Berlin in alten Bildern

  • Liebe Foristen,

    nachdem ich Eure Beiträge seit einigen Jahren begeistert verfolgt habe, schreibe ich nun meinen ersten eigenen Beitrag.


    Hier ist eine Zeichnung, wie Cölln und Berlin in ihren Anfängen um 1190 ausgesehen haben könnten. Die Zeichnung habe ich aus einem Buch.

    Sie zeigt, dass es immer auf den Anfang ankommt - und ist er noch so primitiv. Ohne einen Anfang gibt es auch keine Weiterentwicklung.


    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Folgende bildliche Darstellung von Berlin-Cölln um 1300 passt auch dazu. Möglicherweise stammt sie bereits aus dem Forum. Ich finde Sie sehr schön und anschaulich.


    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Aufnahmen im Rahmen der Lichtwoche in Berlin. Sie fand im Oktober 1928 statt und wurde besonders durch die Firma Osram gesponsert. Dafür erhielt die Firma den Auftrag am großen Stern einen Lichturm zu erstellen.



    Lichtturm am großen Stern



    Villa D' Este, ein Vergnügungslokal in der Hardenbergstrasse 22-24, nach dem Krieg Ort des Amerikahauses



    Kino Lichtburg im Wedding Behmstrasse 7-9



    Kino Ufa Palast, heute Zoopalast



    Kiosk und Wartehäuschen Schöneberg, Breslauer Platz




    Herkulesbrunnen auf dem Lützowplatz, Bildhauer war Otto Lessing



    Kino Ufa-Palast Königstadt Schönhauser Allee 10-11



    Brüderstraße und Petrikirche



    Stadtschloss



    Reichstagsgebäude

  • Ist das Häusle rechts im Kreis der Vorvorvorvorgängerbau des Schlosses? :D

  • Die Bilder sind wunderbar, vielen Dank!


    Die modernen Bauten, insbesondere das Kino mit dem wunderschönen alten Auto davor zeigen zwei Dinge.


    Zum einen wie grandios das Bauhaus ist! Die Gebäude wirken so unfassbar modern, dass es irre ist, wenn einem bewusst ist, dass in den beleuchteten Räumen gerade Personen anwesend waren, die in den 20er Jahren lebten, die Klamotten der Zeit trugen und nur die Welt von damals kannten.


    Gleichzeitig zeigen die Bauten auch, dass sie nicht die Schönheit der Bauten vergangener Jahrhunderte besitzen und auch damals Ecken modern bebaut waren. Ergo: Immer gab es Ecken, die gefällig waren, oder nicht allen gefielen oder schlichtweg hässlich waren, wie auf den Bildern. Das ist kein Phänomen der Gegenwart. Es fing schon vor dem 2. WK an....

  • und eine Ergänzung zur Lichtwoche bzw. Nachtaufnahmen der zwanziger/ dreißiger Jahre

    Café und Restaurant König, Unter den Linden Ecke Friedrichstraße



    Neue Rosstrasse



    Haus der Technik Oranienburger Straße




    Tabakgeschäft Albert Buchholz , Kurfürstendamm 184



    Kabarett-Tanz-Bar Columbia, Kurfürstendamm 217



    Café des Westens, Kurfürstendamm Ecke Joachimsthaler Straße




    Fischerinsel mit Petrikirche



    Victoriapark mit Nationaldenkmal auf dem Kreuzberg



    Haus Vaterland am Potsdamer Platz



    Altes Stadthaus

  • Immer gab es Ecken, die gefällig waren, oder nicht allen gefielen oder schlichtweg hässlich waren, wie auf den Bildern. Das ist kein Phänomen der Gegenwart. Es fing schon vor dem 2. WK an....

    Das fing auch nicht erst vor dem 2. WK an. Hässliche Lehmhütten oder Bauten der Antike gab es auch damals schon und wohl eigentlich immer mal. Nur sind sie nicht im Bild oder auf Film verewigt oder erhalten. Und - ehrlich gesagt - manch einen Historismusbau muss ich auch nicht wiederhaben.

    Die Gebäude wirken so unfassbar modern, dass es irre ist, wenn einem bewusst ist, dass in den beleuchteten Räumen gerade Personen anwesend waren, die in den 20er Jahren lebten, die Klamotten der Zeit trugen und nur die Welt von damals kannten.

    Heute leben wir auch in den 20er Jahren, tragen die Klamotten der Zeit, aber weshalb sollten die Menschen vor 100 Jahren nur die Welt von damals gekannt haben? Die Vergangenheit sicher auch, wie wir heute. Ob man sich im Einzelnen dafür interessiert hat, im Champagner- oder Opiumrausch, ist eine andere Frage. Aber auch hier gibt es Parallelen...

    Und man ist ja auch nicht mehr im Reifrock oder Korsett rumgelaufen, um sich "Metropolis" anzusehen.


    Wie auch immer, zur Ergänzung oder Einstimmung in die Zeit hier ein Video von der Ankunft der Zuschauer zu einer Filmpremiere in den 1920ern in den USA, wie es auch in Berlin ausgesehen haben könnte.

    [watch]

    [/watch]

  • Das weiß ich. :)

    Ja, da stimmt ich zu. Auch da gab es dunkle Kästen und schlechtes Baumaterial...


    Ich meinte halt, dass man unabhängig vom Interesse für Geschichte natürlich im Hier und Jetzt lebt. Damals war für die Menschen das modern, was für uns heute alt ist. Und die Menschen konnten, wie wir heute, nicht in die Zukunft schauen und sehen, was noch passieren würde. Gleichzeitig war die Architektur der Neubauten sehr modern, auch für heutige Maßstäbe. Das finde ich total spannend.


    Nur wenige Jahre zuvor, vor dem Bauhaus, vor dem 1. WK, lebten die Menschen in vielerlei Hinsicht in einer ganz anderen Welt.

  • Wir können in deren Zukunft sehen, aber in unsere auch nicht wirklich. Oder hast Du eine dieser sagenumwobenen Glaskugeln?

    Der Großteil der heutigen Weltbevölkerung bevorzugt es auch, im Hier und Jetzt zu leben und nicht in die Zukunft zu schauen. Der Tanz auf dem Vulkan oder um das Goldene Kalb, da hat sich nichts geändert... leider.

    Dass manch damalige Architektur auch für heutige Maßstäbe als spannend empfunden wird und dass die Menschen vor dem 1.WK in einer "ganz anderen Welt" als nach dem 1. WK gelebt zu haben scheinen, hängt damit zusammen, dass wirklich in vielerlei Hinsicht, in vielen Bereichen gewaltige Umbrüche, Sprünge und Verwerfungen innerhalb weniger Jahre/Jahrzehnte stattgefunden haben. Das ist spannend aber nicht verwunderlich. Gab es z.B. in der Renaissance auch, diese quasi Explosion von Neuem in Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst usw.

  • Ich schrieb ja, wir können es auch nicht. ;)


    Jupp und dieser Bruch zeichnete sich ja schon vor Kriegsende ab, weil die meisten eine neue Zeit wollten.

  • Königsplatz, Alsenviertel und Lehrter Bahnhof (Mai 1913): Eine harmonische Ansicht!


    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Ende der 30er Jahre begann der Abriss des Alsenviertels für die sogenannte Halle des Volkes.Auch für die Nord Süd Achse wurde die Siegessäule und die umliegenden Standbilder 1938/39 an den großen Stern versetzt ( Ost West Achse).

    Oben rechts das Lessingtheater

  • Das hier gezeigte Café des Westens befand sich nicht


    Kurfürstendamm Ecke Joachimsthaler Straße


    23901-240cd08a5437389b6c4767052fe20604-jpg


    sondern seit 1913 Kurfürstendamm 26 , im Gebäude des Union-Palastes. Das Alte Gebäude Kurfürstendamm Ecke Joachimsthaler Straße sah erst einmal gänzlich anders aus, blieb aber auch bis 1945 bis zur Zerstörung erhalten. Außerdem stört das Bierzelt rechts, das müsste dann ja auf er Joachimsthaler Straße gestanden haben.



    Wiki