Schloss Berlin - Wiederaufbau als Humboldtforum

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    • Ich ergänze: Ich fände es besser, die Risalite gänzlich in einem Sandsteinton zu halten, als alles was nicht Sandstein ist, auch die aufgeputzten Pilaster und Säulen, gelb zu streichen. Das soll wohl zum Glück aber nicht passieren.
      Ganz schön spanned, haha. Es wäre ja auch zu langweilig, wenn man uns klipp und klar sagen würde, wie es kommt. :kopfschuetteln:
    • Also da ich hier direkt angesprochen wurde, lieber SchortschiBähr: Wenn die Risalite als Gliederarchitektur konzipiert sind und die Glieder, also Säulen, Gebälk und Pilaster, als Natursteinelemente gedacht sind (ich sage "gedacht", da einige ja aus Sparsamkeitsgründen gemauert und verputzt worden sind), dann ist doch klar, dass alle diese Elemente sich auch farblich von den wandhaften Rücklagen absetzen müssen, deren Grundfarbe Gelb ist. Die Frage ist nun, was mit den kleinen Restflächen zwischen den Pilastern bwz. zwischen den Säulen sowie in den Zwickeln über dem syrischen Bogen geschieht. Für Schlüter waren diese Restflächen notwendige Übel - am Großen Treppenrisalit und an Portal I hat er sie dementsprechend auf ein Minimum reduziert. Letztlich sind sie Teil der Gliederarchitektur. Sie gelb zu streichen wie in einigen Visualisierungen, würde bedeuten, die - notgedrungen vorhandenen - wandhaften Elemente innerhalb der Gliederarchitektur unnötig aufzuwerten und so die Dialektik von Gliederarchitektur und Wandarchitektur aufzuweichen. Darum hoffe ich zusammen mit Treverer, dass das, was wir Spreetunnels Bildern sehen, der Endzustand ist.
    • Das Prinzip der Gliederarchitektur an den Risaliten habe ich nun verstanden. Da Schlüter die Putzflächen eh schon sehr gering gehalten hat und die Glieder der Risaliten in ihrer plastischen, skulpturalen Massigkeit sehr dominierend sind, halte ich kleine Putzflächen, falls sie in gelb kommen nun wirklich nicht für tragisch störend. Das hätte ja auch eine Konsequenz: alle Wandflächen am ganzen Schloß sind in gelb gehalten!
      Andersherum: Die Gliederarchitektur der Risaliten wird ganz im Sandsteinton (d.h. die Wandflächen) gestrichen und diese in ihrer gesamthaften Erscheinung zusammengefasst und hervorgehoben. Auch eine Konsequenz.
      Schade, daß wir hier keine Bildvergleiche dazu haben!?
    • @SchortschiBähr Du hast es genau auf den Punkt gebracht. In einigen Tagen können wir ja Photos machen und dann mit den älteren Visualisierungen vergleichen.
      Dass die graue Farbe tatsächlich den 'Endzustand' darstellt und nicht noch den unverputzten Zustand, kann man übrigens daran erkennen, dass es eine weiße Farbgrundierung gibt und die Wandflächen (wie auch die Pilaster) der Schlüterhofinnenseite von Portal V vor einigen Wochen tatsächlich noch weiß war. Das Grau ist also später und somit gewollt.
    • Der Artikel in der ZEIT ist wirklich interessant, geradezu ein Hymne auf Schlüter, die man an diesem Ort kaum erwartet hätte.

      Und noch verblüffender ist, dass Rauterberg kaum versteckt beklagt, dass nicht komplett rekonstruiert wurde. Das Urteil über die Stella-Teile könnte kaum vernichtender sein:

      "Im Inneren hat Stella vor allem für eine kluge Erschließung der beiden Höfe gesorgt, indem er eine breite Passage durchs Schloss zog. Sie soll an die Uffizien in Florenz erinnern, doch seine sicherlich klug ausgetüftelten Fassaden werden die meisten Besucher gewiss ähnlich mitreißen wie die vielen dummgrauen Verwaltungshäuser, die überall in Berlin emportreiben. Tristesse royale, so weit das Auge schaut. [...]
      Das wird den meisten Besuchern wie eine bipolare Störung vorkommen und das nostalgische Sehnen nach schöner alter Baukunst im Zweifel noch verstärken. "
    • Philon schrieb:

      Der Artikel in der ZEIT ist wirklich interessant, geradezu ein Hymne auf Schlüter, die man an diesem Ort kaum erwartet hätte.

      Und noch verblüffender ist, dass Rauterberg kaum versteckt beklagt, dass nicht komplett rekonstruiert wurde. Das Urteil über die Stella-Teile könnte kaum vernichtender sein (...)
      Der kreative Berliner hat ja noch für alles einen Spitznamen gefunden. Daher warte ich schon eine Weile auf die passende Bezeichnung für Stellas Fassade. Mein privater Favorit war bisher "Setzkasten".

