Berliner Schloss - Humboldt-Forum

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • Es gibt im Übrigen schon eine Erinnerung an den Palast der Republik im Humboldt'schen Schloss-Forum:

      Ein Treppenhaus wird ja im PdR-Style gestaltet:

      berliner-schloss.de/blog/erste…iner-schloss-entschieden/

      Hier (im Treppenhaus) hätte sich die Blume in Originalgröße sicher auch gut gemacht.

      Lederer hat vielleicht recht, dass die Ablehnung von Erichs Blümchen ein Tritt vors Knie vieler Ostdeutscher wäre. Allerdings nicht vors Knie der Ostdeutschen, die am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz demonstriert haben. Denn die haben ja gegen die Politik demonstriert, die im PdR gemacht wurde.
    • Die Gläserne Blume war eine Stahl-Glas-Skulptur der Künstler Reginald Richter und Richard Wilhelm. "Erich" hat sie nicht gemacht. Das kleine Modell würde nicht gut wirken. Insofern verstehe ich die Entscheidung der Kuratoren, es nicht in die Ausstellung aufzunehmen. Eine Kopie der Gläsernen Blume in Originalgröße - die Größe ist wichtig für die Wirkung dieses Kunstwerks - für das Humboldt Forum wäre eine schöne Sache gewesen. Barocke Steinplastiken werden kopiert, warum dann nicht auch diese moderne Skulptur. Die Demonstranten von 1989 haben nicht gegen die Gläserne Blume demonstriert. Sie war ein unpolitisches Kunstwerk und der Palast der Republik war nicht das politische Zentrum der DDR. Die entscheidenden Machtzentren waren der Sitz des ZK der SED, das Staatsratsgebäude und das Haus des Ministerrates der DDR. Alle drei Gebäude sind saniert und werden genutzt (vom Auswärtigen Amt, von einer privaten Hochschule und vom Berliner Senat). Im PdR tagte die Volkskammer und im Großen Saal fand alle 5 Jahre der SED-Parteitag statt. Beide Gremien hatten nicht wirklich was zu sagen (was seinerzeit in der DDR auch allgemein bekannt war).

      Von den großformatigen Gemälden der früheren Galerie im Palast soll das Werk von Wolfgang Mattheuer im Humboldt Forum gezeigt werden. Ich halte das für eine gute Entscheidung. Mattheuer ist ein anerkannter Künstler. Sein Gemälde gibt uns einen Einblick in Mode und Kulturlandschaft der 70er Jahre.
    • Neu

      Historische Innenräume und Museums-Pädagogik

      Wenn die folgende Frage hier im Themenstrang schon einmal thematisierte worden sein sollte, dann bitte ich vielmals um Entschuldigung, aber mich würde dennoch interessieren, wie man im Humboldtforum plant - jenseits des 'Museums des Ortes' - die Erinnerung an die historischen Innenräume wachzuhalten ? Wäre es z.B. nicht eine gangbare Methode, im Umkreis der Eingänge zu den jeweiligen aktuellen Räumen entsprechende Hinweistafeln mit Abbildungen des historischen Raums zu platzieren - idealerweise genau in der Perspektive, die der Besucher vom seinem Standpunkt im Raum aus hätte, wenn Letzterer noch (oder eines Tages wieder) der Rittersaal, die Rote Samtkammer, die Schwarze Adler Kammer oder der Weiße Saal (etc,, etc.) wäre. Immerhin könnte auf diese Weise den Besuchern 'Appetit auf mehr' gemacht und letztendlich der Druck erhöht werden, mit der Rekonstruktion der Innenräume früher zu beginnen, als es bisher (St. Nimmerleinstag) geplant ist...
    • Neu

      Je mehr der Rückbau der Humboldbox den Blick durch die Nord-Cam freigibt auf die Bauakademie - desto mehr "verstehe" ich Schinkels Gebäude im Hintergrund des Schlosses. Für mich sieht es so wirklich erkennbar aus, dass Schinkel mit seinem Werk Bezug auf das Schloss genommen hat ... es sieht es ein bisschen wie eine verkleinerte Version in Backstein aus, die mit den Vorgaben des Schlosses "spielt" und sich doch vornehm zurücknimmt. Das habe ich (Laie) so vorher nie gesehen und erkannt.

      Damit ziehe ich meinen Hut noch viel tiefer vor Schinkel sowie all jenen Baumeistern die zu so etwas in der Lage waren!

      Das scheint heute kein Architekt mehr können (zu wollen?). Zumindest wenn man sich im Vergleich die vergurkten Wohnblocks am Schinkelplatz anschaut. Effekthascherisch, billig und unpassend.
    • Neu

      Zu Schinkels Zeiten standen doch noch die Bauten auf der Schlossfreiheit.
      So eine ganz direkte Sichtbeziehung gab es dann ja nur auf Höhe der Attika; auch wenn es schon Pläne für eine "freie Schlossfreiheit" gegeben haben mag und Schinkel sicher ohnehin das Schloss formal aufnehmen wollte. Zumindest lassen Kubatur und eben die Attika darauf schließen.

      Siehe Eduard Gaertners Gemälde "An der Schlossfreiheit" von 1855 (die Bauakademie ist ja von 1832):


      berliner-zeitung.de/berlin/gae…eit-der-markisen-31427204
    • Neu

      erbse schrieb:

      Zumindest lassen Kubatur und eben die Attika darauf schließen.
      Umso wünschenswerter wäre es gewesen, auch das Schloss ohne Dach zu rekonstruieren, um den kubischen Charakter hervorzuheben, der letztlich auf den Typus des römischen Stadtpalastes zurückgeht und der dann auch das Zeughaus, die Neue Wache, die Kommandantur, das Prinz-Heinrich-Palais, das Alte Museum und das Palais Wartenberg (Alte Post) prägte.
    • Neu

      Durchaus. Apropos Palais Wartenberg, das fände ich eine sehr lohnenswerte Rekonstruktion im Berliner Schlossumfeld, weil damit auch der wohl sichtbarste und zugleich einer der schwächsten Bauten des Nikolaiviertels ersetzt würde. (Auch wenn dieser nun denkmalgeschützt ist und es noch einen anderen Vorgängerbau vor dem Krieg gab.) Sicher aber erst in 10-20 Jahren realistisch denkbar.
    • Neu

      Ein paar neue Bilder von heute.













      Portal V wird wieder eingerüstet - hoffentlich zur verbesserten Nachbearbeitung der Panda-Hermen.


      Palmenwedel und Quaste (lt. SchortschiBähr) wurden bereits in dieser Woche mittels Hubwagen angebracht. Ob die Fanfare noch nicht fertig war?
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Neu

      Mantikor schrieb:

      Portal V wird wieder eingerüstet - hoffentlich zur verbesserten Nachbearbeitung der Panda-Hermen.
      Träum weiter. ;) Die "Panda-Hermen" sind genau so gewollt, man will den möglichst deutlichen Bruch zwischen alt und neu.

      Was ich mir aber erhoffe, und ein Forumer hier hatte ja gemeint, er hätte sowas in der Art erfehren/gelesen: Man schlämmt die extrem geblich gefärbten Sandsteine im oberen Bereich von Portal V, so dass es einheitlicher, harmonischer erscheint.

      Und zum Dachcafé:
      Ach, ich reg mich besser nicht mehr auf, hat ja alles keinen Sinn...
    • Neu

      In Berlin wird kein Sandstein geschlämmt - das haben nur Preußen gemacht. Hier bleibt alles schön sandsteinsichtig. Aber der Großstadtmief bekommt die Vereinheitlichung schon hin. Mit der Zeit.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Neu

      Also ich habe gehört, dass man bei der einen Säule von Portal I überlegt, etwas nachzuschlämmen. Ob man es dann tatsächlich tun wird, weiß ich nicht.
      Die Ergänzung der Altantenhermen an Portal V scheiterte bislang am Einspruch der Denkmalpflege. Man müsste an den Torsi Bohrlöcher anbringen, und das wäre eine Beschädigung originaler Substanz.
    • Neu

      Ich schließe mich der Denkmalpflege an. Die erhaltenen Originalfragmente sind unendlich wertvoll. Portal V ist für mich ein eindrucksvolles Mahnmal gegen Kulturbarbarei und ein Zeichen für den Sieg der Kultur über die Barbarei, für den Sieg des Lichts über die Finsternis.

      Wir dürfen nicht vergessen: Es gab - erstens - den verbrecherischen Angriffs- und Vernichtungskrieg der Nazis (bei ihnen liegt die Hauptschuld für die Tragödie), - zweitens - Flächenangriffe auf ein kulturhistorisch wertvolles Stadtzentrum und - drittens - die vorschnelle Beseitigung der Schlossruine aus ideologischer Verblendung durch die kommunistische Diktatur. Das Berliner Schloss hat - um in christlichen Bildern zu sprechen - sein Martyrium erlitten. Die Hermenfragmente entsprechen den Reliquien christlicher Märtyrer. In der katholischen Kirche werden zu ihrer Präsentation kostbare Reliquienschreine geschaffen. Der Schrein für die Hermenreliquien ist die wiedererstandene barocke Fassade. Im oberen Teil des Portals hält eine Fama einen goldenen Palmzweig. Der Palmzweig ist im Christentum das Zeichen des Märtyrers. Die zweite Fama macht Musik. In der christlichen Ikonografie entsprechen ihr die Engel, die zum Lobe des Heilsgeschehens musizieren.

      In seinem Gesamtaufbau erinnert das Portal V mich an einen protestantischen Altar. Viele Altäre jener Zeit zeigen diese Ikonografie: in der Mitte die Kreuzigung und darüber die Auferstehung. Ich sehe förmlich den auferstandenen Christus mit der Siegesfahne über dem Portal schweben. Übrigens finden wir zu beiden Seiten des Portals mit den die Fenster des dritten Obergeschosses begleitenden Bukranien ein klassisches Opfersymbol.


      Eine ähnliche Ikonografie finden wir bei der Englischen Treppe im Residenzschloss zu Dresden. Diese Treppe entstand in ihrer barocken Anlage ungefähr zur selben Zeit wie die barocken Teile des Berliner Schlosses. Sie wurde am 13./14. Februar 1945 zerstört und wiederaufgebaut in den Jahren 2005 bis 2010.

      Im Erdgeschoss empfängt den Besucher eine grauenvoll entstellte Sandsteinskulptur, die so aus den Trümmern geborgen wurde.


      Dresdner Schloss, Englische Treppe, Erdgeschoss, kriegsversehrte Sandsteinfigur (Foto: Concord, 2015, CC-BY-SA-4.0)

      Dann steigen wir hinauf zum Licht ...


      Englische Treppe, Blick vom ersten Obergeschoss nach oben (Foto: Concord, 2015, CC-BY-SA-4.0)

      ... um schließlich am wiedererstandenen Himmel die königliche Krone mit dem Kreuz zu erblicken

      Englische Treppe, Blick zur Decke (Foto: Concord, 2015, CC-BY-SA-4.0)

      Einige hier hätten wohl lieber eine nette Fassade, wo alles adrett, sauber und wohlgestaltet daherkommt. Das würde aber nicht dem Anspruch großer Kunst, namentlich des Barock, gerecht werden. Das Berliner Schloss wollte schon im frühen 18. Jahrhundert nicht nett und hübsch sein, sondern es strahlte durch und durch (geistige) Größe und Bedeutung aus. Der Wiederaufbau von Portal V hat dem eine weitere Zeitschicht und Bedeutungsebene hinzugefügt.
    • Neu

      Das oben genannte Gemälde von Eduard Gaertner hängt in der Alten Nationalgalerie (in der 3. Etage). In der 2. Etage der Alten Nationalgalerie kann man durch das geöffnete Portal zur Freitreppe nach dem Schlosse hinübersehen. Friedrich Wilhelm IV. reitet nun wieder genau auf das Portal V zu. Ein herrlicher Anblick!

      Auf dem Gemälde ist links ein Teil der Schlossbrücke zu sehen. Dazu eine kleine Erinnerung: Zu DDR-Zeiten trug die Schlossbrücke den Namen "Marx-Engels-Brücke". Die wertvollen Marmorskulpturen hatten durch Auslagerung den Krieg überstanden, befanden sich aber in Westberlin. Es gab langwierige Verhandlungen über die Rückführung kriegsbedingt verlagerten Kulturgutes. Die hohen Postamente waren verwaist. Anfang der 80er Jahre wurden sie dann aufwendig restauriert. Wir hörten, dass die Skulpturen aus Westberlin zurückkehren werden. Das war für uns damals ein wichtiges Zeichen der Entspannungspolitik und der deutsch-deutschen Annäherung. Und dann waren die Figuren 1984 in ihrer überirdisch schönen weißen Pracht wieder da! Heute wissen wir: Sie kamen als Vorboten des Schlosses. Damals bildeten sie noch einen eigenwilligen Kontrast zum Namen "Marx-Engels-Brücke" und zur Ödnis des Parkplatzes mit dem Namen von Marx und Engels.
    • Neu

      Seinsheim schrieb:

      Dass vor dem Westportal ein Kran aufgebaut wird, dient hoffentlich nicht nur dazu, das Dachcafé fertigzustellen, sondern auch, die Eindeckung der Kuppel in Angriff zu nehmen.
      Was für ein Kran?
      Ich sehe nur einen Mast mir Häuschen. Es ist wohl syptomatisch, das die nicht mal den Aufbau eines kleinen Krans an einem Tag hinkriegen.

      Ist eigentlich sichergestellt, dass die Balkone an Portal IV und vllt auch bald Portal V 1.10m Brüstungshöhe haben?
      Nicht dass dem ganzen Bau die Abnahme verweigert wird, wenn dass nicht passt.
      Auckland bei Nacht
    • Neu

      Rastrelli, es ging nicht um eine "vorschnelle Beseitigung der Schloßruine aus ideologischer Verblendung" sondern um eine Sprengung eines überwiegend intakten Gebäudes, im dem der Pariser Louvre nach 1945 noch international beachtete Ausstellungen durchgeführt hat (in einer Ruine wäre das nicht möglich gewesen). Die Kommunisten waren auch nicht "ideologisch verblendet" sondern es handelt sich um deren uneigenste Politik den "Feudalismus" und seine Symbole mit Gewalt zu zerstören, wofür es in der Regel keine Mehrheit in der Gesellschaft gibt. "Verblendung" suggeriert passive Unschuld, tatsächlich ist der Kulturvandalismus mit aktivem Vorsatz.

      Diese kommunistische Zerstörungs-Politik ist im übrigen weitgehend unabhängig von den Nazis und dem Zweiten Weltkrieg - so einschneidend und fatal dieser auch für Mitteleuropa gewesen ist. In der russischen Revolution oder der chinesischen sowie vieler anderen kommunistischen Umwälzungen sind die Phänomene dieselben - ohne, daß die Nazis dort gewütet haben. Hätten die Stalinisten in den 30er-Jahren die Macht in Deutschland übernommen wäre dem Land vermutlich ähnliches geschehen.

      Die Kollagen der "Panda-Hermen" (schöner Name) sind ein Ausdruck des Theoriestreits unserer Zeit, in dem Form und Erlebbarkeit und Substanzgläubigkeit häufig konkurrieren. Aus meiner Sicht ist der Einbau von "Originalsubstanz" (die ja häufig keine "Originalsubstanz" ist, sondern nach vielen Ersetzungen und Sanierungen nur die letzte Schicht vor der Zerstörung) wünschenswert, wenn a) diese dauerhaft tragfähig und haltbar ist und b) die Erlebbarkeit des Gesamtkunstwerkes ermöglicht. Genau das wird im Fall der Pandahermen empfindlich gestört: hier wird politisches Erinnern vor das Kunsterlebnis gestellt - das halte ich für falsch. Das Berliner Schoß vulgo Humboldtforum ist kein politisches Denkmal.

      Natürlich muß man an den Zweiten Weltkrieg und seine Zerstörungen erinnern. Aber diese Erinnerungsstätten sind Legion und eine kurze Fahrt durch Berlins Zentrum gemahnt an die Folgen auch der NS-Diktatur. Warum man mit dieser Argumentation regelmäßig wiederaufgebaute Kunstwerke dekonstruieren muß ist ein ideologischer Auswuchs. Gottlob wird die Zeit diese Dinge Dinge in der überwiegenden zahl der Fälle heilen ("Frauenkircheneffekt").
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Neu

      Die Frage ist halt: will ich ein ungestörtes ästhetisches Erlebnis schaffen oder einen authentischen historischen Ort. Wer den reinen Barock will, kann sich doch eine VR-Brille aufsetzen, dann kann er auch die Schlosswache erleben und man kann ihm auch noch den ollen W2 reinrendern. Aber in der Realität sollte die Authentizität den Vorrang haben.
    • Neu

      Aber was für eine "Authentizitiät" habe ich denn jetzt? Doch genau jene, die Konstantin beschreibt: die eines Theorienstreits unserer Zeit. Das befriedigt weder den Betrachter und schon gleich gar nicht den Anspruch an "großer Kunst, namentlich des Barock", denn solche Brüche in Fassaden waren im Barock unbekannt.

      "nette Fassade, wo alles adrett, sauber und wohlgestaltet daherkommt"
      Das ist polemisch. Wenn man die Hermen ergänzt und evtl farblich leicht angepasst hätte, würden sie immer noch deutlich als "anders" wahrgenommen werden. Der Bruch wäre aber nicht ganz so groß, und die Bedeutung als "Träger" besser erkennbar. Bzw. für so manchen unbedarften Betrachter wäre wohl überhaupt erst dann erkennbar, was diese Steinmassen unter dem Balkon darstellen sollen.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Neu

      @Weissenseeer Ich meine den Kran an der West-Nordwestecke.

      @Konstantindegeer: Wunderbar, besser hätte man es nicht auf den Punkt bringen können!

      @UrPotsdamer: Eine VR-Brille kann kein "ungestörtes ästhetisches Erlebnis" verschaffen, das gelingt nur am Objekt selbst. Die rekonstruierten Schlossfassaden sind im Sinne eines materiellen Substanzbegriffs alles andere als authentisch. Diese Authentizität wird durch partielle Einfügungen von stark beschädigten originalen Resten nicht einmal ansatzweise wiedergewonnen.
      Stattdessen wird aber die Substanz im geistigen Sinne durch diese optische Entstellung zerstört, zumal die eigentliche Funktion der Atlantenhermen, nämlich die Visualisierung ihrer tragenden Funktion, aufgrund der fehlenden Arme nicht mehr nachvollziehbar wird.

      Insofern betrachte ich den von Herrn Haspel befürworteten Einbau der Fragmente als einen unlösbaren Widerspruch in sich, der letztlich das gesamte Dilemma der traditionellen Denkmalpflege in Fragen der Rekonstruktion aufzeigt. Was bei der Frauenkirche in Dresden gut funktioniert hat - im Sinne einer sogenannten archäologischen Rekonstruktion (ein sachlich nicht ganz zutreffender, aber politisch sehr klug gewählter Begriff), funktioniert in Berlin nicht.