Potsdam - Quartier Barberini und Alte Fahrt

  • Treverer: Mag daran liegen, dass Handels- und Kontorhäuser in deutschen Handelsstädten recht verbreitet waren und sich daher viel vom Handel und Wandel in Innenräumen abspielte. In den Hansestädten zB lief auch vieles direkt im Hafen ab. Was allerdings noch nicht erklärt, warum z.B. flämische Märkte recht groß sind, da dürfte es ähnlich gewesen sein.


    Allerdings haben insbesondere deutsche Städte häufig mehrere bedeutende Marktplätze. Zudem sind breite Marktstraßen auch durchaus typisch. In Potsdam wurde ja ohnehin alles mehr oder minder am Reißbrett geplant, das hat nicht viel mit organischem Stadtwachstum nach Bedarfen wie bei einer mittelalterlichen Stadt zu tun.

  • Dass das hier immer wieder in diese "wer-hat-den-größten-schönsten"-Diskussion abtriften muß! Ist doch egal! Der Platz ist wunderschön, der Trierer Hauptmarkt auch, ebenso der Neumarkt, der Braunschweiger Burgplatz, der Bremer Marktplatz und die Grand Place sowieso. huh:)

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Jetzt erkenne ich beim genaueren Hinsehen erst das Rolltor am Museum Barberini, was zu diesem Zeitpunkt offen war. Gibt es ein Bild nur vom Rolltor im geschlossenen Zustand?


    Es wäre interessant ob das Rolltor wirklich so stark ins Auge fällt, wie der Zugang zum Plenarsaal am Stadtschloss. Könnte man sich das Museum Barberini auch mit einem vollautomatischen Holztor vorstellen und wie stark würde es die Optik des Museum Barberini verändern?!

  • Wenn historische Hintergründe, die zu diesem oder jenem Stadtbild führten, so egal wären, wären wir wohl nicht im Stadtbild-Forum gelandet, oder. :)

    Das meine ich gar nicht. Anstatt sich einfach am Alten Markt zu erfreuen, wird gleich wieder mit der Grand Place aufgetrumpft, der andere bringt den Hauptmarkt ins Gespräch, den ein anderer wieder enttäuschend fand...
    Ich finde den Alten Markt Spitze und genial, auch wenn mir von der Stimmigkeit des Platzgefüges andere Plätze besser gefallen, soll doch jeder für sich entscheiden. :rolleyes:

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Trotzdem wird man sich doch einmal hier des schönen Schatzes europischer Platzarchitektur vergewissern dürfen!

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Jetzt erkenne ich beim genaueren Hinsehen erst das Rolltor am Museum Barberini, was zu diesem Zeitpunkt offen war. Gibt es ein Bild nur vom Rolltor im geschlossenen Zustand?

    Ist denn sicher, dass es ein Rolltor ist? Für mich sieht es auf Konstantins Bild so aus, als bestünde zumindest das äußere Tor aus zwei Türflügeln (evtl. auch Faltflügel, da mir die Tiefe eher zu gering aussieht, um das Tor mit einfachen Flügeln vollständig zu schließen), die auf dem Foto links und rechts in geöffnetem Zustand zu sehen sind. Ich hatte nämlich gehofft, dass Türflügel kommen würden. Auf den Visualisierungen der Barberini-Seite ist das nicht eindeutig zu erkennen und auch im Text findet man dort nur den Begriff "Anliefertor".


    Ein Rolltor besteht ja schon aufgrund seiner Konstruktion/Funktion immer aus einzelnen, meist leichten und klapprigen Lamellen mit Zwischenräumen, da es nur so aufgerollt bzw. umgelenkt werden kann. Türflügel dagegen sind und wirken da viel massiver und wertiger, gerade in dieser wunderbaren Fassade!

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Ich glaube auch, dass es ein kassetiertes Doppelflügeltor aus Holz wird. Aber wir werden es erleben - ich habe ein Auge drauf.