      Ich gebe mich nun aber offiziell geschlagen :anbeten: und gestehe Hanno Rauterberg den eindeutig besseren Vorschlag zu: Auf "Ost-Block" wäre ich auch gerne gekommen!

      Hoffentlich setzt sich das durch..
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      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • Zumindest erscheinen die kleinen Putzflächen an Portal V (an Portal IV kann man noch zu wenig sehen) ein wenig gedeckter, kräftiger gestrichen als an den großen Wandflächen und heben sich von diesen, in Annäherung an die Farbe des Portalrisalits, sichtbar ab. Darüber hinaus sind die Farbunterschiede der Sandsteinteile - man nehme nur die Pilasterkapitelle von Portal V - derart erheblich, dass die insgesamt unbedeutsamen Putzflächen dort optisch gar nicht ins Auge fallen. Die bei Portal V geputzten, zurückschreitend gestaffelten Kapitellschäfte(?) als Übergang des Risalits zur Wandfläche im 2. OG und Mezzanin sind übrigens richtig grau; ich finde eher das nicht so ganz gelungen, aber auch nicht schlimm...kommt Zeit, kommt Patina.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Geldverschwendung!

      Jetzt werden für die Schau Gerüste abgebaut. Im Schlüterhof, an den Portalen, um dann nach dem Tag der offenen Tür wieder aufgebaut zu werden. An den Portalen müssen z.B. ja auch noch die Balkongeländer angebracht werden. Über den Schlüterhof wurde schon berichtet.

      Das ist doch alles unsinnig und inkohärent.
      Wie ein Sandkasten für Erwachsene.
      Auckland bei Nacht
    • Wer sagte einmal "Pecunia non olet"?
      Also ganz sooo eng sehe ich das nicht. Die Verputzungen der Arkadengänge erfolgen ebenso wie das Anbringen der Gitter vom Inneren der Gänge aus. Da braucht man kein Riesengerüst mehr.

      Wenn ist es richtig sehe, will man bis zum WE (und zwar wohl auch an der Südseite) erst einmal den Schlüterschen Kernbau um den Hof herum außen wie innen sichtbar machen.
      Also wie Anno 1701 beim Krönungseinzug von F I. Ist doch ein feiner Gedanke.....
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • Weissenseeer schrieb:

      Geldverschwendung!

      Jetzt werden für die Schau Gerüste abgebaut. Im Schlüterhof, an den Portalen, um dann nach dem Tag der offenen Tür wieder aufgebaut zu werden. An den Portalen müssen z.B. ja auch noch die Balkongeländer angebracht werden. Über den Schlüterhof wurde schon berichtet.

      Das ist doch alles unsinnig und inkohärent.
      Wie ein Sandkasten für Erwachsene.
      Ich glaube man darf den PR-Effekt nicht unterschätzen. Die Menschen können nun endlich sehen, was da die ganze Zeit hinter Planen, Werbeplakaten und Gerüsten gewerkelt wurde. Und es ist umwerfend, phänomenal, weltklasse. Wer spätestens jetzt nicht vom Schloss überzeugt ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Aber vielleicht können sich nun manche Menschen, die zu dem Kasten hinter den Gerüsten bisher wenig bis keinen Bezug hatten, zum Spenden überzeugen lassen. Oder wenigstens dazu, dass Schloss in ihr Herz zu schließen. Solche Soft Skills dürfen nicht unterschätzt werden. Die meisten Menschen sind dann doch sinnliche Emotionstiere, weniger vernunftbegabte Technokraten ;) Ich denke jedenfalls, dass die Kosten durch das Gerüstabbauen in jedem Fall durch monetäre und nicht-monetäre positive Effekte füt die Sache aufgehoben werden.
      Außerdem, ich bin nicht vom Fach. Aber ich bezweifle doch stark, dass zum anbringen der Geländer (und anderer Kleinigkeiten) die Gerüste überhaupt in der Dimension wieder aufgebaut werden müssen. Dafür gibt es anderes Gerät, Krankörbe etc. Im Schlüterhof haben die alten Gerüste zum verputzen der Wände unter den Akarden auch nicht allzuviel genutzt.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kaoru ()

    • Ich schließe mich meinen beiden Vorrednern an. Vor allem geht es auch darum, dass die Presse entsprechende Bilder verbreiten kann. Geländermontagen u. ä. kann man zur Not auch von einem Hubkran aus vornehmen oder mit einem fahrbaren Kleingerüst. Die Wiedereinrüstung des Portals VI im Schlüterhof wird mit einer weitaus leichteren Konstruktion erfolgen, man schätzt die Kosten auf 10.000 Euro. Eine gute Investition, wie ich finde.