Berliner Stadtschloss (architektur- und kunsthistorische Aspekte)

  • Man muss nicht gleich von Stalinisten reden, wenn ein Saal nicht einen bestimmten Namen erhält. Auch wäre es schade, wenn man aus einem solchen Grund den Schluss zieht, das Schloss gleich wieder sprengen zu müssen.


    Aber man kann Gründe, einen Saal nur nach Spendern oder Geistesgrößen zu benennen, immerhin respektieren, ohne gleich immer die ideologische Keule zu unterstellen, die freilich in Berlin oft tobt. Aber die Stadt ist hier wohl wirklich nicht beteiligt.


    Auch ich erinnere mich genau, dass Räume ab einer Million nach den Spendern benannt werden sollen, und wenn man das so versprochen hat, sollte man es auch halten. Nichts gegen einen Baden-Württemberg- oder einen Hessen- oder Bayernsaal! Schließlich muss bei aller Weltoffenheit doch daran erinnert werden dürfen, wofür das Schloss in der Kaiserzeit eben auch stand. Und wer sich vor seiner Herkunft verschließt, wie soll sich der der Welt öffnen?


    Fünf Millionen sind kein Pappenstiel. Ich hoffe auf Kompromissfähigkeit der Stiftung und auf die gewohnte Großherzigkeit der schwäbischen und badischen Spender.

    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,

    Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,

    Und verstehe die Freiheit,


    Aufzubrechen, wohin er will.


    Hölderlin

    Edited once, last by Bentele ().

  • Hallo! Etwas Contenace bitte.


    Ich finde es auch dumm, die fünf Millionen abzulehnen, nur weil der Saal nicht nach einem spendablen Bundesland benannt werden soll.


    Gerade dies hätte doch eitlen die anderen Bundes-Länderfürsten dazu animieren können, dem gleich zu tun!


    Welch ein Spendensegen da aufgekommen wäre!


    Da hätten halt eine Anzahl Säle nach Bundesländern geheißen. Na und?

  • Realer Irrsinn! :gehtsnoch:


    Der Tagesspiegel berichtet heute:
    Der Bund lehnt eine Spende von schwäbischen Unternehmern für das Schloss in Höhe von 5 Millionen Euro für das Berliner Schloss ab, weil die geschäftstüchtigen Schwaben dafür im Gegenzug die Benennung eines Saales nach ihrer Heimat Baden-Württemberg gewünscht hatten. Nach der überraschenden Abfuhr durch den Bund bemühten sich die Ministerien immerhin darum, Kompromisse zu finden: Ob die Schwaben denn nicht mit der Benennung des Saales nach ihrem wohl berühmtesten Landeskind vorlieb nehmen könnten, nach Friedrich Schiller? Daneben könne ja ein Schild präzisieren: „In Anerkennung einer Spende der baden-württembergischen Unternehmerschaft.“ Die so Benannten sollen den Vorschlag mit Gelächter quittiert haben...


    Die ganze Story >> hier

  • Ich glaube das da noch mehr gegen rekonstruktionen laeuft. Ein Hersteller von Parkett hatte angeboten kostenlos Parkett im Schloss zu verlegen. Als Werbung. Weiss allerdings nicht die groesse der Flaeche. Es hiess "mehrere Raeume" solten kostenlos wiederentstehen!
    Das wurde abgelehnt. Der Hersteller hat sogar danach eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen!


    Ich habe selber unterschrieben, weiss aber nicht mehr wie der Hersteller hiess.

  • Ein Hersteller von Parkett hatte angeboten kostenlos Parkett im Schloss zu verlegen. Als Werbung. Weiss allerdings nicht die groesse der Flaeche. Es hiess "mehrere Raeume" solten kostenlos wiederentstehen!
    Das wurde abgelehnt. Der Hersteller hat sogar danach eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen!

    Nun, es haben sich bei dieser Petition bislang gerade einmal 100 Unterstützer gefunden. Insofern ist das nicht gerade ein Massenthema. Leider, natürlich.


    https://www.openpetition.de/pe…nline/parkett-ins-schloss

  • Noch einmal kurz zurück zur abgelehnten Spende aus Baden-Württemberg. Natürlich ist das für die meisten (insbesondere außerhalb Berlins) kaum nachvollziehbar, aber letztlich hilft es ja nichts und man muss mit diesen Entscheidungsträgern und ihrer Denkweise leben.


    Mein Vorschlag wäre deshalb, als Kompromiss den Saal nach dem Partnerland von Baden-Württemberg - Burundi - zu benennen.
    Dies würde von den Verantwortlichen wohl kaum abgelehnt, passt der Name dann doch zum Humboldt-Forum und den "Kulturen der Welt" ...und wer will sich von den Verantwortlichen schon mangelnde Weltoffenheit oder gar Rassismus vorwerfen lassen..?).
    Von den Spendern aus Baden-Württemberg verlangt dieser Vorschlag natürlich einiges ab, vielleicht könnten sie ihn trotzdem mittragen, ihr Engagement könnte z.B. auf einer Bronzetrafel (mit einen Hinweis auf den Hintergrund des Namens) gewürdigt werden.

  • Fünf Millionen nur für Baden-Württemberg und sein Renommee?


    Hoffentlich denken die Unternehmer aus dem Ländle nicht nur daran. Eine Spende für das Schlos sollte zuerst dem historischen und architektonischen Wert des Gebäudes gewidmet sein und nicht das Schloss zu einem Mittel der Werbung eines Landes degradieren. Die Benennung eines Saales ist letztlich nur ein freundlicher, aber schon sehr schöner Nebeneffekt.


    Ich gebe die Hoffnung nicht ganz auf, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und die Milliönchen doch noch fließen werden.

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    Hölderlin

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  • Schlüterhof: Die Vormauerung der Obergeschosse, z.B. am Risalit/Portal IV fällt in ihrer Tiefe in den Obergeschossen doch recht schmal aus. Wieder recht gut zu sehen bei der jetzigen einpassung der Kaisermedaillons. Kann auch täuschen, glaube aber die Ziegelwand besteht vielleicht nur aus 2 Reihen Ziegeln. Statt 60 cm, vielleicht 25-30cm?

  • PI und V werden tatsächlich nachts geschlossen sein.


    Das soll wohl nicht der Fall sein. Es sei denn, der jederzeitige Zugang würde über das Schlossforum erfolgen.


    Wird der Schlüterhof nachts geöffnet sein?
    Der Schlüterhof und auch die anliegende Passage werden rund um die Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich sein.


    Noch zwei Ansichten, vom Zeughaus-Osteingang aus erstellt.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Mei, oh mei!
    Es ist doch immer wieder das Gleiche mit diesen Dilettanten, die dort oben in Berlin auch über unser Geld bestimmen!
    Da werden jahrelang mühsam Spenden von Privatleuten gesammelt und dann schlägt man ein Angebot über 5 Mio. ( :schockiert: ) einfach brüsk aus, anstelle sich erstmal für die Spendenbereitschaft zu bedanken und dann in Ruhe die Konditionen auszuhandeln.
    Wo haben diese Penner denn Politik und Diplomatie gelernt?
    In der Baumschule?

  • Ihr könnt mich ja jetzt erschlagen, aber ich finde die Dachaufbauten jetzt nicht wirklich sooo schlimm. Klar, sie sind nicht historisch, aber wenn man sie adäquat mit Sandstein verkleidet und sie der allgemeinen Schlossoptik anpasst, dann sehe ich keinen Grund für so manche Weltuntergangsstimmung.


    Wenn man es klug macht und mit Gesimsen arbeitet, könnten sie wie kleine Belvedere aussehen, ist zwar ahistorisch, aber optisch könnte das gar nicht mal so schlecht aussehen und der Blick von oben wird dann schon der Knaller sein und vielleicht, wie am Reichstag, mehr Leute ins Haus holen.


    Was natürlich nicht geht, wäre, wenn man es als offensichtliche Zutat kenntlich macht und einen Galskasten drumherum baut, aber dafür ist Stella eigentlich viel zu sensitiv und respektvoll bisher gewesen, als dass ich ihm das zutrauen würde.


    Also hoffen wir auf eine historische Außenhaut und dann passt das schon!

  • Hmm also da wäre ich tatsächlich lieber für einen Glaskasten, bei dem man auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um einen Anbau für Tourismus-Zwecke handelt. Optisch integrieren kann man das auf dieser expontierten Stelle meiner Meinung nach nicht. Wenn es nicht optisch verdeckt wird, wird es jedem definitiv als Anbau auffallen. Es ist ja nicht nur ahistorisch, es passt auch schlichtweg geometrisch nicht dorthin. Deswegen kann man das mMn nicht mit dem Reichstag vergleichen.
    Lieber "Accessoire" als Tumor, um es plump zu sagen.

  • Man wird bei den Aufbauten nicht mit Sandstein und Gesimsen arbeiten, sondern mit Stahl und Glas. Der moderne Kern wird so die historische Außenhaut überragen. Das beeinträchtigt das Gesamtbild enorm.

  • Viel Glas wird nicht zu sehen sein, es scheint auch eine kleine Kupferbekrönung das Ganze abzurunden, wenn ich mich nicht täusche.


    Für wichtiger aber halte ich das Verhältnis zur Gesamtproportion, zur großen Masse des Baus. Ich habe darauf schon hingewiesen. Es sind ja auf beiden Abbildungen nur Ausschnitte zu sehen, in der zweiten wird der Blick allein darauf gelenkt. In der Wucht der ganzen "Breitseite" aber wird das kleine Viereck sich nur wenig bemerkbar machen. Davon bin ich immer noch überzeugt.

    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,

    Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,

    Und verstehe die Freiheit,


    Aufzubrechen, wohin er will.


    Hölderlin

    Edited once, last by Bentele ().

  • Jetzt geht die Diskussion schon wieder los - und schon wieder versuchen hier einige, die Aufbauten zu verharmlosen.

    Viel Glas wird nicht zu sehen sein, es scheint auch eine kleine Kupferbekrönung das Ganze abzurunden, wenn ich mich nicht täusche.

    Du täuschst Dich leider - und zwar gewaltig. Es geht ja gar nicht nur um die bisher zu sehenden Aufbauten. Gerade der nördliche, vom Lustgarten und von UdL aus zu sehende, also der viel prominentere von beiden, wird ja noch um den riesigen Glas-Stahl-Aufbau des Cafés erweitert werden, der fast die gesamte Dachfläche der Nordwest-Ecke einnehmen wird.


    Zu sehen ist das ganze Elend zum Beispiel in diesem Artikel. Wie kann man so ein Monstrum nur als Lappalie abtun wollen?

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Noch ein Link zu einem Artikel in der Berliner Zeitung bezüglich der abgelehnten Spende aus Baden-Württemberg
    http://www.berliner-zeitung.de…-schloss-spenden-26202150


    Darin heißt es u.a...


    Diese Entscheidung gehört mit der kniefälligen Bitte um Entschuldigung zurückgenommen. Ansonsten wird noch der so schon schwer entflammbare Enthusiasmus für dieses nun wahrlich nicht unumstrittene Projekt endgültig abgewürgt. Viel besser wäre es, die Anregung aufzunehmen und auch die anderen Bundesländer zu Saal-Patenschaften zu überreden. Vielleicht begeistert man ja auch die europäischen Nachbarn noch dafür.