Wien - Streifzug durch Landstraße (Galerie)

  • Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Hat aufgrund der anscheinenden Entstuckung und dem etwas schmuddeligen Gesamtzustand fast etwas Berlinerisches.

    "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
    Arthur Schopenhauer

  • Entstuckung? Das sind doch alles neoklassizistische / expressionistische Bauten, die wohl bis spätestens 1920 erbaut wurden, und allzu viel Stuck war dementsprechend sicher nie vorhanden.

  • Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Bevors mit den Bildern weitergeht, noch ein paar Worte.
    Erdberg ist ein heutiger östlicher Teil von Landstraße, der als solcher durch die großstädtische Überbauung mehr oder weniger untergegangen ist, wie auch das benachbarte St.Marx. Immerhin blieb die Alte Erdberger Pfarrkirche erhalten, wir werden ihr noch begegnen, aber ansonsten rein nichts von der zweifellos ehemals vorstädtischen oder gar dörflichen Bebauung.
    Dennoch ist Erdberg von seinen Baulichkeiten, wenngleich sich kaum Touristen dorthin verirren, zweifellos nicht uninteressant, und zwar ganz sicher nicht ob des historistischen Erbes, das hier denkbar schwach ausfiel, sondern ob der in großem Stil aufgezogenen Wiener Gemeindebauten aus den zwanziger Jahren. Mögen diese an Bekanntheit den "Starobjekten" Karl-Marx-Hof oder Engelshof auch zurückstehen, so findet man vielleicht nirgends eine größere Dichte davon. Das verwandte architektonische Vorkabular ist vielfältig, von rückwärtsgewandt- historistisch (vgl den abgebildeten Erdberger-Hof, ein in dieser ausgeprägten Form seltenes Beispiel) bis kubistisch.
    Wie auch der Karl-Marx-Hof, so nimmt der auch Rabenhof Anleihen beim gotischen Spitzbogen. Hier handelt es sich um eines der bedeutendsten Beispiele expressionistischen Bauens in Wien, und gleichzeitig um eine der größten Wohnhausanlagen, eine Stadt in der Stadt, mit gewisser Infrastruktur wie etwa einem Theater.
    Entgegen anderer vormals reiner Arbeiterquartiere ist Erdberg heute in nicht ausgesprochener türkischer Hand und insgesamt (das einen Kausalzusammenhang herstellende "daher" kann ich mir gerade noch verkneifen :zwinkern: ) in nicht so schlechtem Zustand. Zwar ist der hohe Migrantenanteil nicht zu übersehen, aber die Völker sind recht gemischt, und auch die Inländer noch nicht ganz ausgestorben. Zweifellos gibt es weit schlimmere Stadtteile.
    St. Marx zum Beispiel, das städtebaulich und strukturell ein weit böseres Schicksal hatte, nämlich als eigentlicher urbaner Raum mehr oder weniger untergegangen ist. Zerschnitten von Stadtautobahnen und Gewerbeflächen ist es zu einer innerstädtischen Peripherie verkommen, zu einem Ort, an dem sich niemand wohlfühlen kann. Nicht einmal eine identitätsstiftende Kirche ist erhalten geblieben (ob die nicht unbedeutende Waisenhauskirche schon zu St. Marx zählt, weiß ich allerdings nicht). Erhalten blieb zwar ein sehr bedeutendes und sogar recht bekanntes Objekt, nämlich der St. Marxer Friedhof, wie man weiß, letzte Ruhestätte Mozarts mit, wie man hört, geschlossenem Bestand an alten Grabsteinen um 1800. Allerdings liegt dieser Friedhof dermaßen trostlos inmitten eines Autobahnkreuzes, dass ich mich noch niemals zu einem Besuch aufraffen konnte. Daneben gibt es eine neuen Superpalast, den Sitz der T-Mobil Austria, die neue Dominante dieser Wiener Gegend. Wie der alte Nenning, einer der Retter der Hainburger Auenlandschaft weiland sagte: Machthaber sind immer etwas Unerfreuliches, aber die früheren hinterließen wenigstens Schönheit.
    Meine Generation assoziierte mit St. Marx noch die Wiener Schlachthöfe, allerdings haben diese schon vor etwa einem Jahrzehnt den Betrieb eingestellt, die riesigen Grundstücke veröden bzw werden neu genutzt was weiß ich.
    Bevor es hier jemanden so geht wie einem Touristen aus der damaligen DDR, der ob dieses Ortsnamens meinte: Ja, der olle Marx ist bei uns ja auch ganz hoch im Kurs, aber geht ihr da nicht ein bisschen zu weit? - sei darauf hingewiesen, dass dieser sich vom Evangelisten Markus herleitet. Der erwähnte Karl-Marx-Hof ist übrigens nicht hier zu finden, sondern in -Heiligenstadt :D .
    Also doch? :grinsenlachen:
    Eines ist, wohl von den Schlachthöfen her, in St.Marx und Erdberg geblieben - eine ausgezeichnete vorstädtische, und daher preiswerte Gastronomie.
    Etwaige neugierig gewordene Touristen mögen, so sie nicht essen gehen wollen, die U-Bahnstation "Erdberg" meiden, die liegt in der schlimmsten Peripherie, sondern beim Kardinal-Nagl-Platz aussteigen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Expressionismus in Erdberg:



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    Vom sozialen Wohnbau geprägtes expressionistisches Straßenbild:

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    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.


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    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Toll, diese Architektur ist genau meine, gefällt mir doch besser als der Historismus, auch wenn der sich weniger mit der älteren Vorstadtbebauung schlägt. Jedenfalls hast du auch edle Exemplare fotografiert, wesentlich Schlechteres als das gibts auch. Generell gefällt mir die Epoche 1925-30 am besten, alles vorher noch zu verspielt, alles nachher schon zu schlicht!


    lg

    "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940

  • Erdberger Expressionismus II

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    Jetzt zum diesbezüglichen Höhepunkt, dem Rabenhof, einer wahrlichen Stadt in der Stadt:

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    Hier hätten sich die Nürnberger gute Anregungen für den Wiederaufbau holen können:

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    Aber auch in Wien wurde nach 45 an die Errungenschaften dieser Zeit nicht angeknüpft, was als vertanene Chance anzusehen ist. Man stelle sich vor: so ein Bau in der Innenstadt, etwa als Visavis des Stephansdomes!

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    Der Bau erinnert auch in seinem Pathos an eine mittelalterliche Burg.

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  • Der Rabenhof visavis des Stephansdoms? hmmm, naja, mir persönlich wäre das zu wuchtig ;)!


    Vielen Dank für die Bilder!


    lg

    "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940

  • Muss ja nicht gerade konkret der Rabenhof sein, ich dachte mehr an diesen Baustil im allgemeinen. Das würde schon einigermaßen besser passen als die heutige nichtssagende Ostseite mit diesem abgeschmackten Konsumtempel an der Ecke.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
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  • Fortsetzung Rabenhof:

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    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Gleich geht s weiter mit n paar Puitln, die mir eventuell Beifall von der falschen Seite einbringen könnten :zwinkern:
    Es is ja bekanntlich nicht alles minderwärtig am Historismus, vor allem in der Frühphase konnte er noch von so etwas wie Inspiration und Originalität geprägt sein.
    Freut euch also auf die letzte hier noch nicht gezeigte große Sehenswürdigkeit von Wien III.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.


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    Arsenal ist nicht nur ein besonders abstoßender Londoner Fußballclub...

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    ...sondern ein bedeutender, einstmals militärischer Komplex, geschaffen vom Architekten Theophil Hansen,

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    heute das heeresgeschichtliche Museum,

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    wie vielleicht nicht zu übersehen.

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    Auch wenn viele hier es nicht glauben werden können:

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    Historismus kann auch spannend und faszinierend sein...

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    Es bedarf halt auch einer gewissen Aufgeschlossenheit.

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    Das Ar(s)e(n)al ist sehr groß, leider im WK teilszerstört, aber das Wichtigste blieb erhalten.

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    Alles wird hier gar nicht gezeigt.

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    Das war s im Wesentlichen aus Landstraße. Vielleicht mache ich einmal eine kleine Entdeckung, der Bezirk ist ja groß, aber momentan fällt mir nicht viel Zeigenswertes mehr ein.
    ...Ach ja, vielleicht könnte etwas mehr Belvedere nicht schaden, aber diese ausgelutschten Sachen reizen mich nicht so.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich habe das Arsenal und im Spezielen Das Heeresgeschichtliche Museum besonders gerne.


    Soviel ich weiß, soll das Heeresgeschichtliche Museum das erste Museum Wiens gewesen sein? Innen ist es ja tatsächlich ein Traum. Obwohl in der Nähe zum Belvedere, verirren sich nicht so viele Touris hier her und da entgeht ihnen doch einiges.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Quote from "Pilaster"

    Mensch, Ihr habt a roten Backstein in Wien! :schockiert:


    Das Heeresmuseum hat fuer mich etwas Maurisches.


    Nicht nur für Dich, sondern für alle :!::zwinkern:

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Mir ham sogar vüü rodn bockstaa in wean, wäu unsa Historismus gern fremde Stile, wie die Backsteingotik imitiert hat.
    St. Antonius zu Padua, St Marien zu Lübeck - hamma alles!

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  • So, ihr lieben Leute, da wir schon so lange durch Wien III promenieren, sollten wir uns vielleicht einmal ein kleinwenig Gedanken machen, ob wir nicht ausnahmsweise mal ein bisserl Wert auf Vollständigkeit und Systematik legen wollen. Dh ich hab mir tatsächlich derartige (mir gewöhnlich eher fremde) Gedanken gemacht, und hier ist das Ergebnis:
    Wir besuchen heute ein zugegebenermaßen eher obskures Stadtviertel.
    Meine Güte, was heißt schon obskur in der Aera des Massentourismus...
    Groteskerweise ist die ehemalige Vorstadt Weißgerber, heute der letzte größere, hier noch nicht präsentierte Teil Landstraßes, weit diesbezüglich stärker heimgesucht als etwa die Josefstadt oder der Alsergrund.
    Na ja, was sind denn schon schließlich die Piaristenkirche oder das Liechtensteinpalais -unsere kosmpolitische Plebs hat da schon andere Ziele, die wir natürlich nicht beachten und nur soweit wahrnehmen wollen, als es unvermeidlich ist, dh ganz am Rande.
    Wer hätte den tourismuswirtschaftlichen Aufstieg Weißgerbers vor, sagen wir, 40 Jahren vorausgesehen?
    Diese Vorstadt ist über weite Teile völlig belanglos, und aus diesem Satz spricht keineswegs meine angebliche Arroganz gegenüber dem Historismus (älteres findet man dort nämlich nicht, was uns jedoch egal ist, denn wir sind ja schließlich keine Snobs, nicht wahr?).
    Keiner, nicht mal youngnickel, wird ob der städtebaulichen Schönheiten Weißgerbers in enthusiasmiertes Jubelgeheul ausbrechen.
    Aber das macht nichts, denn wir Aristokraten des Geistes, die wir bescheiden und demutsvoll über unsere Mutter Erde wandeln, überdies stets sehenden Auges, werden immer etwas unserer Ergötzung oder Erbauung, und wenn s gar nicht anders ausgeht, unserer Belehrung Dienliches finden. Vor allem Letzteres ist hier ganz bestimmt der Fall: Wo sonst kann man die Meriten des Historismus studieren, und seine innere Wahrhaftigkeit, seine Authentizität, Materialgerechtigkeit etc schätzen lernen, wenn nicht hier, in dieser läppischen stowässrigen Nachbarschaft? Wo sonst?
    Abgesehen davon, verhält es sich nicht ganz so schlimm. Wir werden original Wiener Backsteingotik kennenlernen, werden der Erfurter Renaissance gedenken und zu guter Letzt ein wirklich nicht unbedeutendes Ensemble vorfinden, das wirklich zum Besten dieser Art in Wien zählt, eine hiererorts typische Melange von Historismus und Jugendstil. Durchwegs solide. Um dies zu erkennen, hätte es vielleicht jenes absonderlichen Nachbargebäudes gar nicht bedurft, aber diesbezüglich hat dieses sicher nicht geschadet.
    Frei nach Plato: Lerne hinzuschauen, und du wirst auch von jenen profitieren, die dummes Zeug bauen!*
    EDIT:
    ich geb zu, dass ich hier manchem Erwiderer - höchst unfreiwillig - eine gewisse Pointe 'aufgelegt' habe... jaja, lerne lesen, und du wirst... ... schreiben, ja klar.
    Stimmt immerhin auch in dieser Form zweifellos.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
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    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Beginnen wir mal eher deviant,

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    Hintere Zollamtstraße, eine zweigeteilte Verkehrsader durch die innere Landstraße.
    Eine Seite ist historistisch, die andere haben wir gesehen: ein bedeutendes Tintenburgen-Ensemble, das international seinesgleichen sucht und sogar die UNESCO beschäftigt hat (die einen höchst wohltuenden Einfluss drauf genommen hat).
    Wer will mehr davon sehen?
    - Weil s so schön ist. Mindestens drei Ministerien (Justiz, Finanz, Soziales) sind da versammelt, neben weiteren öffentlichen Dienststellen.
    So gesehen ein Teil des Wiener Arbeitsalltages.

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    Dies hier führt uns ein kleinwenig auf das zu, was wir in Weißgerber dezidiert nicht beachten wollen:

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    Jetzt sind wir, wie angekündigt, bei den Weißgerbern, hier eine typische Ansicht:

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    Soll keiner was Abwertendes drüber sagen, ein Straßenbild immerhin, das sich selbst genügt. Das wird nicht immer so sein.

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    Der Stadtteil wird von St. Ottmar beherrscht:

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    Zum Roten Ochsen:

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    Oder ist s doch der Breite Herd?

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    Die Proportionierung halt, dieses ewige Problem des Historismus...

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    14. Buch 9. Kapitel
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