Rampische Straße 23-27 und 31-33 - Köllmann/USD (realisiert)

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    • Ich habe diese Antwort schon erwartet. :zwinkern: Aber ich habe da eben eine grundsätzlich andere Position. Man kann stets im Kleinen etwas verbessern oder verschlechtern. Ein "Eh´ scho wurscht" kenne ich kaum. Sicherlich ist die Salzgasse weitgehend verpfuscht, aber durch diesen Bau findet keine Verbesserung statt. Dass dieses Haus "kühlen Chique" ausstrahlt und gar "überdurchschnittlich" sein soll, erschließt sich mir nicht ansatzweise. Man hätte auch das Florana aus der Hauptstraße einfach dorthin kopieren können. Schlechter wäre das jedenfalls nicht gewesen. Wenn man das dann richtig gelungen findet, bitte sehr. Aber ich teile es halt nicht.
    • Naja, auch wenn meine Begeisterung vielleicht etwas übertrieben war - der Hinweis auf KnererLangs Florana ist zu stark aufgetragen. Die Katastrophe an letzterem Bau ist weniger die Modernität an sich als die völlige Proportionslosigkeit, die formale Plumpheit. Hier wurde immerhin die Proportionalität (wenngleich sich die aus der Grundsstücksparzelle ergibt und keine eigenständige Leistung des Architekten darstellt) und die innere Rhythmizität gewahrt. Letzterer Punkt ist nicht ganz unwichtig für mich. Letztendlich ergibt sich dadurch so etwas wie die Abwandlung barocker Achsenmuster. Auch das Stufendach trägt dazu bei. Dazu nimmt die stark ausgeprägte Dreidimensionalität der zugegebenermaßen schlichten Fassade doch etwas die Primitivtät.
      Wie gesagt - man muss das nicht unbedingt wollen, aber der Vergleich zu KnererLang ist denn doch zu gehässig. Ich hab das Floranadings mit eigenen Augen gesehen, das ist so etwas von inferior. Als Architekt würd ich mich dafür in Grund und Boden schämen.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Heimdall schrieb:

      Man kann stets im Kleinen etwas verbessern oder verschlechtern. Ein "Eh´ scho wurscht" kenne ich kaum. Sicherlich ist die Salzgasse weitgehend verpfuscht, aber durch diesen Bau findet keine Verbesserung statt. Dass dieses Haus "kühlen Chique" ausstrahlt und gar "überdurchschnittlich" sein soll, erschließt sich mir nicht ansatzweise.
      Besten Dank - exakt genau so sehe ich das auch. Auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist, und mit der Rückseite des GHND-Hauses ist ja in der direkten Nachbarschaft schon ein Maßstab vorgegeben. Die anderen, eher mediokren Neubauten in der Salzgasse kommen da zwar nicht ran, aber das ist kein Grund, einen noch sehr viel schlechteren und sich noch viel weniger einfügenden Neubau hinerherzuwerfen. Selbst ein Entwurf wie der Füllbau an der Landhausstraße wäre besser gewesen.
    • Die Architektur des Füllbaus mag für sich gesehen qualitätvoll sein, dem einen gefallen - und dem anderen nicht. Was aber ist dessen Beitrag zum Ensemble? Völlig unabhängig davon, ob die Architektur für sich gesehen "gut" oder "schlecht" ist - mit dem Genius Loci hat sie kaum etwas zu tun. Mir liegt vor allem die Wirkung des Stadtraums am Herzen und dass in diesem Bereich bereits Problempunkte existieren, sollte kein Freibrief für weitere sein. Die Abfolge 33-29 hätte man als harmonisches und dresdentypisches Ensemble gestalten können.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Mit Ensemblefähigkeit oder einem ominösen Genius loci kann man an dieser Stelle aber schwerlich argumentieren. Dazu war der Bereich um die Salzgasse und den Tzschirnerplatz schon vor 1945 viel zu fragmentiert, wurden doch das Kurländer Palais sowie der Kopfbau der Rampischen Straße durch Tempers Polizeipräsidium und Canzlers Albertinum in einer Art und Weise bedrängt, die den zarten Architekturen des 18. Jahrhunderts hohnsprachen. Es gehört zu den unausgesprochenen Wahrheiten, dass nicht nur Dresden auch stark unter dem Bauboom der Gründerjahre gelitten hat.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Es gehört zu den unausgesprochenen Wahrheiten, dass nicht nur Dresden auch stark durch den Bauboom der Gründerjahre bereichert wurde. Canzlers Albertinum ist ein großartiger Bau. Ausschließlich zarte Architekturen des 18. Jahrhunderts fände ich langweilig. Ich mag das massig-wuchtige dieser Gründerzeitgebäude. Auch sie gehören zum vielschichtigen historischen Stadtbild.
      In dubio pro reko
    • bilderbuch schrieb:

      Mit Ensemblefähigkeit oder einem ominösen Genius loci kann man an dieser Stelle aber schwerlich argumentieren.

      Den Genius Loci vom alten Dresden und dem Neumarktgebiet finde ich nicht ominös, aber das ist ja ein altes Thema, zu dem wir uns schon öfter ausgetauscht haben. :smile:

      Völlig unabhängig von der Vorkriegsfragmentierung dieser Ecke gibt es so ein paar Standards, die eine Altstadtstraße in Dresden entweder an Dresden erinnern lassen - oder eben an etwas anderes. Die Rückseite der Rampischen 29 und einige andere Füllbauten machen es doch vor, in welche Richtung es gehen könnte, ohne Kontrastierung und Globalisierung zu dienen.

      Wie die Gründerzeit in Dresden gewirkt hat, interessiert mich an dieser Stelle erstmal weniger, weil das vor dem Krieg in einer intakten Stadt geschehen ist. Jetzt haben wir eine völlig andere Ausgangssituation. Ich möchte aber nochmals erwähnen, dass auch die Gründerzeit in Dresden oftmals eine lokaltypische Ausprägung hatte und z.Bsp. nicht selten ortsübliche Materialien verwendet hat. Selbst sich an der Dresdner Gründerzeit zu orientieren, würde die Vorkriegsidentität der Stadt mehr stärken, als austauschbare neuzeitlich-globale Architekturtrends zu Rate zu ziehen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von youngwoerth ()

    • @ Volker

      Und was genau trägt das nun zur Diskussion bei?

      @ youngwoerth

      In erster Linie geht es mir doch nicht um ein Gründerzeit-Bashing. Allerdings sollte doch die Frage erlaubt sein, was an dieser Stelle mit Ensemblewirkung gemeint sein kann. Immerhin sprengten die beiden letztgenannten Bauwerke vollkommen den städtebaulichen Kontext und drückten ihm damit ihren (negativen) Stempel auf. Daran scheint man sich aber mittlerweile gewöhnt zu haben, wozu wohl auch die vollkommene Zerstörung der Innenstadt beigetragen haben mag.
      Wenn du, lieber youngwoerth, also eine Orientierung am Gründerzeitbestand empfiehlst, so möchte ich dir eine Ecke Dresdens entgegenhalten, die ich stets als besonders ärgerlichen Fauxpas wahrnehme und die lustigerweise in "ursus" letzter Galerie autaucht.

