Klingenthal (Galerie)

  • Hallo zusammen,
    in meinem ersten Beitrag möchte ich euch meine Heimatstadt vorstellen.


    Klingenthal ist eine Kleinstadt im sächs. Vogtlandkreis mit ca. 8.000 Einwohnern und liegt an der tschechischen Grenze.
    Leider ist der Altersdurchschnitt zur Zeit der höchste von Sachsen. Daran wird wohl auch die landschaftlich durchaus
    reizvolle Lage und die neue Großschanze "Vogtland-Arena" wenig ändern.


    Leider hat Klingenthal, wie viele sächs. Kleinstädte, mit dem Verfall seiner Gebäude zu kämpfen. Dieses Jahr sollen der
    Bahnhof und das Gymnasium abgebrochen werden. Letzteres wird einem Supermarkt weichen.
    Dazu muss man sagen, dass Klingenthal bereits 6 Lebensmittelläden besitzt.


    Hier zeige ich euch ein paar Bilder, die ich im letzten Frühjahr gemacht habe.
    Wenn es meine Zeit erlaubt, werde ich weitere Fotos beitragen. Viel Vergnügen!



    Marktplatz, im Hintergrund die "Rundkirche" und das Rathaus.




    Gebäudeensemble Auerbacher Str. Richtung tschechischer Grenze.





    Auf diesem Foto sieht man ein Protestbanner. Zu dieser Zeit wurde der Kreisverkehr zur Stauentlastung gebaut und es wurde noch diskutiert,
    ob Schwerlastverkehr über die Grenze fahren darf.



    Schwenk nach rechts.



    Leider wurde dieser Jugendstil-Altbau vereinfacht. Auf alten Bildern sieht man noch die nach oben geschwungenen Giebelspitzen.





    Hauseingang




    Eines der größten Häuser in der Stadt (Sitz der städtischen Wohnungsgesellschaft).










    Ein ehemaliges Fabrikgebäude. Ich frage mich, wie alt es ist. Was schätzt ihr?



    Detail



    Demnächst werde ich noch Fotos vom alten Bahnhof und Gymnasium machen. Noch stehen sie ja.

  • Netter Einstand. Danke für die Bilder und herzlich Willkommen.


    Klingenthal scheint ein nettes Städtchen zu sein, auch wenn es ziemlich sanierungsbedürftig scheint. Sind die Abrisse für Bahnhof und Gymnasium denn schon fix oder ist da noch was zu machen?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Der schlechte Zustand einiger der gezeigten Bauten gibt einem schon zu denken. Ob die noch zu retten sind? Noch sind sie augenscheinlich standfest und sanierungsfähig. Kannst du noch ein wenig mehr dazu schreiben, gibt es Pläne zur Sanierung, steht etwas zum Verkauf, wenn ja, wie teuer....?
    Die Fabrik ("Schlossmeinel") ist der leicht expresssionistischen Fassadendekoration nach zu urteilen um 1925/30 erbaut worden. Mit ein bisschen Glück hat der Bau innen drin schon Betondecken, die gegenüber den Holzdecken für eine bessere Standfestigkeit sorgen und die Chance auf Sanierung erhöhen.


    Dies ist nicht zufällig das besagte Gymnasium?
    http://www.diia.de/?thema=objekt_detail&id=1038&list=1&PHPSESSID=7d53842bb93269b84160f8c182f365a8\r
    http://www.diia.de/?thema=objekt_detail ... c182f365a8

  • Schönen Dank. In Westdeutschland wäre das alles bestimmt schon abgerissen... Gut, daß es im Osten steht. :zwinkern:

  • Das nenn ich Einstand nach Maß! Dafür einen :applaus: von mir!
    Klingenthal schaut wirklich ganz vorzeigbar aus, hat von den Städtebaufördermitteln & Sanierungssubventionen offenbar aber nicht soviel abbekommen. Wie repräsentativ sind denn deine Fotos für das Stadtbild (im Grunde zeigen sie ja nur wenige Einzelbauten)?



    Wir hören hoffentlich noch von dir, Denny? ;)

  • Hallo!
    Danke für die zahlreiche Resonanz.


    Ein Problem von Klingenthal ist u. a., dass es eine schlechte Infrastruktur hat und seine Potentiale nicht ausreichend nutzt.
    Vom 10.-11. Februar ist bei uns übrigens der erste Skisprung-Weltcup seit langem.


    Aber hier erst mal die versprochenen Bilder vom Gymnasium. Leider fehlen mir noch genaue Daten zur Geschichte der einzelnen Bauten. Werde mich aber demnächst intensiver damit befassen.



    Bis Ende 2007 wurde noch unterrichtet. Jetzt befindet sich das Gymnasium in der ehemaligen Mittelschule, welche extra dafür ausgebaut und erweitert wurde :( http://www.schulemachtsport.de






    Wenn man sich umhört, merkt man schnell, dass es den meisten Leuten egal ist, ob etwas abgerissen wird. Die alten Gebäude werden als Schandflecke angesehen
    und ein Großteil möchter lieber in einem Neubau wohnen.


    Bürgerinitiativen gegen Abrisse hat es meines Wissens noch nicht gegeben. Die Stadtverwaltung hat z. B. sehr lange versucht, einen Investor für den Bahnhof zu finden. Jetzt scheint der letzte Ausweg nur noch der Abriss zu sein.
    Es wird dafür ein Haltepunkt mit Autoparkplätzen entstehen.


    Zum Stadtbild: Klingenthal ist eine sehr langgezogene Stadt und wird von der (zum Großteil unsanierten) Gründerzeit dominiert (geschlossene Häuserzeilen und vereinzelt Villenbebauung). Noch ist das Stadtbild sehr einheitlich,
    dies wird sich leider ab diesem Jahr ändern. Ansonsten gibt es ein Plattenbaugebiet. Dafür mussten Gott sei Dank keine Gebäude weichen. Und es stehen, besonders auf dem Aschberg (höchster Punkt: 936 m), sehr viele Ein- und Zweifamilienhäuser.


    Leipziger: Nein, das ist eine andere Schule, die außerhalb vom Zentrum liegt. Ich wusste gar nicht, dass sie versteigert wird. Bin mal gespannt was daraus wird.

  • Vielen Dank für die Bilder einer Stadt, die ich bisher nur vom Hören her kannte. Bedauerlich natürlich gleich vom Abriss von zwei bedeutenden Bauten für die Stadt erfahren zu müssen. Das Gymnasium scheint schon etwas älter zu sein als städtische Durchschnittsgymnasien, etwa 1850 würde ich schätzen. Bilder vom Bahnhof und -umfeld würden mich auch sehr interessieren. Wahrscheinlich das übliche Vorgehen an kleinen Bahnhöfen in Erzgebirge und Vogtland: Rückbau zum einfachen Haltepunkt, Abriss des Empfangsebäudes, P&R-Parkplatz, fertig. So haben wir eine praktische funktionale Verkehrsstation, die jedoch ihre Geschichte verleugnet und keine Aufenthaltsqualität besitzt.

  • Nun ist es leider traurige Gewissheit, auch die Schlossmeinel-Fabrik wird bis 2010 abgerissen. Quelle ist die Lokalzeitung: http://com88.comon-service.de/kd/drgrimm/zeitung.nsf/C3578C0BD2656C29C12576260056BB2C/$file/Kling35_09.pdf
    Damit verschwindet wieder ein Stück Klingenthaler Geschichte, die Stadt wird zusehends lückenhafter.


    Das alte Gymnasium wurde übrigens bereits abgebrochen, dort entsteht jetzt ein neuer EDEKA-Markt. Neben einem bereits bestehenden EDEKA existieren schon ALDI, LIDL, Penny, Netto und Spar und das in einer Stadt mit 8.000 Einwohnern :augenrollen:.


    Immerhin wird der Abriss des Bahnhofes verschoben, da alle Gelder beim City-Tunnel Leipzig gebraucht werden. Eine Aussicht auf Rettung ist dies leider nicht.



    Anbei noch ein Foto mit Blick auf den Friedensberg.

  • Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)