Berliner Stadtschloss (architektur- und kunsthistorische Aspekte)

  • Keine Ahnung was erbse mit seinen Spam-Fragebeiträgen erreichen will

    Was maßt du dir da eigentlich an?


    Ein Stand von vor zwei Jahren oder mehr muss lange nicht mehr dem aktuellen entsprechen, und auch die Webseite selbst enthält nicht immer aktuelle Informationen. Ich bin froh dass ich gefragt habe, denn so bekamen ich und andere interessante Informationen, die man so nur schwerlich recherchieren kann, darunter auch eine Stellungnahme von Herrn Boddien. Unterlasse solche Beiträge künftig Thommy, danke.

  • Nicht immer gleich so forsch werden @thommystyle™ @erbse X/


    Bezüglich der Uhrenkuppeln wurde schon alles gesagt, die Stellungnahme von Herrn von Boddien persönlich enthält an sich auch nichts neues. Die nordwest Kuppel könnte von der Funktion her die Dachterrrasse erweitern, quasi als kleiner Dachpavillon. Bei der südwestlichen Kuppel müssten man sich halt was einfallen lassen.


    Und bezüglich des Weißen Saales hatten wir auch schon diskutiert, wenn auch im Bezug auf verbaute Räume allgemein. Durch den Rittersaal zieht sich ja auch eine Zwischendecke, aber unabändertbar ist nichts davon. Letztendlich ist das alles Zukunftsmusik. Die Gigantentreppe kommt bestimmt in naher Zukunft, aber sowas wie Rittersaal und Weißer Saal, das werde vielleicht ich gerade noch so erleben. Nach der Eröffnung wird schon erstmal mindestens 10 Jahre Ruhe am Schlossplatz sein.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Naja, ich sehe es eher positiv. Staatlich verordnen kann man viel, das Schloss ist aber ein Haus der Bürger und ich denke, das ist doch das eigentlich tolle Statement an dem Bau.
    Wie alle Rekoprojekte der letzten Jahre war auch das Schloss ein Projekt der Zivilgesellschaft. Ich finde, das Berliner Schloss und die Frauenkirche sind doch tolle Signale, dass man sich eben nicht mit den austauschbaren Stadtbildern zufrieden gibt und dass man bereit ist, dafür einen Beitrag zu leisten.
    Was gibt es also besseres für Projekte dieser Art, wenn sie auf diesem Weg zustande kommen. Klar wäre es manchmal einfacher, wenn die Politik energischer mitwirken würde, aber wäre es auch so schön, wenn es so leicht wäre, wäre die Freude dann so groß?
    Und es zeigt sich dabei doch auch, dass die Bürger eben nur bereit sind, solche Bauten zu finanzieren. Wo sind denn die privaten Mittel, wenn ich mir die Elbphilharmonie anschaue, für welchen modernen Bau hat die breite Masse bisher denn je gespendet. Für keinen.
    Und je mehr Projekte solcher Art es gibt, umso mehr andere Städte fragen sich, ob sie so etwas nicht auch können. Rekonstruktionen, selbst ganzer Quartiere, sind keine Utopie mehr, es ist machbar und finanzierbar. Und das kommt in immer mehr Städten an. Daher glaube ich auch nicht, dass wir unsere Kultur verloren haben. Wir sind doch grade dabei, sie wieder zu entdecken.
    Waren das Schloss und die Frauuenkirche im wahrsten Sinne des Wortes vor 15 Jahren noch Weihnachtswunder, so sind solche Projekte heute zwar noch immer besonders, aber trotzdem irgendwie selbstverständlicher geworden.
    Und das alles durch ziviles Engagement. Ich finde das einen herausragenden Beitrag der Gesellschaft und etwas, worauf wir stolz sein können!

  • Daher glaube ich auch nicht, dass wir unsere Kultur verloren haben. Wir sind doch grade dabei, sie wieder zu entdecken.

    Schön formuliert, genau so sehe ich das auch. Bei allen negativen Entwicklungen, die wir seit Aufkommen des Modernismus beobachten mussten, so gibt es doch heute eine starke gegenläufige Tendenz. Die Klassik und die Tradition ist selbst Teil der Moderne geworden und das macht doch Mut, dass wir uns unserer Wurzeln gewiss bleiben.

  • Wenn die Nebenkuppeln die Aussicht des Dachrestaurants versperren würden, könnte man sie doch mit ein klein wenig Kreativität zu kleineren Aussichtskuppeln "umfunktionieren", falls dafür Intresse und der politische Wille vorhanden wäre.

