Berliner Schloss - Humboldt-Forum

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Ob Absicht oder nicht und gleichgültig von welcher Partei, das Regierungsoberhaupt führt einen höchstrangigen ausländischen Staatsgast auf die Baustelle des Berliner Schlosses: das ist ein gewaltiges Zeichen im In- und Ausland!

      Dahinter kann niemand mehr zurück, selbst wenn nur von den Humboldt- Brüdern und dem Humboldt-Forum geredet worden sein sollte. Was nicht denkbar ist. Macron als Franzose hat bestimmt viele Fragen zum Schloss gestellt.

      Neben den Brüdern Humboldt konnte Frau Merkel auch auf den französischen Bevölkerunganteil Berlins hinweisen, durch die hier aufgenommenen Hugenotten aus Frankreich, die mit ihrem Beitrag zur Wirtschaft den Aufstieg Preußens erst ermöglicht haben. Und auf den französischen Dom. Zur Kultur hätte sie weiter von dem großen Erzähler und Kenner der Mark Brandenburg reden können, von Theodor Fontane, dessen Vorfahren noch Fontaine hießen, oder an Adalbert von Chamisso. Aber Politiker reden selten viel über Kultur.

      Schön wäre es auch gewesen, wenn sie von den vielen Kunstwerken französischer Meister geredet hätte, z.B. Watteau, dessen Werke in Berlin vertreten sind und im Stadtschloss reich vertreten waren.

      Das Wunderbarste wäre es gewesen, wenn sie auf die vielen französischen Künstler hingewiesen hätte, welche die herrlichen Räume des Schlosses mit ausgestaltet hatten - und dass es eine Selbstverständlichkeit wäre für Deutschland, dass als nächstes die schönsten Räume rekonstruiert würden!

      Sie hat es sicher nicht gesagt, aber das kann ja noch kommen. Wann auch immer und von wem auch immer. Das demnächst fertige Schloss wird vom ersten Tag an von nichts Anderem reden!
    • Ich will nicht böse erscheinen, aber ich denke dass Macron nicht besonders beeindruckt war.
      Als er Putin empfing, sind die beide im Schloss Versailles gegangen, haben dort ein 2-Auge gespräche gefühfrt und dort sogar gegessen. Pressekonferenez war in einem Prunksaal
      Von Merkel wird er in der Baustelle eines Betonklotzes rumgeführt, das aussen mit teilweise Sanbausteine und Ziegel überzogen wird und innen eigentlich nicht von ein neugebautes Museum zu unterscheiden wird, mehr schein als sein (perfekter Beispiel ist die Kuppel die ja eigentlich nur zu Deko da ist).
      Und Pressekonferenz wurde wo Weiss ich gehalten.
      Ich sage es mal so, der Vergleich tut ziemlich weh.
    • Ich schließe mich Bentele an und denke, dass der Staatsbesuch in "unserem" Schloss ein schönes Zeichen ist, dass es wahrgenommen wird als repräsentativer und geschichtsträchtiger Ort der eines so hohem Gastes würdig ist. Ich finde nicht, dass uns da irgendetwas peinlich sein müsste - Dass neues uns altes auch eine schöne Symbiose eingehen können wird Macron auch vor seiner Haustür aus dem Louvre kennen.
    • In einem Video des Besuchs sah man auch sehr schön wie eindrucksvoll gewaltig die Agora sein wird. Das ist ja wirklich ein Riesenwürfel mit über 30m Kantenlänge. Da passt die Glaspyramide des Louvre locker rein.
      Wissen wir eigentlich ob es noch geplant ist die Statuen über den Säulen des Triumpfportals aufzustellen oder bleiben die nun doch erst mal auf längere Zeit leer? In Visualisierungen sind sie jedenfalls immer vorhanden:

    • Treverer schrieb:

      Wissen wir eigentlich ob es noch geplant ist die Statuen über den Säulen des Triumpfportals aufzustellen oder bleiben die nun doch erst mal auf längere Zeit leer? In Visualisierungen sind sie jedenfalls immer vorhanden
      Also kommen werden sie definitiv. Die Frage ist nur wann. Das sie bereits zur Eröffnung drauf stehen ist denkbar aber in meinen Augen eher unwahrscheinlich. In dem Zusammenhang muss auch darüber nachgedacht werden, ob es davon noch Originale gibt (Fragment oder sogar ganze Skulptur), die evtl. noch restauriert und konserviert werden müssen. Aber lassen wir uns mal überraschen. Bis dahin heißt es SPENDEN; SPENDEN; SPENDEN :saint: :saint: :saint:
    • Konstantindegeer schrieb:

      In Paris gibt es ja ähnliche Initiativen:

      tuileries.org/
      facebook.com/groups/5071863445/
      pfff, Solche "Initiativen" gibt es mehr oder weniger seitdem die "Revoluzzer" den Palast abgefackelt haben, den ersten Vorschlag wurde 1878 gemacht. Je mehr die Zeit vergeht, desto unwarscheinlicher wird es.
      Dazu würde ein Wiederaufbau die Zerstörung einiger bestehende Fassaden bedeuten, die nach der Abtragung der Reste des Palastes neugestaltet wurden (die Eckteile, die früher am Palast angesielrt wurden, siehe Bild, habe ich rosa markiert), und die sind denkmalgeschützt.
      Last but not least, ein Wiederaufbau bedarf die Einverständnis der Stadt Paris, der Regierung, und des Indendants des Louvres.
    • uhugreg schrieb:

      Last but not least, ein Wiederaufbau bedarf die Einverständnis der Stadt Paris, der Regierung, und des Indendants des Louvres.
      Und dieser wird wahrscheinlich auch nie kommen, da dann die berühmte "Symmetrieachse" von der Pyramide über dem Arc de Triomphe du Caroussel bis hin zum großen Triumpfbogen dann gestört würde...
      Um zur Facebookseite des Ortsverbandes Saarbrücken zu gelangen klickt mich !
    • Im Prinzip müsste dort auch erst mal eine "Schloss-Attrappe" mit Gerüsten aufgestellt werden, so wie damals am Schlossplatz in Berlin Anfang der 90er. Das würde die Diskussion über das für und wider einer Rekonstruktion der Tuilerien überhaupt erstmal in Gang bringen und der Bevölkerung vor Augen führen was dort fehlt oder nicht fehlt - je nach Auge des Betrachters. Die Stoffbahnen für die Berliner Schloss Attrappe wurden soweit ich weiß sogar von französischen Künstlern in Paris hergestellt, der weg wäre also nicht weit...
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Jaja. Den Tuilerienpalast müsste sich ein Präsident zu eigen machen - dann geht das wie anderes auch. Steht aber z. Zt. sicher nicht auf der Liste der vordringlichen bauprojekte - aber: man weiss ja nie wie's kommt.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • thommystyle™ schrieb:

      Im Prinzip müsste dort auch erst mal eine "Schloss-Attrappe" mit Gerüsten aufgestellt werden, so wie damals am Schlossplatz in Berlin Anfang der 90er. Das würde die Diskussion über das für und wider einer Rekonstruktion der Tuilerien überhaupt erstmal in Gang bringen und der Bevölkerung vor Augen führen was dort fehlt oder nicht fehlt - je nach Auge des Betrachters. Die Stoffbahnen für die Berliner Schloss Attrappe wurden soweit ich weiß sogar von französischen Künstlern in Paris hergestellt, der weg wäre also nicht weit...
      Das würde nach Hinten gehen.
      Bei der Schlossattrappe in Berlin wurde kein zusätzlisches Raum entnommen, es wurde lediglich den Parkplatzes eines Gebäudes wofür es keine Verwendung gab, "blockiert".
      Hier würde mann gern genutztes Freiraum (die Leute gehen gerne dort spazieren, machen Fotos um die Perspektive zu geniessen) rauben, und einer der wichtigsten Zugänge zum Louvre schliessen (viele Busse Halten dort, vollgepackt mit Touristen).
      Dazu müssten die bereits genannten Behörden (Kulturministerium, Louvre Museum, Stadt Paris) mitmachen....Mehr oder weniger unmöglich.
    • Macron et al dürften schon ehrlich interessiert gewesen sein, ich habe von Freunden im Ausland bisher unisono Begeisterung erfahren. Dort wird auch sofort eine Betrachtung gepflegt, für die wir als Deutsche wohl gar nicht die nötige Distanz oder das nötige Selbstbewusstsein haben. Denn wir gehören natürlich zu den Weltkulturen und die teilweise Rekonstruktion eines Meisterwerks deutscher Architektur und Handwerkskunst wird in Gesprächen oft als eine Art Freiluftexponat des neuen Museums der Weltkulturen betrachtet.

      Dieser, wie ich finde, geniale Dreh mag unbeabsichtigt gewesen sein, fasziniert mich aber, seitdem ich diese Betrachtung gehört habe. Das Humboldt-Forum wird eine großartige Sammlung der Weltkulturen vieler Epochen, mit zahlreichen eingebauten Großraumexponaten, eingerahmt von einem Großraumexponat.

      Wir haben das in Deutschland, wie gesagt, so nicht beabsichtigt, aber das habe ich so bereits mehrfach, unabhängig voneinander, von Bekannten in Übersee im Gespräch gehört und mich würde nicht wundern wenn Macron, der durchaus ein feinsinniger Mann von Welt ist, das ähnlich fasziniert betrachtet. Es ist eben nicht einfach"mal wieder" eine etwas ratlose Umnutzung alter Paläste zu einem Museum, was soll man mit solchen Gebäuden auch sonst machen, das gibt's quer durch Europa hundertfach. Es ist ein Unikat. Das uns in den Schoß gefallen ist, ebenso wie der Entwurf von Stella, mit der grandiosen Agora, die mich zB bezüglich der Portalinnenseite ziemlich stark an die Rauminszenierung des Pergamonaltars erinnert. Vielleicht hatte Stella, mit der Distanz eines Italieners, dem all die reflexartigen, deutschen Diskussionen um Preußen etc. fremd sind, auch tatsächlich diese Idee im Hinterkopf.

      Ich bin durchaus ein Freund von Rekonstruktion, halte das Humboldt-Forum trotzdem für einen Glücksfall.
    • Pergamonaltar! Das war mein erster Gedanke, als ich die fertige Agora im Schloss das erste Mal betrat: danke, Hackfleisch. Auch die James-Simon-Galerie am Neuen Museum erinnert etwas an ihn. Aber hier im Schloss sind die Bezüge meiner Meinung nach viel deutlicher, vor allem gerade an die Inszenierung des Altars im Museum.

      Aber auch die Agora selbst erinnert mich an den "antiken Barock“ des Pergamonaltars, auf den sich schon Schlüters Masken sterbender Krieger im Zeughaus gründen. Auch die baulichen „Inszenierungen“ Schlüters und in seiner Folge Eosanders atmen den Geist dieser pergamensischen Spätantike, obwohl die beiden vom Pergamonaltar selbst ja noch keine Kenntnis hatten. Aber die Laokoon-Gruppe oder den sterbenden Gallier Höhepunkte der Epoche kannten beide, und die atmen diesen Geist und vermitteln ihn vollkommen.

      Verblüffend ist, wie die Agora von Stella auch den ursprünglichen Pergamonaltar erinnert, wie er um 150 n.Chr. am Burgberg von Pergamon errichtet worden ist. Eine fast quadratische Monumentalanlage, die Stella in der Agora wieder, bewusst?, aufgreift und neu interpretiert in einen gigantischen Würfel, der fast unerträglich wäre, hätte er nicht den zentralen Riesenblickpunkt der „Platzwand“ des Innentors III als Augenfang. Diese skaliert die Monumentalität des Raums und kommt in ihrer Zentralität dem Pergamonaltar im Museum gleich. Zusätzlich ordnet Stella nun seinen Innenwürfel durch die Gliederung in regelmäßige wunderbar proportionierte Loggien. Und dies erinnert nun tatsächlich sowohl in der Monumentalität als auch in der Ausgewogenheit an die Inszenierung im Pergamonmuseum .

      Es wäre unverzeihlich und unerträglich, wenn dieser Raum, der nicht nur in Berlin seinesgleichen sucht, durch einen Turm der Information und Anzeige-Tafeln zerstört würde. Freilich ist genau das geplant! Wenn man hierzulande mal etwas wirklich Schönes hinkriegt, kommt immer einer daher, der Geschmack und Schönheit mit dem Löffel gefressen hat und zudem weiß, dass alles, was nach Vollkommenheit auch nur riecht, verfremdet oder besser gesagt versaut werden muss!
    • Ich würde vermuten, dass eine breite Öffentlichkeit nach Eröffnung ein recht inniges Verhältnis zum HUF entwickelt, es, auch befördert von kostenfreiem Eintritt, öffentlicher Passage und vielfältiger Nutzung, zu einer Art guten Stube der Metropole wird. Das dürfte in ein paar Jahren eine Revision genau solcher Gestaltungsfragen bewirken.

      Ich sehe es zB durchaus als Vorteil, dass die Außengestaltung, wie sie erstmal kommen wird, bestenfalls ein Interims sein kann. Solange es noch unfertige Elemente am und im HUF gibt ist es auch noch möglich grundgelegene Dinge nachzujustieren.

      Dieser Medienturm hat schon deshalb eine begrenzte Lebenszeit weil er zwar Anno 2018 modern sein mag, in 5 Jahren aber schon wieder veraltet und dann auch für modernistische Kreise eher Blamage, als eine Zier, darstellen wird. Spätestens wenn die Elektronik, für die es nach kurzer Zeit heutzutage ja auch keinerlei Ersatzteile mehr gibt, ihre Lebensdauer überschritten hat, dann kommt das Ding wieder weg, Brief und Siegel. Das zeigt einfach die verschiedentliche Erfahrung mit solchen Dingen. Für mich besteht gar kein Zweifel, dass das ähnlich temporär wie die Humboldtbox ist und heutzutage vielleicht einfach zum Marketing gebraucht wird.

      Da sich möglichst Alle ab der Eröffnung in dem Gebäude wiederfinden sollen kann ich, zumal keine Wahl bleibt, damit erstmal leben und sehe das Glas halb voll. Immer noch besser die Agora, mit Medienklotz, als gar keine Agora. Derzeit halte ich es für vordringlich für eine möglichst vollständige Rekonstruktion zu sorgen, zB der Portalinnenseite zur Agora inklusive sämtlicher Figuren.