Potsdam - Wiederherstellung des Stadtkanals

  • Der Betrag zeigt die Redundanz der Debatten, weil stets die gleichen Kritikpunkte vorgetragen aber die Entgegnungen und Richtigstellung schlicht nicht zur Kenntnis genomme werden. Natürlich versucht man immer wieder ruhig und entspannt die Fakten erneut vorzutragen, es verlangt aber schon sehr viel Geduld, wenn sich de Debatten mit manchen Diskussionsteilnehmen im Kreis drehen.


    Deshalb kurz:


    1. Der Kanal hat vor seiner Zuschüttung in den 1960er Jahren gestunken, weil ein Teil der Altstadt offen in den Kanal entwässerte und die Stadtverwaltung systematisch den Durchfluß verhindert hat. Ziel war es ja den Kanal zuzuschütten und Hauptverkehrsstraßen durch die Altstadt zu legen. Aber das ist über 70 Jahre her - heute ist die Kanalisation modern und der Abschnitt am Kellertor zeigt ja, daß da nichts stinkt wenn man nichts Stinkendes einleitet. Die Strömungsanlage tut ihr übriges.


    2. Die angebliche Konkurrenz er Parkplätze für die Anwohner wird immer wieder ins Feld geführt, was falsch ist. Der südliche Teil der Straße Am Kanal ist als Anwohnerparkzone ausgewiesen, sodaß diese ausreichend Parkfläche haben und im Kanal gar nicht parken müssen - das kann man mit einem einfachen Besucht vor Ort genauso überprüfen wie das angebliche Riechen des Kanals. Trotzdem wird das Argument immer wieder vorgetragen. Die Stellplatzsatzung des Stadt ist gerade geändert worden, sodaß Grundstücksbesitzer keineswegs mehr Parkplätze vorhalten müssen und die Parkhäuser am Bassinplatz, an der Stadtverwaltung und am Luisenplatz stehen in der Regel zur Hälfte leer. Warum sollte man also neue Parkhäuser bauen?


    3. Der Stadtkanal ist kein "Rekonstruktionsprojekt" sondern die Instandsetzung eines eingetragenen Baudenkmals. Seit Jahren informiert zumindest der Bauverein alle Anwohner durch Flyer und andere Informationen immer wieder geduldig und sachlich über die stets gleichen Fragen. Man muß aber auch zur Kenntnis nehmen, daß es einen Teil von Menschen gibt, die in der Regel weit vom Kanal entfernt wohnen, die sich durch Fakten ihre Sichtweise nicht ändern lassen wollen, das kennen wir ja auch von anderen Themen. Da ist ja auch bei UrPotsdamer so, der zwar alle Argumente des angeblichen Stinkens des Kanal entkräftet und zum Schloß doch wieder ein solches Riechen für möglich hält.


    Deshalb muß man sich auch nicht dauerhaft immer wieder an den Berufsnörglern aufhalten sondern Entscheidungsgrundlagen voranbringen und Geld beschaffen.

  • Konstantindegeer


    Vielen Dank dafür, dass Du mit Deiner ruhigen und stets besonnenen Art die Dinge sachlich immer wieder ins rechte Lot rückst, damit sorgst Du für einen echten Erkenntnisgewinn für alle Mitforisten als auch externe Interessierte! Du bis eine Wohltat für unser Forum und Dein Wissen vor allem Potsdam betreffend, ist unübertroffen!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich meinte mit dem "Riechen" nicht, dass es doch irgendwann stinken wird - aber die (vielmehr: manche) Anwohner fürchten genau das. "Ihr habt ja leicht reden, Ihr müsst den Gestank dann nicht ertragen" hört man dann sehr schnell im Gespräch. Auch wenn die Sorge unbegründet ist, ist sie ernsthaft und muss angesprochen werden.

  • Das tun wir doch fortwährend aber was willst Du tun gegen Menschen, die sich durch Sachinformationen nicht kümmern. Das kann man "Ernst nehmen" und "ansprechen" aber kann ja auch nicht mehr tun als das auseinanderzusetzen und darzulegen, daß an diese Thematik gedacht ist. Überzeugen wird das trotzdem nicht alle, wenn man nicht einmal das Beispiel des geruchsfreien Abschnittes akzeptiert. Deshalb muß man sich mitunter um die Sachargumenten zugängliche Mehrheit kümmern.


