Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Im Übrigen ging es doch um Karl Liebkbecht oder?

    Es ging um Kurt Liebknecht, Architekt und Präsident der deutschen Bauakademie in der DDR, der sich aber zumindest gegen die Sprengung es Stadtschlosses stark gemacht hat.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Liebknecht


    Inwieweit er als Funktionär in der DDR schon als solcher als "linksradikal" zu bezeichnen ist, sei, dahingestellt. Eine Diskussion hierüber bringt uns nicht weiter.

  • ^ Ja, danke. Habe ich selber gemerkt. Das ändert aber trotzdem nichts daran dass Tegula mal wieder überdreht.

  • Das ändert aber trotzdem nichts daran dass Tegula mal wieder überdreht.

    Weder "wieder" noch "überdreht". Es waren auch und gerade die Moderatoren, mit denen wir uns gemeinsam einen Verhaltenskodex auferlegt haben, der zu meiner eigenen Überraschung einige Woche gut funktioniert hat. Wir wollten mit Zuschreibungen wie rechtsradikal, linksradikal, Hetze usw. sehr verantwortungsvoll umgehen. Wenn nun aber ausgerechnet ein Moderator die Diskussion immer wieder anheizt, dann ist diese Vereinbarung aber bald nichts mehr wert:


    Ist mal n längerer Artikel im Spiegel gestanden....aber gut, kann natürlich auch sein daß dieses linke Hetzblättchen es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt

    das Zitat des Linksextremisten Kurt Liebknecht

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Wir wollten mit Zuschreibungen wie rechtsradikal, linksradikal, Hetze usw. sehr verantwortungsvoll umgehen.

    Dir Erwähnung "linksextrem" für Liebtknecht war einfach mal erforderlich um aufzuzeigen daß die Schloßabrißgegener nicht nur aus Klassenfeinden und reaktionären Bevölkerungsschichten kamen, sondern auch aus den eigen Reihen der Genossen. Wenn Deiner Ansicht nach die DDR Staats und Parteiführung nicht linksextrem war, was war sie denn dann?

    Vollendet das ewige Werk.

  • Interessant finde ich auch das Zitat des .... Kurt Liebknecht, welcher da argumentierte: "Genossen, ich höre immer, dass die Zwingburg der Junker abgerissen werden müsse. Aber ich habe noch nie einen Junker mit einer Maurerkeller oder einem Hobel gesehen. "

    ...

    Ich möchte das interessante Zitat des Leiters der Deutschen Bauakademie noch vervollständigen:


    „Genossen, ich höre immer, dass die Zwingburg der Junker abgerissen werden müsse. Aber ich habe noch nie einen Junker mit einer Maurerkeller oder einem Hobel gesehen. Genossen, ihr wollt das Werk der deutschen Arbeiter zerstören. Das ist unser Schloss, nicht das Schloss der Hohenzollern."

  • Wenn Deiner Ansicht nach die DDR Staats und Parteiführung nicht linksextrem war, was war sie denn dann?

    Bitte nicht noch mehr Öl in ein Feuer für politische Diskussionen gießen. Thema ist hier das Berliner Stadtschloss - Architektur- und kunsthistorische Aspekte.

  • Bitte nicht noch mehr Öl in ein Feuer für politische Diskussionen gießen. Thema ist hier das Berliner Stadtschloss - Architektur- und kunsthistorische Aspekte.


    Stimme ich Dir grundsätzlich völlig zu. Bei der Vernichtung des Schlosses werden wir allerdings nur schwerlich um das DDR Regime umhinkommen. Die Beseitigung des Schlosses hatte nun mal das Regime Ulbricht zu verantworten. Es haben sicherlich wirtschaftliche Gründe eine Rolle gespielt das Schloß zum damaligen Zeitpunkt nicht wieder herrichten zu wollen und zu können - vor allen aber waren politische Gründe ausschlaggebend. Das Schloß selbst, hätte auch als Ruine noch bis zum heutigem Tage gehalten, wenn einfach nur die zerstörten Teile abgesichert worden wären.

