Christusstatue

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    • Re: Christusstatue

      Aufatmen in Kaufbeuren! :D :D :D

      Aus für die Christusstatue nun auch in Kaufbeuren!

      Laut Allgäuer Zeitung wird die Statue in Kaufbeuren jetzt nicht mehr weiterverfolgt!!
      all-in.de/nachrichten/allgaeu/…-aufmacher;art2759,561698

      Der Oberbürgermeister hat sich gestern bei der Diskussion im Stadtsaal von dem Vorhaben distanziert. Auch die Diözese hat sich nun endlich deutlich von dem Projekt distanziert.
    • Re: Christusstatue

      Ja, diese Absage seitens Kaufbeurens erfreut auch mich. :D Wie konnte der Herr Oberbuergermeister ueberhaupt zuerst auf diese Offerte eingehen? :augenrollen:

      Na, wollen wir mal abwarten was nun die naechste Station sein wird und hoffen, dass dort wieder Nein gesagt wird. Dieses Projekt sollte endlich landesweit vom Tisch kommen statt immer wieder neu verhoekert zu werden.
    • Re: Christusstatue

      "Georg Friedrich" schrieb:

      Freilich, man kann das Ganze als oberflächlich und inhaltsleer empfinden. Eine solche protzige Kolossalstatue in triumphalischer Geste kann allerdings auch als Kampfansage gegen unsere mythenlose deutsche Gegenwart mit ihren Dogmen der Sachlichkeit, Schmucklosigkeit und Zurückhaltung - all das worunter eben zumal das heutige Bauen leidet - verstanden werden. Wird das Trumm tatsächlich gebaut, wäre ich geradezu dazu geneigt, von Anzeichen zu einer teilweisen Heilung bundesdeutscher Komplexe zu sprechen. Die Kritik der zitierten Kunstexperten an diesem provokant unzeitgemäßen "Monumentalstil" darf keineswegs verwundern - hier treten die Dogmen der alten Bundesrepublik hervor, die verteidigt werden wollen. Was erlaubt sich dieser Künstler, der hier am Ende gar ein neues Hermannsdenkmal im christlichen Gewand errichten möchte?



      Zuviel Idealismus schmälert die Qualität deiner Beiträge.

      Natürlich möchte man etwas positives in diesem...öhmm...Vorhaben sehen; zumal das Christentum in D. langsam derart in die Defensive gerät, daß nach logischem Ermessen längst eine machtvolle Gegenbewegung innerhalb der evangelischen u. katholischen Gemeinden imgange sein müßte.

      Aber es wird, wenn überhaupt, kein altverwurzeltes Christentum sein, wie wir es als Deutsche von klein auf kennen (oder halt nicht, wie ich z.B.): Diese Geschichte weist IMO deutlich auf eine kommende Amerikanisierungswelle hin. Jederzeit mobilisierbare, ortsungebundene finanzstarke "Freikirchen", die ebenso wie Gated Communities, öffentliche Zelebrierungen von Gottglauben in Politik und Medien, eine oberflächliche Moralisierung ect. zur depremierenden gesellschaftlichen Zukunft unseres Landes beisteuern. Aus Amerika für ein Land, was in manchen Bereichen zuviel von Amerika gelernt hat.

      Unser Sozialstaat, überhaupt unser Verständnis von "Staatsvolk" oder Kirche ist IMO dauerhaft zerstört. Wenn es auf bayrischer Regionalebene ein tatsächliches Fortführen/Wiederbeleben uralter Kulturtraditionen gibt, wird das mit den Realitäten in Berlin, der Rheinschiene oder der Oststeppe wenig zu tun haben.

      Allerdings können wir uns mit dem Gedanken trösten, daß sehr vieles von jenem US-Christenkitsch und "In God We Trust" (sowie die Weihnachzutensilien) aus ehemals deutschsprachigen Landstrichen in den USA rauswuchs. Die ehem. Deutschamerikaner sind bekanntermaßen die überzeugtesten Patrioten...:augenrollen:
      Nein, die werden gedünstet
    • Re: Christusstatue

      @Wissmut
      Du denkst zu allumfassend. Mir ging es nur um eine kurze Analyse der Form, also eben jenes monumentalen Gestus, in dem das Projekt daherkommt, und um mögliche Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Psychologie in Deutschland, nicht aber gleichzeitig auch um den konkreten Inhalt, der hinter dem Projekt stecken mag. Natürlich hat das Vorhaben nichts mit einer Neuaufstellung des traditionellen Christentums in unseren Breiten zu tun. Wäre ein solcher Stil jedoch gemeinhin in Deutschland akzeptabel, würde ich schon von einer Änderung deutscher Befindlichkeiten sprechen, da er einen offensichtlichen Angriff auf den kurz geschilderten, alten bundesrepuklikanischen Grundkonsens darstellt, der freilich nicht nur die Architektur betrifft und in vieler Hinsicht ein tatsächlicher deutscher Sonderweg ist. Der Bundesrepublik fehlt nämlich von Anbeginn an eine angemessene Repräsentationskultur.

      Neben der Architektur ist der zweite Bereich, an dem dies überdeutlich wird, natürlich das Militär bzw. die Absenz desselben. Man denke nur an die langweiligen, traditionslosen Uniformen der Soldaten der Bundeswehr oder an die in Westdeutschland verpönten und daher selbstverständlich seit 1990 in Berlin fehlenden alljährlichen Militärparaden oder an die ebenfalls nicht mehr stattfindende mittwöchliche Wachablösung an der Neuen Wache. In diesen Punkten war die DDR anders als die Bundesrepublik ein normaler europäischer Staat. Und wie befremdlich wirken dagegen heute auf uns solche Bilder aus Berlin? Bei vielen unserer Nachbarn sind sie noch heute selbstverständlich - ich rede nicht vom Propagandakommentar -, nicht so im wiedervereinigten Deutschland...
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Christusstatue

      Zumindest einige Mißverhältnisse sind dabei, sich zu normalisieren. Das Regierungsviertel in Berlin ist in seiner Maßstäblichkeit und betonierten "Verspieltheit" beste französische Tradition; eine Defense fehlt uns freilich noch - Treptow ist zwar ein wenig abgelegen, aber jeder dumpfe Glaskasten dürfte wohl besser als das bestehende Unding sein. :D

      >>Wäre ein solcher Stil jedoch gemeinhin in Deutschland akzeptabel, würde ich schon von einer Änderung deutscher Befindlichkeiten sprechen, da er einen offensichtlichen Angriff auf den kurz geschilderten, alten bundesrepuklikanischen Grundkonsens darstellt, der freilich nicht nur die Architektur betrifft und in vieler Hinsicht ein tatsächlicher deutscher Sonderweg ist. Der Bundesrepublik fehlt nämlich von Anbeginn an eine angemessene Repräsentationskultur.<<

      In der Nachkriegszeit war sie tatsächlich angemessen - wer, wie die "DDR" baulich und diplomatisch so laut auf die Pauke schlägt, macht sich im In- und Ausland lächerlich, egal ob mit Stalinbauten oder kombinativen Wohnriegeln a la Berliner Mitte. Die Wache im preußischen Stechschritt und Wehrmacht-46-Uniform wirkt angesichts der politischen Natur des Staates als sowjetischer Satellit ebenso befremdlich wie heute die (traditionsverhafteten) Uniformen der sogenannten irakischen Armee. Insofern war für Westzonesien eine Zurückhaltung notwendig, zumal der ganze Charakter des Landes als Provisorium angelegt war. Vielleicht hätte sich die Repräsentationsgeschichte der BRD ein (klein) wenig anders entwickelt, wenn FFM 1948 seinen der Geschichte gemäßen Platz erhalten hätte...nicht nur, was die Übernahme des Wehrmachtshelms M44b angeht. ;=)

      Der heutige Berliner Neoklassizismus könnte tatsächlich ein zeitgenössisches Repräsentationsmittel auch für politische Bauaufgaben sein (auch wenn ich es persönlich nicht mag)...ja, wenn dieser Staat noch so vertrauenswürdig, stark und selbstbewußt wäre wie beispielsweise unter Kiesinger oder auch Schmidt. Tatsächlich hat die deutsche Souveränität ab- und nicht zugenommen...die äußere wird unbedeutend, wenn die innere ausgehöhlt ist.
      Gegen die de facto Ohnmacht des deutschen Staates in seinem eigenen Wirkungsgebiet helfen auch keine Säulen mehr.
      Nein, die werden gedünstet
    • Re: Christusstatue

      "Zeno" schrieb:

      Aufatmen in Kaufbeuren! :D :D :D

      Aus für die Christusstatue nun auch in Kaufbeuren!

      Laut Allgäuer Zeitung wird die Statue in Kaufbeuren jetzt nicht mehr weiterverfolgt!!
      http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/kaufbeuren/Kaufbeuren-christus-aufmacher;art2759,561698\r
      www.all-in.de/nachrichten/allgae ... 759,561698

      Der Oberbürgermeister hat sich gestern bei der Diskussion im Stadtsaal von dem Vorhaben distanziert. Auch die Diözese hat sich nun endlich deutlich von dem Projekt distanziert.


      Es täte auch eine lebensgroße Christusstatue vor dem Rathaus reichen !
    • Re: Christusstatue

      In den USA, in Ohio, hatten die auch so ein Ding gebaut. Stand da gross und breit gen Himmel ragend...bis im Juni der Blitz einschlugt und nur das Stahlgerippe uebriglies. ('Touchdown Jesus' statue in Ohio destroyed by lightning - USATODAY.com)

      :D
      „Groß ist die Erinnerung, die Orten innewohnt“ - Cicero

      Gemeinsame Erklärung