Hall in Tirol (Galerie)

  • War letzten Samstag mal wieder in Nordtirol, zuerst in Schwaz, dann Hall und abends noch in Innsbruck. Hall und Rattenberg sind für Nordtirol in etwa das, was Steyr für OÖ, Krems für NÖ und Wasserburg bzw. Burghausen für Oberbayern sind, mittelalterliche, eng und dicht gedrängte Altstädte mit bisher immer noch erstaunlich geringer moderner Verschandelungstendenz.
    Irgendwo hier im APH ging es auch letztens mal wieder um die Tiroler Landeshauptstadt und da kam auch Hall zur Sprache...
    Von den letzen 2 Wochen war es dort wahrscheinlich jeden Tag sonnig, nur nicht an dem Tag wo ich dort war...und die Wolken lagen auch tief...und die Tage sind derzeit auch so kurz, kaum fährt man los, schaut bisschen was an, schon wird´s wieder dunkel...
    Also, zusammengepasst hat eigentlich überhaupt nichts, einige Bilder aus dem nordtirolerischen Hall stelle ich aber trotzdem mal hier rein.


    Links zu Hall:
    http://www.hall-in-tirol.at/110.html" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    http://www.hall-in-tirol.at/110.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hall_in_Tirol" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    de.wikipedia.org/wiki/Hall_in_Tirol
    Die Sehenswürdigkeiten von Hall:
    http://www.hall-in-tirol.at/125.html" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    http://www.hall-in-tirol.at/125.html



    Vom Bahnhof ist es nicht weit zur Burg Hasegg und dem Münzerturm:



    man stelle sich hier zusätzlich noch strahlenden Sonnenschein und 2700m hohe, schneebedeckte Berge vor...



    Durch das Münzertor geht es von S in die Stadt:



    Innenhof der Burg Hasegg, in der Burg heute ein Museum
    siehe auch: http://www.muenze-hall.at/" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    http://www.muenze-hall.at/





    den Münzerturm rauf kostete 4€, dafür bekam man einigen Licht- und Toninszenierungsschnickschnack geboten, hoch und runter ging´s entweder über eine enge ältere oder eine neue, bequeme Wendeltreppe.


    Der an diesem Tag etwas trübe Ausblick von oben, die Nordkette muss man sich dazu denken...



    ganz ohne neu geht es natürlich nicht, der moderne Burg- bzw. Museumszugang von oben



    Richtung Innsbruck, alles wunderbar zersiedelt und v.a. mit den heutzutage üblichen endlosen Gewerbegebieten zugepflastert



    der westliche Teil der Haller Altstadt, im Hintergrund Thaur am Fuß des Karwendels


    Thaur mit Pfarrkirche (links) und Romediuskirchlein auf´m Berg (rechts), am Südhang die auch in den angrenzenden Gemeinden Rum und Absam üblichen Neubausiedlungen (die „Outskirts of Innsbruck“):



    Ansitz Rainegg und Salvatorkirche



    Unter- und Oberstadt; vorne der Untere Stadtplatz



    die Damenstiftskirche mit ihrem besonders hübschen Turm, unmittelbar dahinter die Jesuitenkirche, vorne rechts Heiliggeist




    links die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus




    Burg Hasegg und Stadtpfarrkirche


    Nun in die Stadt:





    Heiliggeistkirche am Unteren Stadtplatz



    Im Inneren der Häuser wurde offenbar vergleichsweise wenig entkernt und modernisiert, so wie diese EG-Halle, und immer wieder stösst man auf Rotmarmor...


    Die Altstadt ist zwar recht übersichtlich, die Altstadtgassen aber wunderbar eng und altertümlich, Erker an Erker:

    hier die Eugenstraße...


