Potsdam - Quartier Synagoge und Acht-Ecken-Kreuzung

Wir wünschen allen Nutzern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021
  • Einmal zwischendurch herzlichen Dank an Luftpost für die ständigen Informationen aus Potsdam. Ich komme natürlich alle Jubeljahre nach Potsdam, sehe mich aber trotzdem topinformiert und wünsche Euch viel Glück bei der weiteren Gestaltung der Stadt.

  • Hallo zusammen,


    wegen wenig Zeit und extrem viel, was gerade diese Woche veröffentlicht wird, hier nur der Teaser:


    Das Steuben-Denkmal soll an den ursprünglichen Ort versetzt werden. Nachzulesen in der Märkischen.


    Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

  • Hallo zusammen,


    mal wieder keine positiven Nachrichten aus Potsdam. Der Einsiedler kommt nicht wieder, zumindest nicht als Büroräume für die zerstrittenen jüdischen Gemeinden. Da aber auch geplant war, ein zusätzliches Geschoss im Einsiedler einzufügen und aus dem 2-stöckigen Gebäude ein 3-Stöckiges zu machen, bin ich persönlich doch ehr froh, dass nicht noch ein Hybrid entsteht. Da nun diese Variante wieder vom Tisch ist, steht nun der Haberland-Entwurf wieder zur Debatte. Und nun wird das Beste, was dieser Entwurf noch hatte, auch noch entfernt: der zentrale Gebetsraum wandert aus dem 2ten Geschoß in das 1. Geschoß. Und damit entfällt das Oberlicht, welches durch den jüdischen Stern durchbrochen wurde, weg. Stattdessen befindet sich nun darüber ein Veranstaltungsraum. Da Haberlandsche Fassade jedoch keine Feinster vorsah, "beglückwünsche" ich die jüdischen Gemeinden dazu, in Zukunft bei Kerzen- oder Kunstlicht in Dunkelheit Ihrem Glauben nachgehen zu können. Ganz so wird’s wohl nicht werden, denn aus dem Artikel in der Märkischen ist heraus zu lesen, dass die Mauer-Fassade ohne Fenster nun wohl so auch nicht mehr kommen kann. Es wird jedoch auf jeden Fall modern gebaut. Mal wieder.


    Edit: im krassen Gegensatz zur Märkischen Volksstimme, sorry Allgemeinen, werden in der PNN andere Fakten genannt. So soll hier der große Gebetssaal im Erdgeschoss platziert werden. Noch unglaublicher wird die Geschichte hier, wenn man sich die angebliche Begründung der Ablehnung des Einsiedlers in der Märkischen vor Augen hält: Zitat PNN "Nach Rücksprache habe Investor Wildering ein Angebot gemacht, das eine Wiedererrichtung des Einsiedlers ermöglicht, ohne zwei Bauherren für Synagoge und Gemeindebüros zu haben. Das Land kauft der Stadt Potsdam den Teil des Einsiedler-Grundstücks ab, auf dem der Bauteil für die Gemeindebüros entsteht. Die Kaufsumme wolle Wildering erstatten. Ferner wolle er dem Land die Kosten für die Rekonstruktion der Einsiedler-Fassade für diesen Bauteil erstatten. Somit sei das Land mit dem BLB Bauherr sowohl der Synagoge als auch des Büro-Annex als Teil des Einsiedlers." Und dieses wird nun abgelehnt, da ja angeblich die beiden zusammen hängenden und gemeinsam genutzten Gebäude auf unterschiedlichen Grundstücken mit unterschiedlichen Eigentümern stehen sollen. Welche Zeitung beugt denn hier die Wahrheit?


    Offensichtlich soll auf Biegen und Brechen der Architekt Haberland mit seinem Entwurf durchgedrückt werden.


    Edit 2: und der Vollständigkeit halber hier noch Auszüge aus einem Komunique ohne Inhalt in der PNN.


    Edit 3: und hier nimmt endlich mal die PNN kein Blatt vor den Mund, um den aktuellen Vorgang zu kommentieren.


    unglaubliche Nachrichten aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

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  • Das von Luftpost erwähnte Buch (in dem maz-Artikel) von Lambrecht über die Steuben-Denkmäler kann ich nur empfehlen, es ist ganz großartig, auch schön bebildert.


    Titel: Friedrich Wilhelm von Steuben
    Verdienste und Nachruhm - eine Denkmaltopografie von Rainer Lambrecht


    88 Seiten, Klappenbroschur
    Potsdam 2012
    Preis: 9,50 Euro
    ISBN-13: 978-3-939090-09-0


    Inhalt: Der im preußischen Magdeburg geborene Friedrich Wilhelm von Steuben absolvierte einen ereignisreichen Lebensweg, der ihn in die unmittelbare Nähe von Friedrich II., des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen und von George Washington führte. In den USA formte er aus unausgebildeten und schlecht bewaffneten Miliztruppen eine schlagkräftige Armee und hatte auch als Kommandeur erheblichen Anteil am Sieg im Unabhängigkeitskrieg gegen die britische Kolonialmacht.
    Nach seinem Tode wuchsen dem Protagonisten zahlreiche Ehrungen zu. Nach ihm wurden Städte, Verwaltungsgebiete, Straßen, Plätze, Schiffe und Kasernen benannt. Weiter erstreckten sich die Ehrungen auf die Errichtung endrucksvoller Bronzestandbilder. Letztere werden in der Publikation benannt und zum Teil mit Blick auf besondere Hintergründe und Zusammenhänge erläutert. Im Vordergrund stehen die auf den Deutsch-Amerikaner Albert Jägers zurück zuführenden Denkmäler in Washington D.C., Berlin, Potsdam und in Magdeburg.

    "Wie schön ist es doch zu leben." Pippi Langstrumpf

  • Hallo zusammen,


    da das Steuben-Denkmal in diesem Jahr wieder auf seinem angestammten Platz auf dem Platz zwischen Stadtschloss und Friedrich-Ebert-Straße verlegt werden soll, fällt den Stadtoberen nun endlich auch mal auf, dass die auf deutsch und englisch gehaltene Inschrift in der englischen Fassung falsch geschrieben ist. Wenigstens hat man nun anscheinend vor, diesen Fauxpas auszubessern. Hier nachzulesen.


    Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

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  • Hallo zusammen,


    nur noch bis 2014 haben die beiden jüdischen Gemeinden Zeit, das Geld für den Synagogenneubau vom Land Brandenbug abzurufen. Na mal schauen, ob sie sich nun mit Druck einigen können. Interessant am Artikel in der Märkischen ist, dass anscheinend die Synagogengmeinde immer noch den Einsiedler fordert. In den jüngsten Berichten hierzu hieß es aber, dass der Einsiedler vom Tisch sei. Anscheinend wurde in der Vergangenheit mal wieder tendenziös berichtet.


    Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

  • Hallo zusammen,


    der Synagogenbauverein spricht sich für die Kündigung des Vertrages mit dem Architekten Haberland aus. Zitat aus der PNN: "Wir können und wollen uns als Förderverein nicht in innerjüdische Angelegenheiten einmischen, wir wollen lediglich die Hindernisse aus dem Weg räumen, die eine Einigung verhindert haben. Zu diesen Hindernissen gehört zum Beispiel das regelrechte Festklammern am Haberland-Entwurf. Das führt dazu, dass die Diskussion rückwärtsgewandt ist und keiner den Kopf frei hat für neue Gedanken und Ideen. Zudem haben wir vergaberechtliche Bedenken, weil vom ursprünglichen Haberland-Entwurf im Prinzip nichts mehr übrig ist."


    Damit dürfte die jetzige Form der Synagoge gestorben sein. Hoffentlich kommt jetzt nicht noch der Zweitplatzierte oder gar der Sonderpreis (unteres rechtes Bild im Zeitungsartikel) zum Zuge, der einen Quarder über die gesamte Baufläche über den jetzigen geplanten Baubereich der Synagoge inklusive des Einsiedlers und noch einen Teil der Straße schieben wollte. Dann werden wir uns noch einen Haberland herbei wünschen (siehe Bauwelt-pdf ).


    [Edit] und hier noch der Artikel aus der Märkischen.


    [Edit 08.02.2013] Am Tag später wird die Märkische drastischer mit Ihrer Aussage.


    Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

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  • Hallo zusammen,


    die Potsdamer Linke bzw. der Dr. Stasi-Scharfenberg fordert die Haberland-Synagoge. Nachzulesen in der Märkischen.


    Linke bzw. stadtzerstörerische Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

  • Hallo zusammen,


    eine Meldung in der PNN über eine morgige Meldung zur Synagoge und sonst eigentlich nichts Neues. Ausser, dass Zitat: "der umstrittene Entwurf des Architekten Jost Haberland in dem Schreiben keine Rolle" spielen soll.


    [Edit 18.07.2013] Sollte man bei einer Meldung, dass sich nichts getan hat, einen Post eröffnen. Ich meine nein, daher hier nur der Link zu nichts Neuem zur Synagoge in der PNN.


    Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

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  • Hallo zusammen,


    keine Chance für Synagogen-Gegenentwürfe titelt die Märkische. Damit weigert sich das Land Brandenburg, den Einsiedler als Bürogebäude für die Synagoge wieder zu errichten zu lassen. Für den Einsiedler gibt es von einem privaten Bauherren die Zusage, diesen als Bürogebäude für die Synagoge zu errichten und langfristig an die Gemeinde zu vermieten. Doch wiederholt sperrt sich das Land als Bauherr der Synagoge dagegen...


    Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
    Luftpost

  • Ich möchte in diesem fast schon unlösbar erscheinenden Konflikt nicht das Land sein, was als Geldgeber dann auch noch - weil es ja um Vermittlung nicht gebeten wurde - praktisch auch noch der Buhmann ist. Da verhält es sich wie mit einem ungefragt in Familienstreitigkeiten sich Einmischenden im Verhältnis zu einem beauftragten Familientherapeuten. Bloß, dass dem Land hier nichts anderes übrig bleibt.


    ;-


    Ich würde jubeln, wenn der Einsiedler-Entwurf käme, anstelle des rein büromäßig und spartanisch wirkenden Haberland-Entwurfs genau an dieser Stelle.

  • Die PNN stellt Alternativentwürfe im Potsdamer Synagogenstreit vor. Von historisch über Retro bis leicht exzentrisch ist alles dabei. Aber alles ist wohl besser als dieser unglückliche Haberlandentwurf!


    Quote


    Der Förderverein legt Alternativ-Entwürfe für die neue Synagoge vor – will aber bei Haberland bleiben


    Noch vor knapp drei Wochen schienen die Wogen im Potsdamer Synagogenstreit vorerst geglättet – zumindest einen Minimalkonsens zwischen den drei jüdischen Gemeinden in der Stadt konnte Wissenschaftsstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) verkünden. Doch nun wartet der Synagogen-Förderverein mit neuem Bildmaterial auf, das wieder neue Bewegung in die Debatte bringen könnte.


    Der Synagogen-Förderverein unterstützt die Potsdamer Synagogengemeinde, die den Entwurf des Architekten Jost Haberland für das Gotteshaus an der Schloßstraße schon lange als zu wenig sakral kritisiert. Anfang des Jahres hatte der Förderverein mehrere Architekten angesprochen und um Alternativentwürfe zu Haberlands Plänen gebeten, wie Vereinsvorsitzender Ulrich Zimmermann den PNN erklärte. Daraus wurden vier ausgewählt, die am heutigen Dienstag in einer Mitgliederversammlung dem Verein vorgestellt werden sollen. ...


    http://www.pnn.de/potsdam/787900/

    APH - am Puls der Zeit

  • Den Entwurf auf dem ersten Bild würde ich einer Reko fast vorziehen. Die farbigen Fenster gefallen mir sehr. Könnte ein echter Hingucker werden wenn es in Realität dann auch so ausschaut.

  • Finde ich auch. Der zweite wäre natürlich auch nicht schlecht, aber jut, wir wollens mal nicht übertreiben, was den Neohistorismus angeht.

  • ^und warum nicht? Die Gegenseite übertreibt es doch ständig? ;)


    Ansonsten find ich Vorschlag 1 auch ganz gut, hadere nur damit, wie davor der Einsiedler wirkt

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Damit wird unsere diplomatische Seite hervorgehoben ;). Im Gegensatz zu den anderen sind wir da zu dem einen oder anderen Kompromiss bereit.


    Eine größere Visualisierung des hist. Entwurfes könnte nicht schaden, um mehr dazu zu sagen. Wieso geben die alle ihre Namen nicht preis?

  • Schämen sich vielleicht vor der geballten Kritik ihrer Kollegen. Rundungen sind ja eh "postmoderner Schnickschnack" und Entwurf 2 ja "übler Neohistorismuskitsch"

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Ich fürchte, die Urheber wollen ihre Namen nicht nennen, da die Entwürfe nicht dem architektonischen Mainstream entsprechen. Wahrscheinlich würde man wegen eines Entwurfes, wie dem abgebildeten aus dem BDA ausgeschlossen.

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Ja, schon klar, dass das der Grund ist/sein dürfte. Trotzdem könnte/sollte man doch die Geflügelprodukte haben, seinen Namen unter sein Werk zu setzen...Man kommt ja nicht mehr dafür ins Zuchthaus...