Potsdam - Potsdam à la Erbse (Galerie)

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Guten Abend werte Mitforumer 8)


    Ich bin durch den Umstand gesegnet, in Potsdam Verwandschaft zu haben (meine Familie verstreute sich über die ganze Republik). Auch habe ich durch mein Studium in Brandenburg viele Freunde in der Gegend.
    So kam es, dass ich vergangenes Frühjahr auch mal meine Kamera eingesteckt hatte, um ein paar Aufnahmen der märkischen Schönheit einzufangen, die ich euch hier partiell präsentieren werde.


    (Die Kommentare nach SSC-Manier habe ich einfach mal so belassen, ich hoffe ihr stört euch nicht weiter daran ;))



    Hatte leider nicht genügend Zeit, um großartig Sehenswürdigkeiten anzugeifern, für einen kleinen Rundgang zwischen Innenstadt und Park hat's aber gelangt.



    Na dann: Vorhang auf für den schönsten Stadtteil Berlins!



    Den Schlitten erstmal im mit Yuppie-Karossen zugestellten Parkhaus abgestellt, um den Stammbaumangehörigen einen Besuch abzustatten.
    Auf diesem Wege geht's zunächst am ehemaligen Reichsgericht (heute Amtsgericht) vorbei.


    Von da aus in Richtung Altstadt. Dazu überqueren wir die gar prächtge Hegelallee.


    Begrüßt wird man von glitzig sanierten Häuserzeilen und aufgebrezelten Spazierwegen.



    Ab in die Jägerstraße - und damit den pulsierenden, studentisch wie touristisch geprägten Kern Potsdams.


    Gute Bildung geht nur in guten Schulen. Hier die Bachschule.


    Dann einen kleinen Zwischenstopp bei einer (wirklich netten... und gut gebauten :P ) ungarischen Antiquitätenhändlerin eingelegt und einen netten Lüster besorgt, zu einem wirklich fairen Preis.
    Gleich gegenüber von der Händlerin: Erst mal am Ziel angekommen und ein frisches Käffchen bei den Abkömmlingen genossen.


    Was schneller als erwartet ging (wir wurden glücklicherweise nicht zugetextet, wie das u.A. bei meinen Vorarlberger Verwandten der Fall ist...). Spaziergang kann also fortgesetzt werden.


    Das Bohnengetränk macht mich stets noch durstiger. Also ab in die (wirklich empfehlenswerten) Bürgerstuben zur rechten.


    Hier mal das Gebäude vom vorletzten Bild (Jägerstraße 32) an der Kreuzung Gutenbergstraße, welches derzeit fein rausgeputzt wird.
    Einer der wenigen Bauten in dieser Gegend, die überhaupt noch zu sanieren sind.




    Überhaupt ist der Sanierungsstand für eine (ost)deutsche Stadt absolut erstaunlich. Ich kenn Potsdam noch aus den frühen 90ern, da kam es einer baufälligen Geisterstadt gleich. Und im Vergleich zu meinem letzten ausgiebigen Besuch im Jahre 2004 ist der Fortschritt einfach nur unglaublich!


    Saubere Ossistadt?


    Es gibt aber natürlich auch Schattenseiten. So treiben hier in letzter Zeit perverse Quietschentenfanatiker ihr Unwesen.


    Mittendrin statt nur dabei: Eines der ganz wenigen Nachkriegsgebäude der Brandenburger Vorstadt.
    Karstadt-Kaufhäuser gelten gemeinhin ja als Tor zur Hölle, in diesem Fall kann man sich mit dem Füllbau aber durchaus anfreunden. Oder?



    Da musst ich gleich an den SSC-Subway-Fanclub denken. Extra für Welfe, Tanne und Sandwichkonsorten:



    Wir befinden uns jetzt übrigens auf einer der Haupteinkaufsachsen, der Brandenburger Straße.


    Nochmal was für Freunde des amerikanischen Konsumimperialismus.
    Die machen sich einfach überall breit.



    Nun erheischt man einen Blick auf die markante St.-Peter-und-Paul-Kirche.


    Ein Schwenk in die sich fortsetzende Jägerstraße verrät, dass es für die Häuslebauer noch immer etwas Arbeit gibt. Auch eine akzeptable moderne Ergänzung findet sich.


    Noch mal was modernes aus der Jägerstraße. Verschwitzte Gesichter verlassen den Bau ob seiner genial angepassten Architektur (der Ladeninhaber wird wohl nichts damit zu tun haben).
    Beate wäre stolz.


    Läden für Kind und Kegel, Mann und Frau, Schwein und Sau.
    Für jeden was dabei.




    Kurztrip in Richtung Altmarkt. Hier im Hintergrund ein Ungetüm in der Charlottenstraße, dem wohl demnächst die Abrissbirne winkt.



    Wie zu Honeckers besten Tagen - Haus des Handwerkers


    Von der kreuzenden Friedrich-Ebert-Straße erscheischt man nun einen Blick auf die Nikolaikirche am Alten Markt. Sie wird endlich renoviert und erstrahlt an der Ostfassade wie auch am Kuppelaufbau schon in frischem Glanz. Soll in diesem Jahr noch fertig werden.



    Nun aber eine kleine Kehrtwende und die Friedrich-Ebert-Straße die andere Richtung entlang - zum Nauener Tor hin.


    Hier blitzt langsam schon das gestriegelte Holländische Viertel hervor.
    Da hat Friedrich der Große sich mal ganz ungeniert ausgetobt - ausschließlich Giebelhäuser aus Backstein für die zahlreichen holländischen Immigranten des 18. Jahrhunderts.
    Bei der großzügigen, denkmalgerechten Sanierung nach der Wende griff sogar das Königshaus der Käsköppe unterstützend ein. Das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen.


    Für die Dünnhäutigen gibt's gleich mehrere Apotheken in der Straße.



    Und für die Ungeduldigen: Sogar Uhren!


    Selbst ein Tchibo-Ramschladen kann anständig aussehen.


    Rückwirkend ein Blick auf die Brandenburger Straße.
    So mag ich Shoppingmeilen.


    Peter- und Paulkirche, noch schneefrei


    Keine Minute später: Welcome to Siberia!


    Selten einen solch heftigen Wetterumschwung erlebt.
    Im Rücken konnte ich noch die wärmenden Sonnenstrahlen spüren.


    Schon April?



    Wiederum ein paar Minuten später. Von den Flocken (den weißen, die andern sind noch reichlich vorhanden) keine Spur.
    Stattdessen Vorbereitungen zur Wahl der Miss Sunshine.


    Damit beende ich den ersten Teil meiner Potsdamreihe zunächst.
    Weiter geht's dann mit etwas Holländischem Viertel, einem Häubchen Alexandrowka, einer Prise Villenviertel und einem Esslöffel schweinegeilo Parkanlagen.



    Fortsetzung folgt...

  • Vielen Dank für das "Erbsenmenü Potsdamer Art". Schöne Bilder, die vom Format ruhig eine Nummer größer sein könnten, um sie vertiefter zu betrachten.
    Das mit dem Brocken an der Charlottenstraße/Platz der Dt. Einheit (Wilhelmgalerie) wäre ja wünschenswert, aber hast Du genauere Kenntnis, dass da was erfolgen soll? Vielleicht habe ich es auch in den Mitteilungen von unify überlesen.


    Die Fortsetzung der Potsdamreihe wird klar befürwortet. :daumenoben:

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Vielen Dank Erbse für die Bilder und deine amüsante Kommentierung, nur weiter so! Dieser modernistische Bau...



    ...scheint mir auch ganz ok zu sein. Würde mich interessieren wie das Gebäude vollständig, d.h. auch rechts von deinem Bildausschnitt, aussieht. Hast nicht zufällig ein Photo davon?

  • Vielen Dank. Tolle Fotos. weisst du zufällig, was mittlerweile aus dem ehemaligen Haus der Offiziere (Hegelallee 24) geworden ist? Seit 2007 plant man es abzureißen. Ist es mittlerweile verschwunden? Das wäre wirklich schade. Meiner Meinung nach sollte man das Gebäude sanieren und lieber den Flachbau daneben beseitigen, der passt nämlich gar nicht in die Umgebung.



    Lage:


    Innenaufnahme:

  • Schöne Bilder, wenn ich das richtig sehe, dann sind sie vom Winter im letzten Jahr. Die Nikolaikirche ist schon weiter mit der Sanierung.


    Quote

    Kurztrip in Richtung Altmarkt. Hier im Hintergrund ein Ungetüm in der Charlottenstraße, dem wohl demnächst die Abrissbirne winkt.


    Erbse meint wohl das städtische Krankenhaus Ernst-von-bergmann ganz links im Bildhintergrund. Das wird gerade saniert und nicht abgerissen ;) Die Wilhelmgalerie bleibt wohl für die Ewigkeit.

  • Quote from "saibo"

    Vielen Dank. Tolle Fotos. weisst du zufällig, was mittlerweile aus dem ehemaligen Haus der Offiziere (Hegelallee 24) geworden ist? Seit 2007 plant man es abzureißen. Ist es mittlerweile verschwunden? Das wäre wirklich schade. Meiner Meinung nach sollte man das Gebäude sanieren und lieber den Flachbau daneben beseitigen, der passt nämlich gar nicht in die Umgebung.


    Der Flachbau (ein ehemaliger Intershop) soll abgerissen werden. An der Stelle soll ein Wohnblock entstehen, wobei es aber Ärger mit der SPSG und dem Denkmalschutz gab. An der Stelle soll auch irgendwo die Persiusvilla wiederaufgebaut werden.


    http://www.architektur-modellbauboegen.de/index.php?goto=modellbauboegen&typ=4\r
    www.architektur-modellbauboegen. ... egen&typ=4

  • Quote from "unify"

    Der Flachbau (ein ehemaliger Intershop) soll abgerissen werden. An der Stelle soll ein Wohnblock entstehen, wobei es aber Ärger mit der SPSG und dem Denkmalschutz gab. An der Stelle soll auch irgendwo die Persiusvilla wiederaufgebaut werden.


    http://www.architektur-modellbauboegen.de/index.php?goto=modellbauboegen&typ=4\r
    www.architektur-modellbauboegen. ... egen&typ=4


    Das wird auch höchste Zeit. In so einer exponierten Lage, direkt gegenüber des Haupteingangs zum Park Sanssouci, darf nicht so ein primitiver Flachbau stehen. Ich hoffe die Architektur des Wohnblocks, der dann dort entstehen soll, passt sich der Umgebung an. Und was ist nun mit dem ehemaligen Haus der Offiziere, das rot eingekreiste Gebäude mit dem eingestürtzen Dach direkt neben dem Flachbau? Existiert das noch? Oder wurde das wie geplant abgerissen?