vernehmen lassen, die ihre Wiederherstellung wünschen. Ich schließe mich diesen mit Vehemenz an.

  • Ist schon klar. Dass das Thema aber gefühlt jede Woche einmal angesprochen werden muss, grenzt an Zwangshandlung. Der wilhelminische Dom ist eine quietschbunte Zuckertorte, die sich vorlaut zwischen Stadtschloss und Altes Museum stellt und beiden die Show stehlen will. Zum Glück sind die Kuppeln weg, das macht den Kasten erträglich. Ich für meinen Teil wünsche mir den klassizistischen Dom zurück.

  • Ich weiß nicht, ob das an Zwangshandlung grenzt.
    Das zu beurteilen erdreiste ich mir nicht.
    Allerdings bin ich über eine gewisse Zwanghaftigkeit eines gewissen Herren von Boddien sehr glücklich.


    In diesem Sinne befürwortete auch ich eine Rekonstruktion der historischen Kuppeln bzw. Laternen des Berliner Doms.
    Erst diese und der Detailreichtum der Fassaden verliehen bzw. verleihen dem an sich großen und schweren Baukörper Filigranität und Leichtigkeit.
    Ein meines Erachtens nach wichtiger Aspekt, um den Baukörper nicht plump wirken zu lassen.
    In seiner historischen Form geradezu meisterhaft umgesetzt.


    Nicht zu vergessen die Zutaten wie Unterfahrt und Denkmalskirche, welche den schweren Baukörper zusätzlich im positiven Sinne verzerrten.


    Allerdings möchte auch ich zu bedenken geben, dass durch die fortschreitende Reinigung der Fassaden des Doms der Reichtum der Details auch aus größerer Entfernung wieder erkennbar und die Wirkung des Doms sich damit entscheidend verändern wird - eine Schönheit beginnt zu strahlen.


    Ich teile die Einschätzung in keiner Weise, dass der Dom dem Alten Museum oder dem Stadtschloss die Show stehlen will.
    Der Dom will gar nichts, dazu fehlt ihm das Bewusstsein.
    Und welche Show denn?


    Nein, ganz im Gegenteil. Hier entsteht endlich wieder ein Ensemble, das auf so wunderbare Weise miteinander korrespondiert und harmoniert.


    Ob ich dieses Ensemble nun durch die Säulenhalle des Alten Museums, von der gegenüberliegenden Spreeseite am Zeughaus oder dem Schinkelplatz aus betrachte.
    Ich empfinde keine unangenehme Dominanz nur eines Baus.


    Allerdings betrachte ich den Dom vorurteilsfrei und sehe in ihm folglich keine unliebsame Schöpfung der vergangenen Monarchie.
    Ich lasse ihn ungefiltert wirken und erfreue mich zutiefst.
    Das ist eine Entscheidung, es nicht zu tun auch.



    Gruß aus Berlin.

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  • Der wilhelminische Dom ist eine quietschbunte Zuckertorte, die sich vorlaut zwischen Stadtschloss und Altes Museum stellt und beiden die Show stehlen will. Zum Glück sind die Kuppeln weg, das macht den Kasten erträglich.


    Auch aufgrund anderer Beiträge von dir scheint es mir, dass du eine ausgeprägte persönliche Abneigung gegen Wilhelm II. (sowie gegen das Deutsche Kaiserreich) hegst und damit auch gegen herausragende Bauten, die in dieser Zeit entstanden sind.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Ich habe so viel oder wenig persönliche Abneigung gegen Wilhelm II., wie man gegen eine historische Persönlichkeit, der man niemals persönlich begegnet ist, Ab- oder Zuneigung empfinden kann. Gegen seine politischen und architektonischen Vorstellungen habe ich allerdings etwas. Wie viele romanische Bauten - profane und sakrale - wurden unter seiner Ägide verschlimmbessert, weil sie seiner bzw. der Vorstellung seiner Zeit, wie romanische Architektur auszusehen habe, widersprachen? Die Liste ist ellenlang... Ebenso wurde der klassizistische, sehr edle Dom (im Kern von Bouman und Knobelsdorff, modernisiert von Schinken) wegen mangelnden Prunkes abgebrochen zugunsten der (man verzeihe mir, dass ich mich selbst zitiere) "quietschbunten Zuckertorte" Raschdorffs. Man missverstehe mich nicht - der jetzige Berliner Dom hat sicher seine Qualitäten. Aber musste er ausgerechnet hier errichtet werden, und musste ihm der Vorgängerbau geopfert werden?
    Wenn solche wilhelminischen Gebäudeensembles auf der grünen Wiese entstanden sind, kann ich mich sehr gut mit ihnen anfreunden. Aber sehr oft ersetzen diese Prunkbauten Vorgänger, die qualitativ einfach besser waren, oder stellen die bessere Architektur in den Schatten aufgrund ihrer schieren Größe und Opulenz. Und damit habe ich dann schon ein Problem...