      Hier ist sie zu sehen:

      flickr.com/photos/55890020@N04/8669525118/

      Diese Gebäude sind kein minderer Fremdkörper, als es ein Plattenbau wäre. Der Unterschied besteht allein darin, dass wir sie als weniger hässlich empfinden. Das allerdings sagt uns nichts in Bezug auf die Salzgasse. Es bleibt also die Frage nach der Ensemblewirkung.
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    • Die Gründler von Ursus' Bild halte ich auch nicht für besonders vorteilhaft, es gibt aber natürlich auch andere, positivere Beispiele. ;) Dennoch greifen auch diese Bauten Merkmale der gegenüberliegenden Straßenseite auf, ohne sie allzu stark zu abstrahieren (Gliederung, Farbigkeit, Ornament, Sandstein). Sogesehen kann ich Deinem Plattenbauvergleich nicht zustimmen. Schade natürlich, dass sie nicht verputzt sind. Eine Orientierung selbst an diesen Bauten trüge zur Stärkung der Vorkriegsidentität Dresdens bei, weil dieser Stil vor dem Krieg eben auch zum Stadtbild gehört und die Identität Dresdens mitgeprägt hat (und das nicht zu knapp). Mir liegt die Annäherung an das verlorengegangene Stadtbild am Herzen - in etwa so, wie es war (ob es mir gefällt oder nicht).

      Es gilt aber nun auch nicht, sich an offensichtlichen früheren Missständen zu orientieren und sicher gab es im Bereich Salzgasse ein paar davon. Ensembledienlich wäre in diesem Fall eine Orientierung an der Rückseite der Rampischen 29 - einfache Putzfassade in warmem Ockerton zum Bleistift. Die breiten Löcher der angedachten Loggien bringen m.E. eine große Unruhe in den Straßenverlauf - ganz im Sinne der Tiefgarageneinfahrt. :wink:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von youngwoerth ()

    • @ Volker

      Und was genau trägt das nun zur Diskussion bei?


      @bilderbuch, genauso viel wie dein Gründerzeit-bashing. Ich muß dazu jedoch nicht den ganzen Bildschirm volltexten. :wink:
      Ebenso finde ich den von dir zuletzt gezeigten Straßenzug erst gerade dadurch interessant daß er verschiedene Zeitschichten enthält, gründerzeitliche Fassaden mit eingeschlossen.
      Deiner Ensemble-Perfektion kannst du nachtrauern, ich sehe in den Überformungen und Ergänzungen der Gründerzeit keinen Makel sondern einen historischen Abschnitt, der zum städtebaulichen Gesamtbild gehört.
      In dubio pro reko
    • Das ist ja mal eine trollige Antwort...

