Berlin in alten Fotografien

  • Danke für die Rückseite. Für mich DER Balina Rekokandidat, natürlich auch beliebig translozierbar, da hier wirklich der architektonische Rang und nicht irgendeine standortbezogene Wirkung im Mittelpunkt steht, ja sogar weil die konkrete Bebauung der Nachbarschaft recht ungünstig gewesen worden war. Platz wäre ja genug da.

  • Blick auf die Jungpfernbrücke,colloriert


    1890 Wasserseite der Schlossfreiheit


    1865 Bellevuestraße 2


    1913 Blick von der Friedrichsgracht in die Petristraße


    1908 Parochialstraße 26 - 31


    1925 Parochialstraße 29 - 30 mit dem Antikriegsmuseum


    1885 Köllnischer Fischmarkt


    1909 Königskollonaden am S - Bahnhof Alexanderplatz


    1920 Jüdenhof mit der Scheinakazie


    1930 Blick auf die älteste Kirche in Berlin, die Nikolaikirche im Nikolaiviertel

  • Das Palais in der Wilhelmstraße 78 wurde von einem französischen Architekten für den Fürsten Pless, Graf von Hochberg errichtet. Stilistisch und auch politisch kurz nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 ein Affront. Wegen des Besitzes von Fabriken und Gruben in Waldenburg, Niederschlesien hieß er im Volksmund 'Schlotbaron' und die Berliner nannten sein Palais wegen der auffälligen Schornsteine passend 'Schornsteinakademie'. Das Gebäude wurde noch vor dem ersten Weltkrieg abgerissen, es gab dann bis Ende der Zwanziger Jahre Baracken ehe die Reichskanzlei dorthin erweitert wurde.

    Die Blindfenster des links angrenzenden Borsigpalais gaben auch Anlass zu einer kleinen Geschichte: Dort waren angeblich einst richtige Fenster und dahinter befand sich ein großer Festsaal. Unterhalb der Blinden Fenster wären ursprünglich die Pferdeställe des Fürsten gewesen.Der Fürst Pless aus sehr, sehr altem Adel verachtete den 'Neureichen-Adel der Borsigs, um diesen zu ärgern habe er angewiesen, die Stalltüren zu öffnen, wenn die Borsigs Gäste hatten und die Fenster geöffnet waren, damit der Geruch der Pferdeställe in den Festsaal zog. Schöne Geschichte aber kompletter Unsinn, denn weder gab es dort den Festsaal noch Ställe. Diese gab es wohl, aber im Garten auf der Rückseite des Hauses und waren über die Voßstraße zu erreichen.

  • Anfangs war ich auch fasziniert davon und habe selbst damit experimentiert, aber allmählich habe ich mich an solchen "AI-colorierten" Bildern sattgesehen, zumal die Farben meist gar nicht der Realität entsprechen. Schwarzweißbilder sind weniger spektakulär, aber ehrlicher.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Soll auch keinerlei persönliche Kritik sein, wer an diesen colorierten Aufnahmen Freude hat, dem will ich sie nicht nehmen. Oft sind sie ja erstaunlich gut. Manchmal muss man aber wirklich abwägen, ob weniger nicht mehr ist. Stimmungsvolle Nachtaufnahmen gefallen mir z.B. in Schwarzweiß besonders gut, da ist es für mich nicht wichtig welche Farbe das Licht hat.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Guten Tag, ich bin neu im Forum und durch meine Stammbaum-Recherchen sehr interessiert an alten Stadtansichten und Straßenszenen.Meine Familie war hauptsächlich in der Landwehrstraße mit einer Peitschenfabrikation (nicht mehr existent) und in der Klopstockstraße 26 mit einer Bäckerei wohnhaft (auch nicht mehr existent durch Verlegung des Straßenverlaufs). Gibt es Vorkriegsaufnahmen aus diesen Gegenden?

  • Willkommen KarlDetlef52 im Verein. Auf eine gute Zusammenarbeit, ich habe noch einige Aufnahmen aus der Klopstockstraße, leider aber keine aus der Nummer 26.

    Vielleicht kann der Experte Spreetunnel weiter helfen. Viel Glück !


    Klopstockstraße 18


    Klopstockstraße 19


    Klopstockstraße 21


    Klopstockstraße 22


    Klopstockstraße 24


    Klopstockstraße 25

  • Anfangs war ich auch fasziniert davon und habe selbst damit experimentiert, aber allmählich habe ich mich an solchen "AI-colorierten" Bildern sattgesehen, zumal die Farben meist gar nicht der Realität entsprechen.

    Als langjähriger AK-Sammler hab ich mich an die Nachkolorierung gewöhnt )wie auch an die das Phänomen der Lichtdrucke selbst), sodass ich sie schon eigentlich als so etwas wie "Realität der Geschichte" wahrnehme. In meinen Augen oder wohl eher in meinem Gehirn hat es damals eben so ausgesehen. Ich kann mir auch die Nazi-Zeit gar nicht anders vorstellen als so braun-oder rotstichig mit jener leichten Unschärfe wie auf den erhaltenen Farbphotos oder Filmen.

  • Hatten wir eigentlich schon den russischen Mehrzweckbau mit Kirche von 1928 am Hohenzollerndamm 33? Hier, gleich hinterm Fehrbellinerplatz, befindet sich heute das Hotel mit georgischem Restaurant und daneben den 3 Scharoun-Wohnbauten. Schon ab 1936 beanspruchten die Nazis das Gebäude wohl für sich, das nach dem Krieg noch immer die von den Russen begründete Domklause beherbergte.

    Es gibt zu dem Bau auch eine erhellende Internetseite: https://kirchenbauforschung.info/2022/12/10/10-…-kirche-berlin/

    Stimmt es eigentlich, dass solch sonderbare Lösungen aus der von Kaiserin Auguste Viktoria eingebrachten Regel hervorgehen, dass in Berlin nur protestantische Kirchenbauten freistehend sein durften?