  • Ich habe mir aus reine Neugier die ehemalige Projekte des Wettbewerbes aus dem Jahr 2008 nochmal angeschaut.
    Ich muss sagen, das Projekt von Kollhoff fInde ich (wie viele hier) viel interessanter und schlüssiger als den Stella Entwurf : die Spreeseite ist natürlich modern, aber eine Neuinterpretation des alten Schlosses, viel durrchgedachter (meiner Meinung nach natürlich) als den Domino-Stein der jetzt gebaut wurde.
    Ausserdem wollte Kollhoff die Kuppel im Projekt einbeziehen, und einige Raüme wenigstens zum Teil rekonstruieren.
    http://www.kollhoff.de/de/PROJ…osses---Zweite-Phase.html
    Aber gut, Geschichte kann man nicht umschreiben.

  • Das einzige, was an dem Kollhoff-Entwurf für mich attraktiv ist, ist die Ostseite. Im Schlüterhof ist die Westseite viel zu dominant und die großspurige Formensprache biedert sich klassisch an, bzw. versucht dabei Schlüter zu übertrumpfen. Das geht garnicht!!!
    Hier braucht es Zurückhaltung und Schlichtheit. Die Fortfürhung der Kolonnaden wäre interessant. Und sind wir froh die Stella-Agora mit Glasdach und Innenportal 3 bekommen zu haben. Das erinnert noch an den großen Schloßhof, jedenfalls mehr als Kollhoffs asymmetrisches "Höhlenhallenfoyer"!?

  • Klar wäre Kollhoff besser gewesen. Er hat sich dem ursprünglichen Bauwerk viel mehr annähern wollen und es hätte keine so großen Brüche gegeben. Das Foyer hätte er sowieso noch überarbeiten müssen, genauso wie Stella ja auch noch nachbessern musste.

  • Nach allem, was bis jetzt zu sehen ist, finde ich übrigens das Glasdach, wie's jetzt kommt, ganz schön brutal und grobschlächtig. Da gibt's anderswo wirklich viel leichtere und luftigere Konstrukte, wie z.B. im Zeughaus, im Dresdner Schloss oder - gerade neulich wieder gesehen - im Maximilianmuseum in Augsburg. Mit dem Kuppeldach des British Museum hält es leider auch keinem Vergleich stand.

  • was fürn Bild!

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Der Tagesspiegel weiß zuberichten, dass bald die Gerüste am Schloss fallen sollen:


    Tsp


    Und es geht auch um viel mehr, so den Spendenstand, die Zukunft des Humboldt-Forums im Berliner Schloss usw.

  • Am Sonntag, dem 12. Juni 2016, konnte sich anlässlich einer Baustellenbesichtigung erneut jeder Interessierte von der Stein gewordenen Vision Wilhelm von Boddiens überzeugen. Freudig kam er auch während des Rundgangs auf meine charmante Begleiterin und mich zu. Bescheiden antwortete er auf meine Frage, das es vor allem Leidenschaft ist, die ihn all die Jahre an dem Projekt der Wiedererschaffung des Berliner Stadtschlosses festhalten ließ...Mein Bericht über das Gespräch mit Wilhelm von Bodien und der Besichtigung des im Werden begriffenen Schlosses...https://www.zeit-fuer-berlin.de/architektur/baustellenbesichtigung-des-berliner-stadtschlosses/

  • In der heutigen Ausgabe der Morgenpost findet sich ein Artikel über den Stand der Dinge bei diversen Berliner Bauprojekten - auch über das Stadtschloss. Dort heisst es unter anderem, dass im Mai die Kupfereindeckung der Kuppel erfolgen solle. Anschließend werde die Laterne und das Kreuz aufgesetzt, und "spätestens im Sommer soll das gesamte Gebäude ausgerüstet und in voller Pracht zu erleben sein" (so Bernhard Wolter, Sprecher der Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum). Na, wenn das mal keine großartigen Aussichten sind... :rolleyes:

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Großartige Aussichten, sicher, aber warten wir mal ab... ;) Äußerliches Schloss und gedeckte Kuppel hätten letztes Jahr schon fertiggestellt sein müssen, jedenfalls wurde das bis zum Schluss immer wieder so betont. Jetzt dauert es plötzlich doch ein halbes Jahr mehr?
    Ich nehme an, nun haben die Bauleute auch erst mal wieder mehrere Wochen Ferien?


    Gut Ding will Weile haben, aber die Arbeiten am Schloss als Schneckentempo zu bezeichnen ist meiner Meinung nach sehr optimistisch ausgedrückt. ;)