Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Hier nun die betreffenden Planzeichnungen und Ansichten:



    Hier ist alles, was rot gezeichnet ist, aus Kupferblech angefertigt. Das Kranzgesims wird also aus Kupferblechen und Kupferprofilen zusammengesetzt, zumindest die obere, abdeckende Hälfte würde ich präzisierend noch ergänzen wollen!!!


    Wie war das beim Original?



  • Diese dämliche Betondecke in der ehemaligen Schlosskapelle ist auch eingezeichnet.Diesen großartigen Kuppelsaal verschenkt man einfach.Man tut halt alles um eine Rekonstruktion der historischen Innenräume unmöglich zumachen.(Weißer Saal,Bildergallerie).Man hätte doch wenigstens erstmal die Innenräume im Rohbauzustand mit den genauem Maßen bauen können um eine spätere Rekonstruktion zu erleichtern.

  • Der Jahresabschluss 2017 des Fördervereins ist online gegangen...


    https://berliner-schloss.de/de…sse/jahresabschluss-2017/


    Demnach wurden im Kalenderjahr 2017 insgesamt 10.917.637 € gespendet (in 2016 waren es über 13 Mio.), davon 10.019,18 € in Form von Sachspenden sowie 435.210,- € als Testamentarische Zuwendungen.


    Im gleichen Zeitraum wurden 9.394.000,- € an die Stiftung (dem Bauherrn) weitergeleitet. Der übrige Teil dient zur (satzungsgemäßen) Bestreitung der Kosten des Vereins bzw. wurde noch nicht weitergeleitet.


    Fakt ist also (leider), dass das Spendenaufkommen trotz laufender Konjunktur sowie der sichtbaren Ausführung der Fassaden gesunken ist.

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Danke, für die Erläuterungen!
    Du schreibst:
    "Fakt ist also (leider), dass das Spendenaufkommen trotz laufender Konjunktur sowie der sichtbaren Ausführung der Fassaden gesunken ist."
    Na ja, für so Freaks wie wir es sind, sind die Fassaden sichtbar, aber für "normalsichtige" Leute nicht so sehr hinter Gerüsten und Werbeplanen! Ich nehme an, daß es ein großes Aha und Ooooh gibt, wenn im Lauf des Sommers die Gerüste fallen und die Pracht zum Vorschein kommt. Wenn dieser Theateraufzug dann geschickt medial vermittelt wird, im Sinne von "es gibt dennoch viel noch zu tun", könnte es mit den Spenden schlagartig aufwärts gehen!

  • Lieber SchortschiBähr,
    danke für den Plan!!
    Nach meinem Eindruck war auch im Original das Kranzgesims aus Metall. Ob Kupfer oder Zinkblech, weiß ich allerdings nicht.

    Früher hieß es: "Der Geist weht, wo er will". Heute muss es heißen: "Der Zeitgeist tickt, wo er will".

  • Seit Wochen stehen die Verputzarbeiten im Schlüterhof still.
    Die Klempnerarbeiten stehen auch still.
    Ich bin mal gespannt, wie im August das Konzert der Philharmoniker im FERTIGEN, entrüsteten Schlüterhof stattfinden soll!
    Da fehlt mir die Vorstellungskraft.

    Auckland bei Nacht

  • Bis dahin sind es immrhin noch gut 2 Monate und was in der von der Kamera nicht abgedeckten Seite passiert wissen wir ja nicht, vielleicht sind ja hier die Aktivitäten 8)


    Ich werde dann vom Konzert berichten und auch einige Fotos bereitstellen.

  • Klassische Verputzarbeiten brauchen auch ihre Zeit um zu trocknen, bevor gestrichen wird:


    1. Anspritz, eine Woche Trocknungszeit
    2. Grundputz, drei Wochen
    3. Deckputz, drei Wochen


    Ein klassischer Sumpfkalkputz braucht weniger Trocknungszeit, insbesondere nach dem letzten Verputzauftrag, wenn dort nass in nass gestrichen wird. Ich glaube aber kaum, dass ein solcher zur Anwendung kam. Durch chemische Zusätze kann man die Trocknungszeit von heute üblichen Kalk-Zementverputzen verringern, was aber bei historischen Objekten verpönt ist.

  • @ Weißersee: Stimmt doch nicht! Nach meinen Beobachtungen ist sehr wohl in den letzten Wochen einiges an Verputzungen geschehen. Klick doch die Archivreihen mal zurück. Da siehst Du immer wieder Arbeiter auf den Gerüsten. Vielleicht meintest Du Tage ... !? :|?(

  • Das einzige was wirklich kaum Fortschritte im Schlüterhof macht, ist die Kupferbadeckung des Daches. Es bleiben nur sehr wenige Bereiche, aber es scheint wirklich nur stückweise bearbeitet zu werden. Warum Auch immer.

  • Ist es vielleicht möglich, dass man bewusst solche Dehnungsfugen lässt, damit man sich entsprechend verhalten kann, wenn z. B. bei Hitze, wegen der Größe des Daches, mehr Spielraum gegeben werden muss?


    Im übrigen sind die Arbeiter des Gewerkes schon sehr aktiv. Man sieht dass plötzlich irgendwo das noch rote Kupfer leuchten, wo vorher Sandsteinfugen waren. Bei den unzähligen und sicher komplizierten Abdeckungen des Sandsteins sieht man nicht immer den Fortschritt so schnell wie am offen liegenden Dach.

  • Naja, ich kenne mich damit nicht aus, aber wie gesagt, es sieht seltsam aus.
    Ein Beispiel, in der Ecke wurde vor 2 Wochen 2 Elemente angebaut (rot), dann letzte Woche ein weiteres Element (blau), wirklich Schritt für Schritt. Ein Tag wird etwas getan, dann wird eine Woche geruht, und dann geht es wieder los.



    Dazu, weiss jemand was mit dem rot markierten Bereich ist? Ich habe immer den Eindruck, es sei beschädigt

  • Das wird höchstwahrscheinlich mit unterschiedlichen Gewerken zu tun haben. Oft passiert es bei der Montage, dass ein Gewerk nicht weitermachen kann, weil ein anderes seine Arbeiten noch nicht ausgeführt hat. Für größere Abschnitte zur Planung gibt es Bauzeitenpläne (wer nicht weiß was das ist, so sieht ein solcher meist aus: Link), weshalb es meist bei solch kleinen Arbeiten im Detail zu Überschneidungen kommt. Es ist jedenfalls kein Zufall das die Kupfereindeckung immer nur im Bereich um die Dachöffnungen für Lüftung, Revisionsklappen, oder was auch immer, fehlt. Zusammengefasst: normaler Ablauf im laufenden Bauvorhaben.


    [...] Dazu, weiss jemand was mit dem rot markierten Bereich ist? [...]

    Das ist wohl etwas, was uns nur die dort tätigen Arbeiter sagen können. entweder kommt da noch etwas dazu, beziehungsweise muss geändert werden, oder es ist nicht so geworden wie es sollte und muss ausgebessert werden. Ich würde sagen, abwarten und Tee trinken. Wir werden es die nächsten Monate auf der Webcam sehen.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Ja, es ist ganz normal, dass bei einem Bauwerk dieser Grösse nicht alle Leitungen über das Dach geführt werden können, bevor die Dacheindeckung in Angriff genommen wird. Das passiert auch bei einem normalen Wohnhaus mit ziegelgedecktem Dach. Nur bemerkt man das dort weniger, weil dort kleinere Stellen offengelassen werden können, respektive dort verlegt man das Zegeldach fertig und entfernt einzelne Dachziegel und Holzlatten nachträglich. Bei einem Blechdach geht das natürlich nicht. Ist das Blech einmal verlegt, sind nachträgliche Öffnungen nur schwer vornehmbar, und es bleibt bei einem Flick.


    Mit Dehnungsfugen hat das nicht zu tun, denn diese sind bei jedem Blech seitlich bei den Stehfälzen vorhanden. Auch wenn das Schloss dereinst mal 100 Jahre zählt, muss sich das Blech bewegen können, nicht nur während der Bauphase.

  • Nachdem das Forum Gottseidank wieder geöffnet ist - vielen Dank an die Administratoren für ihre viele Mühe!!!! - meine Prognose für den 25. August: Abrüstung der Lustgartenseite bis auf die EGs und die Risalite bis zur Eckkartusche. Abrüstung des Schlüterhofs bis auf die Risalite. Vollendung der Innenseiten von Portal II und IV im Rohbau. Wer hält mit?

    Früher hieß es: "Der Geist weht, wo er will". Heute muss es heißen: "Der Zeitgeist tickt, wo er will".

  • Fußball und Schloss



    Die Fußballspieler herrschen breit auf unsrer Schlossfassade,
    Die Köpfe groß, die Beine unsichtbar und schwer.
    Der Anblick viel zu lang und ziemlich fade:
    Wer schon ein Schloss hat, baut sich keines mehr!
    Die Traumfassade Meisterschaft geplatzt,
    Weil Sattheit oft beim Passen patzt.
    Was soll der Lärm? Sie bleiben dennoch Millionär.

    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,

    Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,

    Und verstehe die Freiheit,


    Aufzubrechen, wohin er will.


    Hölderlin

    Edited once, last by Bentele ().

  • ... und könnten doch gleich noch einen Ablaß für die verpatzte Meisterschaft in Form einer großzügigen Millionenspende an den Schloßverein tätigen! :koenig:

  • hurra, das Forum ist wieder da.


    War gestern im Regen am Schloss, an Portal IV, als erstem Außenportal, wurde begonnen zu verputzen.


    Wenn's gut läuft könnte zumindest diese Portal bis Mitte August ebenfalls ohne Gerüst sichtbar werden.


    Auch die komplette Südseite scheint direkt auf den Anstrich zu warten.


    Lediglich die Erdgeschosse sind noch nicht so weit.