  • Die "tageszeitung" (taz) hat sich am 31.08.2020 mit der Geschichte und Zukunft des Stadtschloss in einem kritischen Artikel befasst.


    https://taz.de/Debatte-um-das-…er-Stadtschloss/!5707717/


    Ich möchte mich einmal weg von der Geschichte bewegen, sondern darauf eingehen, dass man hier auch wieder von einer "Hülle" spricht. Hätte man das Schloss mit von außen mit Apothekerflügel wieder aufgebaut d.h. eine Vollrekonstruktion eingeleitet, wie hätte dann die "taz" geurteilt?


    Muss man bei einer modernen Rekonstruktion nicht immer von einer Hülle mit neuen Innenleben sprechen. Denn ähnliche Bauwerke finden sich in Braunschweig oder Potsdam. Das die "taz" am liebsten den Palast der Republik hätte stehen gelassen, dass dürfte inzwischen auch dem letzten klar sein.

  • Portal III wird endlich ausgerüstet, heißt es heute in einer Meldung des Fördervereins Berliner Schloss:


    Gerüste am Portal III

    Die Kupferblecharbeiten am Portal III, mit denen die Dächer und auch die Schutzbleche für die Gesimse vollendet wurden, sind fertiggestellt. Damit ist es möglich, jetzt hier die restlichen Gerüste abzubauen – was gerade geschieht.


    Gerüste am Portal I

    Zur Behebung des Brandschadens vom 8. April 2020, bei dem zwei in Brand geratene Guss-Asphalt-Behälter im Durchgang von Portal I zur Explosion einer Gasflasche führten und nur leichte Brandschäden verursachten, werden am Portal I wieder Gerüste angebaut.


    Quelle: https://berliner-schloss.de/bl…ed4TNEvsp6ZkapWf2A9qc-Auc

  • Deutschlandfunk Kultur hat sich in einem Podcast am 07.09.2020 und 09.09.2020 mit dem Abriss und dem Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin (HuF) befasst. Im ersten Podcast führt Steffen de Rudder das Gespräch mit Stephan Karkowsky Professor für Städtebau in Weimar. Im zweiten Podcast geht man noch einmal auf den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses zum Humboldt-Forum ein.


    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=483706


    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=483830


    Sehr interessant :smile:

  • Das schon im Nachbarthread genannte neueste Berliner Extrablatt ist eine wahre Fundgrube. Besonders interessant ist der ausführliche Artikel über die Kuppel (ab S. 25). Auf S. 30 ist der Entwurf Schinkels zu sehen, der gottseidank nicht zur Ausführung gekommen ist (ich hätte nicht gedacht, dass sich so etwas je über Schinkel sagen würde, aber dessen Entwurf ist doch wirklich reichlich plump). Mit Stüler ist m.E. die beste Variante zur Ausführung gekommen.

  • eine Aufnahme die zwischen 1900 und 1920 aufgenommen wurde.

    Wurde die Laterne an der Schlosskuppel in diesem Zeitraum rekonstruiert, weiß jemand den genauen Zeitpunkt ? Danke !

  • Also, Pferdefuhrwerke werden vermutlich nicht mehr durchfahren. Und die Aufenthaltsqualität am Neptunbrunnen finde ich auf dem gezeigten Bild ja gegen Null tendierend. Da könnte man ihn vielleicht doch besser am gegenwärtigen Standort belassen.

  • Um den Brunnen ist ja auch noch eine Baustelle. Natürlich ist das nicht sehr attraktiv.


    So voll wird es sicher nicht mehr werden. Gibt keinen Grund, dort langzufahren, zumal eben keine Straßenbahn mehr dort langfährt.

  • Ich hoffe die nächste Aufnahme verdirbt keinen den heutigen Tag !

    11.10.1950 Blick durch den schon teilgesprengten Westflügel auf das Nationaldenkmal und die Ruine der Schinkelschen Bauakademie.

  • 1895 das Café Helms von der Schlossfreiheit kurz vor dem Abriss zugunsten des Baues des Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. Wurden die Besitzer der Häuser an der Schlossfreiheit eigentlich enteignet, an dieser prominenten Stelle haben sie bestimmt nicht freiwillig ihre Häuser aufgegeben . Hat jemand darauf eine Antwort ?