    ....und die Mustergasse



    als reizvollen Kontrast dazu die unmittelbar benachbarten barocken Klöster der Jesuiten und des Damenstiftes:

    Jesuitenkirche (links), Damenstift mit Herz_Jesu-Basilika (rechts)


    Die Stiftskirche innen:


    ...und die Fassade:


    Jesuitenkirche:



    Von den beiden Klosterkirchen geht es durch die Mustergasse zum Oberen Stadtplatz:



    Nochmals ein Blick in die noch reichlich vorhandenen gewölbten Erdgeschosshallen


    ...eine etwas ältere Tür:


    Am Stadtplatz angekommen, links die Josefskapelle, ganz links angeschntten die Stadtpfarrkirche, im Hintergrund das Rathaus:


    Nach N zweigt die Wallpachgasse ab:


    und nach S, Richtung Burg und Münzerturm abfallend, die Gasse Langer Graben:

  • Vielen Dank für die Eindrücke.


    Anfangs dachte ich (bei den Aufnahmen von oben) eher an eine mittelmäßige Stadt, die späteren Bilder haben dafür allerdings entschädigt. Der Blick von oben ist allerdings nicht zu empfehlen, und die ZErsiedelung ist furchtbar!


    lg

    "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940

  • Noch ein paar Angaben zu Hall:
    ab dem 13. Jh. Salzbergwerk im Halltal
    1303 Stadtrecht
    seit etwa 1300 Innbrücke
    die Schiffahrt innaufwärts endete hier
    1447 Stadtbrand
    1477 Verlegung der landesfürstlichen Münze von Meran nach Hall
    im 15. und 16. Jh. eine der bedeutendsten Städte Habsburgs
    1570 Damenstift, um 1600 Ansiedlung der Jesuiten
    1670 Schäden durch ein Erdbeben
    1945 die Altstadt nahezu unzerstört geblieben, Kriegsschäden v.a. im Bereich der Bahnanlagen
    1967 wurde die Saline eingestellt


    Als nächstes die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, eine dreischiffige gotische Hallenkirche, die Mitte des 18. Jh. barockisiert wurde, der Chor knickt auffällig nach rechts ab (wie ja auch in manch anderer gotischen Kirche, z.B. St. Peter in Bautzen):



    die beiden rechten Seitenaltäre



    Hochaltar




    Altar in der Waldaufkapelle








    unmittelbar hinter dem Chor der Stadtpfarrkirche die Magdalenenkapelle mit gotischen Fresken und einem Flügelaltar von um 1480, der ehemals im Nonnenkloster St. Magdalena im Halltal, einem einsamen Karwendeltal nördlich von Hall, stand






    Schon brach die Dunkelheit herein, abends am Stadtplatz:






    Stubenhaus




    der auch innen sehr mittelalterliche Rathausanbau, heute im EG ein Cafe, man beachte die Fensterläden





    die wappengezierten Zinnen am auch innen gut erhaltenen gotischen Rathaus



    sicherlich keine falsche Enscheidung!




  • Quote from "Kleist"

    Der Blick von oben ist allerdings nicht zu empfehlen, und die Zersiedelung ist furchtbar!


    das gesamte Nordtiroler Inntal ist unheimlich zersiedelt und verbaut, dazu kommt noch der ganze ständig masslos anwachsende Transitverkehr. Den Blick vom Münzerturm auf Altstadt und die umliegende Bergwelt finde ich aber schon sehr grandios (sofern die Berge nicht eingehüllt sind...).


    Übrigens gibt es Hall in Tirol auf maps.live auch in der Vogelperspektive!

  • Bevor es in den nächtlichen Haller Altstadtgassen weitergeht, noch einige Aufnahmen vom Frühjahr letzten Jahres aus der Umgebung von Hall
    (mit Sonne und Bergen):



    das sich oberhalb von Hall aufbauende Karwendelgebirge



    Thaur



    Blick vom Romediuskirchlein ins Inntal auf Thaur und Hall (unten im Tal)



    Hall mit den drei die Stadt überragenden Kirchtürmen (Jesuitenkirche, Damenstiftskirche, Stadtpfarrkirche St. Nikolaus)




    vorne Heiligkreuz am Stadtrand von Hall, rechts der Münzerturm



    Richtung W Innsbruck / Stubaier Alpen




    Absam
    Oberhalb von Hall liegt der Ort Absam mit der vielbesuchten Pfarr- und Wallfahrtskirche zum hl. Michael










    Nordöstlich von Hall am Fuße des Karwendelgebirges die Kirchen St. Michael und St. Martin im Gnadenwald:



    St. Michael gegen Karwendel



    St. Michael



    Rtg. W gegen Patscherkofel und Stubaier Alpen




    St. Martin gegen Karwendel




    St. Martin




    Rum und die Stubaier Alpen
    Die Orte Mühlau, Arzl, Rum, Thaur und Absam (=Marta) verbindet die Dörferstraße, allesamt auf der sonnigen Hochterrasse östlich Innsbrucks gelegen.



    mal was modernes...


    die neue Siedlung von Thaur in sonnigen Südlage






    das Romediuskirchlein oberhalb Thaur


  • Vielen Dank für die Ansichten einer mir bisher wenig bekannten Stadt. Die bürgerlichen Bauten scheinen (wie auch häufig im angrenzenden südlichen Bayern) wenig spektakulär, aber die Sakralbauten und die herrliche Lage in den Alpen machen diesen eher mäßigen Eindruck wohl mehr als wett. Besonders reizvoll scheint mir die barockisierte Stadtpfarrkirche zu sein. Mal ein gelungenes Beispiel für das Sichtbarmachen von "Zeitschichten" :zwinkern:

  • Sehr schön ! Da bekommt man glatt Lust auf Urlaub in Tirol ! :D


    Eine Frage noch: Kennst Du den Grund für den Chorknick ?

  • Quote from "MunichFrank"

    Die bürgerlichen Bauten scheinen (wie auch häufig im angrenzenden südlichen Bayern) wenig spektakulär, aber die Sakralbauten und die herrliche Lage in den Alpen machen diesen eher mäßigen Eindruck wohl mehr als wett. Besonders reizvoll scheint mir die barockisierte Stadtpfarrkirche zu sein


    Die Stadtpfarrkirche von Hall sagt mir (ähnlich wie die im nahen Schwaz) auch sehr zu. Ansonsten, bezüglich der Profanbauten, das ist natürlich Ansichtssache. Mir gefallen die Häuser im Inn-Salzach-Stil zwar generell auch nicht so sehr, aber gerade diese erkerreichen, engen, schluchtartigen Gassen, in Hall ja noch mit viel Substanz aus der Zeit um 1500/1600, sind im Ensemble schon großartig. Noch dazu ist im Inneren einiges z.B. an Holzdecken oder EG-Hallenräumen erhalten geblieben. Wie die Berge die noch mittelalterlich anmutende Stadt überragen, das gibt es im Alpenraum in dieser Form kaum ein zweites Mal.


    Wenn ich demnächst mal wieder was einscannen kann, kommt noch mein absolutes Lieblingsmotiv aus Hall....


    @ Oliver: Bezüglich des Chorknickes steht hier etwas dazu:
    http://de.wikipedia.org/wiki/P…._Nikolaus_(Hall_in_Tirol" onclick="window.open(this.href);return false;\r
    de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirch ... l_in_Tirol)
    "Im Zeitraum von 1420 bis 1440 baute der Haller Baumeister Hans Sewer das einschiffige Langhaus zu einer dreischiffigen Kirche um. Weil dabei das Gebäude nicht nach Süden hin erweitert werden konnte und der alte Chorraum im Kern beibehalten wurde, erscheint das Presbyterium heute abgeknickt."

  • Beeindruckend wie die meist mehrgeschossigen Erker die für sich genommen sehr einfachen Fassaden strukturieren und so eine allzu große Leere verhindern. Im Allgemeinen scheint der Barock in den Hausbau Tirols weniger stark eingegriffen zu haben als andernorts in Österreichs; manche Straßenansichten wirken auch heute noch recht spätgotisch. Auffallend ist zudem wie der Barock eher bayerischen und oberschwäbischen Mustern folgt als denen aus dem östlichen Österreich und Böhmen.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Die sich über den Unteren Stadtplatz übereinander aufbauenden Häuser, überragt vom Karwendel:





    Stadtansicht über den Inn hinweg von der Autobahn vor 20 Jahren (heute nicht mehr möglich, Lärmschutz):



    Ansitz Rainegg



    Nagglburg






    Münzerturm bei Nacht

  • Abends unterwegs in den engen, noch erstaunlich mittelalterlich anmutenden Haller Altstadtgassen (Aufnahmen von kurz nach Weihnachten 2008):





    Einkaufen unter historischen Gewölben, insgesamt erfreulich oft das EG nicht in sonst üblicher Weise verunstaltet.