    Aber das, was in Potsdam beispielsweise durch den Baubeigeordneten seit Jahren veranstaltet wird, grenzt ja schon an Desinformation (siehe unser Flyer). Hochhäuser sollen plötzlich in ihrer Standfestigkeit gefährdert sein, Feuerwehr und Bundeswasserstraßenamt müssen für angebliche Genehmigungshürden herhalten, obwohl einfache Anrufe bei den Behörden Klarkeit bringen. Ich habe kaum ein Projekt kennengelernt, bei dem seitens der Behörden soviel Falschbehauptungen in die Welt gesetzt wurden.


    Last, but not least, haben die Stadtverordeneten sich aber von den Sachargumenten überzeugen lassen. Ob die Stadtverwaltung nun allerdings das Pflichtenheft der SVV abarbeitet steht dahin.

  • Wieviele Alt Potsdamer können sich noch an den offenen Stadtkanal erinnern? Die letzten Abschnitte des Kanals sind so ca.1971, also vor 50 Jahren zugeschoben worden.Eigentlich kann nur noch die Generation 70Plus von Potsdamern den Geruch vom Kanal in der Nase haben,alle merheitlich jüngeren und wesentlich später zugezogenen plappern jetzt etwas dahin was sie weder erlebt noch gerochen haben.

  • Ich habe mich ja mit der Geschichte des Kanals und der Geschichte der Abrisse der Potsdamer Mitte eingehend befaßt. Die Abrisse des Plögerschen Gasthofes, des Einsiedlers u. a. sind mit den Verkehrsnotwendigkeiten begründet worden (die klar vorgeschoben waren) und der Kanal immer mit dem angeblichen Geruch. Die Stadt hat schnell an drei Punkten die Durchflußfähigkeit des unterbrochen und so die Kloake vorsätzlich hervorgerufen.


    Das kann man in den Brandenburger Neuesten Nachrichten (BNN), die vollständig in der Stadtbibliothek zugänglich sind, klar nachvollziehen. Auch ist das Buch von Hans Berg, die verlorene Potsdamer Mitte, Potsdam 1999, empfehlenswert und mit vielen Quellen gespickt. Auch bei Albrecht Gülzow, der Potsdamer Stadtkanal, (https://www.booklooker.de/B%C3…adtkanal/id/A02yuLgz01ZZX), Potsdam 1997, is viel Wissenswertes zu finden. Man muß sich eben die Mühe machen, sich mit den Quellen zu befassen.


    Da das Märchen des schon immer stinkenden Kanals von 1960 bis mindestens 1989 stets wieder tradiert wurde, weil man den ideologischen Hintergrund der Zuschüttung verbergen wollte, hängt das eben vielen Potsdamern aus DDR-Tagen noch im Ohr. Eigentlich müßte man mit dem vielen neuen Bildern eine neue Monografie herausgeben.

  • Wenn ich mir die Kommentare in der MAZ Facebook zum Stadtkanal so durchlese kann ich nur mit dem Kopf schütteln.Selbst der Kanal wird abgelehnt.Ich denke einige oder auch viele?- Potsdamer(wohl hauptsächlich Linke) sind mit den Baulichen Veränderungen in der Stadt überfordert und hätten es am liebsten,den sozialistisch architektonischen Zustand ihrer Ehem.Bezirksstadt von 1989 zu belassen."Da kommen die bösen Zugezogenen, insbesondere die Wessis und wollen unsere altgewohnte Bezirkshauptstadt umgestalten mit jetzt wiederkehrenden preußisch reaktionären Barockbauten die unsere Vorgängerpartei die SED richtigerweise in DDR Zeiten abreißen ließ.Gegen diese Gebäude und Kanal muss jetzt massiver Wiederstand geleistet werden und alle DDR Gebäude vor dem Abriss verteidigt werden.rant:):kopfwand: "

  • Na, man darf nicht das Facebook-Geblubber für die tatsächliche Stimmung in der Stadt halten, das ist - glaube ich - der Fehler des Oberbürgermeisters. Der Stadtkanal ist ja kein Rekothema sondern eine Instandsetzung eines Baudenkmals.


