Berliner Stadtschloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Antwort der Bundesregierung
    auf die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 16/12944 –
    Gründung der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum


    Vorbemerkung der Fragesteller
    Am 22. April 2009 teilte der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, mit, dass das Bundeskabinett beschlossen habe, eine gemeinnützige Stiftung „Berliner Schloss – Humboldtforum“ zu errichten. Sie soll Ansprechpartner für alle baulichen und organisatorischen Aufgaben des Schlossnachbaus sein.


    1. Welche Gründe haben die Bundesregierung zur Gründung der „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ bewogen?
    Die Komplexität der Baumaßnahme, ihre spezifischen Rahmenbedingungen sowie die Vorgabe des Deutschen Bundestages, dieWiedererrichtung des Berliner Schlosses auch aus Spenden zu finanzieren, erfordern eine besondere Projektstruktur.


    2. Welche Kosten wird die Arbeit der „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ voraussichtlich jährlich verursachen, und mit welchen Mitteln werden diese gedeckt?
    3. Welche personellen und welche sächlichen Ausgaben erwartet die Bundesregierung jährlich?

    Die Fragen 2 und 3 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die Stiftung erhält einen jährlichen Finanzierungszuschuss aus dem Bundeshaushalt nach Maßgabe des jeweiligen Haushaltsgesetzes. Für die Stiftung wird ein jährlicher Personal- und Sachbedarf von 1,5 Mio. Euro geschätzt.


    4. Wird die Bundesregierung sicherstellen, dass dem Stiftungsrat Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen angehören werden, und wenn nein, warum nicht?
    Die Entscheidung darüber, welche Vertreterinnen und Vertreter der Deutsche Bundestag in den Stiftungsrat entsendet, obliegt allein dem Deutschen Bundestag.


    5. Besteht ein wesentlicher Grund für die Gründung der „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ auch darin, dass der Förderverein Berliner Schloss e. V. seine Selbstverpflichtung zur Einwerbung von Spenden in Höhe von 80 Mio. Euro absehbar nicht zu erfüllen in der Lage ist, und wenn ja, worin sieht die Bundesregierung die Gründe für das Versagen des Berliner Schloss e. V.?
    Nein. Die Bundesregierung erwartet, dass der Förderverein Berliner Schloss e. V. seine dem Deutschen Bundestag gegenüber abgegebene Zusage einhalten und die für die Rekonstruktion der historischen Fassaden erforderlichen Mittel aufbringen und an die Stiftung weiterleiten wird.


    6. Ist die Bundesregierung von ihrer Erwartung, dass der Berliner Schloss e. V. 80 Mio. Euro an Spenden einwirbt (Schreiben von Bundesminister Wolfgang Tiefensee an den Förderverein Berliner Schloss e. V. vom 27. März 2007), abgerückt, und wenn ja, warum?
    Nein. Der Beschluss des Deutschen Bundestages, der ein durch private Initiativen verbindlich zu erbringendes Spendenaufkommen in Höhe von 80 Mio. Euro vorsieht, ist insoweit eindeutig.


    7. Wie viel private Spenden hat der Berliner Schloss e. V. nach Kenntnis der Bundesregierung bislang eingeworben, und welcher Anteil hiervon sind verbindlich zugesagte sowie mündlich zugesagte Spenden an den Förderverein?
    Der Förderverein Berliner Schloss e. V. hat wiederholt öffentlich erklärt, bislang rund 10,6 Mio. Euro an Spenden eingeworben zu haben. Auch der Bundesregierung stehen diesbezüglich nur die allgemein öffentlich zugänglichen Quellen zur Verfügung.


    8. Wird der Berliner Schloss e. V. die bislang eingeworbenen Gelder in die „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ geben, und wenn nein, warum nicht?
    Die Bundesregierung erwartet, dass der Förderverein Berliner Schloss e. V. die von ihm eingeworbenen Spendengelder unverzüglich an die Stiftung weiterleitet.


    9. Wird der Förderverein Berliner Schloss e. V., obwohl er seine Zusage an privaten Spenden nicht eingehalten hat, in die Arbeit der „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ eingebunden, und wenn ja, welche Gründe sprechen dafür?
    Die Bundesregierung geht davon aus, dass der Förderverein Berliner Schloss e. V. seine dem Deutschen Bundestag gegenüber abgegebene Zusage einhalten und dementsprechend die Spendengelder an die Stiftung weiterleiten wird. Zu diesem Zweck wird die Stiftung mit dem Förderverein Berliner Schloss e. V. in geeigneter Weise zusammenarbeiten.


    10. Bis wann will die „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ die Gesamtsumme von 80 Mio. Euro an privaten Spenden eingeworben haben, und welche Wege will sie dabei einschlagen?
    Es wird Aufgabe der Stiftung sein, zur Klärung derartiger Fragen zeitnah ein geeignetes Konzept vorzulegen.


    11. Welche Überlegungen hat die Bundesregierung – neben der Gründung der Stiftung – bislang für den Fall angestellt, dass die 80 Mio. an privaten Spenden nicht zusammen kommen, und kann die Bundesregierung ausschließen, dass ein mögliches Defizit durch öffentliche Mittel gedeckt wird?
    Gemäß Beschluss des Deutschen Bundestages ist das Spendenaufkommen zugunsten der Rekonstruktion der historischen Fassaden verbindlich zu erbringen. Eine baulogistische zeitliche Entkoppelung zur Wiedererrichtung der historischen Fassaden gegenüber den übrigen Baukörpern ist in der Planung zu untersuchen.


    **Quelle: Deutscher Bundestag**


    Also im Klartext: Fassadenarbeiten Zug um Zug mit dem Spendeneingang. :piksen:

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Danke für diese sehr aufschlussreiche Anfrage der Grünen.
    Wirklich erstaunlich finde ich Punkt 9 der Anfrage:

    Quote

    9. Wird der Förderverein Berliner Schloss e. V., obwohl er seine Zusage an privaten Spenden nicht eingehalten hat, in die Arbeit der „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ eingebunden, und wenn ja, welche Gründe sprechen dafür?


    Wieder so ein "wirversucheneswiederundwiederundschöpfenjedeMögichkeitdasSchlosszuverhinderaus"! :augenrollen:

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • das Beste ist die Gruenen und ihre Genossen einfach zu ignorieren
    es ist eine reine Zeitverschwendung sich diese Sachen ueberhaupt an zu sehen oder zu lesen
    Die Gruenen sind nicht nur gegen das Schloss , die sind einfach gegen alles.... 8)

  • Die neue Auslegeware ist eingetroffen, nachdem es den engagierten und studierten Gartenbauarchitekten zuvor nicht gelungen war, den angesäten Rasen zufriedenstellend wachsen zu lassen. :peinlich:



    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Danke für den aktuellen Blick- Grün ist doch bekanntlich die Farbe der Hoffnung und der Auferstehung! :zwinkern:

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Zwei Artikel von vorgestern:


    http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1115618/Schloss_Vertrag_mit_Stella_ist_unterschrieben.html\r
    http://www.morgenpost.de/printarchiv/be ... ieben.html


    http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/kultur/nachrichten/1076746_Weg_frei_fuer_Berliner_Schloss.html\r
    http://www.westfaelische-nachrichten.de ... hloss.html


    Der Architektenvertrag der Bundesbauverwaltung mit Stella ist unterschrieben und die erste Mio für die neue Schloss-Stiftung bewilligt. Im Vertrag ist wohl die zwingende Einhaltung der Baukosten von 480MEuro vorgeschrieben. Falls sich jemand auskennt: sind solche Klauseln üblich oder ist das eher als unübliche Schikane gegen den Bau des Humboldtforums zu verstehen, angesicht der Tatsache, dass bei vielen Staatsbauten die geplanten Kosten deutlich überschritten werden (dürfen) ?

  • Habt ihr eigentlich diese wunderbaren Perspektiven des Schlosses schon gesehen? Ich bin begeistert.
    Die Ecklösung an der Front zur Breiten Str. in Richtung Spree hat sich insofern gegenüber dem Wettbewerbsergebnis verbessert, dass die charakteristische historische Rundung wieder kommt (und der Neubau gewissen Abstand hält). Akzeptabel, finde ich. (Eine komplett historische Spreefassade wäre natürlich noch besser. 8) )


    http://berliner-schloss.de/de/Neues_Schloss_Humboldt_Forum/Neue_Bilder_Berlin_2015_.htm\r
    berliner-schloss.de/de/Neues_Sch ... _2015_.htm


    (Sollte dass alles für euch schon "kalter Kaffee" sein, bitte ich um Entschuldigung, ich habe nämlich nur die letzten 5 Seiten rückwärts gelesen.)

  • nein - ich hatte sie nocht nicht gesehen - also danke :) - speziell die Panorama 2 von Westen ist schoen - Sie haben darauf die Schlossapotheke dazu gesetzt

  • Quote from "ipflo"

    nein - ich hatte sie nocht nicht gesehen - also danke :) - speziell die Panorama 2 von Westen ist schoen - Sie haben darauf die Schlossapotheke dazu gesetzt


    Und das Denkmal auf der Schlossfreiheit in reduzierter Form.
    Der Bauplatz der Schlossapotheke bleibt ja eigentlich frei, da könnte man doch noch was machen.
    So in der Art "Förderverein Schlossapotheke". Wiederaufbau des Apothekerflügels und spätere Nutzung als "Schlossmuseum".
    Träum... :harfe:

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Ja, auf dem Modellfoto hat sich irgendwie der Apothekenflügel eingeschlichen... :D


    Ich finde jedenfalls, dass allein die drei Barockfassaden kraftvoll genug sind, um den umstehenden historischen Gebäuden wieder einen Halt und eine Mitte zu geben. Man wird auf einmal wieder verstehen, warum die Grünfläche vor dem schinkelschen alten Museum "Lustgarten" heisst (und nicht Museumsvorplatz), an der Breiten Straße wird es wirklich wieder einen Schlossplatz geben. Weiter wird es viele (ungeahnte?) Blicke und Durchblick auf das Schloss geben. Naja, und die Spreefassade und den Apothekenflügel... könnte man tatsächlich später noch ergänzen.... :zwinkern: Ein größeres städtebauliches "Problem" sehe ich persönlich in der großen Ödnis der verschwundenen Stadt (man entschuldige den Ausdruck) zwischen Schloß, Alexanderplatz, Rotem Rathaus und Marienkirche....

  • Ich habe ein aktuelles Interview mit dem Architekten Franco Stella entdeckt. Nun kommt es leider so wie befürchtet:


    Quote

    Gelingt es Ihnen, die finanziellen Vorgaben für dieses Projekt einzuhalten?


    STELLA: Das ist natürlich ein wichtiges Ziel, das wir bei der heutigen Bearbeitung des Entwurfes sehr ernst verfolgen. Es gab in meinem Wettbewerbsentwurf Rekonstruktionsmaßnahmen, die nicht verbindlich waren. Diese hätten die Kosten erhöht. Sie wären zwar meiner Meinung wünschenswert, aber es waren Optionen und sie werden wohl nicht umgesetzt.


    Wirklich schade. Hoffentlich wird da nichts zubetoniert und stattdessen zukünftigen Generationen die Möglichkeit gelassen diese Fassaden doch noch zu rekonstruieren.
    Quelle:http://www.ksta.de/html/artikel/1245228232933.shtml

  • Danke, Horst! :)


    Quelle: http://www.ad-hoc-news.de\r
    http://www.ad-hoc-news.de

  • Quote

    Gelingt es Ihnen, die finanziellen Vorgaben für dieses Projekt einzuhalten?


    STELLA: Das ist natürlich ein wichtiges Ziel, das wir bei der heutigen Bearbeitung des Entwurfes sehr ernst verfolgen. Es gab in meinem Wettbewerbsentwurf Rekonstruktionsmaßnahmen, die nicht verbindlich waren. Diese hätten die Kosten erhöht. Sie wären zwar meiner Meinung wünschenswert, aber es waren Optionen und sie werden wohl nicht umgesetzt.


    Oh je, da werden doch wohl nicht die schlimmsten Befürchtungen wahr? Kriegen wir jetzt nur die minimalsten drei Aussen- und Innen(hof)fassaden?
    Und da wundern sich alle, dass kaum einer spendet? Solange ich keine verbindlichen Zusagen höre, würde ich mich auch zurückhalten.
    Es bleibt also spannend.

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Schlosskritiker wie Christian Thomas haben wieder etwas um sich zu freuen:
    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1818912_Times-Mager-Rekonstruktion.html\r
    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/ ... ktion.html


    Es soll angeblich Fehler beim Auswahlverfahren gegeben haben, weil Stella wegen zu geringer Bürogröße und zu geringem Umsatz gar nicht am Auswahlverfahren hätte teilnehmen dürfen.


    Hier noch ein ausführlicherer Artikel aus der Welt:


    http://www.welt.de/die-welt/article4040457/Gab-es-Formfehler-beim-Architekten-Wettbewerb.html\r
    http://www.welt.de/die-welt/article4040 ... ewerb.html


    Bleibt abzuwarten wie es weitergeht. Es war ja absehbar, dass sich die Schlossgegner auf alles stürzen, was das Projekt irgendwie schädigen kann.

  • Ich habe gerade mal ein bisschen recherchiert und bin auf diesen Tagesspiegel-Artikel gestoßen.
    Hier heißt es, dass bei der Ausschreibung nicht beide Kriterien - also die Mindestmitarbeiterzahl von drei Angestellten und der Umsatz von mind. 300000 Euro zwischen 2004 und 2006 - erfüllt sein mussten, sondern eines von beiden.
    Da Stella laut Aussage seines Anwalts Michael Pietzker zwar nicht den Mindestumsatz, aber drei Mitarbeiter vorweisen kann, dürften die Vorwürfe der Täuschung haltlos sein. Es verwundert jedoch sehr, wie lax mit der Prüfung der Teilnahmebedingungen - ausreichend war eine unterschriebene Selbstauskunft, die nicht überprüft wurde - von Seiten des Ausschreibenden - der BRD - umgegangen wurde.


    http://www.tagesspiegel.de/kultur/Gr...art772,2837584\r
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/Gr...art772,2837584


    Hoffentlich bleibt es bei Zeitplan und Entwurf.

  • Quote from "erbsenzaehler"

    Nein. Hoffentlich bleibt es beim Zeitplan aber ohne den Entwurf!


    Nur muß man sich der realen Verhältnisse doch klar sein. Wenn der Zeitplan eingehalten bleibt, der Stella-Entwurf aber nicht kommen sollte, wird das Ergebnis nicht besser, sondern schlechter ausfallen. Das heißt, es wird nicht mehr, sondern weniger Rekonstruktion geben. Wir haben ja die Alternativ-Modelle gesehen. Und dieser Bau wird dann die Situation über die nächsten Jahrzehnte bestimmen.