Berliner Schloss - Humboldt-Forum

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    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • Tolle Eindrücke, Martintre! :) Man kann eigentlich nie genug Bilder bekommen, egal ob doppelt oder dreifach das selbe Motiv.
      Kann man mir mal jemand erklären, wie man hier eigentlich bis in die tiefsten Ritzen verputzen und streichen will? Z.B. die Ritzen hinter den Säulen. Selbst wenn man da noch einen Arm reingesteckt bekommt, sieht man doch gar nicht was man da macht, oder? ;)
    • Ja, tolle Perspektiven. Da sieht man mal wie tiefenräumlich und plastisch diese Fassaden angelegt sind. Schlüter war halt Bildhauer!

      @ Treverer, das habe ich mich auch schon gefragt. Wir dürfen aber nicht die schiere Größe der Fassade unterschätzen, da paßt vielleicht nicht nur ne Hand mit Arm hinein, vielleicht sogar ein Kopf und der schlanke Geselle obendrein. Wird halt eine diffizile Sache nicht zu kleckern und den schönen Sandstein zu versauen. Na ja, gibt ja genügend Plastikplane heutzutage. Die Alten haben noch Segeltuch genommen oder!?

      Und man sieht, daß nicht alles Gold ist, was glänzt, sondern hier und da Betonelemente zum Einsatz gekommen sind, die jetzt noch verputzt werden.
    • Weissenseeer wrote:

      An der Kuppel steht ein neues Teilgerüst siehe Webcam Nordfassade.

      Vllt tut sich da endlich was. [...]
      Hoffen und bangen, ich bin schön richtig sauer weil einfach nix passiert. smile:)

      Weissenseeer wrote:

      Die Rotunde scheint jetzt gestrichen zu sein. [...]

      Ich erkenne genau keine Veränderung zu den letzten 4 Wochen, oder ist das Belvedere gemeint?
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Fusajiro wrote:

      Weissenseeer wrote:

      Die Rotunde scheint jetzt gestrichen zu sein. [...]
      Ich erkenne genau keine Veränderung zu den letzten 4 Wochen, oder ist das Belvedere gemeint?
      Ja, Belvedere oder Rondell oder Rotunde jedenfalls die Schlütersche Süd-Ost Ecke :)
      Vormittags so gegen 11Uhr sieht man in der Sonne die gelbe Farbe! Webcam Ostfassade
      Auckland bei Nacht
    • Betreffend der Kuppeleindeckung mit Kupfer warten schon viele sehnlichst darauf. Hatte es nicht mal geheissen, Arbeitsbeginn sei im Juni dieses Jahres? Wenn man jetzt noch keine Arbeiten dazu am Schloss sieht, kann ich mir vorstellen, dass eben alle Kupferflächen, Gräte und Bullaugen zuerst in der Werkstatt vorfabriziert werden. Es ist ja nicht so wie bei einem normalen Kupferdach, dass da einfach Bahnen geliefert und am Bau angepasst werden. Bei der Kuppel sind ja alle Teile konisch, und diese brauchen deshalb eine längere Vorbereitungszeit. Wenn es heisst "Arbeitsbeginn", dann heisst das noch lange nicht "Montage am Bau".


      Beim Zurückblättern ist mir zudem folgende Dachaufsicht aufgefallen:
      (Es geht nicht um die Bezeichnungen und rot hervorgehobenen Bauteile)

      Wenn man diesen Plan genau betrachtet, fällt auf, dass die Kuppel im Grundriss kein Kreis ist, sondern ein Oval. Dasselbe gilt auch für das Oktogon. Das erschwert die Arbeiten zusätzlich. Oder ist der Plan hier allenfalls gestaucht?
    • Das nehme ich auch an, das hier genau rekonstruiert wird, aber ich habe bisher noch nie gelesen, dass die Kuppel im Grundriss oval ist. Das finde ich noch sehr speziell, hat aber mit den gegebenen Massen vor dem Bau der Kuppel zu tun. In der Breite musste die Kuppel ja in einem optisch guten Verhältnis zur ganzen Fassade stehen. In der Tiefe war aber offenbar dieses Mass wegen der baulichen Gegebenheiten nicht möglich und Stüler stauchte die Kuppel deshalb unmerklich. Einfach genial!
    • Riegel wrote:

      Das nehme ich auch an, das hier genau rekonstruiert wird, aber ich habe bisher noch nie gelesen, dass die Kuppel im Grundriss oval ist. [...]
      Es dürfte glaube ich letztes Jahr gewesen sein, wo auf dieses Thema hier genauer eingegangen wurde. Der Plan ist im Format unbearbeitet, also ja, das Oktogon ist nicht auf allen Seiten gleich breit, der untere Kuppelgrundriss oval - und nach oben hin dann ein Kreis.

      Und trotz der Gewissheit, dass die Arbeiten der Kuppeleindeckung erst in der Werkstatt erfolgen, bin ich hibbelig auf diesen finalen Bauabschnitt.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Das ist nur eine optische Täuschung, weil die Kamera nach unten gerichtet ist und die senkrechten Linien perspektivisch schräg gestellt werden (stürzende Linien). Der Effekt tritt nur bei der Westansicht auf. Rein geometrisch kann kein Verzug entstehen, denn die Mittelaxe der Kuppel bleibt immer in der Mitte, egal ob man sie frontal, von der Seite oder schräg betrachtet. Bei der Südansicht (auf die Stellung der Webcam bezogen) ist dies nicht der Fall, weil dort die Linien perspektivisch nicht stürzen. Bei der Ost- und Nordansicht tritt der Effekt ebenfalls auf, aber nicht so stark. In natura bleibt dieser Effekt aus, weil das Auge stürzende Linien nicht bewusst wahrnimmt.

      The post was edited 1 time, last by Riegel ().

    • @Riegel: Ich glaube schon, dass es je nach Blickwinkel zu Verzerrungen kommt. Ich habe das in den Folien unten darzustellen versucht:
      Die Strecke O-T1 ist kürzer als die Strecke O-T2. Folglich ist ist die Krümmung von T1 zum oberhalb von O liegenden Scheitelpunkt S stärker als von T2 aus.








      Files

      The post was edited 2 times, last by Seinsheim ().

    • Riegel schrieb: "ich habe bisher noch nie gelesen, dass die Kuppel im Grundriss oval ist. Das finde ich noch sehr speziell, hat aber mit den gegebenen Massen vor dem Bau der Kuppel zu tun."

      Kuppeln mit ovalem Grundriss sind gar nicht so selten. Die berühmteste dürfte wohl die von San Carlo alle Quattro Fontane in Rom sein, die Borromini in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entwarf. Und das finde ich so faszinierend, weil Schlüter sich ja für seine Schlossfassaden ganz deutlich am römischen Barock des Palazzo Madama orientierte. Die Fensterachsen dieses Bauwerkes mit ihrem Fries im Mezzaningeschoss ähneln denen des Berliner Schlosses wirklich verblüffend. Natürlich weist Stülers Schlosskuppel keine barocken Formen auf, aber dass sie über einem ovalen Grundriss errichtet ist, ist eine weitere schöne Parallele zu einem berühmten römischen Bauwerk, so dass m. E. deutlich wird, wie sehr das Berliner Schloss in der besten europäischen Bautradition wurzelt, dann aber durch Schlüter seinen ganz eigenen, einzigartigen Charakter erhalten hat.
      Die Kuppel des Berliner Schlosses ist bestimmt deswegen oval, damit sie von der Westseite betrachtet möglichst breit wirkt. Eine Kuppel mit kreisförmigem Grundriss hätte insgesamt schmaler ausfallen müssen, so dass sie dem Betrachter wohl etwas "mickrig" erschienen wäre. Viele Architekturkritiker haben die Stülersche Kuppel übrigens in Relation zum Eosanderportal als zu niedrig empfunden, und in der Tat hatte Eosander ja wohl an dieser Stelle einen sehr viel höheren, zweigeschossigen Kuppelturm vorgesehen, der als Ersatz für Schlüters gescheitertes Münzturmprojekt vorgesehen war. Wie der aussehen sollte, davon kann man sich auf Seite 15 des folgenden Dokuments ein Bild machen:

      archiv.ub.uni-heidelberg.de/ar…ie_Mitte_Berlins_2005.pdf

      Übrigens muss man nicht den langen Weg nach Rom fahren, um eine weitere berühmte Kuppel mit ovalem Grundriss zu betrachten: auch Schloss Sanssouci hat etwas derartiges zu bieten...
    • @Riegel: Apropos Schrägansicht: Ein anderes bemerkenswertes Phänomen war die Reichstagskuppel. Die alte Kuppel von Paul Wallot war wie das eigentliche Gebäude viereckig, das heißt in der Schrägansicht wurde sie zusammen mit dem Gebäude breiter. Die kreisrunde Kuppel von Norman Foster wird es hingegen nicht. Daher erscheint sie bei Schrägansichten im Vergleich zum übrigen Gebäudevolumen zu klein. Sie wirkt nur in der Frontalansicht stimmig.





    • @Mozart: Das Pendant zur (von außen nicht sichtbaren) längsovalen Kuppel von S. Carlo alle Quattro Fontane ist die benachbarte querovale Kuppel von S. Andea al Qirinale von Bernini. Und dann fallen mir natürlich noch die Karlskirche in Wien von Fischer von Erlach und Kloster Weltenburg von den Gebrüdern Asam ein.
      Leicht längsgestreckte oktogonale (!) Kuppeln besitzen m. W. auch die Zwillingskirchen S. Maria in Montesanto und S. Maria dei Miracoli an der Piazza del Poplo.







    • Heute wurde begonnen, das Betondach des "Café Rettig" mit Beton zu gießen. So sieht es aktuell aus:





      Noch ein Hinweis auf den Bericht zum Innenportal II im aktuellen Extrablatt auf den Seiten 22/23. Die originalen Figuren der Portalbekrönung haben, eingemauert im Zeughaus, überlebt. Dennoch ist im Zuge dessen offenbar der Fanfaren-Arm der linken Fama abgebrochen. Wie es scheint (und so konnte man es am TdOB durch die Gerüste sehen) wird der Arm - und zwangsläufig dann auch die Tröte - wohl nicht wieder angebracht. Kann da jemand Gegenteiliges verkünden?
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)