Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Quote

    Wolf D. Prix, Kopf des österreichischen Architekturbüros Himmelb(l)au
    Mit dieser Aktion – der Wiederherstellung eines Stadtschlosses – überholt Berlin die Stadt Wien als Hauptstadt der Spießigkeit. Keine Gesellschaft der historischen Epochen, deren dreidimensionalen Ausdruck wir so schätzen, wäre auf die Idee gekommen, Altvordere auf diese Weise zu kopieren. Gerade in Deutschland mit seinen traditions- und denkmalbewußten Architekten gäbe es genügend Ressourcen die bei entsprechender Aufforderung bereit wären, eine Neuinterpretation von Form und Inhalt für den Bauplatz zu entwerfen. Übertragen auf heute ist die Vorgangsweise zur Schaffung einer leeren Kopie des Stadtschlosses so, als würde man Herzchirurgen dazu anhalten, ihre Operationen mit der Operationstechnik und Werkzeug des 18. Jahrhunderts durchzuführen. Geschichte in Kopie wiederherzustellen ohne sie zu leben, ist wie ein Anruf um Sex vorzutäuschen: Telefonsex.


    Also mir ist dieser Landsmann zutiefst abgewöhnungswürdig. Dieser Kulturbanause war anscheinend noch nie in Polen, Frankreich und im Baltikum...denn sonst würde dieser Depp nicht so dummes Zeug von sich geben.


    Ich habe bisher esrt eines seiner Gebäude am eigenen Leib erfahren dürfen. Den UFA-Kinopalast in der Pragerstraße in Dresden...oh Gott, das war einer meiner übelsten Kinobesuche überhaupt. Wehe, man muss während der Vorstellung einem wohin...dieses Gebäude ist tatsächlich nur schwer funktional benutzbar.


    Aber auch bei manchen heimischen Architekten gilt Prix sowieso als Spinner, warum man denen auch noch eine Plattform gibt... :augenrollen:

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Vor allem sollte er sich mal die römischen Bauten anschauen, welche ihre Architektur ja zum grossen Teil bei den alten Griechen abgeschaut haben. Und in der Renaissance ging es dann gleich weiter.

  • Überraschend tendenziöses "Welt"-Interview mit dem Architekten Kühn, der mit einem Sonderpreis beschenkt worden war (http://www.bbr.bund.de/nn_2114…dt-Forum/Sonderpreis.html).


    Ein reichlich schlechter Verlierer, der offenbar das Wort Rekonstruktion nicht versteht und versucht, oberschlaumeierisch & arrogant die Welt zu erklären.
    http://www.welt.de/wams_print/…a-Schlossbedarf-Nein.html

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Quote from "Palantir"

    Überraschend tendenziöses "Welt"-Interview mit dem Architekten Kühn, der mit einem Sonderpreis beschenkt worden war.


    So überraschend ist das nicht, wenn man sieht, daß Ulf Poschardt das Interview geführt hat. Dessen Steckenpferd ist offenbar der Kampf gegen "Reaktionäres". Der Pop-Journalist und ex-Chefredakteur des "Süddeutsche Zeitung"-Magazins Poschardt äußerte zum Beispiel 1999 in einem Interview: "Popkultur wirkt dann positiv, wenn sie den gesellschaftlichen Diskursen den reaktionären Saft entziehen kann oder wenn sie das Reaktionäre gesamtgesellschaftlich so weit ausgrenzt, daß es für die Leute unattraktiv wird."


    Dazu passt dann folgende Einleitung: "Selten war der Schlossplatz so schön wie in diesem Advent. Leer geräumt vom Schutt der Geschichte..."


    Alles klar...

  • Das Nachtreten geht weiter, scheint 'ne konzertierte Aktion zu sein:

    Quote

    "Der heimliche Sieger" des Schlosswettbewerbs wurde ausgebremst
    Hamburg (ots) - Neuer Streit um das Humboldt-Forum auf dem Berliner Schlossplatz: Der Stuttgarter Architekt Arno Lederer, Mitglied im Preisgericht, plädierte in der ZEIT dafür, den Entwurf des Büros Kuehn Malvezzi zu realisieren. Dieser sei "der heimliche Sieger dieses Wettbewerbs".


    Dem prämierten Architekten Franco Stella seien die Pläne von Kuehn Malvezzi klar überlegen: "Alles, wirklich alles, was das Programm fordert, ist nicht nur korrekt abgearbeitet, sondern bietet auch eine ganz eigene, frische und unerwartete Antwort." Beispielsweise bündelten die Berliner Architekten "alle Funktionen an einem Zugang, und zwar anders als Stella ohne Enge oder formale Zwänge".


