So schön könnte Bauen sein (Architekturentwürfe)

  • Entwurf für eine Rheinbrücke bei Mainz von Hermann Billing:



    Aus "Deutsche Kunst und Dekoration" Jahrgang 1902

  • Entwurf für ein Landhaus in Honnef am Rhein von Wilhelm Tettau:




    Aus "Deutsche Kunst und Dekoration" Jahrgang 1905

  • Konkurrenzentwurf von Otto Schnartz für das Verkehrs-Ministerium in München:



    Aus "Deutsche Kunst und Dekoration" Jahrgang 1905

  • Diesmal 2 Entwürfe aus der Architektonischen Rundschau 1895 beide von Alfred Messel in Berlin.


    Wohnhaus Lessingstrasse 38:



    Volksspeisehalle Chausseestrasse 98:



    Eigene Scans

  • Otto Wagners leider nie realisierte Pläne für den 22. Wiener Gemeindebezirk…



    Für die, die es nicht wissen – der 22. Bezirk ist der größte von allen in Wien, und diese Pläne hätten aus Wien einfach eine immense Stadt gemacht.


    Leider kam es nie dazu, und daher sieht es dort jetzt ca. so aus:



    Ups, haben sich da ein paar alte Häuser auf das Bild geschlichen? Entschuldigt bitte, ich korrigiere schnell! :-)




    Im Grunde ist das Vorhaben nicht sehr unterschiedlich: Aus der ehemaligen Vorstadt mit kleinen Zinshäusern und ebenerdigen Häusern wollte bzw. will man ein städtliches Gebiet erschaffen. Die Herrschaften von damals hatten halt bessere Ideen, die heutigen haben es komplett vermasselt :biggrin:
    Ich glaube nur ein einziges Wort kann diese Bauten beschreiben: Es fängt mit D an, und endet mit "reck". :lachen:

  • Ich glaube nur ein einziges Wort kann diese Bauten beschreiben: Es fängt mit D an, und endet mit "reck". :lachen:


    Ich kenne noch ein zweites Wort für diese Geschmacklosigkeiten. Es fängt mit "S" an und endet mit "chrott".

  • Ich habe eine kleine Präsentation von Architekturentwürfen für die Stadt Köln in einem Video zusammengestellt. Was soll man dazu noch schreiben ... es ist einfach unglaublich was für ein Mist heutzutage architektonisch verbrochen wird. Wenn man sich diese alten Entwürfe anschaut, gewinnt man einen ganz anderen Eindruck davon, was eigentlich alles möglich ist.



    :thumbsup:

    Architektur ist nichts anderes als die Formensprache einer Kultur. Entweder sie lebt, oder sie ist tot.

  • Bei den nachfolgenden Entwürfen handelt es sich um die Pläne eines Architekturstudenten für eine Villa, erstellt im Sommersemester 1880. Die Pläne haben gelitten, deshalb bitte ich um Nachsicht. Jedenfalls kann man unschwer erkennen, dass diese Pläne in sorgfältigster Handarbeit in Tuschezeichnung entstanden sind. Sie sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ganz ohne CAD Programm und ohne Cpmputer. Bei den beiden Plänen, die in blauer Farbe erscheinen, handelt es sich um "Blaupausen". Der damalige Student brachte es übrigens später bis zum Kgl. Preußischen Geheimrat (Geheimer Hofrat).


    Fassade, man beachte, dass sogar der Schatten dargestellt wurde, auch auf den anderen Entwürfen, mit Ausnahme des Grundrisses. Am Gesims im Bereich der Dachzone sitzen zwei Statuen/Frauengestalten. Wenn man STRG drückt und gleichzeitig an der Maus dreht, lassen sich die Bilder noch etwas vergrößern:


    Grundriss:



    Haustüre:




    Im Feld über der Haustüre ein Entwurf für ein Gemälde: links: Erschaffung Adams; rechts: Erschaffung Evas. Auch in den darüber befindlichen Gewölbezwickeln sind Malereien zu erkennen:




    Schnitt durch das Gebäude, links das Wohnzimmer, rechts die Haustüre:




    Vergrößerung des Wohnzimmers, oben an der Wand scheint Stuck und eine Holzdecke angedeutet:



    Man beachte die Wandverkleidung, die Türen samt deren Verdachung, den Kamin mit Feuer, das Bild über dem Kamin zeigt den Vesuv mit Rauchwolke, Auf dem Gesims der Wandvertäfelung erkennt man Pokale, Humpen und Zierteller:




    Blaupause des Grundrisses:




    Blaupause der Fassade, man beachte, unten am Sockel befindet sich ein Wandbrunnen mit halbkreisförmigem Bassin: