Berlin in alten Bildern

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    • Re: Berlin in alten Bildern

      SevenUP :applaus: :applaus: :applaus:

      Da bin ich endlich ganz begeistert vom alten Berlin: die wahnsinnig schöne Wohnstrassen und Allleen!!!! Schluchten der detaillierten Wohnpaläste und Trozburgen der Bürger. Endlose Strassen mit ununterbrochen wunderbare und impossante Bauten!!! Jedes Eckgebäude ein Traum! Fabelhaft einfach.
      Merk doch alle diese spitzige Giebel: fast jedes haus hatte Balkone, Erker und spitzige Giebel auf den reich dekorierte Fassaden.

      Wie verstümmelt, zerbrochen und armselig sehen die heute allen aus!!! Fast alle diese so typische spitzige Giebel sind verschwunden aus das heutige Stadtbild.

      Es gab nach dem Krieg nur Abbruch und vereinfachung was noch da war.

      Wenn die andere Mitglieder noch mehr von diese Bilder haben: ja gerne.

      Möchte fast jeder Strasse sammeln!!!
    • Re: Berlin in alten Bildern

      Auch heute ist noch recht viel von dem erhalten, was auf den Bildern zu sehen ist:


      "SevenUp" schrieb:


      Durchwachsen

      "SevenUp" schrieb:


      Durchwachsen

      "SevenUp" schrieb:


      Mehr oder weniger komplett erhalten

      "SevenUp" schrieb:


      Weitgehend erhalten

      "SevenUp" schrieb:


      Durchwachsen; rechter Turm noch erhalten

      "SevenUp" schrieb:


      Haus erhalten; Umfeld ansonsten durchwachsen

      "SevenUp" schrieb:


      Alles weg; Umfeld ansonsten durchwachsen

      "SevenUp" schrieb:


      Alles weg

      "SevenUp" schrieb:


      Erhalten (heute: Letteallee)

      "SevenUp" schrieb:


      Verändert, aber erhalten

      "SevenUp" schrieb:


      Durchwachsen (heute: Bundesallee)

      "SevenUp" schrieb:


      Komplett erhalten (heute: Wenckebachstraße)
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Berlin in alten Bildern

      Wunderbare Bilder einer richtigen Grosstadt!!! Die Bismarckstrasse war damals noch eine richtige "Prachtstrasse". Heute nur armselige Resten nach Abbruch und Vereinfachung. Und dass gilt für 100.000-den von Fassaden wo fast 90% der spitzige Dachgiebel verschwanden. Aber auch wellenartige Gauben und Giebel verschwanden. Alles sieht heute glatt und besonders "einfach" aus.

      Jeder Gründerzeitler war im Wesen Neo-Renaissaince artig, Barock artig, Jugenstill artig, oder im Reformstill oder im Bauernstill. Danach kam Heimat-still.
      Alles einfach wunderbar!!! Wohnpaläste wohin man auch schaute. Strassenschluchten ohne hässliche Lücken oder unangepasste Bauformen.

      Das Wohnparadies auf der Erde und alles im herrlichen geschlossen Strassenblöcke, jeder Haus doch wieder verschieden vom Nachbarhaus!!!
      Jeder Haus mit Balkons, Erker, schöne Fassaden, schöne Dächer, manchmal sogar mit kleine Pillastern .............Traumlandschaft für Bürger.

      Die Dächerlandschaft: wohin man auch schaute: harmoniöse Mansarde oder Walmdächer. Dazwischen Kirchtürme, Ecktürmchen und Kuppel.

      Das war natürlich auch in Gründerzeitparadiese wie Dresden, Hamburg, Hannover, Magdeburg und auch in Kassel so. Schade dass ausgerechnet dieser
      Welt so weitgehend zerrstört wurde: 50% vom Krieg und 50% der Hammer der Modernen.

      Vergleich mal Fontäneallee (80% der Häuser überlebte den Krieg) früher mit heute. Oder Badstrasse, Prinzenallee oder ............ es sieht heute da wirklich nicht aus!!!
      Hohenzolernplatz? Früher schön bestuckt, heute wie ein Platz für Randfiguren.

      Georg Friedrich: WUNDERBAR und WEITER SO. Zeig mal Neukölln wie das früher war oder Friedrichshain oder das Hansa Viertel!!
    • Re: Berlin in alten Bildern

      "Durchwachsen" meint einen nicht berauschenden, unstimmigen, bestenfalls mittelprächtigen Zustand. Ursprünglich bezog sich der Begriff wahrscheinlich auf ein Stück Fleisch, das von Fett, Sehnen und Muskelfasern durchzogen ist. Später wurde er dann auch im übertragenen Sinne verwendet. In diesem Fall sollte besagt werden, dass sich immerhin noch einige verbliebene Altbauten zwischen vielen Neubauten befinden.
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      Arthur Schopenhauer
    • Ein Photograph, welcher noch vor F.A. Schwarz oder L. Ahrendts die wohl frühesten Ablichtungen Berlins anfertigte, war ein gewisser Wilhelm Halffter.


      Nicht ortserklärungsbedürftig; datiert auf 1851 - hatten wir auch schon mal hier.


      Westseite des Hausvogteiplatzes (im Hintergrund die Kuppel des frz. Doms). Datiert auf 1840.



      Die Alte Leipziger Straße (im Hintergrund m. E. der Turm der Marienkirche - dann wäre dies Blickrichtung NO zur Jungfernbrücke/Unterwasserstraße); vorn die Kreuzung mit der Kurstraße. Datiert ebenfalls auf 1840.


      Die Bilder enstammen den Seiten von Wikipedia/Wikimedia
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)

    • Schloßfreiheit um 1890: Vorne rechts das Café Helms, 1882/1883 erbaut und schon 1893 zusammen mit allem anderen, was auf dem Foto zu sehen ist, abgerissen, um Platz zu machen für das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal
      Quelle: Wikimedia Commons - "Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist."
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Allemal ein seltsamer Bau an jener Stelle, das Café Helms.

      Hier zeithistorische Bilder der Örtlichkeit (datiert auf das Jahr 1896) nach dem Abbruch der Häuser der Schlossfreiheit in Zuge der Errichtung des Nationaldenkmals:

      1. Blickrichtung Schlossplatz, links die Reste des besagten Café Helms.


      2. Blickrichtung Schlossbrücke mit den Gewölben über dem Mühlengraben.

      Bildquelle der gemeinfreien Aufnahmen eines Unbekannten: Wikipedia
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      (Immanuel Kant)
    • Nun, als "durchwachsen" würde ich viele Berliner Straßenszenerien, vor allem in den Westbezirken keineswegs bezeichnen, allenfalls die gänzlich unzerstörten Straßen, wo man "nur" weitgehend abgeschlagenen Putz und "modernisierte" Dachzonen zu beklagen hat. Im Bereich der Kriegszerstörungen, z.B. in Schöneberg oder Wilmersdorf ist der Eindruck bis zum heutigen Tag nicht durchwachsen sondern desaströs. Die Bundesallee beispielsweise, nicht nur die hier gezeigte Ecke Wilhelmsaue ist seit Jahrzehnten Verkehrsschneise mit schauderhafter Randbebauung, wo man einerseits konsequent jeden Rest Erinnerung an die noble Kaiserallee von einst getilt hat, andererseits aber bis heute weder die wirtschaftlichen Voraussetzungen noch den gestalterischen Willen zur Verfügung hatte, metropolitane Raumwirkungen in neuen Dimensionen anzustreben. Man hat den Eindruck, als erstickte die jahrzehntelang sich hinziehende Depression, die auf diesen Stadtgegenden lastet, jeden Impuls zu städtebaulicher Wiederbelebung.
    • Wir nähern uns dem noch jungen Kaiser-Friedrich-Museum (heutiges Bodemuseum) von der Weidendammer Brücke aus mittels sehenswerter Photographien:

      Quelle aller Bilder ist: bildindex der Kunst und Architektur



      Bei der Brücke handelt es sich um die Ebertsbrücke, die heute völlig anders aussieht.
      Da es sich beim heutigen Bau immer noch um eine Behelfsbrücke handelt, wäre eine Rekonstruktion der früheren Brücke theoretischdurchaus möglich.





      Bemerkenswert ist schließlich, dass bei der Generalinstandsetzung bis 2006 selbst die vergoldeten Kronen auf den Gauben der Kuppel wiederhergestellt wurden.
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      (Immanuel Kant)
    • Das Palais Redern wurde von Karl Friedrich Schinkel zwischen 1830 und 1833 unter Einbeziehung von älteren Teilen des Vorgängerbaus (Palais Kameke) errichtet. Es befand sich an der Südseite des Pariser Platzes (Unter den Linden 1). Obwohl das Redernsche Palais unter Denkmalschutz stand, wurde es 1906 unter öffentlichem Protest abgerissen, um dem Hotel Adlon Platz zu machen.


      Palais Redern um 1900
      Quelle: Wikimedia Commons - "Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist."
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      Arthur Schopenhauer
    • Der Schwerpunkt bisher waren historische Entwicklungen von ganzen Straßenzügen und Plätzen, sowie "Leitbauten" und Häuser im Strassenverband.

      Ich möchte die aber die Serie "Detailbauten" der jüngsten Einträge fortsetzten!

