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Berliner Dom

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    • Der Dom wird 100.

      Am 27.2.2005 wird der Berliner Dom 100 Jahre alt. Viele Male war er dem Abriß näher als dem Erhalt aufgrund des gestörten Verhältnisses zu Kaiserreich und Historismus. Er hat die Zeiten überdauert und kündet von einer entschwundenen Zeit, als es noch galt zu repräsentieren und Schönheit und Prunk maßgeblich war. Der Haß auf den DOM zeigt sich heute in der verstümmelten Kuppel und der fehlenden Denkmalskirche. Letztere möchte der Dombauverein langfristig rekonstruieren. Das dürfte meiner Meinung nach auch gelingen, denn im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden hat der zentrale protestantische Kirchenbau Deutschlands eine wachsende Gemeinde von 124 Mitgliedern 1990 auf inzwischen 900.

      Hier ein Auzug des Dombauvereins und eines Denkmalpflegers von berliner-dom.de



      Wiederaufbau

      Der Berliner Dom - 10 Jahre nach der Wiedereinweihung der Predigtkirche

      1993: das war die Wiedereinweihung am 6. Juni, die mit einem Baustop einherging; die finanziellen Mittel waren erschöpft.
      Funktionsfähig war die Predigtkirche zwar, aber acht Baugerüste hingen in der Kuppel. Die Altarfenster hatten nur eine einfache Verglasung: die Gruft war immer noch ein wüster Ort mit den Spuren der Zerstörung aus dem Kriege.
      Im Folgejahr 1994 nahte das 100-jährige Jubiläum der Grundsteinlegung. Das gab einigen von uns den Anstoß, mit einer privaten Initiative zu versuchen, Mittel für die Weiterführung der Rekonstruktionsarbeiten einzuweihen. So kam es zur Gründung des Berliner Dombau-Vereins.
      Es war unser Anliegen. dieses bedeutende Bauwerk der historischen Mitte Berlins in seiner ursprünglichen Gestaltung zurückzugewinnen. Die Kritik am Dom aus der Zeit seines Entstehens war uns bekannt; wir ließen sie aber auf sich beruhen.
      Wir wollten etwas bewirken und hofften auch andere zu überzeugen. Das gelang uns.
      So ist das, was sich im Jahre 2003 im Dom zeigt, eine Leistung vieler, der Dorngemeinde, der Kirchenverwaltung, des Staates, des Landes Berlin, des Domhau-Büros, aber eben auch der Mitglieder und Förderer des Berliner Dombau-Vereins.
      Die Ziele die wir uns 1994 gesetzt hatten sind weitgehend erreicht
      worden (Kuppelmosaiken, Farbverglasung von Fenstern und Turen
      Hohenzollerngruft).
      Es bleibt auch unsere Absicht, zum Wiederaufbau der Denkmalskirche an der Nordseite des Doms beizutragen. sobald sich die dafür notwendige Unterstützung finden lässt.
      Die Arbeiten am Dom in den letzten Jahrzehnten gehören mit zur Baugeschichte. Wir unterstützen die Wiedereinrichtung des Museums durch die Beteiligung an der Finanzierung der Restaurierung geretteter Modelle sowie an Neuerwerbungen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Dom und seinen Vorgängerbauten stehen.
      Die beginnen immerhin mit der Erasmus-Kapelle des Berliner Schlosses im Jahre 1450.
      Die Vereinsmitglieder hoffen, dass im Jahre 2005 das Museum zum 100. Dom-Jubiläum wiedereröffnet werden kann.
      Die anschaulich darzustellenden baugeschichtlichen Zusammenhänge werden sicherlich auf ein großes öffentliches Interesse stoßen.
      Das kann auch mit dazu beitragen, einseitig-kritische Beurteilungen des Neubaus von 1894-1905 zu korrigieren.
      1994 nahmen wir uns den Kölner Dombauverein zum Vorbild; er soll es auch in Zukunft weiter sein: eine uneigennützige Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt.
      Das heißt, mit dem Dombau-Büro als Einrichtung des Domkirchenkollegiums weiterhin eng zusammenzuarbeiten.
      Die Instandhaltung des Bauwerks und bautechnische Verbesserungen erfordern auch künftig erhebliche Mittel.

      Joachim Putzmann. Vorsitzender



      Die denkmalpflegerische Bedeutung des Wiederaufbaus des Berliner Domes


      Im Berliner Dom ist nun die Kuppel über der Predigtkirche vollständig wiederhergestellt. Einem Schlussstein im Gewölbe vergleichbar. dessen Einsetzung in den großen Kirchen und Kathedralen die Vollendung des Bauwerkes anzeigt, gelangte das 8. Kuppelmosaik wieder an seinen Platz.
      Eine Restaurierungsgeschichte, die einzigartig in Deutschland verlaufen ist, hat damit einen vorläufigen Abschluss gefunden
      Am Anfang stand das Ziel, den in den 70er Jahren des 20. Jahrhundert noch vielfach ungeliebten historischen Bau lediglich in seiner äußeren Erscheinungsform und hier auch nur in den wichtigsten erhalten gebliebenen Teilen wiederherzustellen .Schrittweise setzte sich jedoch in teilweise dramatischen Auseinandersetzungen die Erkenntnis durch, dass es sinnvoller und vor allem auch wünschenswerter ist, den Bau viel weitgehender, d.h. mit seiner Ausstattung im Inneren zu erhalten, ja ihn sogar durch die bei der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und der langen Zeit der Untätigkeit danach verloren gegangenen Kunstwerke zu ergänzen, diese nach vorhandenen Entwürfen neu zu gestalten, um das überlieferte eindrucksvolle Gesamtkunstwerk Berliner Dom so vollständig wie möglich wiederzugewinnen. Neben der bei einem Denkmal unumstritten notwendigen Konservierung und Restaurierung der Architektur, den Raumausstattungen und den zahlreich erhalten gebliebenen Kunstwerken ergab sich als Aufgabe die Neuschaffung zerstörter Bau- und Bildwerke in Gestalt und Herstellungstechnik so exakt wie möglich in ihrer historischen Form.
      Überwunden werden sollte die bis dahin übliche Praxis in der Denkmalpflege den Außenbau zwar in der historisch überlieferten Form wiederherzustellen, das Innere jedoch aktuellen funktionellen Vorstellungen gemäß neu zu gestalten.
      Darüber hinaus war die lange Zeit verpönten Kunstformen des Historismus der notwendige Respekt und die Achtung entgegen- zubringen, die ihnen bis dahin verweigert wurde. Beides gelang bei der Wiederherstellung des Berliner Domes. Die Bereitschaft. sich schwierigen Perioden der deutschen Geschichte zuzuwenden, in ihnen Positives zu entdecken, sie aber vor allem auch als Teil der deutschen Geschichte anzunehmen, hatte sich durchgesetzt. Für den Berliner Dom bedeutete das: wertvolle Werke der Malerei. Bildhauerei, des Kunsthandwerks und der Raumfassung konnten in den Zusammenhang, für den sie geschaffen waren, bewahrt werden. Hervorragende Werke älterer Kulturepochen von Schlüter, Schinkel, Rauch und Begas blieben - wie von den Schöpfern des Dombaus geplant - in den Bau integriert. Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker sorgten mit ihren Neuschöpfungen in historischer Gestalt für die vollständige Wiederherstellung der ursprünglichen Ausstattung, vor allem die Wiederherstellung des vollständigen kulturgeschichtlich außerordentlichen wertvollen protestantischen Bildprogramms. Mit der Grablege des Hauses Hohenzollern konnte ein einzigartiges Dokument deutscher Kultur- und Familiengeschichte gerettet wer den.
      Das Ergebnis rechtfertigt den beschrittenen Weg. Durch den Wiederaufbau wurde den Berlinern und Brandenburgern ein historisches Gebäude von bedeutenden Dimensionen und einer großartigen Wirkung im Berliner historischen Zentrum zurückgegeben, und zwar in der seit den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges selten gewordenen Einheit von Innen- und Außenbau.
      Die beeindruckenden Bauformen des Berliner Doms, der Kuppel bekrönte steinerne Zentralbau im Stil der italienischen Renaissance an prominenter Stelle im Stadtraum, das grol3e Eingangsportal nut der herrschaftlichen Vorhalle, der überraschende, in Berlin und Brandenburg einzigartige Kuppelraum über der Predigtkirche. in dem die Atmosphäre eingefangen zu sein scheint, der lichtdurchflutete Altarraum mit den Glasgemälden von Geburt, Kreuzigung und Auferstehung. die große repräsentative Kaisertreppe und die intime Tauf- und Traukirche, die voluminöse berauschend schöne Orgel. die Bildprogramme in ihrer Eigenart und einzigartigen Vollständigkeit haben, wie immer wieder zu beobachten ist, eine starke emotionale Wirkung auf die Mitglieder der Gemeinde und die zahlreichen Besucher.
      Sie sind nicht nur historisches Dokument, sondern für den Betrachter auch der Beweis Für die unerschöpfliche Vielfalt menschlicher Kreativität. Wie arm wären wir in Berlin ohne diesen hervorragend vollständigen Bau.
      Die Wiederherstellung des Berliner Dorns war der Durchbruch zur endgültigen Anerkennung der Zeit des Historismus. der Kunst des deutschen Kaiserreichs als einer bedeutenden Epoche der deutschen Kunst und Kulturgeschichte. Noch nie war bis dahin in Deutschland ein so großer und in der Bewertung so umstrittener Bau in dieser Vollständigkeit wiederhergestellt worden. Er fand sofort Akzeptanz in der Öffentlichkeit.
      Der Wiederaufbau erbrachte auch den Beweis, dass modernes kirchliches Leben sich in einem solchen historischen Bau entfalten kann. Es gewinnt durch ihn sogar neuen Glanz und Aktualität. Der Dornbau fordert mit seiner zeitgebundenen Gestalt, seinen Bau- und Bild- formen gleichermaßen zur Auseinandersetzung heraus wie auch zu Bewunderung und zur Identifikation. Er bietet Raum für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und ist Mittelpunkt eines reichen kirchlichen Lebens.

      Dr. Peter Goralczyk, Denkmalpfleger


      Kuppel früher




      Kuppel heute




      Wenn die Denkmalskirche mal aufgebaut sein sollte, wird die Kuppel auch schon wieder erneuerungsbedürftig sein. Das wäre dann der richtige Zeitpunkt, um den Dom endgültig und für deutsche Innenstadtverhältnisse perfekt zu vollenden.
    • Mit der Siebziger-Jahre-Kuppel wirkt der Dom aber weitaus wuchtiger als mit der wilhelminischen. Klar, von den Proportionen her war sie weit schöner und stolzer, aber für Berlin, dem klassizistischen Reichshauptstadtklops, viel zu filigran, zu turmbetont. Die alte Variante, vielleicht etwas einfacher gehalten, hätte viel eher nach Leipzig oder Erfurt gepaßt. So fügt sich der "neue" Dom recht harmonisch ins zukünftige postmodern-klassizistisch-modernistische Stadtbild der "neuen Mitte" der Bundeshauptstadt ein. Ein gewaltiger Klopper(Stadtschloß)neben dem nächsten (Dom mit Denkmalskirche).
    • welt.de/data/2005/02/25/543928.html

      Tag für Tag wälzt sich ein Besucherstrom durch das Gebäude mit seinen prunkvollen Treppenhäusern, der himmelhohen Kuppel, den Chor- und Altarfenstern mit den heilsgeschichtlichen Bilderzählungen Anton von Werners, den Evangelisten-Mosaiken Woldemar Friedrichs. Der Dom ist eine Wunderkammer. Und unten in der Gruft liegen zentnerweise Hohenzollern-Knochen. An einem abgebrühten Intellektuellen tropft das natürlich ab. Aber in einem unbeobachteten Moment wird er sich vielleicht doch eingestehen, daß es ihm nicht ganz unvorstellbar ist, hier Staunen und Ehrfurcht zu empfinden oder zumindest eine Art Rührung darüber, daß die Geschichte auch Wunden heilen kann. Und daß sie dem falsch Gedachten und dem Mißlungenen versöhnlich eine eigene Art von Schönheit einzuhauchen vermag.


      So gesehen ist der Berliner Dom die Kirche der Berliner Republik. Er drückt den Willen aus, wieder heil zu werden. Als Zeichen der Zeit hat er der konservierten Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche längst den Rang abgelaufen.


      gefällt mir gut:
      "An einem abgebrühten Intellektuellen tropft das natürlich ab. Aber in einem unbeobachteten Moment wird er sich vielleicht doch eingestehen, daß es ihm nicht ganz unvorstellbar ist, hier Staunen und Ehrfurcht zu empfinden oder zumindest eine Art Rührung "
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Als -kommender- (bin -noch- kein Dipl. Ing. Arch.) Intellektueller jedoch sage ich: Die Geschichte berührt mich, aber nicht die Hohenzollern und auch nicht die Berliner Geschichte. Dem Herrschergeschlecht des erloschenen Preußens bin ich eher negativ eingestellt, auch wenn die Preußen für ein paar Erfolgsgeschichten "ihres" Deutschlands maßgeblich verantwortlich sind. Die Reichskleinodien, sowas kann einen berühren, aber das war ein ganz anderes, kulturell bedeutenderes Reich; deren jeder Hauptstadt egal ob Aachen oder Frankfurt/Main, eine würdigere war als das preußische Verwaltungszentrum auf hevellischem Sand.
    • lustig und neu für mich:
      Nach der Revolution von 1918 meinten manche Vertreter der kritischen Intelligenz, daß nach dem Kaiser am besten auch seine Kirche verschwände. Der Architekturkritiker Werner Hegemann forderte - nicht ganz ernsthaft -, man solle wie bei ausgedienten Schlachtschiffen über einen Verkauf an zahlungskräftige Interessenten im Ausland nachdenken. Es sei nicht ausgeschlossen, "daß sich als Käufer für den kaiserlichen Dom und das Denkmal Kaiser Wilhelms des Großen ein aufstrebender Negerstaat oder vielleicht sogar der erfolgreiche Präsident einer kleinen südamerikanischen Republik finden ließe".
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Den ioederaufbau der Denkmalkirche befürworte ich natürlich, allerdings muss ich sagen, dass mir die moderne Laterne auf der domkuppel ganz gut gefällt. dadurch und durch das Fehlen der umlaufenden Ballustrade wirkt die Kuppel "kuppeliger", runder, nicht so "langgezogen" wie die ursprüngliche Form. Die heute fehlenden Laternen der kleinen Seitenkuppeln können aber ruhig wieder aufgesetzt werden.
      "... es allen Recht zu machen, ist eine Kunst, die niemand kann..." (Goethe)
    • Hmmm...also ich muss sagen, die jetztigen Kuppeln finde ich gar nicht mal schlecht. Und alle Achtung, sie haben mit der Hauptkuppel in den 70gern doch eine gar nicht mal so schlimme Neuinterpretation geschaffen. Ich mag diese Rillung und diese Nieten irgendwie...

      Sollte aber das Stadtschloss fertig sein, natürlich unbedingt mit der Kuppel. Dann bin ich aber auch dafür dem Dom seine originalen Kuppel- und Turmlaternen zu geben. Ansonsten sieht das einfach besch*** aus! :zwinkern:
    • @ Antiquitus

      Deine Auflistung zur Geschichte des Domes ist nicht ganz richtig.

      Das erste Bild zeigt die alte Dominikanerstiftskirche, die sich südlich des Schlosses befand - also dort, wo heute das Staatsratsgebäude steht.
      Diese früheste Grablege der Hohenzollern und erste Berliner Domkirche wurde allerdings schon im 18.Jhd. abgerissen, um einer großzügigeren Gestaltung rund um das Schloss Platz zu machen.
      Um 1750 wurde dann durch Johann Boumann d. Ä. (Architekt u.a. des Potsdamer Alten Rathauses und der St. Hedwigs-Kathedrale) eine einfache Kirche mit Tambourkuppel am Standort des heutigen Domes errichtet.
      Eben diese Barockkirche baute Schinkel 1820 im klassizistischen Stil um - es handelte sich also nicht um einen Neubau.
      Da man mit dem Ergebnis nicht zufrieden war, legten sowohl Schinkel als auch Stüler Entwürfe für einen großangelegten Neubau vor. Stülers Entwurf - dein zweites Bild - überzeugte und man begann 1842 mit dem Bau, stellte das Projek allerdings schon 1848 wieder ein - mag mit den Revolutionswirren zusammenhängen.
      Spätere Versuche das Projekt wiederzubeleben scheiterten trotz monumentaler Alternativentwürfe Stülers - dein 3. Bild.
      40 Jahre lang - bis Raschdorff einen neuen Wettbewerb gewann - blieb das Areal eine Bauruine, da sich die zuständige Jury nie auf einen Entwurf einigen konnte.
      Leider habe ich kein Bild des Boumann-Domes gefunden. Stellt ihn euch einfach wie den Schinkel-Bau vor - nur eben im friderizianischen Barockstil.
    • Eigentlich kann er gar keinen Namen haben. Ist nämlich auch kein Dom.
      Da die protestantischen Kirchen im Gegensatz zur katholischen keine Hierarchie (also auch keine Erzbischöfe) haben, gibt es auch keine Domkirchen.
      Der in Berlin heißt nur Dom, weil Wilhelm II. der Meinung war, dass die Hauptstadt des deutschen Kaiserreiches mit einer "Stadtpfarrkirche" nicht standesgemäß bedient wäre.
      Die Bezeichnung "Dom" hat für Berlin also keine kirchenrechtliche Grundlage. Ich habe auch noch nirgendwo von einem Namen gehört.
    • Der Vorgängerbau nannte sich ja auch schon Dom. Die Bezeichnung Dom stammt somit nicht von Wilhelm II. Zudem hat die katholische Kirche die Bezeichnung Dom ja auch nicht gepachtet. Demnach wären St. Hedwig (Berlin), die Hofkirche in Dresden oder gar die Jakobuskirche in Görlitz auch Dome, da dort kath. Bischöfe residieren.

      Dom heißt ja viel mehr festes Haus. Meist sind Dome aus Stiften bzw. Klöstern oder eben aus Bischofsitzen hervorgegangen. So ja auch in Berlin. Die Bezeichnung Dom ist in Berlin also alt.

      Die histor. Berliner Stifts- bzw. Domkirche die im 18. Jhd. abgetragen wurde, muß ja einen Namen gehabt haben, da sie bis ins 16. Jhd. katholisch war und alle katholischen Kirchen einen Namen haben. Ob dieser dann jedoch auch auf die neuen protestantischen Dome übertragen wurde ist fraglich.