Budapest - Perle an der Donau

  • Ja, stimmt, aber GB hat noch Edinburgh und wunderbare, großflächig erhaltene Bezirke in London. Da machen so manche hässlichen Großstädte nicht mehr so viel aus. PL hat auch viele hässliche Großstädte, aber es hat vor allem noch Krakau...leider hat D keine einzige erhaltene Großstadt mehr und das trübt eben das Gesamtbild so enorm aus meiner Sicht. Wenn der Krieg nur ein paar Wochen kürzer gedauert hätte, dann hätten wir noch unser Dresden und dann wäre der Verlust der restlichen Großstädte nicht so brutal verheerend gotteszahlunendlich.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

    • Ich habe England und nicht UK geschrieben:)
    • Ich denke die Schotten haben im Tat schönere Städten aber nach 10 Jahren im England habe ich von hässliche Städten viel Ahnung. Alles von Birmingham bis Southampton bis Sheffield - ein Graus
    • London ist ausserhalb ein relativ kleine Zentrum ein Horror ohne Ende
  • Exilwiener,


    D. hat doch noch Leipzig?


    Was mich stört ist das in D. so wenig behutsam mit Gründerzeit umgegangen wird. Seit den 60-er Jahren wurde diese systhematisch aus dem Strassenbild entfernt: Stuck, Gauben, Balkone, Dächer, Dachreiter, Ecktürme (exemplarisch ist die brutale Vereinfachung und Verstümelung des Eckgebäudes am Kreuzung Eberswalder Strasse und Schönhäuser Allee).


    Berlin könnte heute aussehen wie Budapest heute, wäre nicht brutaler Tabula Rasa dar gewesen und sehr vieles hätte repariert werden können. Georgen Kirche, Petri Kirche, Börse, hunderte von reichen Geschäftsbauten, am Alex (sogar nach schweren Strassenkämpfen dort), in Friedrichshain, in Moabit (Prinzen Allee). Alles waren reich dekorierte Alleen mit schöne Linden Bäume.....heute verstümelte deformierte unharmonsche Strassen ohne viel Grün!!


    Schöne intakte Gründerzeit Bauten am markanten Gesichtspunkten wurden rücksichtslos entfernt...........
    Unter Lüscher und beton fetisjisten wie Chipperfield (und auch Stella) kommt nu wenig schönes hervor!!!
    Vorbilder genug: deformierte Kuppel am Reichstag (Innern komplett verschwunden); Dom Kuppel und Laternen: es könnte einfach so schön werden, aber nichts wird wirklich unternommen.


    Fast alle Resten der einst grosse Bahnhöfe, Hotels, Warenhäuser und vielen Kirchen wurden gesprengt!! Fassaden von tausenden Gebäuden vereinfacht bis unerkennbar von einst!!!


    Kein wunder das es keine Stadtmitte in Berlin gibt: alles wurde im Lauf der Zeit entfernt.


    Was kan denn doch dazu: ALEXA, Glas-artige mini Raketen am Landgerichtsgebäude, viel Raum für Verkehr!! Einige unansehlige Wohntürme.... Townhäuser Englisher Art......Quasi "Neue Gründerzeit" mit rechteckige Blocks ohne Reiz oder Charme. Nein, die wundervolle "detail und kunst reiche" Städtebau Anfang 1900 kommt bis Weitem nicht zurück.

  • Klassiker hat hier ein Punkt - Berlin besitz eigentlich grossflächige Grunderzeitvierteln aber man hat daraus wirklich nicht viel gemacht - man geht sehr rustika mit dieser Epoche um. Mann muss aber sagen viele Gebäuden im Budapest sind immer noch verfallen und es gibt auch dort krasse Kontrasten. Trotzdem Budapest hat schon sehr aufwendige und auch sehr imposante Strassenzugen.

  • Johan,


    Ja viele Bauten der GZ sind in Budapest ziemlich verfallen wie kurz vor dem Hauptbahnhof am Rakoczi Ut rechts. Hat zwei hohe Ecktürmen aber Haupteingang stark verfallen und geschlossen!! Sollte eigentlich ein super Bau und hingucker sein.


    Aber in Budapest sind die Strassen Fronten noch da und geschlossen mit historische Bauten, wo in Berlin massive Neubauten stehen von sehr mässiger Qualität. Ab 1955 wurde wenig reizvolles gebaut und die reizvolle Gebäuden die noch da waren (fast) allen verstümmelt oder entfernt. Nicht so in Budapest!! Der Verfall ist grausam aber KANN behoben werden. Die Bauten stehen weit über 100 Jahren und werden bestimmt noch lange durchhalten.....aber nicht für ewig.


    Leider gibts in D. und Berlin keine grosse Plänen zur Heilung und optische Verschönerung der Stadt, wie Restuckierung so oft gezeigt in Leipzig oder Halle. Nicht eben einfaches Grün (wie vor dem Krieg) wird zu Verschönerung eingesetzt.
    Die Planung fehlt total. Die Behörden tuen wenig und versagen hier ihre Pflicht. Interessen fehlen und es gibt keine Kämpfer mit Vision wie z.B. der Bürgermeister von Leipzg.


    Nur vereinzelt werden einige Bauten saniert wie am Eckgebäude Paul-LIncke Ufer/Glogauer (einst wunderbarer Strasse). Das Schwester Gebäude besteht nicht mehr, aber es wird wieder nichts getan um hier einzugreifen!!! Dasselbe galt für Eckgebäude Danziger und Senefelder Strasse. Genau dass und nicht einmal schöne Restuckierung fehlt in Berlin an alle Markante Punkten.

  • leider hat D keine einzige erhaltene Großstadt mehr und das trübt eben das Gesamtbild so enorm aus meiner Sicht.

    Also wenn du hier Edinburgh ranziehst, da hat Deutschland aber schon noch einiges, was da mithalten kann - wobei das eh immer schwer zu vergleichen ist... Aber allein Lübeck, Regensburg und Erfurt können es schon übertrumpfen, viele deutsche Mittelstädte sind auch auf einem hervorragenden Niveau.

  • Liebe Deutsche,


    Hier sind ein paar neue Meldungen aus Budapest:


    1. In Aszód (Pest) wird das Podmaniczky Schloss teilweiser saniert werden. Das Dach und ein Teil der Fassade wird restauriert. In dem Foto können Sie sehen, dass viel mehr als diese kleine Sanierung notwendig ist, aber es ist ein Anfang. Dieses Projekt wird in September 2020 fertig.



    Lese mehr hier (Ungarisch).




    Quelle: Magyar Epitok


    2. Der Nyugati Bahnhof in Budapest wird auch sehr wichtige Sanierungen bekommen. Sie haben geplant, das ganze Dach, alle Holzstrukturen und alle Metallstrukturen zu restaurieren. Auch werden sie die Fassade sanieren.


    Lese mehr hier (Ungarisch)



    Quelle: Margyar Epitok


    3. Mit der unglücklichen Wahl des neuen Bürgermeister Budapests ist es sehr unwahrscheinlich geworden, dass dieses schöne Projekt begonnen sein wird.


    Das Transport- und Wissenshaftmuseum war/ist ein Teil des sogenannten "Liget" Projekts und die Opposition (die die Wahl gewonnen haben) haben gesagt, dass alle Teile des Liget Projekts, die noch nicht angefangen sind, werden nie aufgebaut sein. Also wird diese Gebäude wahrscheinlich nicht wiederaufgebaut sein, wie die ehemalige Regierung geplant hatte.


    Das gesagt, vor ein paar Tagen habe ich eine Umfrage gelesen, die gezeichnet hat, dass die Bevölkerung will das Liget Projekt. Also vielleicht wird diese neue Regierung ihre Meinung ändern.


    Quelle


    Danke für Ihre Zeit!

  • Die finale Sanierung des Westbahnhofs, errichtet von der Eiffel-Truppe, wäre wirklich eine tolle Sache, wenn es denn angegangen werden soll.


    Zwei Bilder aus dem Jahre 2015:


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Welch ein toller Bahnhof, vielen Dank für deinen Beitrag und viele Grüße nach Ungarn.
    Ich finde der Bahnhof würde von seinen Proportionen auch gut als Münchner HBF passen. Stattdessen kommt jetzt ein „moderner“ Neubau.

  • Ich hatte im sehr heissen Sommer 2018 das Vergnügen, für die Firma für der ich arbeite in Budapest einen Vortrag halten zu dürfen. Ich hatte 2018 insgesamt neun europäische Hauptstädte gesehen, unter anderem auch London und da kann ich nur Johann v2 zustimmen: London ist der Horror! Von allen Städten, die ich gesehen habe, haben mir zwei ganz besonders gut gefallen: Ljubljana und Budapest.
    Die Architektur in Budapest (es wird übrigens Budapescht ausgesprochen, wusste ich bis dahin auch nicht!) ist bahnbrechend. Gründerzeitarchitektur mit sehr sehr starke osmanische Einflüsse! Hier einige meiner Bilder:
















    ...und ich hab's auch noch bezahlt bekommen! :)


  • Ja, London ist städtebaulicher Graus. Wie ein Pottpourri aus allem möglichem, nichts passt richtig zusammen, es entsteht einfach kein echtes Stadtbild. Budapest dagegen ist mind-blowing. Ich dachte damals ich sei in einer Zeitmaschine 100 Jahre zurück gereist. Ach nee, hier ist ja doch nicht alles alt, die großen gründerzeitlichen Wohnanlagen haben oft elektronische Schließsysteme und nicht wie wir antiquiert wirkende Schließzylinder oder einfache Buntbartschlösser. Moderne, leise Straßenbahnen, W-Lan überall, nein, eine historisch aussehende Stadt muss nicht auch altbacken sein. Dagegen sind oft modern aussehende Städte oft erschreckend rückschrittlich. Das fängt meist schon beim ÖPNV an.

  • Stimmt. Im angeblich so modernen Deutschland, ist vieles veraltet (kaputtgespart) und die wichtigen fortschrittlichen Technologien, werden von der Regierung und vielen Konzernen reihenweise verschlafen. Nur bei der Architektur kann man ein pseudo-fortschrittliches Bild vortäuschen.

  • Es scheint mir sogar so zu sein, dass “moderne” Architektur oft schon nicht mehr als richtig modern gilt: in meinem Wohnort wurde ja vor wenigen Jahren ein neues Theater im Stil der 1920’er Jahren gebaut (Backsteinexpressionismus also)! Nur in der BRD ist man da noch nicht so weit, wie bei vieles andere auch (ehrlicherweise muss ich aber auch sagen, dass ich bei vielen neuen Technologien so meine Zweifel habe - Konservatismus ist ja im Prinzip nichts Schlechtes!).

  • Ich glaube, dass Städte mit einem weitgehend historischen Stadtbild eine bessere Zukunftsprognose haben als solche, die von der Moderne geprägt sind. Das hat etwas mit Wertschätzung und emotionaler Bindung zu tun, die sich in dem einen Fall ganz automatisch ergibt, im anderen Fall erfahrungsgemäß ausbleibt - was sich dann oft in städtischer Verwahrlosung und dem Entstehen sozialer Brennpunkte äußert. Natürlich erzähle ich damit nichts neues, man kann es nur nicht oft genug wiederholen.

  • Liebe Deutsche,


    Die Sanierung der Markthalle am Hunyadi Ter in Budapest, ein sehr schönes Gebäude, ist fertig. Hier sind ein paar Bilder des Gebäudes.












    Mehr Bilder hier


    Budapest, wie ganz Ungarn, wird jedes Jahr wirklich schöner.


    Quelle: Magyar Epitok

  • Liebe Deutsche,


    Hier sind ein paar Fotos von dem Wiederaufbau der Sankstefanshalle des Burgpalasts. Es ist endlich angefangen! Wie sie sehen können wird die Fassade auch saniert werden. In der Zukunft wird die ganze Fassade saniert/wieder aufgebaut. Das ist nur der erste Schritt.





    Die Halle vor den Kommunisten



    Quelle: Nemzeti Hauszmann Program

  • Und es gibt mehr!


    Hier sind ein paar Fotos, die der Fortschritt der Sanierung des Károlyi-Csekonics Palasts zeigen. Wenn alles fertig ist, wird der Palast ein Teil einer Universität sein. Leider gibt es auch moderne Innenraüme in dem Palast, aber sie waren schon "modern."












    Mehr Fotos hier


    Quelle: Magyar Epitok

  • Liebe Deutsche,


    Ich habe für Sie ein paar Bilden von dem Burgpalast Budapests. Die Arbeit geht weiter!


    Zuerst, lassen wir Bilder von den fast fertigen Reithalle und Wachhaus anschauen. Endlich hat das Programm Fotos veröffentlicht.


    Die Reithalle





    Können Sie vorstellen, dass vor ein paar Jahren es gab hier nur Gras und Kies?


    Die Innenräume des Wachhauses sind im Vergleich mit der Reithall vielleicht nicht so, ah, blendend?



    Unter dem Säulengang



    Quelle: Nemzeti Hauszmann Program


    Die Arbeit hat endlich angefangen mit dem Wiederaufbau der alten Rampe zur Reithalle.



    Auch hat die Sanierung von der Stützmauer endlich angefangen.




    Also gibt es etwas in Budapest zu feiern!


    Aber vielleicht die interessanteste Sache ist, dass die Vorbereitung für den Wiederaufbau vom alten Büro des Außenministeriums angefangen hat. Hier gab es vor 6 Monate ein sehr heruntergekommener Flohmarkt...



    Quelle: Qtya, skyscrapercity


    Bald (aber nicht SO bald) wird dieses schöne Gebäude hier stehen.



    Quelle: Nemzeti Hauszmann Program