    Die Ost-West-Thematik spielt bei Potsdamer Diskussionen kaum eine Rolle. Engagierte Ost- und Westdeutsche gibt es auf allen Seiten.

  • Zitate aus dem Artikel...


    Quote

    Ein solches Zeichen setzen nun allerdings SPD und Grüne. Zusammen mit CDU und AfD setzen die Fraktionen im Finanzausschuss am Donnerstagabend 150 000 Euro Stadtkanal-Mittel im neuen Haushalt durch – für planerische Zwecke.

    Das ist doch mal parteiübergreifende Einsicht.


    Doch nicht ganz...

    Quote

    Kritik kam von der Fraktion Die Andere: Der Klimaeffekt eines Kanals sei fraglich, hieß es. So könnten sich stehende Gewässer im Sommer zu sehr aufheizen.

    Erstens soll - wenn ich das richtig verstanden habe - der Kanal doch gar nicht komplett stehend sein. Zweitens wäre das ein seltsames Argument gegen Seen und Teiche, von denen es in unserer Region, auch in Parks, einige gibt. Will sagen, in unserer Region legen sie gerade aus ökologischen Aspekten solche Wasserrückhaltesenken an. (Was ich wiederum aus anderen Aspekten bisweilen nicht so mag, nämlich wegen der Anziehung von Mücken.:zwinkern:) Drittens beinhaltet die Kritik an der Aufheizung, dass der derzeitige Asphalt, unter dem ja Teile des Kanals verborgen liegen, keine Aufheizungsqualität hätte.


    Also, dieser Truppe "Die Andere" scheint es wirklich allein darum zu gehen, die Annäherung an die preußische Historie in Potsdam zu behindern, wo sie es nur können. Selbst wenn Friedrich II. seinerzeit ein Stadtpalais als Treffpunkt für antimilitaristische, schwul-lesbische Kommunisten errichtet hätte, wären die heute gegen dessen Wiederherstellung. Aber, sie haben schon viele Niederlagen erlebt, und ich bin mir sicher, dass sie so gut wie überall scheitern werden. Insofern, Gelassenheit, werte Stadtkanal-Freunde.:daumenoben:

  • Wenn die Fraktion "die Andere" sich mal intensiver mit dem Stadtkanal beschäftigen würde als nur an der Oberfläche zu kratzen wäre ihre Kritik hinfällig.


    „Hier stinkt nichts.“


    Grund dafür ist der „Sprudler“ am Ende des kurzen wiederhergestellten Kanalstücks. Dort wird das Wasser permanent verwirbelt, damit es nicht steht und faulig wird. Für ihn ist klar, dass ein wiederhergestellter Kanal angesichts der davon getrennten Kanalisation nicht mehr riechen würde. Man müsse an einigen Stellen, insbesondere am Kanalknick an der Dortustraße, solche Sprudler einbauen, die dem Wasser immer wieder einen Schubs geben, sagt Göpel.


    https://www.maz-online.de/Loka…e-Geschichten-vom-Gestank

    (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 08.02.2019)

  • Zitate aus dem Artikel


    Also, dieser Truppe "Die Andere" scheint es wirklich allein darum zu gehen, die Annäherung an die preußische Historie in Potsdam zu behindern, wo sie es nur können. Selbst wenn Friedrich II. seinerzeit ein Stadtpalais als Treffpunkt für antimilitaristische, schwul-lesbische Kommunisten errichtet hätte, wären die heute gegen dessen Wiederherstellung. Aber, sie haben schon viele Niederlagen erlebt, und ich bin mir sicher, dass sie so gut wie überall scheitern werden. Insofern, Gelassenheit, werte Stadtkanal-Freunde.:daumenoben:

    Diese Geschichts und Architektur"Experten" "Die Andere", weiß alles ganz genau, welche Gebäude Potsdam braucht und welche nicht.Na und den ollen stinkenden, fauligen Stadkanal aus der reaktionären Preußenzeit schon gar nicht.Für die Linken und Die Andere haben nur Gebäude aus DDR Zeiten den wahren dauerhaft städtebaulich architektonischen Anspruch und ihre Daseinsberechtigung in Potsdam.

