Budapest

  • Es soll auch Menschen geben, die translejten können. Hier mal eine inhaltliche Wiedergabe, in uralter Handwerkstradition geschrieben:

    The pre-war decoration and original tripod candelabra lamppost will be restored, with modern new decorative led lighting also added.

    "According to the plans, the Chain Bridge will be renewed fundamentally: the sidewalks and the roadway will be completely demolished and rebuilt, and the steel plates will be rust-free. The monumental restoration is also on the agenda, according to the spokesman for BKK, Dávid Borsi. In addition, the underpasses will be renewed on both sides, with the stairs widened in Buda and Pest. A new pedestrian crossing will be established on the Pest side between the north and south sidewalks and the chains will get new paint, just to mention a few of the new."

    Die Brücke wird grundlegend saniert. Dazu werden Gehwege und Fahrbahn abgebrochen und komplett neu errichtet. Auch die Unterführungen an den Brückenköpfen in Pest und Buda werden erneuert, mit verbreiterten Treppen. Auf der Pester Seite wird ein neuer Fußgängerüberweg zwischen den Gehwegen an der Nord- und Südseite der Brücke gebaut. Die Ketten der Brücke, also die Metallteile, bekommen einen neuen Anstrich.


    Die Laternen erhalten eine neue LED-Beleuchtung. Die dekorativen Elemente der Brücke werden in den Zustand vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zurückversetzt.


    Edit: Übersetzungsfehler bei DeepL: "die Stahlplatten werden von Rost befreit". Nein, es werden rostfreie Stahlplatten eingebaut, also nichtrostender Stahl verwendet. Mir ist nicht klar, was für Platten das sind, wo sie hingehören. Deshalb hatte ich bei der Inhaltsangabe drauf verzichtet.

  • Hello, there! Great news from Budapest again.


    After many years of delay and debate, the complete reconstruction and expansion of the Museum of Applied Arts will start soon. The cost of the project will be astronomical, about 250-300 million Euros according to estimates, due to the size and complexity of the building. The minimalist and modern ideas for the building's new wing (a never-built part of the complex which was designed at the time but not completed) were apparently rejected by you-know-who, so the new wing will be designed and built according to the original plans of Ödön Lechner.






  • Schade, dass ausgerecht die Bauten eines Mannes wie Orban so wunderschön anzusehen sind.

    Hoffentlich werden die Ungarn diese Bauten nicht verschmähen, sobald die Ära Orban und ihr Zeitgeist zu Ende gegangen sind. Hoffentlich wird danach keine Welle der ach so demokratischen Moderne folgen.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • 1. Werden "die Ungarn" diese Bauten nicht verschmähen, denn schöne Architektur findet stets eine Mehrheit in der Bevölkerung.

    2. Werden allenfalls andere Herrschende einen anderen kulturellen Überbau installieren und fördern, der ihre Herrschaft möglichenfalls mit "demokratischer Moderne" symbolisch schmückt. Das sind dann die Leute, die entscheiden.

    3. Auch deren Herrschaft wird vorüber gehen. Danach können dann die nächsten entscheiden, wer nachhaltigeres vollbracht hat, die Orban-Anhänger oder die Soros-Getreuen.

  • Kann man sich nicht einfach über diese Rekonstruktionen freuen anstatt zu bedauern, dass diese in der "Ära Orban" durchgeführt werden (als ob das ihren Wert schmälern würde)? Zumindest in Sachen Stadtbildreparatur machen die Ungarn derzeit alles richtig, da sollten wir Deutsche uns lieber selbst den Spiegel vorhalten als Missgunst zu zeigen.

  • The "new" wing, which was a subject of debate. The conservative approach won, thus the original Lechner-plan will be built.



    You can see the place for the "new wing" on this old blueprint in the upper left corner.



  • Schade, dass ausgerecht die Bauten eines Mannes wie Orban so wunderschön anzusehen sind.

    Hoffentlich werden die Ungarn diese Bauten nicht verschmähen, sobald die Ära Orban und ihr Zeitgeist zu Ende gegangen sind.

    Ich staune, auf was für seltsame Gedankengänge manche Leute kommen. Wer sich so richtig vor Orbán gruseln will, dem sei die folgende Doku empfohlen:


    "Hallo, Diktator" - Orbán, die EU und die Rechtsstaatlichkeit (youtube)


    Der Film war vor einiger Zeit auf arte zu sehen und wurde später von der Produktionsfirma auf Youtube eingestellt. Auch das ZDF war an der Produktion beteiligt. Es geht in der Doku ausschließlich um politische Fragen, nicht um Architektur. Jedem dürfte schnell klar werden, dass die Politik ein Riesenthema ist, das wir hier unmöglich diskutieren können.


    Uns geht es doch um Architektur und Städtebau. Sollen wir uns etwa der Architektur in Budapest nicht unvoreingenommen widmen dürfen, weil Orbáns Politik nicht den Idealvorstellungen der EU entspricht? Überlegen wir doch mal, welche Architekturthemen wir dann nicht behandeln oder allenfalls mit spitzen Fingern anfassen dürften! Die Architektur der DDR oder der kommunistischen Ära in Ungarn. Russland von der Oktoberrevolution bis heute. Sämtliche Staaten des islamischen Kulturkreises. China. Hier breche ich die Aufzählung ab, denn es dürfte klar sein, dass eine politisierte Sicht auf Architektur und Städtebau nicht praktikabel ist. Und es wird ja auch nicht so gehandhabt.


    Wir behandeln hier mit der Architektur ein Spezialthema. Das bietet uns Beschäftigung genug.


    Ich finde es erschreckend, dass "Der Standard", eine Zeitung, die in Wien erscheint, über Budapest Folgendes schreibt:

    Darüber hinaus ist auch die Altstadt von Budapest nur knapp einer Eintragung auf der sogenannten Roten Liste des gefährdeten Welterbes entgangen, auf der sich aktuell 52 Stätten finden. Einer der Gründe: Orbán lässt in Budapest im großen Stil Gebäude aus sowjetischer und postsowjetischer Zeit abreißen und historisierend Altbauten rekonstruieren. Common Sense im Denkmalschutz ist aber, dass man ein derartiges Vorgehen als Geschichtsklitterung eher ablehnt.

    Die "Altstadt von Budapest"? Was soll das sein? Kennt der Autor die Donaumetropole gar nicht? Und "Gebäude aus sowjetischer Zeit" gibt es in Ungarn kein einziges. Das Adjektiv "sowjetisch" wird nämlich ausschließlich auf die Sowjetunion bezogen. Was Herr Weiss meint, ist die "sozialistische Zeit" oder "kommunistische Zeit". Wobei ich mich allerdings frage, warum deren Hinterlassenschaften unantastbar sein sollen.

  • Kann man sich nicht einfach über diese Rekonstruktionen freuen anstatt zu bedauern, dass diese in der "Ära Orban" durchgeführt werden (als ob das ihren Wert schmälern würde)? Zumindest in Sachen Stadtbildreparatur machen die Ungarn derzeit alles richtig, da sollten wir Deutsche uns lieber selbst den Spiegel vorhalten als Missgunst zu zeigen.

    Es hilft unserem Ansinnen aber nicht gerade, wenn ein in der öffentlichen Wahrnehmung negativ bewerteter Politiker, ein so großer Freund von Rekonstruktionen ist und das letztendlich auch nur um sich selbst zu verewigen bzw. Ungarn seinen Stempel aufzudrücken. Zwar sind alle Rekonstruktionen dort wunderschön und ich finde sie wunderbar, aber ich bin sicher, dass sie in Deutschland in Zukunft ein Problem darstellen werden, nach dem Motto: „Schau her, nur die Antidemokraten rekonstruieren, da müssen wir unbedingt modern und offen bauen.“

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Ich habe gerade auf Wikipedia gelesen, dass die vollständige äußere Rekonstruktion des Burgpalastes geplant ist. Gibt es schon konkrete Pläne für die schönen Dächer, die der Palast ehemals hatte?

  • Hmm... Bin ich tatsächlich der Einzige hier, der findet, dass der Burgpalast in strengerer, klassizistischerer Form edler, würdiger und zeitloser daherkommt, als im überbordenen Neobarock-Look? Einzig der jetzige Kuppelabschluss wirkt grob und unbeholfen.

  • Ich verstehe nicht weswegen hier andauernd auf Orbans Politik hingewiesen wird. Wenn es bei uns Entscheidungen gegen eine Rekonstruktion gibt, oder gegen einen klassischen Entwurf und sich Politiker dazu äußern, demokratische Architektur, etwas Zeitgemäßes usw. usf. fordern, dann sparen wir auch nicht an Kritik und diskutieren, dass doch Architektur nichts mit Politik zu tun habe. Als ich eine Reise durch die USA machte und in den Großstädten immer wieder diese einschüchternden Großbauten der staatlichen Behörden auftauchten, die in Europa mit Faschismus verbunden werden, ist mir deutlich bewusst geworden, dass Architektur nunmal eine Frage von individuellem Geschmack ist. In den USA hinterfragt wohl keiner die überall rumstehenden FBI-Zentralen, Postämter und sonstige Monumentalbauten aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, die bei uns gerne "Böse Bauten" genannt werden.


