Berlin in alten Bildern

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    • Aber immer noch besser als der wilhelminische Kitsch des Nationaldenkmals. floet:)

      Hier wurde ein Stück authentisches Berlin angerissen, welches auch die besondere Beziehung des "bürgerlichen" Berlin zum Schloss zeigte, wenngleich die Anfänge der "Schlossfreiheit" ja in der Beziehung zum Hofe zu finden sind.

      Hier noch einige Fotos:

      Schlossfreiheit mit Kupfergraben, H. Boll, 1881:





      Schlossfreiheit 3-5, Ansicht vom Kupfergraben, um 1890:





      Schlossfreiheit 3-5, um 1890:





      Schlossfreiheit 4, um 1990:




      Schlossfreiheit mit Kupfergraben, Hermann Rückwardt, um 1890:








      Schlossfreiheit vom Lustgarten gesehen, 1891:




      Schlossfreiheit, Café Helms, 1885




      Schlossfreiheit, Abriss, Helms Restaurant, um 1894:





      Schloßfreiheit, Henriette Sontag vor einem Modemagazin, Original von Hummel Joh. Erdmann (in Farbe), 1828,



      Hat jemand zufällig diese Abbildung in Farbe? Wäre sehr dankbar dafür!
    • Spreetunnel wrote:

      Aber immer noch besser als der wilhelminische Kitsch des Nationaldenkmals.

      Hier wurde ein Stück authentisches Berlin angerissen, welches auch die besondere Beziehung des "bürgerlichen" Berlin zum Schloss zeigte, wenngleich die Anfänge der "Schlossfreiheit" ja in der Beziehung zum Hofe zu finden sind.
      Das sah trotzdem aus wie bei Tante Käthe auf der Kommode. Auch ich bin kein Fan des Preußenzoos und glaube durchaus, dass das Schloss durch eine qualitätvolle Bebauung an dieser Stelle die Monumentalität des Schlosses gesteigert hätte, aber nicht dieses Hinterhofgedränge. Upps! Nur nicht Frau Lüscher auf dumme Gedanken bringen!
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Pfälzer Bub wrote:

      Oberbaumbrücke wrote:

      Außer der Schloßbrücke und dem Schloß, das wir ja in ein paar Jahren wenigstens äußerlich (zu 3/4) wieder haben werden, ein Anblick, den es auch nie wieder geben wird.
      Nun, wirklich schade ist es um diese Hinterhofsituation nicht wirklich.
      Nein und mir ist der freie Blick auf Westseite des Schlosses auch viel lieber. Ich meinte auch eher, dass das restliche Panorama incl. Turm der Petrikirche eben auch nicht wiederkehren wird. :sad:
    • Schwer zu sagen.
      Natürlich ist es grotesk, die Prunkschauseite mit solchen Häuseln zu verstellen.
      Andererseits...
      andererseits eignet gerade dieser ignoranten Mischung aus imperialer Pracht und wild durcheinandergewürfelten Hinterhöfen etwas schlechthin Faszinierendes, überhaupt für solche, die einen Ansatz für troglodytische Lebensart schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf.
      Je länger ich diese Bilder betrachte, desto mehr werde ich mir gewiss, dass ich die darauf abgebildete Stadt lieben muss.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Spreetunnel wrote:


      Schloßfreiheit, Henriette Sontag vor einem Modemagazin, Original von Hummel Joh. Erdmann (in Farbe), 1828,

      Hat jemand zufällig diese Abbildung in Farbe? Wäre sehr dankbar dafür!


      Voilà, dit Jettchen jetzt ooch in coloribus.


      Das Bild müsste im Bestand der Staatlichen Museen zu Berlin sein, ist aber wohl nicht ausgestellt?

      _
      @ ursus:
      Ich ergänze zwei weitere Perspektiven der bebauten Schlossfreiheit vom famosen Hermann Rückwardt aus den 1880ern.




      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Fotos von Max Missmann

      In Griechenland wurde es jetzt doch zu ungemütlich, deshalb bin ich wieder in Berlin.

      Um den Strang mal wieder zu beleben :wink: ein paar Fotos von Max Missmann,

      Quelle:
      BERLINER PLATZE
      Photographien von Max Missmann
      Herausgegeben und
      kommentiert von Hans-Werner Klünner
      Nachwort von Wolfgang Gottschalk
      Argonverlag

      Einige wurden sicher früher schon mal gezeigt.

      Schloßfreiheit mit dem Nationaldenkmal Kaiser Wilhelms I. , 1910:





      Schloßplatz, 1905:





      Der Neptunbrunnen auf dem Schloßplatz, 1904:





      Lustgarten, Berliner Dom, Max Missmann, 1930:





      Lustgarten und das Alte Museum, 1910:





      Blick über den Opernplatz auf das Universitätsgebäude, 1905:





      Opernplatz mit der Königlichen Bibliothek, 1904:





      Blick über die Spree zum Schinkelplatz, 1905





      Blick vom Moritzplatz in die Oranienstraße, 1906:





      Blick vom Kaiser-Friedrich-Platz über die Fontanepromenade zum Urban, 1911:





      Blick von der Camphausenstraße in die Grimmstraße, 1907:





      Die Breite Straße in Schmargendorf, 1905:





      Der Barbarossaplatz in Schöneberg, 1912:





      Blick über den Bayerischen Platz nach Süden, 1912





      Prager Platz, 1913:





      Der Savignyplatz in Charlottenburg, 1907:





      Blick vom Potsdamer Platz zum Potsdamer Bahnhof, 1925




      Invalidenstraße und der Platz vor dem Neuen Tor, 1905





      Das Neue Tor mit dem Platz vor dem Neuen Tor und dem Luisenplatz, 1905

    • Ach der Alte Westen! die Hauptstadt der Schmuckplätze hieß damals Schöneberg-Charlottenburg-Wilmersdorf.
      Ich habe das Buch auch in meinem Besitz. Es ist fast verstörend darin zu blättern wenn man versucht diese gediegene Schönheit und Noblesse mit dem heutigen Berlin in Einklang zu bringen. Lediglich der Viktoria-Luise-Platz atmet noch diesen Geist.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Unter den Linden 16

      Wohn- und Geschäftshaus Architekten H. Griesebach und G. Dinklage. (Herbst 1892)



      Im vierten Stock befindet sich vorn eine Wohnung; im Quergebäude ist ein photographisches Atelier eingerichtet mit Arbeits- und Nebenräumen im vorderen und mit Wohnung des Photographen im hinteren Seitenflügel.

      Leyde & Co., FritzLeyde & Co., Fritz Unter den Linden 16; 1894 - 1908

      MfG Saxon52
      ___________________________
      photospuren.de
    • erbse wrote:

      Es gibt schon noch einige eindrucksvolle Platzanlagen, die sich ins heutige Berlin gerettet haben. Für mich gehört u.a. auch der Mexikoplatz in Zehlendorf dazu.
      Das sind für mich aber Vorstadtplätze wie auch der Ludolfinger/Zeltinger Doppelplatz oder der Rüdesheimer Platz. Ich bezog mich auf die Gründerzeit-Prachtplätze des alten Westens. Den Ludwigskirchplatz kenne ich leider nicht.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Wohn- und Geschäftshäuser in der Friedrichstadt

      Ergänzend zu den schon früher gezeigten Häusern der Friedrichstadt habe ich noch einige Fotos entdeckt.

      Quelle: "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk", (BfAuK) aus Jahrgängen 1888-1901,





      Charlottenstr 70_erbaut 1893-94 von H. Dörpfeld_BfAuK_1896



      Markgrafenstr 51_Immobilien-Verkehrs-Bank_erbaut 1896-97 von Wittling & Güldner_BfAuK_1898



      Mauerstr 81_Kaufhaus_erbaut 1897-98 von Julius Reinicke_BfAuK_1900, links der Eingang in die ehemalige Markthalle III, später "CLOU"





      Zimmerstr 87_erbaut 1893-94 von Erdmann & Spindler_BfAuK_1898



      Zimmerstraße 40-41_Berliner Lokalanzeiger_erbaut 1880-81 von W. Rettig, Rosemann & Jacob_BfAuK_1891





      Französische Str 50_Geschäftshaus Jockey-Club_von H. A. Krause_1890



      Jägerstr 45_Kauf- und Wohnhaus_gebaut 1886-87 von Ende & Böckmann_BfAuK_1894, rechts davon angeschnitten das noch vorhandene ehemalige Fernmeldeamt, heute Hauptstadtrepräsentanz der Telekom







      Kochstr 8_erbaut 1898 von Kurt Berndt_BfAuK_1900



      Krausenstr 40_erbaut 1894-95 von Messel & Altgelt_BfAuK_1897



      Lindenstr 81_erbaut 1892-93 von O. Stiehl & Th. Kampffmeyer_BfAuK_1896

      Sollten die Fotos schon bekannt sein, bitte ich ergebenst um Entschuldigung, war einfach zu faul nachzuschauen :anbeten:
    • Noch einige Fotos hinterher geschoben, aus verschiedenen Gegenden Berlins.

      Quelle: "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk", (BfAuK) aus Jahrgängen 1888-1901,




      Behrenstraße 17_erbaut 1896-97 von Ludwig Heim_BfAuK_1899



      Tauentzienstraße 12_erbaut 1892-93 von Hermann Krengel_BfAuK_1894



      Tauentzienstraße 14_erbaut 1895 von Messel & Altgelt_BfAuK_1897



      Unter den Linden 69_erbaut 1889-90 von Wilhelm Walther_BfAuK_1891


      Folgendes Bild hatten wir schon mal, aber nicht den interessanten Hinterhof:




      Behrenstraße 23_Haus Siechen_erbaut 1893-95 von David Röhm_BfAuK_1901



      Friedrichstraße 65_erbaut 1895-96 von Henry Felix_BfAuK_1899



      Kaiser-Wilhelm-Straße 33-36_Ecke Rosenstr_erbaut 1894-95 von Kayser & v. Groszheim_BfAuK_1899



      Kaiser-Wilhelm-Straße 33-36_Kaufhaus_erbaut 1894-95 von Kayser & v. Groszheim_BfAuK_1899



      Kurstraße 51_Das Werderhaus_erbaut 1886-88 von Alfred Messel_BfAuK_1890



      Leipziger Straße 34_Kaufhaus Thiele_erbaut 1883-84 von Kayser & v. Groszheim_BfAuK_1894



      Mohrenstraße 11-12_erbaut 1895-96 von Solf & Wichard_BfAuK_1899
    • Berlin damals - stolze Hauptstadt des Reichs mit den prächtigsten Häusern die die Welt gesehen hat. Heute - versifftes Asi-Zentrum der Republik, verwüstet, entstellt, verdorben, pleite. Entschuldigt diese drastische Sicht, aber angesichts der Bilder kann ich nicht anders als es so auszudrücken. Berlin, das ist für mich die Tragödie einer Stadt. Ein Schloss allein macht das nicht wieder gut.
      In dubio pro reko

      The post was edited 2 times, last by Königsbau ().

    • Viktoria Luise Platz

      Sah Bilder der intakten und imponierende SW Front der Platz (5 hoch-edlen Stockwerke met Türmen, auch in der Seitenstrassen!!) aber heute ist davon NICHTS mehr übrig. Also 0%!!!
      Nein die Viktoria Luise Platz war früher ungeheuer impossant. Heute nicht. Es stehen noch einige Bauten die weitgehend entstuckt aber relativ doch unversehrt sind. Aber hat mit das Bild von vor dem Krieg nichts zu tun.
    • Bitte liebe Berliner nehmt mir meine harten Worte nicht übel, ich spreche nur so weil mein Herz auch an der Stadt hängt und es mir doch oft wehtut zu sehen, was daraus geworden ist. Was Berlin heute fehlt ist eine breite Schicht des Bildungsbürgertums, die Stadt scheint mir nur noch ein chaotisches Biotop von linksautonomen Anarchisten und furchtbar hippen Mittdreißigern zu sein, die hier ihre "kreativen" Hirngespinste ausleben. Wenn ich schon "Kreuzberg" höre schaudert es mich. München oder Hamburg besitzen noch mondänes, elegantes Flair, Berlin dagegen hat den größten Teil seiner einstigen Würde verloren, demographisch wie architektonisch.
      In dubio pro reko
    • Das hört sich an, als hätte Groß-Berlin komplett unter DDR-Herrschaft gestanden. Im Westteil war es um keinen Deut besser. Berlin scheint ein morbider Selbstzerstörungstrieb innezuwohnen. Mit der Entstuckung begann sich Berlin ja schon weit vor dem Krieg zu verschandeln, Wo andernorts mondäne Boulevards und Straßenzüge bis zur Zerstörung nahezu unangetastet blieben wurde in Berlin eifrig purifiziert und abgerissen.
      Die schäbigen Kratzputzzeilen sieht man auf allen Vorkriegsbildern. Ich besitze ein Buch mit Farbfotos aus der unmittelbaren Vorkriegszeit und da sieht es beispielsweise in Neukölln schon so aus wie heute nur ohne Kriegslücken.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.