Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Vergleicht man die beiden Bilder, stellt man betrübt fest, wie unverhältnismäßig scheckig das neue Portal V ist....

    Noch mal zu Portal IV und V.

    Im neuen Portal V sind Spolien eingebaut. Falls also das Portal des ehemaligen Staatsratsgebäudes Portal V sein sollte, dann würden diese Originalelemente ja dort fehlen, was keinen Sinn ergibt. Also muss es sich um Portal IV handeln. Deshalb wäre es doch spannend, jetzt den visuellen Vergleich beider Portale IV zu machen.


    Liebknecht hat auch von Portal IV die Republik ausgerufen, dieses ist jedenfalls in folgenden Artikel aufgeschrieben:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…t#Novemberrevolution_1918

  • Liebknecht hat werder eine Rebublik ausgerufen,

    noch war er im Schloss. Die Komunisten wollten keine Rebublik

    und im Schloss hat das Personal hat Ihn nicht reingelassen.


    Er stand auf den Dach einer Lore und hat was dahergerufen.

    Dies spielte aber keine Rolle mehr, da die SPD mit dem ausrufen der Rebublik

    um eine Woche zuvorkam.

    Wobei die SPD damals Fakenews verbreitet hat. Der Kaiser floh erst nach

    dem ausrufen der Luege er habe abgedankt. Das hat er bis Heute nicht.

  • Leider doch - eine Räterepublik. Die DDR war auch eine Republik. Insofern ist dieser Vorgang nicht ganz abwegig.

    Und woher will man das wissen, dass er nicht im Schloss war? Welche Beweise gibt es für die eine und die andere Version?

    Schließlich hat sich die DDR die Mühe gemacht, ein ganzes Portal des verhassten Schlosses in das Staatsratsgebäude zu translozieren.


    Und was die Abdankung angeht, da existiert ein Dokument, welches von Wilhelm II selbst unterzeichnet wurde.

    <https://de.wikipedia.org/wiki/Abdankung_Wilhelms_II.>

  • Ich habe mal eine Frage:


    Werden die Figuren auf den Daechern des Schlosses zuruekkommen?


    Danke im voraus!


    Wie drüben im Schloss-Strang erwähnt, die Stiftung Humboldt Forum will erst darüber beraten. Was dann wahrscheinlich "nein" heißt.

    Eine letzte Hoffnung wäre vielleicht, dass der Schlossverein, wenn möglich, sein Recht einklagt. Denn würde hier nicht ein früherer Bundestagsbeschluss übergangen und womöglich auch Vereinbarungen und Verträge? Es wurde ja Jahre lang für die Statuen Spenden eingenommen und es sind schon Vorarbeiten und teils Arbeiten daran verrichtet worden.
    So verkorkst wie die Situation zwischen Verein und Stiftung bereits zu sein scheint, würde eine Klage wohl auch nicht mehr viel schaden.

  • Na beraten heißt, wir möchten vermeiden, dass es im Nachgang wieder Beschwerden wegen möglicher Befindlichkeiten gibt. Fakt ist aber, es handelt sich um Baukunst. Und schon allein diese Meisterschaft wird im Skulpturensaal ausgestellt. Deshalb sind diese Objekte per se nicht falsch auf dem Dach. Im Gegenteil, es wird immer von Werteverfall gesprochen, von Achtlosigkeit und Gleichgültigkeit. Die Skulpturen stehen aber für Tugenden. Auch damit darf ein Humboldt Forum gerne werben. An ihrer Stelle wäre ich stolz auf die Figuren.

  • Naja, die Kommunisten haben doch gelogen, sobald sie ihr Maul aufgerissen haben. Die Deutsche Demokratische Republik war weder demokratisch noch hat die PRAWDA die Wahrheit berichtet. Gut, dass diese grauslichen Zeiten vorbei sind und mit der Wiedererrichtung dieses wunderbaren Schlosses der barbarische Akt der Sprengung zumindest im Stadtbild Deutschland wiedergutgemacht wurde! ??

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Hallo Euch allen!

    Leider doch - eine Räterepublik. Die DDR war auch eine Republik. Insofern ist dieser Vorgang nicht ganz abwegig.

    Und woher will man das wissen, dass er nicht im Schloss war? Welche Beweise gibt es für die eine und die andere Version?

    Schließlich hat sich die DDR die Mühe gemacht, ein ganzes Portal des verhassten Schlosses in das Staatsratsgebäude zu translozieren.


    Um mal bei Architektur zu bleiben - Die DDR hat sich nicht die "Muehe" gemacht das Portal zu retten -

    Der Man war nicht im Schloss. Wir haben Fotos seiner Ansprache, es soll das Fahrzeug noch geben

    und die Zeitzeugen waren auch da. Deshalb, gerade deshalb hat die DDR

    keinen positiven bezug zum Schloss.

    Was das Portal betrift - dies wurde nicht gerettet, was auch nicht verwundert,

    sonder abgerissen. Erst spaeter viel den Obrigen auf, dass man einen "Gruendungsmuehtos"

    braucht und haben eine Kopie fuers Staatsrats-Gebaeude bauen lassen.

    Was Sie da Heute sehen ist eine Kopie. Auch keine besonders gute, keine Originale,

    weil man dekorationen absichtlich veraendert hat. Man wollte ja keine Kronen oder Kreutze.

    Ich hab vergessen wie hoch der Anteil der Originalen Steine bei der Portal Kopie ist,

    aber es war etwas zwischen 1.7% und 2% wenn ich mich recht erinnere.

    Darum war eine erneute "umsetzung" gar nich gewollt, es hadelt sich um eine neue Schoepfung

    der DDR


    Antwort in Kurz:

    Nein, die DDR hat alles abraeumen lassen, auch weil es keine Balkongeschiche gibt.

    Auch nein, das jetzige Portal ist nicht das Originale. Es ist eine veraenderte Kopie fuer den

    Gruendungs Muehtos des Staates DDR.


    Von einer Abdankung des Kaiser wusste ich nichts. Danks Dir.

    Wenn wahr, dann wurde diese erst spaeter unterzeichnet,

    was bedeutet dass das zu dem Zeitpunkt auch eine Luege war.

    Der Kaiser jedenfalls hat eine solche Uhrkunde bestritten. (Ich weiss es selbst nicht)

    Es duerfte allerdings Konsens sein den Linken Parteien nichts alles so einfach zu glauben

    und darum bin ich sehr vorsichtig.

  • Die flotte Art Deiner Behauptungen ist aber auch nicht in Ordnung. Du kritisierst die Linken/Kommunisten für Lügen und verbreitest selbst unwahre Sachverhalte. Wenn man dir das Gegenteil beweist, ruderst Du zurück.


    Die Abdankung des Wilhelm II ist am 29.11.1918 erfolgt, wohl auf Drängen der asylgebenden Niederländer - wie im oben verlinkten Artikel beschrieben, sonst wäre ihnen Kollaboration mit einem noch im Amte befindlichen Monarchen vorgeworfen worden. Wilhelm II hat aber erst nach dem Eintreffen seiner Frau am 28.11.1918 die Voraussetzungen gesehen, offiziell abzudanken und dieses einen Tag später auch schriftlich getan.


    Die voreilige Erklärung einer Abdankung durch den Reichskanzler Max von Baden - einem Cousin von Wilhelm II - datiert hingegen vom 09.11.1918. Hier ist der Sachverhalt unter anderem auf die räumliche Trennung von Kaiser und ihm zurückzuführen. In Berlin herrschte Revolution. Es wurde durch die SPD ein Generalstreik ausgerufen, um sich an die Spitze der Menge zu setzen und die Deutung und Zügel gegenüber der Linken zu behalten. An diesem Tag schien alles möglich - Anarchie, Bürgerkrieg. Die Menschen-mengen mussten beruhigt werden, dafür wurde fieberhaft eine Lösung gesucht. Wilhelm II hielt sich zu dieser Zeit im belgischen Spa auf und war nicht in Berlin. Man wartete auf eine Reaktion des Kaisers. Aufgrund von zwischengeschalteten Funktionsträgern wie General Groener wird von der Geschichtsforschung angenommen, dass dem Reichskanzler von Baden mitgeteilt worden war, der Kaiser wäre zu einer Abdankung bereit - mit den bekannten Folgen. In dieser Erklärungsweise war eine keine Lüge, sondern ein Missverständnis und damit eine Möglichkeit, Zeit zu gewinnen, die Menschenmenge in Berlin zu beruhigen und die Demokratisierung der Politik voranzutreiben. Der damals größte Gegenspieler war die extreme Linke unter Liebknecht und Luxemburg.


    Bei der anschließenden Ausrufung einer neuen Staatsform wird es nun spannend.

    https://berliner-schloss.de/bl…v-des-berliner-schlosses/

    Die Abbildungen von Dezember 1918 zeigen ein deutlich zerschossenes Portal IV. Vom Repräsentationsrahmen ist IV besser geeignet als V, weil es breiter ist. Aber der Balkon ist ebenfalls beeinträchtigt. Sind diese Zerstörungen das Ergebnis des 1. Weltkrieges oder der Auseinandersetzung mit dem Spartakusbund, welcher bis zur Ermordung seiner Führer Liebknecht und Luxemburg Berlin in Atem hielt. Es heißt auch, dass Liebknecht nicht vom Balkon des 2. OG, sondern vom Balkonfenster des 1. OG zu den Massen gesprochen hätte.


    Doch was hat die DDR mit dem Ereignis gemacht? Es wurde tatsächlich hochstilisiert.

    https://berliner-schloss.de/bl…v-des-berliner-schlosses/

    Das dargestellte Gemälde zeigt einen Liebknecht auf dem Balkon von Portal V. Hat man dann etwa das falsche Portal eingebaut? Das Land der Widersprüche wird uns dazu keine Antwort geben. Es gab aber einen Beschluss, die Teile des Portals IV und V einzulagern. Das dieses wirklich passiert ist, sehen wir heute am Portal V des Schlosses, in welches Spolien eingebaut wurden, welche vor der Zerstörung gerettet wurden. Insofern ist die These, das alles abgeräumt wurde, auch hier widerlegt. Der Pilaster Winter in Portal IV wurde seitens der DDR falsch restauriert. Der Arm stimmte nicht mit dem Original überein.


    Und wer Fotos hat von der Ansprache, der sollte das auch beweisen. Die US-Mondlandung hat es schließlich auch nie gegeben.

  • Noch mal zu Portal IV und V.

    Im neuen Portal V sind Spolien eingebaut. Falls also das Portal des ehemaligen Staatsratsgebäudes Portal V sein sollte, dann würden diese Originalelemente ja dort fehlen, was keinen Sinn ergibt. Also muss es sich um Portal IV handeln. Deshalb wäre es doch spannend, jetzt den visuellen Vergleich beider Portale IV zu machen.


    Liebknecht hat auch von Portal IV die Republik ausgerufen, dieses ist jedenfalls in folgenden Artikel aufgeschrieben:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…t#Novemberrevolution_1918

    Mit "scheckig" meinte ich nicht die Spolien sondern die zu starke Maserung der neuen Sandsteinelemenhte.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Die beiden Proklamationen der "deutschen Republik", Philipp Scheidemann um 14 Uhr vor dem Reichstag und der "sozialistischen Republik" Karl Liebknecht, 16 Uhr auf einem Autodach im Lustgarten vor Portal IV) fanden beide am 9. November 1918 statt. Der "Liebknechtbalkon" ist eine ERfindung der DDR, um eine Gleichsetzung mit der Ausrufung des Ersten Weltkrieges vom Balkon durch den Kaiser zu ermöglichen.


    Die Attikafiguren kehren nicht wieder - die Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) und der Generaldirektor des Humboldtforums haben eine Rückkehr abgelehnt, weil die Figuren schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgebaut wurden und erst zur Kaiserzeit neue Figuren geschaffen wurden, welche teilweise portraithafte Züge der Kaiserfamilie tragen. Der Berliner Schloßverein hat zwar dsa Geld für die Fuguren auf dem Konto, trotzdem darf er die Figuren nicht in Auftrag geben.


    Zurück kehren nur die acht Propheten um die Kuppel, die schon fertig sind.

  • Konstantindegeer : Gibt es für Deine Info zur "Nicht-Rückkehr" der Attikafiguren auch eine offizielle Quelle? In der von Bautradition verlinkten Schlossinformation vom Februar 2022 heißt es, dass bis Anfang 2023 die Propheten auf die Kuppel zurückkehren, und dann Anfang 2024 11 weitere Balustradenfiguren folgen.


    Natürlich ist es sensationell, was mit dem Wiederaufbau von drei Fassaden des Schlosses, des Schlüterhofes und der Kuppel schon an Verbesserung im Stadtbild erreicht wurde. Dennoch finde ich, dass die Balustradenfiguren nochmal einen enormen Unterschied in der Wirkung machen. Ich habe selbst für die Figuren gespendet und wäre traurig, wenn sie nicht zurück kämen. :augenrollen:

  • Ich finde die Attikafiguren über den Portalen für das Gesamtbild ebenfalls sehr wichtig und von der albernen Debatte um deren royale Gesichtszüge, zumindest m. W. jener der Figuren über IV und V habe ich auch gehört.


    Von mir aus können die Figuren neutrale, oder die Gesichtszüge von Claudia Roth, Che Guevara, Charly Chaplin, Philipp O. (Achtung Ironie) usw oder gar keine Gesichter haben. Man wird es eh nicht erkennen von unten.


    Hauptsache, die Figuren kommen wieder über die Portale. Es müssen ja wirklich nicht die Gesichter der "Royals" sein.

  • Die beiden Proklamationen der "deutschen Republik", Philipp Scheidemann um 14 Uhr vor dem Reichstag und der "sozialistischen Republik" Karl Liebknecht, 16 Uhr auf einem Autodach im Lustgarten vor Portal IV) fanden beide am 9. November 1989 statt.

    Und um 18 Uhr war die Pressekonferenz mit Schabowski.

    Du meinst sicher 1918.

  • Zurück kehren nur die vier Propheten um die Kuppel, die schon fertig sind.

    4?! Also die anderen vier, die noch nicht fertig sind, kehren auch nicht wieder zurück auf die Kuppel? Wie blöd würde das denn aussehen.

    Und die Begründung mit den kaiserlichen Portraits wirkt absolut hanebüchen und an den Haaren herbeigezogen!

  • 4?! Also die anderen vier, die noch nicht fertig sind, kehren auch nicht wieder zurück auf die Kuppel? Wie blöd würde das denn aussehen.

    So blöd, dass das keiner macht. Der Tambour ist ja ein Oktogon. Da müssen es dann auch einfach acht Figuren sein.


    Konstantin hat seinen Irrtum ja auch schon korrigiert:

    Zurück kehren nur die acht Propheten um die Kuppel, die schon fertig sind.

    Ehrlich gesagt bin ich auch froh, dass die Kuppelpropheten noch kommen. Schöner Nebeneffekt für die Sensibelchen vom Hufo: Die Figuren verdecken teilweise das Schriftband.