Steyr – unterschätzteste Stadt Mitteleuropas? (Galerie)

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    • Ich war diese Woche - ebenfalls aufgrund dieser Galerie - in Steyr und bin total begeistert.
      Evtl. finde ich die Zeit, irgendwann mal noch nicht gezeigte Fotos von Steyerdorf einzustellen.
      Zwei Dinge haben mich zutiefst beeindruckt: Die Stilvielfalt und der plastische Reichtum der Fassaden, sowie die verwinkelten Gässchen den Berghang hinauf. Ich muss sagen, dass ich vorher in Wien war und - man höre und staune - eher enttäuscht. Das lag sicher nicht an der Stadt, sondern an meiner übertriebenen Erwartungshaltung. Es lag auch weniger an der Architektur. Städte wie Prag, Passau oder Salzburg, selbst das schwer geprüfte Dresden liegen einfach schöner. Prag kommuniziert viel besser mit der Moldau als Wien mit der Donau. Auf diesen Eindruck hin hat mich das schön gelegene und zudem architektonisch so eindrucksvolle Steyr wirklich umgehauen. Für mich zählt es nach Salzburg, Graz und Wien, auf einer Stufe mit Linz zu den 5 sehenswertesten österreichischen Städten. Vor der winzigen Innsbrucker Altstadt oder Klagenfurt.
      Ich hatte einen etwas betagten ADAC Österreich Reiseführer, in dem Steyr im Gegensatz zu Hallein, Bad Ischl, etc. ausgeklammert war. Unglaublich. :augenrollen:
    • Ich war diese Woche - ebenfalls aufgrund dieser Galerie - in Steyr und bin total begeistert. ...
      Ich muss sagen, dass ich vorher in Wien war und - man höre und staune - eher enttäuscht. Das lag sicher nicht an der Stadt, sondern an meiner übertriebenen Erwartungshaltung.


      Jetzt wird die Luft für künftige Steyr-Reisende schon verdammt dünn, überhaupt wenn die Erwartungshaltung (fast müsste man von Erwartungsdruck sprechen) auf diese subtile Weise noch weiter angekurbelt wird.
      An sich empfinde ich ja derartige ausführliche Galerien als insofern bedenklich, weil ja für präsumtive Stadtbesuche so gut wie kein Überraschungsmoment mehr übrigbleibt.
      Tatsächlich ist ja Erwartungshaltung ein wichtiger Parameter für Städtegenuss.
      Aber schön, dass es bei dir trotzdem noch so gut funktioniert hat, Joji!
      Und was Wien betrifft, so hast du bei deinem nächsten Besuch den Vorteil, dass du überrascht sein wirst, weil du auf viele Sachen treffen wirst, die du das erste Mal nicht gesehen hast (dh haben kannst). Außerdem hast du dich auf den falschen Parameter focussiert, was dir ein zweites Mal nicht passieren wird: Wien hat einfach keine besondere Lage. Um schön Panoramablicke zu haben, muss man auf hohe Gebäude außerhalb der Ringstraße steigen. Sonst bliebe natürlich der Canalettoblick vom Belvedere, den du wahrscheinlich genossen haben wirst. Wien ist subtiler. Aber unter uns: Dass Prag schöner ist, sagen viele Leute, und vielleicht haben sie recht. Für Wien braucht es halt lange, bis man alle Besonderheiten so intus hat und richtig würdigt. Ich schätze auch, dass es auf ersten Blick etwas farblos wirken muss.
      Was deine fünf-Städte Reihung betrifft, so ist es natürlich schwer, Metropolen mit Mittelstädten zu messen. Eventuell, dass du dir noch Krems gibst, das Steyr ziemlich nahekommen dürfte. Wenn man Stein mitzählt, ist es wohl sogar überlegen. Und der Welser Platz (allerdings nur dieser eine Platz, den Rest kann man vergessen) kann es wohl mit dem Steyrer auch aufnehmen.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • @ ursus, auch wenns of topic ist

      Ja, ich denk über Wien sind wir uns einig. Grau weiss wirkte die Stadt erstmal und auch der Zuckerguss (Historismus) kennt ein zuviel des Guten.
      Trotzdem bleibt's eine der ganz großen Metropolen Europas, ich wurde in Summe garantiert nicht enttäuscht. Ich kannte halt bisher aus vielen Galerien nur die Stärken, die imperiale Ringstraße, dass die Stadt mit blauem Auge durch den Krieg kam. Durchaus vorhandene Schwächen waren mir nicht bewusst.
      Das Belvedere hab ich - natürlich - gesehen, samt dem fantastischen Blick. Traumhaft. Auch die vielen Grünanlagen haben mir sehr gefallen. :cool:
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      Der mE schönste Blick auf die Stadt, von Osten.
      Im Folgenden werden wir uns ein bisschen mit Ennsdorf auseinandersetzen. Vorweg: das Schönste ist der Blick von dort auf die Stadt, aber ganz zu vernachlässigen ist dieser dritte Stadtteil trotz aller Kriegszerstörungen wieder auch nicht.


      Hier noch zwei altbekannte Bilder:

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      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Wir ham beim Kollertor begonnen, dem einzigen erhaltenen von vormals vier Toren.

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      An sich müsste es schon bekannt sein.

      Die Kollergasse macht keinen besonderen Eindruck, zeigt aber trotz aller Verluste noch ein wenig Altstadtcharakter,

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      Wie oft in Steyr vermischt sich Altstadt mit gewerblicher Nutzung, Authentizität mit Heruntergekommenheit:

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      Das violette Haus links vor dem Tor macht sich in natura nicht so gut:

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      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Also begeben wir uns in Neuland.
      Ennsdorf wurde aufgrund seiner Nähe zum Bahnhof und zu den Steyr-Werken weit schwerer getroffen als die restliche Stadt, blieb aber dennoch größtenteils erhalten. Der Wiederaufbau war weit achtloser als jenseits der Enns. Schließlich hatte Ennsdorf niemals mit der eigentlichen Stadt oder mit Steyrdorf mithalten können.

      Den Hauptverlust, das Johannestor sowie das Ensemble um das Kollertor hat Schlosshof schon gezeigt.
      Wir wollen uns ansehen, was noch steht, und das ist erstaunlich viel.

      Die Langegasse von Steyr befand sich nicht in der eigentlichen Altstadt, sondern in Ennsdorf. Heute heißt sie Haratz -Müller-Straße, und sie ist in ihrem zentralen Bereich recht gut erhalten, besitzt echte Altstadtqualität.

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      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Hauptsehenswürdigkeit ist H.M-Str 11-13, das lokale Ennsdorfer Formen mit Inn-Salzach-Stil verbindet.

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      Erker:

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      Erdgeschoß:

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      Innenhof:

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      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
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    • Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Johannesgasse, wo sich das erwähnte kriegszerstörte Johannestor befand. In Ennsdorf befanden sich die meisten Stadttore Steyrs, nur eines ist erhalten, das meiste wurde schon im 19 JH liquidiert.

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      Der Rest der Langengasse trägt bereits dörfliche Züge:

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      ... und weist nur noch vereinzelt bemerkenswerte Substanz auf.
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      Zum Abschluss noch die Bahnhofstraße:

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      Ennsdorf sieht von außen nicht sehr einladend aus, und nur wenige Touristen verlieren sich über die Enns. Aber die H.M.Str. , die gleich neben der Brücke einmündet und sozusagen unmittelbar an die restliche Altstadt anschließt, kann man sich schon gönnen, meine ich.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
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      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Jetzt machen wir einen Sprung über die Steyr und über die Altstadt.
      Hier, an der Promenade, sehen wir noch den Turm der Stadtpfarrkirche.
      Das Bild wird vom Werndl-Denkmal beherrscht.

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      Dieser Industrielle ließ sich unweit diese Villa, das sogenannte Schloss Voglsang errichten:

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      Steyr verfügt über erstaunlich viele Denkmäler außerhalb der Altstadt. Eines davon ist das neben dem Park von Schl. Voglsang gelegene Schloss Engelseck:

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    • Noch mehr entzückt mich der Quenghof:

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      viel Vorblendung gemäß dem Motto: mehr Schein als Sein!

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      ihm vorgelagert ist eine qualitätsvolle Nepomukkapelle:

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      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Auch der Hinterteil ist originell:

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      Das wär's einmal fürs Erste, denn ehe wir uns einer Hauptsehenswürdigkeit der Stadt nähern, sollten wir ein wenig durchatmen.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.