    Der Begriff "Anliefertor" kommt aus der Versicherungswirtschaft. Wollte das Museum z.B. die Mona Lisa leihen muss sichergestellt werden, dass der Kleinbus auch nach einem Stau um 4 Uhr morgens vollständig im Museum "weggeschlossen" werden kann. Ich hatte mal das Vergnügen ein Museum zu bauen - da kenne ich die Erfordernisse.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Das meine ich gar nicht. Anstatt sich einfach am Alten Markt zu erfreuen, wird gleich wieder mit der Grand Place aufgetrumpft, der andere bringt den Hauptmarkt ins Gespräch, den ein anderer wieder enttäuschend fand...
    Ich finde den Alten Markt Spitze und genial, auch wenn mir von der Stimmigkeit des Platzgefüges andere Plätze besser gefallen, soll doch jeder für sich entscheiden. :rolleyes:


    Ich empfinde das so, dass es weit besser wäre, sich gegenseitig übertrumpfenden Superlativen zu enthalten und derart fulminante Plätze an und für sich als schön zu begreifen.


    - Ansonsten allen ein schönes neues Jahr!

  • Ich empfinde das so, dass es weit besser wäre, sich gegenseitig übertrumpfenden Superlativen zu enthalten und derart fulminante Plätze an und für sich als schön zu begreifen. - Ansonsten allen ein schönes neues Jahr!

    Genau das wollte ich sagen. Ob der alte Markt einer der schönsten Plätze Europas oder nur Deutschlands oder Ostdeutschlands ist, soll doch jeder für sich entscheiden und ob es in Resteuropa schönere Plätze gibt auch. :thumbup:

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Etwas müßig diese Einwürfe... das muss ja nicht überwichtig genommen werden, wenn hier mal was verglichen wird. Das ist doch nur menschlich, unser Hirn gleicht ständig mit Bekanntem ab.


    Weiterhin: der Potsdamer Alte Markt ist für mich eine der schönsten Platzschöpfungen überhaupt und ich bin überglücklich, ihn immer vollständiger zu sehen!

  • Hier ist die TG-Einfehrt des Barberini:


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Als ich gestern mal wieder am Alten Markt unterwegs war und das Barberini sich im schönen Licht präsentierte, musste ich unweigerlich an diese Aufnahme aus dem Jahre 1907 denken:



    Quelle: https://commons.m.wikimedia.or…07.jpg#mw-jump-to-license


    Und heute:



    Verglichen mit den ganzen Veränderungen im EG Bereich im 20. Jhrdt., nimmt sich die Toreinfahrt von heute ja gerade bescheiden aus.


    Und noch ein schönes Detail. Die Nikolaikirche spiegelt sich in der Eingangstür vom Chiericati:



    Bilder. soweit nicht anders angegeben, von mir

    Gruß aus Potsdam

  • Wie PNN heute berichten, soll das Lelbach Projekt in der Brauerstr. nun doch nicht von den Vorgaben des B-Plans befreit werden. Wir hatten die Bebauungspläne in diesem Strang schon weiter oben diskutiert.

    Gruß aus Potsdam

  • Wenn sich das Projekt dadurch um mindestens mehr als 8 Monate verzögert, ist das natürlich äußerst ärgerlich.

  • Heute mal wieder ein Update von der Rückseite des Barberini, also von der Alten Fahrt aus gesehen.



    Die Gestaltung des Uferbereichs schreitet voran






    Und nochmal die Ansicht vom Alten Markt aus



    Bei der TG Einfahrt scheint sich was getan zu haben


    Bilder von mir und von heute



    Gruß aus Potsdam

  • Jetzt ist also auch meine Frage beantwortet wie die Torflügel aussehen. Eine leichte silber-graue Farbe, also nicht der Hausfassade angepasst. Allerdings handelt es sich hier wahrscheinlich nicht um eine Holz sondern eine Brandschutztür aus Aluminium.


    Es wäre jetzt noch interessant ein Bild zu erhalten, wie das Tor geschlossen aussieht um sich einen Gesamteindruck machen zu können.

  • Was die Toreinfahrt angeht, kann nun wirklich nicht gemeckert werden. Das ist optimal gelöst worden. Die Torgewände in klassischer Weise profiliert, das Tor selbst mit einer klassischen Kassettierung gegliedert. Mir sieht es nach einer Doppelschichttür aus. Außen die historisierende Holzverkleidung und nach innen eine metallene Brandschutztüre!