      @ youngwoerth

      Deinen letzten Post kann ich fast vollumfänglich unterschreiben. Es bleibt zu sagen, dass in der Salzgasse das Kind schon vor vielen Jahren in den Brunnen gefallen ist. Insofern kann man der Entscheidung, dem Investor in Bezug auf den Wunsch nach Loggien nachzugeben, durchaus verstehen. Klar hätte man das auch besser lösen können. Doch auch die von "Schlossgespenst" vorgeschlagenen Balkone, so charmant die gewesen wären, hätten letztlich gegen die Gestaltungssatzung verstoßen.
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    • Über Gründerzeit würde ich jetzt diskutieren wollen, wenn der Investor einen historistischen Entwurf vorgelegt hätte. Da dies aber nicht der Fall ist, finde ich das müßig und ablenkend.
      Aber jetzt kommt schon wieder dieses Argument der ohnehin verschandelten Salzgasse, nun nur in anderen Worten (dem Brunnen-Motiv), was schließlich suggeriert, dass weitere Entfernungen von der traditionellen Baukultur des Quartiers nun ja mehr oder minder unwichtig seien. Nun, ich kann alles zu verstehen versuchen. Auch wenn ein Investor dort ein 30-Stock-Hochhaus aus Waschbeton hätte hinbauen wollen, könnte ich das zu verstehen versuchen. Schließlich will er sich möglichst viel Scheine in die Taschen stecken. Verstehe ich alles. Bloß muss ich dennoch deshalb nicht alles akzeptieren. Aber immerhin wird festgehalten, man hätte "das auch besser lösen können". Sic! Da sind wir ja schon mal auf einer gewissen gemeinsamen Grundbasis angelangt.
    • Das ist jetzt aber schon eine Art Spiegelfechterei.
      An der Salzgasse waren nun einmal keine Leitbauten oder -Fassaden vorgesehen. Folgerichtig bekommen wir hier nun auch die üblichen Füllbauten "serviert", die es mal besser oder schlechter überall in den Gassen rund um den Neumarkt gibt. Jetzt können wir uns natürlich ewig und drei Tage über dieses eine Gebäude aufregen; aber wenn ich an Fassaden wie Neumarkt 18 denke, die weit sensiblere Örtlichkeiten entstellen, lohnt sich das doch kaum. Hier wie dort, hätte man vor dem Baubeginn intervenieren müssen.
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    • Eigentlich will ich keine weitere Diskussion dazu führen, da mir klar ist, dass "Bilderbuch" stets das letzte Wort haben möchte. Und mir ist meine Zeit zu schade, dem in irgendeiner Weise etwas entgegen halten zu wollen. Dennoch sei etwas zur grundsätzlichen Funktion eines Architekturforums gesagt. Erstens sind die Diskutanten Einzelpersonen und es muss ihnen selbst überlassen sein, worüber sie sich aufregen. Natürlich kann man Ratschläge geben, wo eine Aufmerksamkeit lohnender wäre. Es gibt allerdings dennoch hier kein "wir", das auf eine einzige Linie eingeschworen werden muss. Zweitens diskutieren hier meist Personen, die in der Regel weder unmittelbar vor Ort leben, noch stets die Möglichkeit haben, bei sämtlichen Bauvorhaben/-planungen vor dem Baubeginn zu intervenieren, von denen sie teils erst über dieses Forum erfahren. Meist sehen sie Ergebnisse, machen darauf aufmerksam und geben dazu eine Stellungnahme ab. Wer mehr Einfluss auf spezifische Bauvorhaben hat, ist gesegnet, aber nicht der Normalfall, den man einfach voraussetzen kann.
    • Über die Salzgasse ist ja schon viel gesprochen worden und ich verstehe auch ncht, warum man eine Schokoladenseite haben musste. Worüber man aber durchaus reden sollte ist die Aura eines Ortes und dafür ist zu plakative Pracht ohne Irritationen ausgesprochen tödlich. Der Bau haut raus, das ist klar. Fragt sich, ob das gut oder schlecht ist.
    • Ohne große Worte, folgen weitere Bilder des aktuellen Baugeschehens.


      Der Kopfbau an der Rampischen Straße.


      Frontalansicht der Hausnummer 33.


      Gesamte Südseite der Hausnummer 33 (aus der Einfahrt des Polizeipräsidiums fotografiert).


      Die Fassade des Hauses Rampische Straße 31 vom selben Standort aus gesehen.

      Bilder sind von mir.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Auch von mir ein ganz herzliches Dankeschön an Bilderbuch für den Fortschritt. Daß man an diesen beiden Bauten sehr interessiert ist, ist wohl nachvollziehbar. Die Tiefgarageneinfahrt sollte man vielleicht besser verdrängen.
      1816 - Rheinhessen - 2016
      rheinhessen-2016.de
      rheinhessen.de
      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.
    • Nein, die Tiefgarageneinfahrt sollte man in diesem Fall zumindest zurückbauen/entschärfen. Verdrängen würde ich sie auch gerne aber das geht an dieser Ecke GAR NICHT, nicht in diesem Stil, wenn man denn von Stil sprechen möchte. Auch von mir natürlich vielen Dank für die Einblicke ins aktuelle Dresdner Baugeschehen!
      "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"
    • Natürlich wird der übliche Styropor-Mist auf die Fassaden gepappt. Trotzdem sehe ich bei einer künftigen Fassadensanierung hier keine Probleme. Ich sehe das ganze eher als überdimensional dicke Putzschicht, die man leicht durch was anderes ersetzen kann. Stuck kommt ja soviel ich weiß keiner drauf. Interessant wie schön der Rohbau jetzt schon aussieht. Auch von mir vielen Dank für die schönen Bilder!
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.