    Was ich damit sagen will, wenn die Welt erst dann perfekt ist, wenn der richtige Mann(Frau) die richtige Architektur umsetzt, dann können wir wohl lange warten. Architektur ist Kunst, und darin kann jeder sehen was er sehen will. Die einen sehen in einem Kubus Demokratie, die anderen sehen darin nihilistische Gestaltungsverweigerung und Verödung öffentlichen Raumes.

    Ich finde nicht, dass Orbans Politik und seine offensichtliche Vorliebe für klassische Architektur unseren Anstrengungen zuwider läuft. Ich halte die Verknüpfung von Politik und Architektur für die Basis jeder Bilderstürmerei und lehne das ab. Jede Diskussion wird somit stets unsachlich und persönlich.

    Was da in Budapest geschieht ist das Beste was der Stadt passieren kann, sie ist ohnehin schon ein Sehnsuchtsort und wird so zur schönsten Metropole Europas. Unter diesem Lichte sehe ich auch den neidischen Kommentar aus Wien vom 07. August, den Rastrelli hier zitiert hat.

  • aber ich bin sicher, dass sie in Deutschland in Zukunft ein Problem darstellen werden, nach dem Motto: „Schau her, nur die Antidemokraten rekonstruieren, da müssen wir unbedingt modern und offen bauen.“

    Das tun sie doch heute in Deutschland schon. Die wenigen Rekonstruktionen gehen zumeist auf Initiativen von Bürgern zurück, denen die Politik irgendwann nachgegeben hat. Schau Dir aber mal die öffentlichen Bauvorhaben an, z.B. Ministerienbauten, Schulgebäude, Universitätsgebäude, Polizeipräsidien usw. Wo wird denn dafür heute rekonstruiert oder zumindest im traditionellen Stil gebaut?

    Also, es braucht keinen Orban als Begründung. Der Modernismus hat Deutschland voll im Griff. Es kann eigentlich fast nur besser werden.

  • Das Original ist immer schöner weil die Formen auf einander abgestimmt sind. Deswegen hat D. heute vielen (sehr) unharmonische Sanierungen wie ehem. Reichstag Gebäude, Berliner Dom, Landgericht Berlin Littenstrasse, Landgericht Magdeburg, Landgericht Leipzig, mancher Kirche ohne Turmspitze (Lukaskirche Dresden), Marstall Berlin, neues Rathaus Frankfurt am Main, neues Rathaus Dresden und noch tausende von Bauten die nicht überzeugen und zehn tausenden von schwerstens verstümelten Gründerzeitler. Die "neo" Barocke, Renaissance Giebel fast überall verschwunden. Trotzdem verleihen gerade dieseBauelementen, wie Dächer alle Häuser ein bestimmtes Character und flair.


    Die Moderne grüseln davon aber verneinen dieses edlen Character, während ihre Bauten fast allen flach , geschmacklos und gesichtslos sind.

  • Das tun sie doch heute in Deutschland schon. Die wenigen Rekonstruktionen gehen zumeist auf Initiativen von Bürgern zurück, denen die Politik irgendwann nachgegeben hat. Schau Dir aber mal die öffentlichen Bauvorhaben an, z.B. Ministerienbauten, Schulgebäude, Universitätsgebäude, Polizeipräsidien usw. Wo wird denn dafür heute rekonstruiert oder zumindest im traditionellen Stil gebaut?

    Also, es braucht keinen Orban als Begründung. Der Modernismus hat Deutschland voll im Griff. Es kann eigentlich fast nur besser werden.

    Damit haben sie eben ein aktueller Beispiel gegen alle Rekonstruktionen (auch von Bürgern) und im Zusammenhang damit, dass der politische und architektonische Widerstand gegen Rekonstruktionen derzeit immer weiter zunimmt (wie viele schon festgestellt haben, würde das Stadtschloss heute ja vermutlich nicht mehr entstehen) fürchte ich eben, dass sich hier alle von Orban und damit von Rekonstruktionen distanzieren wollen, auch noch mehr als bisher.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland