Berliner Schloss - Humboldt-Forum

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      Wenn, dann gab/gibt es drei Fotos, die mit den jeweiligen Farbfiltern aufgenommen wurden. Das Farbfoto ergab sich erst durch das Übereinanderdrucken der drei Farbauszugs-Fotos.
      Wenn ich mich richtig erinnere (Ich habe einige Bildbände mit historischen Farbaufnahmen und eine CD-Rom mit mehr als 1.000 Aufnahmen, die aus Bildbänden stammen, die zwischen 1910 und 1930 publizert wurden), ist der Firmenbestand von Adolf Miethe, der diese Farbaufnahmen und -Drucke ursprünglich hergestellt hat, nicht erhalten.
      Das getrennte, gleichzeitige Aufnehmen von drei Farbauszügen war für Publikationen Stand der Technik bis in die 1930er Jahre. Alternativ gab es Autochrome-Diapositivplatten, von denen aber keine Reproduktionen erstellt werden konnten. Ab 1936 gab es den Agfacolor-Diafilm, die aufgenommenen Motive konnten dann wohl auch gut in ein Druckverfahren übernommen werden, jedenfalls sind Farbdrucke in den späten 1930er Jahren gelegentlich anzutreffen (Schöningh-Ansichtskarten, Werbeanzeigen, Werbeprospekte z. B. für Tourismus, Propagandazeitschriften...).
      Einzelne Farbfotoabzüge waren jedoch nur in einem irrsinnig aufwändigen Verfahren und zum Einzelpreis von etwa 1/10 des Monatsgehalts eines Arbeiters erhältlich. Da die technische Weiterentwicklung der Verfahren durch den Krieg stark verzögert wurde, kamen Farbfotoabzüge für den Privatgebrauch im größeren Umfang erst ab den 1960er Jahren auf den Markt.

      Zurück zum Schloss: Da empfehle ich den Bildband von Michael Sobotta "Berlin in frühen Farbfotografien 1936 bis 1943", Sutton Verlag 2015 - natürlich mit einigen Aufnahmen vom Schloss, Nationaldenkmal, Dom, Lustgarten, Gedächtniskirche, aber auch vom Ku'damm und aus anderen Stadtteilen. Das ist übrigens schon die zweite, veränderte Auflage - daran sieht man, dass das Interesse am historischen Stadtbild Berlins doch recht gross zu sein scheint...
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...