Eigene (utopische) Architekturentwürfe

Wir wünschen allen Nutzern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021
  • Hallo,


    hier mal wieder ein paar neue Entwürfe von mir. Diesmal kein Barock, sondern nur Renaissance:






    Viel Vergnügen!




    Moderationshinweis (Palantir): Beitrag hierhin verschoben und Strangtitel geringfügig abgeändert.

  • Wiederum ansprechende, phantasievolle Entwürfe, die hinsichtlich der Realisierung in der Tat (leider) Utopien sind, xharlekin.


    Diese beachtlichen damaligen (wann?) Entwürfe zum Wettbewerb "Neue Fassaden für Bremens Altstadt" des Vereins Lüder von Bentheim dürften Dich und andere dann durchaus auch interessieren:


    http://architekturmuseum.ub.tu…1&sid=127236128039725&z=1

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Sehr schöne Entwürfe - wobei die Vasen auf dem Giebel des zweiten Hauses dann doch wieder etwas barockes haben.

  • Hallo,


    hier nun ein neuer Entwurf. Leider ist die maximale Auflösung bei flickr nicht hoch genug, um alle Details darzustellen.



    Viel Vergnügen.

  • Ich selbst hab auch mal zu Stift und Papier gegriffen und ein paar Entwürfe "gezeichnet"... (also eher gekritzelt)


    1. Ersatz für das Grundstück von Galeria Kaufhof Trier, Simeonstraße, bestehend aus vier Häusern: Neobarock, Klassizismus, Gotik, Eklektizistisch:



    2. Klassizistische Villa, Hanglage:



    3. Barockschloss, inkl. Entwürfe für Ballsaal und Treppenhaus:



    Und schließlich ein historistisches Eckhaus für Unter den Linden, leider durch Wassertropfen etwas verschmiert. Die Zeichnung zeigt die dem Prachtboulevard zugewandte Seite. Das Erdgeschoss besteht aus Arkaden mit zurückgesetzten Geschäftsräumen, darüber ebenfalls zurückgesetzte Räumlichkeiten mit zwischen Arkaden und eigentlicher Hauswand eingezogenen Loggien; geeignet für Wohnungen, wahlweise Gastronomie. Die Reihe wird unterbrochen durch das hervorstehende Treppenhaus; der Bruch setzt sich über einen von Atlanten getragenen Balkon, eine Uhr, eine hellenistisch beeinflusste Skulpturengruppe und schließlich eine Kuppel nach oben fort. 2. und 3. Etage werden durch ionische Pilaster gegliedert, die 4. Etage durch Kassetten. Ein Attikageschoss verdeckt Teile des Daches und dient zugleich als Basis für die Gauben. Material: Heller Sandstein, Dach: Kupfergefasste Schieferplatten, Fenster: Weiße Sprossenfenster im 2., 3., und 4. Stock, Metall (Um die Modernisten zufriedenzustellen :zwinkern: ) im 1. und Erdgeschoss.


    Form is Function.


    "Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang als die Lüge, die neben uns schreitet."

    Adolf Loos (Ja, genau der.)

  • Diesen Strang sehe ich zum ersten Mal. Der äußerst positive Eindruck hierüber ist noch unmittelbar, und es ist mir eine besondere Freude, diese mehr als beeindruckenden Arbeiten hier zu sehen, die auch eine Bereicherung für das Blickfeld darstellen können. Keine falsche Bescheidenheit, TrierReko. Es hat seine Richtigkeit, wenn du weiterarbeitest. Ich persönlich würde wohl meine Seele dem Teufel verkaufen, könnte ich so gut "mal so bißchen kritzeln".
    Hierfür herzlichen Dank .

  • Oh. Vielen Dank! biggrin:)

    Form is Function.


    "Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang als die Lüge, die neben uns schreitet."

    Adolf Loos (Ja, genau der.)

  • Ich habe da Anleihen aus Berlin ( Charlottenburg) oder auch Dresden entdeckt, aber cool, weiter so

  • WOW, TrierRekos, ich bin ziemlich beeindruckt! Nicht nur, dass du so sicher solche stilvollen Skizzen auf Papier wirfst, du hast offensichtlich auch eine Menge Ahnung von den verschiedenen Baustilen und deren jeweiligen Besonderheiten. Ich selbst bin Designer und Illustrator und ziehe meinen Hut! cclap:)
    Edit:
    Und lieber Mündener, deine Zeichnungen gefallen mir auch sehr! Weiter so! :smile:
    (Als ich diesen Beitrag geschrieben habe, war dein Beitrag noch nicht da. Nicht dass du dich irgendwie übergangen fühlst.)

  • Ich habe diesen Strang auch erst jetzt entdeckt und muss sagen: Ich bin wirklich von eurem Talent und euren Fähigkeiten beeindruckt! Das führt mich zu einer Frage, die ich mir merkwürdigerweise bisher noch nicht gestellt habe: Sind eigentlich Architekten im Forum vertreten?

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Wow, also mit so einer positiven Resonanz hab ich jetzt echt nicht gerechnet - dafür vielen herzlichen Dank!


    Auch sehr interessante Entwürfe, Mündener, Danke --- *Kollege* biggrin:)


    Von mir jetzt noch, bevor ich mich in den Urlaub verabschiede, ein Neogotisches/Neoromanisches Wohn- bzw. Geschäftshaus für eine spitzwinklige Straßenecke in Irgendeinem Gründerzeitviertel:


    Form is Function.


    "Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang als die Lüge, die neben uns schreitet."

    Adolf Loos (Ja, genau der.)

  • Das "NEOBAROCKE" ist mir doch etwas "näher", scheint mir sogar "zeitgemässer" als neogotische Entwürfe und Entlehnungen aus der Renaissance. Alles dennoch sehr phantasievolle Arbeiten, die regional an passender Stelle eingesetzt werden könnten, vorausgesetzt, die
    finanzielle Untersetzung wäre überhaupt gewährleistet.
    Vielleicht gibt es gar in späterer Zeit eine Rückbesinnung auf nationale/europäische Stile, dazu scheint aber die Zeit zumindest jetzt noch nicht reif.
    Besonders gute Architekten des wohl verstandenen Historismus und dessen Weiterentwicklung scheinen mir vor allem
    Hans - Jakob Erlwein und Emanuel von Seidl zu sein. Ihnen gelang es stimmige, eigenständige Architekturen zu schaffen dabei aber
    historistische Tendenzen geschickt aufzugreifen.


    Ein besonders schönes Beispiel ist das sehr gut erhaltene Schloss Wolfsbrunn, dessen Interieur weitestgehend erhalten blieb.
    Wolfsbrunn, eine "Mischung" aus Jugendstil u. sehr zurückhaltendem Neobarock, von E. v. Seidl 1910 in Hartenstein, bei Zwickau errichtet
    birgt heute ein Hotel.

  • Großartig, TrierReko; solche Bemühungen nähren die Hoffnung, dass eine Generation heranwächst, die wieder weiß, was eine menschengemäße Architektur ausmacht, so wie unsere Ur-Urgroßväter das noch wussten, bevor die unheilvolle Doktrin vom "Weglassen alles Überflüssigen" um sich griff. Die Berliner Entstuckungsmaßnahmen stellen auch für mein Empfinden die grausamste Kulturvernichtungsaktion dar, die jemals in Friedenszeiten stattgefunden hat. Wenn du weitere Vorlagen für deine kreativen Übungen brauchst, genügt ein Gang durch eine x-beliebige Berliner Straße, ja, es gibt genug Stadtviertel in Berlin, in denen kein einziges Gründerzeit- oder Jugendstilgebäude nicht entstuckt wurde. ablachen:)

  • Ein entschmückter Jugendstilbau in Nürnberg. Es steht in einiger Zeit eine Fassadenrenovierung an. Was schlägst du vor? Sandsteineinfassungen für die Fenster und ein profilierter Sockel wäre passend. Ich poste da auch mal ein paar Skizzen.


  • Quote

    Was schlägst du vor?


    Daraus könnte man ja direkt einen Wettbewerb machen :biggrin:


    P.S: Ich mach mich auch mal an die Arbeit... :trommeln:

  • So, hier ist mein Entwurf - ehrlich gesagt noch nicht sehr ausgearbeitet, aber es sollte hinkommen...


    Fassadenzeichnung:


    Neuentwurf:


    Bin schon sehr auf eure Ideen gespannt!

    Form is Function.


    "Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang als die Lüge, die neben uns schreitet."

    Adolf Loos (Ja, genau der.)

  • Hey Danke, sehr rustikal!
    Allerdings hab ich verschwiegen, dass es eben ein Nürnberger Jugendstilhaus von ca. 1910 ist. Und in Nürnbegr ist der Jugendstil relativ arm an Dekor und eher grob. Stuck wird selten verwendet, es wird eher geometrisch profiliert und viel mit Sandstein gespielt. In dieser Gallerie lässt sich das gut sehen: Link.


    Bin schon sehr auf eure Ideen gespannt!


    Dann will ich mal. Ich hab einfach mal in das bestehende Foto reingezeichnet: Zuerst der Ist-Zustand in s/w:



    Dann Vorschlag a) in eher üppigen Jugendstildekor:



    Dieser Vorschlag ließe sich wohl schon gut umsetzen, aber die Gestaltung passt nicht so recht ins Umfeld. Solcherlei Dekor hat dort kein einziges Haus. Es sieht im Umfeld eher aus wie Vorschlag b), der sich im Übrigen auch rein mit etwas Sgraffito-Putz und Farbe umsetzen ließe, ohne Stuckarbeiten:



    Des hier besprochene Haus wurde in mal um ein Vollgeschoss aufgestockt. Auf historischen Luftaufnahmen sieht man statt des vierten OG nur ein DG mit Rundgiebel. Ich denke mal das könnte man berücksichtigen, indem man das 4. OG nicht so verspielt gestaltet. Schön wäre es trotzdem, wenn das eine Perspektive hätte.

  • Das hier besprochene Haus wurde in mal um ein Vollgeschoss aufgestockt. Auf historischen Luftaufnahmen sieht man statt des vierten OG nur ein DG mit Rundgiebel.


    Dann sah das Haus ursprünglich wohl so aus wie das links angeschnittene Nachbarhaus? Dieses hat auch einen Rundgiebel...

  • Ich bedanke mich! Sehr schöne Entwürfe! Und auch danke für den Link. Ursprünglich hatte ich EIGENTLICH auch vor, mich etwas mehr an den schlichteren, deutlich gegliederten Formen des Nachbarhauses rechts zu orientieren... aber als schließlich das Erdgeschoss fertig war, ist dann doch der Louis XIV in mir mit mir durchgegangen... :zwinkern:

    Form is Function.


    "Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang als die Lüge, die neben uns schreitet."

    Adolf Loos (Ja, genau der.)