    Edited once, last by Markus ().

  • Moderne Marktplatzgestaltung in einer Tiroler Marktgemeinde:


    Rum, Vorort von Innsbruck und damit längst zusammengewachsen, das R in MARTHA mit zeitgemäßem Marktplatz.



  • Patscherkofel, 2246m, dieses Jahr zur etwa selben Zeit wohl kaum noch mit allzu viel Schnee.



    Pfarrkirche von Rum





    Die Stubaier könnten ruhig ein wenig näher sein... links die 2718m hohe Serles.





    Links anschließend folgt das anfangs gezeigte.

  • (wenige km östlich von Hall)


    Kirche zum hl. Karl Borromäus



    Erbaut vom Arzt Hippolytus Guarinioni 1620-54 nach seinen ganz eigenen oft symbolhaften Vorstellungen. Ein wenig ähnelt die Kirche Maria Birnbaum im schwäbischen Lkr. Aichach, die auch im 17. Jh. entstand.




    Von der Autobahn, von Innsbruck kommend Richtung Kufstein, bequem zu Fuß erreichbar, sozusagen eine Autobahn-Kirche, auch ansonsten ist die Umgebung durch Straßen, Gewerbegebiete etc. inntaltypisch verschandelt.





    eine Innenaufnahme vorweg:


    Im Inneren 1765/66 neu ausgestattet, gilt als eine der schönsten Rokokokirchen Tirols.


  • Rum hat sich ja eine wahrlich originelle "Marktplatzgestaltung" geleistet. Und was das arme Rathaus verbrochen haben mag, dass man ihm das angetan hat? Schlimm, aber auch irgendwie beruhigend, dass diese schändliche Verachtung für das eigene Erbe nicht auf Deutschland beschränkt ist.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Ich liebe diese beeindruckende Barockfassade, ich war schon 2mal in Hall, und jedesmal in den beiden Kirchen und habe die Stifte vererinnerlicht.

  • Da bei Markus leider oft nicht das beste Wetter war und ja schon wieder ein paar Jährchen vergangen sind, gibt es heute ein paar Bilder vom 21.5.2022 aus dieser schönen tirolerischen Stadt.


    Wir beginnen am Zusammenlauf der Waldaufstraße und der Salvatorgasse, der ein recht bekanntes Fotomotiv darstellt. Besonders das Nagglburg genannte Haus in der Bildmitte von ca. 1500 sticht hervor.



    Lins oben befindet sich der Ansitz Rainegg aus dem 16. Jahrhundert.


    Wir folgen der Waldaufstraße nach links und gehen auf die gotische Fassade der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus zu.



    Das gotische Portal hat eine sehr schöne Farbgebung


    Durch den Umbau einer älteren Kirche zu einer dreischiffigen Hallenkirche im 15. Jahrhundert entstand der Knick im Chor. Später wurde die Kirche, wie man offensichtlich sieht, nochmals Barock umgebaut, es bildet sich aber trotzdem ein sehr harmonisches Gesamtbild.


    Blick Richtung Chor


    Die Deckenfresken



    Eine schöne Art Seitenkapelle mit Reliquienschrank


    Die Kanzel


    Die Orgel


    Leider sind die Innenaufnahmen wieder etwas unscharf geworden, ich dachte eigentlich, dass ich es dahingehend mit der Kamera endlich raushätte, aber ich denke, dass die Schönheit von St. Nikolaus trotzdem gut rüberkommt, Markus hatte bereits Bilder eingestellt.

  • Dann gehts jetzt mal wieder weiter.

    Rechts hinter dem Chor von St. Nikolaus steht die gotische Kapelle St.Magdalena von 1280, die als Kriegergedänchtniskapelle dient.




    Einmal um die Kirche rum findet sich dann gleich noch die barocke Josephskapelle von 1690.





    Direkt daran angeschlossen befinden sich Reste des gotischen Friedhofs mit einigen Grabplatten...


    die teils schon ziemlich grausam wirken