Potsdam - Quartier Barberini und Alte Fahrt

  • Naja, ein kleiner Nadelstich wäre z.B. eine sauber ausgeführte und prominent publizierte Studie zu Bevorzugung und Zahlungsbereitschaft der Kunden/Mieter im Vergleich zwischen:


    - Altbauten, saniert aber mit Details erhalten
    - stark veränderte Altbauten
    - Rekonstruktionen
    - Traditionelle Neubauten (z.B. Charlottenpalais von Patschke)
    - Moderne, angepasste Neubauten (das, was wir hier als häßlich bzw. langweilig, aber man kann damit leben bezeichnen)
    - Moderne, ausgefallene Neubauten


    Eventuell müsste noch in die Gruppen Gotik/Renaissance, Barock/Klassizismus, Gründerzeit und Neue Sachlichkeit bei Altbauten und Rekonstruktionen unterschieden werden, da diese sich m.E. in der Nutzbarkeit doch noch unterscheiden.


    Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das Ergebnis so aussehen wird:
    1. Altbauten, saniert aber mit Details erhalten
    2. Rekonstruktionen
    3. Traditionelle Neubauten
    4. stark veränderte Altbauten
    5. Moderne, ausgefallene Neubauten
    6. Moderne, angepasste Neubauten


    Die Architektenschaft würde zwar dagegen wettern, aber in der Regel wird das gebaut, was gezahlt wird und wenn man erstmal die Investoren umstimmt, dann werden sich die Architekten schon anpassen. Nur bei öffentlichen Bauten wird es vmtl. etwas schwieriger, ebenso wie bei den Baubehörden.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Weihnachtliche Impressionen des Wunders von Potsdam (in HD!). Alter Markt, Barberini, Ringerkolonnade und Alte Fahrt und einem Berlin-Bonus.
    Allen APHlern ein frohes Weihnachten und alles Gute für 2016!

    "Wie schön ist es doch zu leben." Pippi Langstrumpf

  • Heute in der MAZ:


    "Museum Barberini wird früher fertig."


    "Ein seltener Vorgang in Brandenburg: Eine Baustelle könnte sogar vor dem offiziell anvisierten Termin fertig werden. Dabei handelt es sich um den Palast Barberini, der in Potsdams Stadtmitte als Museum wiederersteht. Bauherr Hasso Plattner hat für die Besucher bereits 2016 eine Überraschung parat."


    Schöne Überraschung zum Fest... :thumbup:

  • Sehr genial! Es hat schon einen Grund, dass Herr Plattner das geworden ist, was er geworden ist! Gratulation!


    Hätte Herr Plattner auch den Flughafen Berlin-Brandenburg gebaut, dann würde schon seit längerer Zeit Flugzeuge dort starten und landen können!


    Die beste und größte Überraschung für mich war ja schon, dass wir IHM die Stadtschlossfassaden verdanken! Topen kann er das nur noch, wenn er zur Eröffnung berichtet, dass er das Mercure oder die FH gekauft hat und zur Eröffnung des Barberini sprengen wird :-))

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • .... und obendrein noch das Schiff der Garnisonkirche in der originalen Fassung Friedrich Wilhelms I. wieder errichten wird !


    Das wäre dann die sprichwörtliche 'Potsdamer Spitze'.... cclap:)


    Aber ich denke, wir dürfen nicht unbescheiden sein. Prof. Hasso Plattner hat schon so viel für das Stadtbild Potsdams geleistet, daß man ihm in ganz Deutschland zu ewigem Dank verpflichtet ist und mit gutem Gewissen gar nicht mehr von ihm erbitten mag....

  • Auch ich möchte Hasso Plattner danken und nicht zu vergessen Günther Jauch!


    Nur, sind es denn die beiden die einzigen Spender, die Potsdam ein Stück schöner gemacht haben!? Nein danken wir auch an den anderen Spendern, die mit kleinen Beträgen ebenso dazu beigetragen haben. Ich erinnere bloß an die Wiederherstellung des Winzerberg, die Teilrekonstruktion des Stadtkanals und des Neptun- Bassin, aber auch zum Schluss möchte ich mich bei Investor Göpel bedanken der die Kellertorwache wieder aufbaut.


    Herzlichen Dank :biggrin: !


    Moderationshinweis (Aedificium): Beitrag verändert. Die Schriftfabe rot und grün sind der Moderation vorbehalten.

  • Was Hasso Plattner für Potsdam getan hat, auch als Wissenschaftsstandort, das ist phänomenal.


    Das wird auch bleiben für die nächste Generation!

  • Hallo ans Forum,


    ich bin jetzt seit einem Jahr in diesem Forum und hab viel gelesen, hab auch ein bisschen gepostet, aber hab die meiste Zeit viel mitgenommen :)


    Da ich aus Potsdam bin, hab ich mich natürlich sehr gefreut, dass das Barberini bei der Abstimmung zum "Bauwerk des Jahres" den ersten Platz gewonnen hat (obgleich ich, wie viele andere, dem gesamten Quartier Alte Fahrt den Zuschlag gegeben hätte).


    Wie dem auch sei ... hier mein persönlicher Rückblick auf das Palais Barberini von meinen Aufnahmen gesehen und in 2015:



    Februar




    April





    Mai





    Juni




    Juli




    Oktober








    Allen ein Frohes Neues Jahr!

    Gruß aus Potsdam

  • Einer der schönsten Plätze Europas ist im Wiedererstehen begriffen !
    Aus dieser Perspektive gesehen, fehlen nur noch die Schließung der Durchsicht zur Alten Fahrt und natürlich die Balustradenfiguren des Stadtschlosses.

  • Wieviele solcher Plätze es im Deutschland vor, sagen wir mal 1943, gab, mag man sich gar nicht ausmalen. Damit der Platz wieder seine alte Schönheit zurück erhält, wird es wohl noch dauern, denn ein Abriss der FH und eine ansprechende Anbindung des Alten Markts an den Rest der historischen Innenstadt, wird wohl noch recht lange auf sich warten lassen, leider.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Wieviele solcher Plätze es im Deutschland vor, sagen wir mal 1943, gab, mag man sich gar nicht ausmalen.

    Nicht sehr viele! Sogar in Nürnberg gab es keine auch nur ansatzweise vergleichbare Plätze. Da fallen mir nur Rothenburg, Görlitz, Breslau (heute Wroclaw) und Münster (Prinzipalmarkt, heute leider weitgehend verloren) ein.

  • Danzig und Psen gehören sicher auch dazu. Und nicht die Altstadt in Landshut vergessen! Und Augsburg.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Naja, Posen war schon vor 1945 stark Polnisch geprägt; Danzig dagegen war aber in der Tat fast rein Deutsch.


    Alles aber bestimmt sehr schöne Plätze/Straßenzüge, wie auch der Domplatz zu Bamberg, der Bremer Marktplatz oder der Dresdner Neumarkt. Aber ansonsten? Vielleicht noch der Hauptmarkt zu Trier, aber das war's dann auch endgültig. Ein Belgisch-Brabantischer Knaller wie der Grand Place zu Brüssel oder der Grote Markt zu Antwerpen hat es im heutigen Deutschland nie gegeben.

  • Stimmt: Posen hatte schon vor 45 mehr als 60 % polnische Bevölkerung. Aber einen herrlichen Alten Markt mit italienischem Renaissancerathaus und der Stadtwache - da musste ich an Potsdam denken, auch weil so ungewöhnlich.


    Trier empfand ich immer eher als durchschnittlich, zumindest den Hauptmarkt. Auch sonst stimme zu - im Vergleich zu Belgien eher stets normales Programm. Da sind Landshut mit der Straße "Altstadt", Rathaus, St. Martin und dem Trausnitzblick schon eher einzigartig. Oder der Lüneburger Stintmarkt.


    Aber so einen steinernen römischen Platz, auch noch in der ungewöhnlichen Form wie in Potsdam, sonst nördlich der Alpen nie gesehen.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Trier empfand ich immer eher als durchschnittlich, zumindest den Hauptmarkt.


    Na, pass auf was du sagst! rant:)


    Hier im Forum kann uns doch sicher wer erklären, warum deutsche Städte eher zu kleineren (aber sehr pittoresken) Plätzen tendierten?

  • Na, pass auf was du sagst! rant:)


    Hier im Forum kann uns doch sicher wer erklären, warum deutsche Städte eher zu kleineren (aber sehr pittoresken) Plätzen tendierten?

    Der ist in der Tat schon überdurchschnittlich schön: http://www.360cities.net/image…rth&utm_medium=all_images


    Mit den Belgischen Plätzen kann man's aber total nicht vergleichen:
    http://www.360cities.net/image…rth&utm_medium=all_images



    http://www.360cities.net/image…rth&utm_medium=all_images >> cheers:)

  • Treverer: Mag daran liegen, dass Handels- und Kontorhäuser in deutschen Handelsstädten recht verbreitet waren und sich daher viel vom Handel und Wandel in Innenräumen abspielte. In den Hansestädten zB lief auch vieles direkt im Hafen ab. Was allerdings noch nicht erklärt, warum z.B. flämische Märkte recht groß sind, da dürfte es ähnlich gewesen sein.


    Allerdings haben insbesondere deutsche Städte häufig mehrere bedeutende Marktplätze. Zudem sind breite Marktstraßen auch durchaus typisch. In Potsdam wurde ja ohnehin alles mehr oder minder am Reißbrett geplant, das hat nicht viel mit organischem Stadtwachstum nach Bedarfen wie bei einer mittelalterlichen Stadt zu tun.