Berliner Schloss - Humboldt-Forum

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      Durch den "Succession to the Crown Act" von 2013 wurde der konfessionelle Bann gegen Ehen mit Katholiken für die Thronfolge im Vereinigten Königreich abgeschafft. Georg Friedrich steht daher seit 2015 wieder auf der britischen Thronfolgeliste, allerdings nur auf Platz 170. Ich fürchte, für eine Krönung in Westminster wird das nicht reichen.

      Der Prinz von Preußen hat übrigens bei den Gebirgsjägern in Mittenwald gedient (Achtung: das ist Bayern!) und an der Bergakademie in Freiberg studiert (könnte also auch für Sachsen akzeptabel sein). Geboren wurde er in Bremen (Hansestadt und Pagentorns Heimat). Jetzt lebt er in Babelsberg.

      Aber um nun wieder zum eigentlichen Thema Schlosskuppel zurückzukommen: Adel ohne Religion ist nicht denkbar. In keiner Gegend der Welt und in keiner historischen Epoche gab es Adelsgesellschaften und monarchische Herrschaftsformen ohne die Rückbindung an eine gemeinsame Religion. Herrschaft wird durch eine höhere Macht legitimiert und zugleich eingeschränkt. Seinsheim wies oben schon darauf hin. Im heutigen Deutschland ist diese höhere Macht das Grundgesetz. Es enthält Grundnormen des gesellschaftlichen Ordnungssystems, die sogar über der Volkssouveränität stehen. Es gibt eine Reihe von Dingen, die das Volk in seiner Mehrheit nicht beschließen dürfte, weil sie etwa gegen die Menschenwürde verstoßen. Diese Vorstellung einer besonderen Würde des Individuums, jedes Einzelnen, lässt sich aus der Gottesebenbildlichkeit des Menschen ableiten. Damit sich Nichtchristen nicht ausgegrenzt fühlen, formuliert man sowas heute nicht mehr religiös, sondern in Form einer weltlichen Verfassung.

      Die Kuppelinschrift formuliert keinen "Allmachtsanspruch" oder "Absolutheitsanspruch", wie einige hier meinten, sondern ich würde eher sagen: einen umfassenden Anspruch. In der Diskussion wurde völlig zu Recht die Forderung nach Toleranz erhoben. Das schließt sich nicht aus. Man kann sich selbst in einem umfassenden geistigen System verorten und anderen Menschen, die sich in einem anderen System verorten, mit Toleranz und Achtung begegnen. Vielfach wird heute Toleranz mit Gleichgültigkeit oder Beliebigkeit gleichgesetzt. Dieser Zeitgeist tut sich dann schwer damit, tolerant gegenüber Äußerungen zu sein, die nicht beliebig oder belanglos sein wollen - so wie die Bibelzitate an der Kuppel. Die Ernsthaftigkeit und Würde der Inschrift wird von ihren Gegnern erkannt. Es ist doch interessant, dass Leute, die Religion für "Quatsch" halten, Angst vor solchen Bibelversen haben. Wenn das doch aber bedeutungslos ist, dann könnte es ihnen ja egal sein. Hier wird ihnen echte Toleranz abverlangt, die nämlich erst da beginnt, wo die Gleichgültigkeit aufhört.

      Die christliche Religion ist ein wesentlicher Traditionsbestandteil der europäischen Kultur. Auch die Adelshäuser, mit denen sich Leute wie Pagentorn beschäftigen, sind wesentlich für die europäische Geschichte und Kultur. Die Schlösser, Kirchen und Schlosskirchen sind die materiellen Zeugnisse, die uns daran erinnern, woher wir kommen. Das Berliner Schloss leistet uns jetzt schon hervorragende Dienste, wenn es uns zu solchen Diskussionen, wie wir sie hier führen, anregt.
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      Rastrelli wrote:



      Ich möchte übrigens den Fernsehturm behalten. Ich finde, dass er sehr schön mit dem Schloss harmoniert. .........
      Aber mit Fernsehturm finde ich Berlin doch schöner und interessanter.
      Er harmonisiert mit dem Schloss??? Nun ja, über Geschmack lässt sich bekanntermaßen (nicht) streiten.
      Und um schön und interessant zu sein, braucht Berlin gewiss nicht den Fernsehturm.
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      Georg Friedrich - Queen - Spendenziegel

      Mein Bremer 'Landsmann' Georg Friedrich (der, nebenbei bemerkt, zeitweise ein Schulkamerad - allerdings kein Klassenkamerad - von mir war und den ich bei einer Feier eines gemeinsamen Bremer Freundes noch zu Schulzeiten kennenlernen durfte - falls SKH hier mitlesen sollte: Stichwort 'Colmarer Straße' ) ist ja auch im Kuratorium Deutsche Stiftung Denkmalschutz sehr aktiv. Und meines Wissens hat er seine entfernte Tante, die Queen, während ihres letzten Deutschland-Besuches bei der Gartenparty in der Residenz des Britischen Botschafters (in Dahlem ?) getroffen. Weiß hier jemand, ob es ihm gelungen ist, die Queen zu einer Spende für das Stadtschloß zu bewegen, zumal sie ja auch eine 'Ziegelpatenschaft' für die Garnisonkirche übernommen hat ?
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      Lieber Mantikor, danke für deine Bereitschaft, das neue Bebilderungsverfahren einfach mal auszuprobieren! Deine Opernbilder fand ich auch schon schön. Das Licht auf den Schlossbildern ist etwas eigenwillig, richtige Kunst!

      Mantikor wrote:

      Ein weiterer Test zum Anhängen von Fotos mit heutigen Exemplaren.


      Besonders interessant fand ich dieses letzte Bild. Das gibt mir wieder die Gelegenheit, meine Begeisterung über die Stella-Fassade kund zu tun. Ich kenne diesen Blick vom Fernsehturm über den Neptunbrunnen hinweg schon aus DDR-Zeiten. Damals stand der Palast der Republik, dessen Fassade aus dieser Perspektive eine gute Wirkung entfaltete. Jetzt ist die Ensemblewirkung recht ähnlich. Auf diese Weise ist die moderne Ostfassade auch ein Bekenntnis zur Geschichte des Ortes. Denn Geschichte ist ja nicht nur, was vor dem Zweiten Weltkrieg war. Man sieht hier auch, dass aus bestimmten Blickwinkeln die Schlosskuppel auch nach Osten einen städtebaulichen Akzent setzt. Wenn dann noch die Laterne mit dem Kreuz drauf kommt, ergibt sich schon eine recht monumentale Ansicht. Interessant auch die mobile Polizeikamera auf dem Bild. Sowas brauchte es zu DDR-Zeiten an diesem Platz nicht.
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      Mantikor wrote:

      Ein weiterer Test zum Anhängen von Fotos mit heutigen Exemplaren.
      [...]
      Oh Shice, was für ein Ameisenhaufen! :(
      Wenn demnächst die Busse im Minutentakt ankommen, sobald alles fertig ist, wird man wohl seine eigenen Füße in dem Gedränge nicht mehr sehen können.

      Der Ersatz für die Ostfassade sieht zwar nicht ausgesprochen schlecht aus, aber nach ein paar Jahren, wenn der Beton Algen ansetzt und saniert werden muss, wird man bereuen, ihn gebaut zu haben.
      So wie der Anbau heute aussieht, ordentlich und steril, könnte er überall stehen. Das ist nicht Berlin, das ist irgendwo in einer Provinzstadt - es könnte zu Düsseldorf passen.
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      Kleines Planspiel, um die Sichtachse vom Fernsehturm zum Schloss herauszuarbeiten: Neptunbrunnen wird versetzt, bekommt aber einen Ersatz, das ganze wird ein Rondell. Zusätzlicher Platz vor dem Roten Rathaus. Weiterer Platz als Pendant zur Schlossfassade. Marienkirche wird eingefangen.
      Natürlich kleinteilige Parzellierung, keine Blöcke (war mir jetzt aber zu umständlich, das herzustellen). Ähnliche Pläne gibt es, aber ohne Sichtachse auf das Schloss und die Kuppel. Diese soll zu einem regelrechten Boulevard aufgewertet werden.

      The post was edited 3 times, last by Seinsheim ().

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      Man muss nicht immer alles zubauen.
      Hier fehlen schon wieder die Wasserspiele am Alex mit ihren Freiflächen, wo man im Sommer so schön verweilen kann und den Kindern beim Planschen zuschaut. Dieses Element wird ja auch in Potsdam wiederhergestellt. Insofern stellt es einen ganz wichtigen Teil des Fernsehturms dar.

      Wasser wird in unserer Gegenwart zum überlebenswichtigen Bestandteil.
      2018 starben die ersten Bäume durch die lange Trockenheit (Dessau-Wörlitz) und die Borkenkäfer konnten sich vermehren,
      die Spree floss zeitweise rückwärts,
      2019 sterben durch die Borkenkäfer Fichtenwälder und damit ist z. B. der gesamte Thüringer Wald bedroht, dazu kommen Waldbrände in Brandenburg und Sachsen-Anhalt wie in Kalifornien,
      2020 werden wir über jeden Baum, der in der Innenstadt noch lebt dankbar sein.

      Deshalb weniger Beton und mehr Bäume in Berlin.
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      Bäume sind kein primärer Bestandteil der Stadtarchitektur - dafür gibt es Parkanlagen. Stadtarchitektur bedeutet, Stadträume zu schaffen, urbanen Charakter herzustellen. Das gelingt m. E. nicht durch irgendwelche weiten Flächen, auf denen ein paar Rinnsale plätschern. In dem obigen Plan gibt es vier Plätze, auf denen man Wasser in Form von Brunnen so einsetzen kann, dass sie in eine gestalterische Beziehung zum Raum eingehen.
      Außerdem sagt niemand, dass Flächen in Beton verbaut werden müssen. Aber eine Kleinteiligkeit, die wieder erlebbar macht, dass hier die eigentliche Altstadt von Berlin ist, und die die Bebauung des Nicolai-Viertels ans Schloss heranführt, halte ich für extrem wichtig. Ebenso tut es weder dem Roten Rathaus noch der Marienkirche gut, völlig kontextlos dazustehen. Die Marienkirche wirkt ja wie abgeladen und stehengelassen. Entsorgtes unliebsames historisches Erbe sozusagen.
      Antiurbane Brachen im Zentrum tun keiner Stadt gut. Hingegen liebt der Mensch begrenzte, überschaubare Räume, die nicht irgendwie diffundieren. Er bevorzugt Plätze und Straßenräume mit Blickbezügen. Ein Café in dem obigen Platzrondell würde viel mehr Menschen anziehen als auf der jetzigen Freifläche. Und die jetzige Parkanlage mit ihren Urinecken ist geradezu eine Schande für die Stadt.

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      Aber ich wäre gerne bereit, die Wasserspiele vollständig einzubeziehen und für die Raumdramaturgie zu nutzen. Darum hier eine verbesserte Variante. Raumfolgen, urbane Enfiladen gewissermaßen, leben ja davon, dass weite und schmale Räume einander abwechseln. Also beginnen wir mit einer Weite bei den Wasserspielen, nach welcher der Raum sich verengt, sofort wieder im Rondell weitet, dann noch schmaler wird, um sich an der Spree wieder mit Blick aufs Schloss zu öffnen. Ferner würde ich anstelle des ehemaligen Apothekerflügels eine Pappelreihe setzen um den Lusgarten zu begrenzen. Aber auch schon die Bebauung der östlichen Spreeseite wäre hilfreich, um dem Lustgarten einen Abschluss zu geben.
      Ferner nicht nur Blickachse Fernsehturm-Schlosskuppel, sondern auch Stadthaus-Turm der Marienkirche.

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      Ein schöner Entwurf. Aber dann entstünde eine Fläche, größer als der Lustgarten. Die müsste wirklich sehr gut strukturiert sein, damit sie nicht zur Liegewiese verkommt. Vor allem aber wäre die Erinnerung, dass es sich hier um die eigentliche Altstadt bzw. den eigentlich Stadtkern handelt, nicht mehr gegeben. Der Stadtraum ist trotz Umbauung bereits aufgelöst. Beim Lustgarten ist das etwas anderes, denn der war nie Stadtraum.

      Deshalb habe ich die engere Bebauung vorgezogen, im Unterschied zum Planwerk aber die Achse zwischen Schloss und Fernsehturm eingefügt, um Brunnen und Wasserspiele zu erhalten.
      Ich finde, wir dürfen keine Angst vor urbaner Dichte haben - die ist es doch, die wir andernorts überall suchen.

      Unten das andere Extrem: der Planwerk-Entwurf von Bernd Albers, der den Fernsehturm völlig isoliert gar keine städtebauliche Raumdramaturgie aufweist.