      Für mich als Wiener, ist der augenscheinliche Unterschied der Gründerzeitbauten Berlins zu Wien interessant: In Wien gibt es eher "sparsame" Dekorgestaltung und Wirkenlassen zwischen den Nullflächen!
      In Berlin schien es vielen Bauten gegeben zu haben, die das gesamte Repertoire an Architekturelementen an einem Gebäude ausleben wollten bzw. stark stukturierte Gebäude im Palaisbau hervorstechen.

      Die Bilder stammen alle aus anno.onb.ac.at/ und zeigen, das damalige Interesse an der Bautätigkeit außerhalb der Monarchie und insbesondere an den Tätigkeiten im Deutschen Reich.

      Ich stelle Sie kommentarlos ein, da mir als Nichteinheimischer, weder die Lage noch ihr Schicksal während der letzten 100 Jahre bekannt ist - bitte um Verständnis, wenn das eh bekannte Gebäude sind!








      Toll finde ich diese detailreiche Dachzone!







      gleich gehts weiter
      Es darf nie vergessen werden, dass die Kunst eines Landes der Wertmesser nicht allein seines Wohlstandes, sondern vor allem auch seiner Intelligenz ist
    • Üppig gehts weiter mit weitern Details zu Bild 2 des vorigen Beitrags mit dem Warenhaus Spinn & Mencke in der Leipzigerstraße:




      hochherrschaftlich gehts weiter:
















      Ich hoffe, es hat jene, die der Historismus gefällt, gefallen, mal im Detail die Schaffenskraft jener Zeit zu sehen!
      Es darf nie vergessen werden, dass die Kunst eines Landes der Wertmesser nicht allein seines Wohlstandes, sondern vor allem auch seiner Intelligenz ist
    • Besten Dank für diese schönen Ansichten, schlosshof!
      Von all den Bauten ist mWn einzig das Pschorr-Haus Friedrichstraße/Behrenstraße (reduziert) und mit eckigen Betongauben erhalten.

      Zum Palais Pringsheim (damals Wilhelmstraße 67) folgende weitere Informationen:
      Das Pringsheimsche Wohnhaus in der Wilhelmstraße 67 wurde 1872-1874 nach detaillierten Angaben des Bauherrn von den Architekten Ebe und Benda entworfen und war in Berlin der erste Versuch einer durchweg polychromen Fassadengestaltung, für die Anton von Werner die Vorlagen lieferte. Das „bunte Haus“ galt als Sehenswürdigkeit.56 Die aufwendige Inneneinrichtung blieb verborgen. Hier konnten sich die Maler Anton von Werner, Antonio Ermenegildo Donadini u.a. frei entfalten. Höhepunkt war ein Kollossalgemälde von Werners, das die Familie Pringsheim in Kostümen und Räumen der Hochrenaissance darstellt. Die gleichen Architekten entwarfen auch das noch aufwendigere Palais Tiele-Winkler am südlichen Rand des Tiergartens (Reichpietschufer), mit dem ein ebenfalls am Aufbau Oberschlesiens maßgeblich Beteiligter seine Präsenz in der Hauptstadt demonstrierte.
      wissenschaftsforschung.de/Laitko_FS.pdf

      Das "Pringsheimsche Palais" in der Wilhelmstraße 67 , das das luxuriöse Haus des Sohnes in München an Aufwand noch bei weitem übertroffen haben soll, gehörte damals zu den modernsten Bauten Berlins und wurde mit künstlerischem Aufwand prachtvoll ausgestattet. Laut Rosenberg (Die Bauthätigkeit Berlins, 1875) war seine Architektur damals ein "sensationelles Erlebnis für Berlin"
      aus: Regelind Heimann, "Wilhelm Gentz (1822-1890) - Ein Protagonist der deutschen Orientmalerei zwischen realistischer Anschauung und poesievoller Erzählkunst"

      Dem klassischen Neuruppiner gefiel es dagegen nicht:
      1869 erwarb er, jetzt unter dem Namen Pringsheim zu Rodenberg, in Berlin das Grundstück Wilhelmstraße 67 und errichtete 1872–74 darauf ein Palais, das jahrzehntelang eine Sehenswürdigkeit war. Das sogenannte „bunte Haus“, innen mit großformatigen Wandbildern Anton von Werners ausgestattet, galt als Musterbeispiel des Gründerzeitstils und wurde 1877 in Berlin und seine Bauten ausführlich gewürdigt. Seine auftrumpfende Gestaltung fand keine einhellige Zustimmung und Theodor Fontane wetterte 1875 in einem Brief an seine Frau, die „Kakel-Architektur“ würde Berlin verschandeln. Paula Pringsheim verkaufte 1910 das Haus. Das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Gebäude wurde 1950 abgerissen.
      Rudolf Pringsheim – Wikipedia

      Anlässlich eines akuten Anfalls von Motivation stelle ich noch mal einige weitere prachtvolle Gründerzeithäuser vor... :lockerrot:
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