    Ja ,es gibt Menschen deren Horizont in ihrer kurzen Sicht und Denkweise nicht weiter als über ihre Nasenspitze hinaus geht.Und solche Leute wollen etwas zu sagen haben in Potsdam.🙈

  • Man muß wirklich nicht jede absurde Arabeske der linksalternativen 8-Prozent-Wählergruppe kommentieren. Da wirken die Naturkräfte häufiger in eine andere Richtung als in der Wissenschaft. Ich habe mir angewöhnt mehr mit den Menschen zu diskutieren, die man mit Argumenten überzeugen kann als sich über Ideologen zu ärgen. Dafür ist das Leben zu kurz.

    Was die Umwälzpumpe betrifft läuft diese keineswegs dauerhaft sondern nur in den Sommermonaten dreimal pro Tag für 15 Minuten, um in dem Stichkanal, der ja keine Strömung haben kann, kein stehenden Wasser zu belassen. Darüberhinaus ist der Sprudler bei Kindern beliebt. Letztes Jahr fiel das Gerät aus und - trotzdem stank nichts.


    Der Bauverein kümmert sich nach dem positiven Votum der Stadtverordneten für den nächsten Kanalabschnitt jetzt erstmal um einen Haushaltsposten im Stadthaushalt. Dann kann es mit der planerischen Vorbereitung des Bauabschnittes Kellertor- Berliner Brücke losgehen.


  • Die Frage was die "Fraktion die Andere" möchte, dürfte doch inzwischen auch den letzten klar sein.


    Potsdam bekommt ein wenig seiner Vergangenheit bis zum Jahr 1945. Hier mit dem Stadtschloss, der Stadtkanal, die Kellertorwache und evtl. die Garnisonkirche.


    Das Stadtschloss wurde gebaut, auch wenn die Anderen es abstoßend finden dass dort der Landtag eingezogen ist. Die Fachhochschule wurde, trotz Protesten der Anderen, abgerissen und nun kämpft man eben, gemeinsam mit der Linken, für den Erhalt des Rechenzentrum. Hier haben sie bisher am meisten Erfolg gehabt. Und egal wie das Ergebnis aussieht, es wird auch zukünftig für die letzten Bauten aus DDR Zeiten im Zentrum Potsdams (z. B. Staudenhof) gekämpft. Und da der Stadtkanal ein Baudenkmal aus der Vergangenheit ist, wird natürlich Kritik geübt.


    Auch wenn nur heiße Luft statt harte Fakten vorgelegt werden. Denn wie lautet der Slogan von "Die aNDERE" - Eine andere Stadt ist möglich.

  • Die Frage was die "Fraktion die Andere" möchte, dürfte doch inzwischen auch den letzten klar sein.


    Auch wenn nur heiße Luft statt harte Fakten vorgelegt werden. Denn wie lautet der Slogan von "Die aNDERE" - Eine andere Stadt ist möglich.

    Was für eine andere Stadt (Potsdam) soll denn möglich für die Anderen sein?? Wenn sie Potsdam architektonisch und Städtebaulich so belassen wollen wie sie bis 1990 war,wo ist denn da für sie eine andere Stadt dann möglich?? Möglich ist eine andere Stadt(das Stadtbild) nur durch bauliche Veränderung.Und genau die wollen sie ja nicht???:kopfschuetteln: So nach dem Motto,Veränderung ja aber bitte alles so lassen wie es ist.

    Alles im allen diese "Anderen" opponieren mit ein paar maroden DDR Gebäuden nur gegen die teilweise historisch Wiederherstellung der Potsamer Mitte um mehr geht es dieser eine für Potsdam unnützen kleinen linken lautstarken Truppe nicht,musste mal gesagt werden!

    Achja, jetzt wieder zurück zum Thema Kanal.