Berliner Schloss - Humboldt-Forum

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    • Nachtrag: Unfreiwillig komisch ist allerdings der Vortrag des Begleittextes: Da wird "Risalit" in zwei verschiedenen Varianten "englisch" ausgesprochen ["Risaleit" vs. "Reisalit"], weil die Sprecherin offenbar von diesem Wort noch nie etwas gehört hat, allerdings auch darauf verzichtet, es einmal nachzuschlagen. Mein Favorit ist allerdings ihre Betonung von "Drehbühne", das bei ihr klingt wie "Tribüne"...
    • Bitte entschuldigt noch einen weiteren Nachtrag: Sehr seltsam ist auch die Einfügung der Ansicht von der KdF-Ferienbunker von Prora auf Rügen. Was die Autoren des Videos damit suggerieren wollen, erschließt sich mir nicht. Es wird ja wohl hoffentlich nicht eine Gleichsetzung zwischen würdevoller "Monumentalität" des Schlosses und abscheulicher Gigantomanie der Renommierbauten von Robert Leys Arbeitslohndrückungsorganisation beabsichtigt sein,,,
    • Bitte, das ist ein künstlich erzeugtes Video mit einer synthetischen Stimme (es gibt also keine „Sprecherin“), deswegen tauchen da auch völlig themenfremde Bilder auf, ein einfaches Programm kann halt nicht zwischen Berliner Schloss und Prora unterscheiden.
      Es wurde aus diesem Artikel erzeugt:
      welt.de/kultur/kunst-und-archi…e-und-Makellosigkeit.html

      Auch erkennbar am Wortlaut.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

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    • Seinsheim schrieb:

      ... An der Kuppel und der Westfront tut sich auch nichts....
      An der Kuppel wurden am Dienstag, als ich vor Ort war, einige Edelstahl-Kragarmträger als Unterkonstruktion für den breiten Kuppelsims montiert. Die Unterkonstruktion ist ziemlich aufwändig (habe ich in den - hier mal verlinkt gewesenen - Ausschreibungsplänen für die Kupferdeckungsarbeiten gesehen).
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...
    • @Riegel

      Ich kann die Schärfe des Tonfalls nicht so ganz verstehen. Ich bin ab und zu durchaus dankbar wenn auf neue Entwicklungen am Schloss hingewiesen wird. Dafür ist der Baustrang ja da.
      Manchmal ist die Panikmache etwas anstregend wenn unfertige Ergebnisse etwas hysterisch kommentiert werden. Aber ansonsten bin ich für Updates durchaus dankbar.
      APH - am Puls der Zeit
    • An dieser Stelle möchte ich Riegel prinzipiell zustimmen und darum bitten, das jeder zweimal überlegt ob und was er für einen Beitrag verfasst. Das APH ist weder ein Klatsch-und-Tratsch-Blatt, noch ein Kurznachrichtendienst à la Twitter. Wer Webcam-Spinnen, Computerstimmen ect thematisieren möchte, sollte dies wenn möglich über andere Kanäle machen. Sonst, wie Riegel quasi schon schrieb, macht das Verfolgen dieses Themas hier keine Freude mehr und wird einfach uninteressant.

      Vielen Dank. :anbeten:
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Seinsheim schrieb:

      @Riegel: Apropos Schrägansicht: Ein anderes bemerkenswertes Phänomen war die Reichstagskuppel. Die alte Kuppel von Paul Wallot war wie das eigentliche Gebäude viereckig, das heißt in der Schrägansicht wurde sie zusammen mit dem Gebäude breiter. Die kreisrunde Kuppel von Norman Foster wird es hingegen nicht. Daher erscheint sie bei Schrägansichten im Vergleich zum übrigen Gebäudevolumen zu klein. Sie wirkt nur in der Frontalansicht stimmig.






      ...was vermuten lässt, dass die Ausbildung von Architekten früher leider um einiges fundierter war als heute :D :(
      :dichter: Erst gestalten wir unsere Städte, dann gestalten die Städte unsere Gesellschaft :dichter:
      :opa: Aus Plattenbauten ist selten Gutes hervorgegangen :opa:
    • Alois schrieb:

      Seinsheim schrieb:

      @Riegel: Apropos Schrägansicht: Ein anderes bemerkenswertes Phänomen war die Reichstagskuppel. Die alte Kuppel von Paul Wallot war wie das eigentliche Gebäude viereckig, das heißt in der Schrägansicht wurde sie zusammen mit dem Gebäude breiter. Die kreisrunde Kuppel von Norman Foster wird es hingegen nicht. Daher erscheint sie bei Schrägansichten im Vergleich zum übrigen Gebäudevolumen zu klein. Sie wirkt nur in der Frontalansicht stimmig.






      ...was vermuten lässt, dass die Ausbildung von Architekten früher leider um einiges fundierter war als heute :D :(
      Ich möchte nicht völlig ausschließen, dass Herr Foster das mit voller Absicht so gemacht hat. Im übrigen finde ich, dass die Frage von Stimmigkeit und Proportionalität - wie so oft - Geschmackssache ist.
    • Proportionalität ist eine Gesetzmässigkeit, wie sie von Natur aus schon besteht. Mit Geschmack hat dies nichts zu tun.

      In meiner Architekturausbildung hatten wir nie eine Lehre oder Vorlesung über Proportionen. Es wurde lediglich wiedergekeut, dass Le Corbusier Proportionsstudien am Menschen (der "Grosse" war ja schliesslich der Erste, der das machte :D ) betrieb und diese auf seine architektonischen Masse über Innenräume, Mobiliar usw. übertrug. Aber Proportionslehre in Bezug auf Ästhetik... unbekannt. Deshalb und aus vielen andern Gründen sind für mich die sogenannten "Stararchitekten" keine wirklichen Grössen.

      Umso spannender fand ich es, die Ovalität an der Schlosskuppel festzustellen und sich damit zu beschäftigen.
    • Riegel schrieb:

      Proportionalität ist eine Gesetzmässigkeit, wie sie von Natur aus schon besteht. Mit Geschmack hat dies nichts zu tun.
      Das sehe ich genauso. Es kann sein dass es Herr Foster mit Absicht so gestaltet hat, aber dann wäre das keine Entschuldigung, sondern eher ein noch größeres Armutszeugnis.

      Ich halte es aber nicht für Wahrscheinlich, dass es Absicht war, weil an der Gestaltung der Kuppel kann man sehen, dass er zumindest versucht hat die Proportionen hinzubekommen: Zumindest hat er sie, wie man auf dem letzten Bild sieht, absichtlich in die Höhe gezogen, damit sie aus ebenerdiger Perspektive schön rund und nicht zu niedrig wirkt.

      Generell finde ich ist der Reichstag ein gutes Beispiel wie wenig Ahnung von Proportionen moderne Architekten haben: Die Kuppel mit ihrer Leichtigkeit und Helle ist ansich sehr schön gestaltet, aber wer vor dem heutigen Reichstag steht nimmt das Gesamtgebäude als klotzig und wuchtig war. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass man auf Details verzichtet hat, die frühere Architekten bewusst und gezielt gesetzt haben: Es wäre keine große Mühe, auf die Ecktürme wieder jeweils vier Figuren aufzusetzen und auf die Mitte der Kuppel ein Türmchen. Diese Aufsätze könnten auch einfach schmucklose, quadratische Blechkisten sein. Aber sie sind unbedingt nötig! Diese Details wurden von den früheren Architekten bewusst gesetzt, um die massiven Horizontalen zu durchbrechen und das Gesamtbild nach oben hin luftiger und weniger breit wirken zu lassen. Der plötzliche Abbruch des Gebäudes nach oben hin lässt es im heutigen Zustand massiv, kastig und hart wirken. Das ist nebenbei auch das Problem der modernen Gebäude ohne Dachlandschaft: Sie wirken klotzig und bedrohlich, obwohl sie selten viel größer sind als die Gebäude der Gründerzeit. Ein gutes Gegenbeispiel ist die Gloriette im Wiener Schlosspark Schönbrunn. Das ist ein wirklich massives, überdimensioniertes Gebäude, das die Architekten so gestaltet haben, dass es wirkt wie ein putziges kleines Sahnehäufchen.

      Aber vielleicht ist das der Zeitgeist, damals wollte man mit dem Reichstag ein Gebäude schaffen, das den Staat als etwas aufstrebendes, elegantes, fröhliches darstellt (Stichwort Hurra-Patriotismus). Heute haben wir ein Gebäude, das den Staat als etwas übermächtiges, steriles, praktisches, bürokratisches repräsentiert (Stichwort visionslose Jammergesellschaft). :D

      Um aufs Schloss zurückzukommen: Das Schloss braucht unbedingt alle seine Dachfiguren, die Kuppellaterne mit Kreuz und eigentlich auch seine Ballustradeneinzäunung und Gartenterassen mit Rossbändiger, sonst droht ein zweiter Reichstag.
      :dichter: Erst gestalten wir unsere Städte, dann gestalten die Städte unsere Gesellschaft :dichter:
      :opa: Aus Plattenbauten ist selten Gutes hervorgegangen :opa:
    • @Mantikor Danke für die Bilder! Ich finde, gerade die Aufnahmen mit dem Eckrondell zeigen deutlich, dass der Neubau von Stella eigentlich nicht über das barocke Kranzgesims hinaus hätte gehen dürfen, da die Balustrade schon der Dachzone angehört. Ich vergleiche das gerne mit zwei Personen. Die eine trägt eine Krone, die andere nicht. Nun stellt sich die Frage: Wie groß soll die zweite Person sein, um proportional zur ersten zu passen. Soll sie a.) bis zur Scheitelhöhe der anderen Person reichen oder b.) bis zur Spitze von deren Krone.
      Ich denke, es ist völlig klar, dass die Antwort a) lauten muss, da die Krone der ersten Person nicht Teil von deren Körper ist.
    • Ich weiß nicht, ob das hier im Forum bereits thematisiert wurde, aber ist Euch eigentlich bekannt, dass zumindest ein Teil der Kolossalfiguren des Risalits vom Großen Treppenhaus im Schlüterhof zeitweilig auf dem Vorplatz der "Deutschen Sporthalle" in der damaligen Stalinallee aufgestellt war? Weiß jemand, wann sie dort abgebaut und ins Bode-Museum verbracht wurden? Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich gerührt und angenehm überrascht war, als ich anlässlich eines Besuches in Ost-Berlin Jupiter und Antinous im Foyer dieses Museums sah, weil ich bis dahin davon ausgegangen war, dass auch sie den Furor des Ikonoklasten Ulbricht nicht überstanden hätten...
      Wer sehen möchte, wie diese Figuren in der Stalinallee wirkten, der sei auf folgenden Link verwiesen:

      mapio.net/wiki/Q20203154-de/

      In der dortigen Bilderfolge wähle man die Nr. 14 von 33.
    • Mozart schrieb:

      Ich weiß nicht, ob das hier im Forum bereits thematisiert wurde, aber ist Euch eigentlich bekannt, dass zumindest ein Teil der Kolossalfiguren des Risalits vom Großen Treppenhaus im Schlüterhof zeitweilig auf dem Vorplatz der "Deutschen Sporthalle" in der damaligen Stalinallee aufgestellt war? Weiß jemand, wann sie dort abgebaut und ins Bode-Museum verbracht wurden? Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich gerührt und angenehm überrascht war, als ich anlässlich eines Besuches in Ost-Berlin Jupiter und Antinous im Foyer dieses Museums sah, weil ich bis dahin davon ausgegangen war, dass auch sie den Furor des Ikonoklasten Ulbricht nicht überstanden hätten...

      Sehr interessant, Mozart - also mir war das bisher nicht bekannt. Deshalb habe ich einige Informationen zusammengetragen.

      Zunächst eine historische Aufnahme des Schlüterhofs mit den Monumentalplastiken:


      Von Bundesarchiv,B 145 Bild-P014762 / Frankl, A. / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5474418


      Zu den erhaltenen Originalteilen aus dem Schlüterhof:

      Verein Historisches Stadtschloss schrieb:

      Abriss: die Kolossalfiguren wurden geborgen, ebenso die Kapitelle, Ausbau der Tondi von Portal V

      Aktueller Bestand: 4 Kolossalfiguren sind im Eingangsbereich des Bodemuseums aufgestellt. Weitere Kolossalfiguren im Depot, zusätzlich befinden sich die Originalmodelle der 2 Reliefs von Portal V und die 2 Tondi im Depot, Balkonplatte

      Quelle (mit Abbildungen):
      http://www.historisches-stadtschloss.de/berliner-schloss/fragmente/fassaden/schlueterhof/index.html

      Die heute im Bodemuseum ausgestellten 4 Kolossalfiguren standen einst im Eingangsbereich der *Deutschen Sporthalle*. Dieses Gebäude entstand (in sehr kurzer Bauzeit) im Jahr 1951 – während des Abrisses des Stadtschlosses. Die Deutsche Sporthalle wurde dann 1971 wegen Baufälligkeit abgerissen. Es erscheint mir naheliegend, dass man die Figuren zu diesem Zeitpunkt ins Museum verbracht hat, vielleicht aber erstmal ins Depot.


      Einige Fotos vom Interimsstandort *Deutsche Sporthalle*:


      VonBundesarchiv, Bild 183-11500-0443 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5339467


      Von DeutscheFotothek‎, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6543885


      Von DeutscheFotothek‎, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6543884


      VonBundesarchiv, Bild 183-19364-0004 / Weiß / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5422456


      Von Bundesarchiv,Bild 183-19162-0008 / Weiß / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5422406


      Aufnahme von 1969:


      VonBundesarchiv, Bild 183-H0926-0003-001 / Schulze, M. / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5433874

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