Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Sinngemäß: "Dies ist das Haus, welches Friedrich mitten im Kriege errichten ließ. Dem Sieger entspricht das Werk. Nicht anders durfte der Preußische Mars in seiner Stadt wohnen."

    Sollte es nicht eher heißen "Dem Sieger musste das Werk entsprechen", wegen debebat = 3.Person Sg. Imperfekt von debere (müssen)? Oder bezieht sich dass Wort schon auf den nächsten Satz?


    Oder werde ich jetzt wegen Klugschwätzerei :lehrer: gesteinigt? (Mein Latinum ist neulich 30 geworden und damit rechtlich verjährt :wink: )


    Edit: Es muss wohl zweiteres sein, da habitare im Infinitiv steht und respondere nicht...

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • In dem Artikel der Berliner Zeitung ist übrigens auch eine Meinungsumfrage, ob man das Schloss für gelungen hält. Ich habe natürlich gerade für "gelungen" gestimmt ...

  • Wieder mal Panikmache der Hauptstadt-Postille für nichts. Wenigstens wird aus dem Bericht deutlich dass das die Spenden nach wie vor zufriedenstellend fließen, 92 Millionen sind eingenommen, 13 fehlen noch. Es läuft doch!

  • @Mantikor


    Die komplette Inschrift über Portal III lautet


    Haec sunt Friderici medio Molimina bello,
    Condidit is tantam belligerando doumum.
    Victori respondet opus. Debebat in urbe
    Non aliter Prussus Mars habitare sua.


    Das Debebat bezieht sich auf den letzten Satz: Anders durfte der Preußische Mars in seiner Stadt nicht wohnen.


    Der Text enthält eine Anspielung auf Ovids Fasten, wo es über den Marstempel auf dem Augustusforum heißt:


    Et deus est ingens et opus. Debebat in urbe
    Non aliter nati Mars habitare sui.
    (Ungeheuerlich ist sowohl der Gott wie auch das (Bau-)Werk (= der Tempel). Anders durfte Mars in der Stadt seines Sohnes nicht wohnen (im Sinne von: anders hätte er auch nicht wohnen dürfen).
    Ovid, fasti 5, 555ff

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

    Edited once, last by Seinsheim ().

  • Weiterlesen ...
    Mit aktuellen Baustellenfotos, heißt es ... !

  • @tachMarkus, Lustig, habe ich auch als solche identifiziert, ... da grinst der :koenig:


    ... und irgendwer hatte hier mal gesagt die Nebelkrähen würden nicht überall hinkacken. Na dann!
    Aber weißt, das Kupferblech ist pflegeleichter, als die jetzige raue Bitumenbahn. Ein kräftiger Gewitterguß und alles ist wieder kupferbunt: :D
    Und die derzeitige Teerpappeeindeckung kommt eh weg und eine andere neue drunter mit anderer Befestigungstechnik, will ich doch schwer hoffen!

  • In Moskau sollen sich die Tierchen ja nen Spaß daraus machen, die vergoldeten Kirchenkuppeln runterzurutschen und sie mit der Zeit zu ruinieren. Aber die so freigelegten Kupferplatten halten das natürlich aus, kein Problem also für die unvergoldete Schloßkuppel...

  • Und bei der Kuppel sieht es aus, als ob der untere Kupferwulst/-gesims bereits fertig ist, oder!? Vielleicht wird dann also doch nicht die provisorische Eindeckung vorher erneuert,bevor die Kupfereindeckung beginnt. Dabei sind doch die Holzleisten, die die Bitumenbahn zusätzlich festhalten schon angewittert, hm ???

  • Bisher ist wohl der unterste Teil des Kuppelsimses fertig. Der liegt aber im Bereich unterhalb der Bitumenbahndeckung, noch am Tambour. Darüber kommt noch die Kastenrinne und dann die Anschlussprofile zur eigentlichen Kuppeldeckung. Eigentlich reicht die Kupferdeckung selbst zur Abdichtung der Kuppelschalung aus, die Bitumenbahnen werden dann nicht mehr gebraucht. Die vorhandenen Bitumenbahnen und die Holzleisten sind Provisorien und werden mit Sicherheit vor der Eindeckung mit Kupferblech entfernt. Außerdem muss ja die Holzschalung zur Profilbildung noch teilwwise aufgedoppelt werden (die Kuppel war und wird ja nicht glatt eingedeckt, sondern erhält ja noch Rahmungen an den "Rippen" sowie um die Fenster herum...).

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Danke für die Erklärungen, Hannoveraner. Vielleicht kommt mindestens noch eine Unterspannbahn auf die Holzverschalung, wäre doch notwendig, falls die Kupfernähte mal undicht werden sollten, daß dann die Brühe nicht gleich in die Holzverschalung sickert. Wird jedenfalls spannend, wenn es dann mal endlich losgeht!
    Das Beste wäre doch die Kuppel würde nun eingerüstet werden und bekäme eine wetterfeste Planenumhüllung. Aber dann sähen wir nix mehr vom Baufortgang, hm ... :(:wie:

  • Danke für die Fotos, @Mantikor. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Gerüste und Box möglichst bald verschwinden. Das Gitter an Portal V wird ja dann vermutlich mit einem Hubkran angebracht werden.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Ich will mal ehrlich sein. Das erste Bild von Mantikor tut jedem der ein besonders Auge für Proportionen hat schon extrem weh. Der Bau wirkt an der Ostseite wie abgeschnitten. Er ist so westlastig, dass man fast befürchten muss, er kippt in die Spree.
    Bei allem was Stella gut gemacht hat, die Ostfassade und besonders der Übergang zu dieser ist das große Manko. Ich finde es um ehrlich zu sein ziemlich gruselig.
    Helfen können da nur Bäume oder irgendwann der Apothekerflügel. So kann es jedenfalls dauerhaft nicht bleiben!

    APH - am Puls der Zeit