    Dass der Entwurf von Kuehn Malvezzi am Ende dennoch nur einen Sonderpreis bekam, habe "vor allem an der Angst vor juristischen Streitigkeiten" gelegen, schreibt Arno Lederer. "Kuehn Malvezzi sind an jenen Rechthabern gescheitert, die im Schwäbischen Düpfelesch... heißen und die sofort Klage erheben, wenn ein Konkurrent sich dadurch Vorteile verschafft, dass er die Aufgabe mit einem gewissen Eigenwillen löst." Der Entwurf hatte keine klassische, sondern eine hängende Kuppel vorgesehen. "Das war offenbar zuviel der Freiheit."

    Quelle: presseportal.de

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Neue Meinungen und Vorstellungen zum Portal IV.
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,2690779


    Die Meinung des Fördervereins, eine Kopie der Kopie des betreffenden Portals anzufertigen (und dann 2 gleiche in Steinwurfentfernung zu haben), sei so etwas wie eine Manifestation der Widersprüche und Brüche der deutschen Geschichte, hat durchaus etwas für sich.


    Gar nicht übel, diese Fotomontage

    Quelle: tagesspiegel.de

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Daß Lederer ausgerechnet den Kühn-Malvezzi-Entwurf favorisiert, der nach dem komischen Entwurf der Jungs, die nicht mal "Humboldt" richtig schreiben konnten, der mit Abstand schlechteste und ästhetisch mißlungenste ist, spricht wirklich Bände über den Mann (der ja im übrigen derzeit auch im Begriff ist, die Frankfurter Altstadt mit seinem Lokschuppen zu verschandeln).


    Eigentlich hat Lederer sich damit als Architekt endgültig selbst disqualifiziert.

  • Nach Lederers Logik müßte dann eigentlich der Entwurf von Professor Rang der "heimliche Sieger" des Wettbewerbs zum Historischen Museum Frankfurt sein. (Was für mich ohnehin schon vorher klar war...) Aber soviel Reko ohne Enge und modernistische Zwänge war der Jury "offenbar zuviel der Freiheit". :zwinkern:

  • In der neuen Spiegel-Ausgabe gibt es nun die Meldung, dass Stella auf Anraten des Bauministeriums seinen Entwurf etwas weiter einschänken muss. Grund: die Baukosten drohen ansonsten zu hoch zu werden, da er im Innenbereich etwas zu kompliziert (auch historische Portale?) geplant hat. Man wird sich mit dem Architekten jetzt zusammenstzen.

  • Das ist ja genau der Punkt, hab ich immer schon gesagt...
    Erst das ganze Land verschandeln und dann nach Ende des Wirtschaftsbooms kein Geld mehr haben,
    erst alle Kunstwerke abreissen, und dann beim Wiederaufbau von 5% der Substanz bereits sparen müssen.
    So endet die Geschichte, traurig, traurig.

  • marc!
    Ja, das ist Unfähigkeit mit System.


    Auf die Finanzproblematik habe ich - auch hier - schon vor längerem hingewiesen. Hoffen wir, daß bei bereits laufenden Rekoprojekten nicht die Inflation die bislang angesammelten Spendentöpfe und bereitgestellten Gelder wegfrisst, bevor sie verbaut werden konnten. Ich denke da vor allem an einige Projekte mit noch längerer Laufzeit und schon angelegtem Kontenstand, zum Beispiel Nürnberger Pellerhof, Schloß Herrenhausen in Hannover, Projekt Rampische 29 usw. (Überall da rate ich zur Eile mit dem Bau, ehe einem plötzlich die Geldscheine mit dem Stempelaufdruck "3 Billionen Euro" fehlen... :zwinkern: ). Also, es könnte sein, daß diese Projekte noch scheitern, weil die bereit gestellten Gelder in zwei, drei Jahren einfach ihren Wert verlieren. Mit diesem Problem könnte dann auch Herr von Boddien konfrontiert werden.

  • Quote from "Palantir"

    Neue Meinungen und Vorstellungen zum Portal IV.
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,2690779
    Die Meinung des Fördervereins, eine Kopie der Kopie des betreffenden Portals anzufertigen (und dann 2 gleiche in Steinwurfentfernung zu haben), sei so etwas wie eine Manifestation der Widersprüche und Brüche der deutschen Geschichte, hat durchaus etwas für sich.


    Interessant:

    Quote

    Wilhelm von Boddien, Spiritus Rector des Schlossneubaus, sagt mit Blick auf das existierende Staatsratsportal: „Schon das ist nur eine Kopie.“ Das Original sei nach der Belagerung des Schlosses 1918 von Geschossgarben zersiebt und in Berliner Bombennächten noch einmal schwer beschädigt worden. Hinzu komme, meint Boddien, dass Ulbricht das falsche Tor ausgebaut habe. Liebknecht hat mit seiner Rede auf eine Geste des Kaisers geantwortet. Der war bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges vom benachbarten Portal V aus vor das Volk getreten. Dahinter hat sich der Thronsaal befunden, und Liebknecht wollte es ihm vier Jahre später gleich tun. Aber es existieren keine Bilddokumente von Liebknechts Auftritt. So wusste es Ulbricht nicht besser, als er sich für das besser erhaltene Portal IV entschied. Von dessen Originalsubstanz sind heute nur noch zehn Prozent erhalten. „Nun“, fügt von Boddien hinzu, „wird die Kopie von der Kopie gemacht.“


    Quote from "Philon"

    Daß Lederer ausgerechnet den Kühn-Malvezzi-Entwurf favorisiert, der nach dem komischen Entwurf der Jungs, die nicht mal "Humboldt" richtig schreiben konnten, der mit Abstand schlechteste und ästhetisch mißlungenste ist, spricht wirklich Bände über den Mann


    Welcher Entwurf war denn das, der Kühn-Malvezzi?

  • Quote from "Schloßgespenst"


    Welcher Entwurf war denn das, der Kühn-Malvezzi?


    Dies ist das Kühn Malvezzi Entwurf:



    Leitidee:


    Leitidee des Entwurfs ist ein erweiterter Begriff der Agora. Eine Raumfolge, die Außen- und Innenräume integriert, verbindet das Humboldt-Forum fließend mit der Stadt. Der überkuppelte Eosnderhof ist öffentlicher Empfangsraum.


    Dieser Entwurf sieht die Vollendung der Schlossfassaden in drei Phasen vor: Ziegelmauerwerk, Portale und schließlich alle Elemente der historischen Fassaden.



    In mein Hinsicht nicht das beste Entwurf, aber damit bin ich fast nicht die Einzige, die das denkt

  • Braunbär
    Das Gelaber von Blixa Bargeld muß man gelassen sehen. Jeder Heini will derzeit seinen Senf zum Stadtschloß dazu geben. Hier mixt sich die ewige Provokationslust eines alternden "Showstars" eben mit den festgefahrenen Ressentiments der "linken" Künstlerszene. Das sind Leute, die sich seit jeher nur in versifften Fabrikruinen wohl fühlen - und im Alter dann in der Designervilla auf Lanzarote. So haben sie´s sich angelernt, so bleiben sie bis ins Rentenalter. Vergesst diese Scene...

  • Quote from "Heimdall"

    Braunbär
    Das Gelaber von Blixa Bargeld muß man gelassen sehen. Jeder Heini will derzeit seinen Senf zum Stadtschloß dazu geben. Hier mixt sich die ewige Provokationslust eines alternden "Showstars" eben mit den festgefahrenen Ressentiments der "linken" Künstlerszene. Das sind Leute, die sich seit jeher nur in versifften Fabrikruinen wohl fühlen - und im Alter dann in der Designervilla auf Lanzarote. So haben sie´s sich angelernt, so bleiben sie bis ins Rentenalter. Vergesst diese Scene...



    Heimdall


    Bilxa Bargeld sagt u.a."" Berlin ist voller Katastrophen""
    ich kann dazu nur Eines sagen:


    Blixa Bargeld is selbst eine Katastrophe ( so das'war dan meine Weihnachsgedanke, heute 8)



    gehoert ( oder gehoerte )sicher zur Hausbesezter Scene oder "'Freunde des Tacheles""Kreis oder Kernkraft?Nein Danke??
    Steinkohlen?Neine Danke,, USA?Nein Danke, CDU?Nein Danke FDP? Nein, Danke SPD? neine Danke USW USW
    tja, das sind die Leute mit Ihren Gedanken die Welt verbessern moechten aber noch immer nicht verstehen dass wir im Jahre 2008 leben...

  • Genau, das sind Leute die müssen zu allem NEIN sagen. Nur zum Chaos und zur Unordnung und zu dem was der sogenannte "normale Bürger" abstoßend findet, da sagen sie dann JA.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehenbleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe)