Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • In diesem stimmungsvollen abendlichen Sonnenlicht erinnert mich die Fassade sehr an die bemalte Plane, die 1993 so vielen Menschen das Schloss wieder ins Bewusstsein rief...

  • @Wissen.de:


    Satt gelb, bis beinahe hell-dottrig - allerdings verstärkt die Abendsonne diese Färbung natürlich erheblich.
    Wenn man mit den Bildern von gestern/vorgestern vergleicht: Die müssen da noch mal komplett rübergegangen sein.


    Hinsichtlich der Portale teile ich deine kürzlich geäußerte Ansicht, dass bis zum TdoB noch nicht alles allzu fertig aussehen soll, um keine potentielle Spendenmotivation zu verringern.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Quote from Mozart

    In diesem stimmungsvollen abendlichen Sonnenlicht erinnert mich die Fassade sehr an die bemalte Plane, die 1993 so vielen Menschen das Schloss wieder ins Bewusstsein rief...

    Genau das war auch mein sofortiger Gedanke. Ich war im Sommer 1994 in Berlin, da hing diese gelbe Plane noch. Auf die fertige Wirkung des Baus bin ich jetzt sehr gespannt. Auf den ersten Blick, hinter Gerüst und von der Sonne bestrahlt, gefällt es mir nicht so sehr. Der Kontrast der Fassade scheint minimiert.

  • Ach, ich glaube, dass die Kontraste zwischen dem Farbton des Sandsteins und der Farbe des gestrichenen Putzes, die im Abendlicht so stark verschwimmen, tagsüber viel besser herauskommen werden...

  • What holiday? So work in Prussia! ;)

    I have watched this construction over several years, and still don't understand the sloooooooooooooooooow pace of work. Apparently most Mondays and Fridays (let alone weekends) are times off. I thought Germans were supposed to be precise and good workers. Hmmmm.

  • @rupertworld Mondays are definetely no days off. On Friday work proceeds until 13:00.
    If you watch closely, you will also see work going on on Saturdays. The result will show you, why it took so long - in this case waiting is worth it! :)

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Die Spiegel sind tatsächlich eine Nuance heller! Auf dem 3. Bild sieht man es am Besten. Jedoch fällt es wohl dann so gut wie nicht auf. Sie hätte ruhig noch ein oder zwei Nuancen heller ausfallen können...

  • Das ist doch eine Luxusdiskussion. Man vergleiche mal die Farbaufnahmen von 1939 mit heute.
    Der olle schmutzig-braune Kasten mit entsprechender Beflaggung ist einem sehr vornehmen und eleganten Bauwerk gewichen. Die Farben zeigen Wirkung.

  • Der olle schmutzig-braune Kasten mit entsprechender Beflaggung ist einem sehr vornehmen und eleganten Bauwerk gewichen.

    Nun, gerade dieser "olle schmutzig-braune Kasten" war auch damals ein elegantes Bauwerk, immerhin war nicht nur sein Äusseres elegant gewesen sondern auch sein Inneres. Was die temporär angebrachte Beflaggung jedoch damit zu tun hat erschliesst sich mir nicht. Ach doch ja, der originale Bau war bestimmt dadurch kontaminiert... :S

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Nun, gerade dieser "olle schmutzig-braune Kasten" war auch damals ein elegantes Bauwerk, immerhin war nicht nur sein Äusseres elegant gewesen sondern auch sein Inneres. Was die temporär angebrachte Beflaggung jedoch damit zu tun hat erschliesst sich mir nicht. Ach doch ja, der originale Bau war bestimmt dadurch kontaminiert...

    Die Hakenkreuzbeflaggung am vollkommen heruntergekommenen Schloß dürfte wohl ein recht exemplarisches wie symbolisches Bild für die schlampige und halbherzige Umsetzung der von den Nazis beabsichtigten Darstellung des "III. Reichs" als ein Kontinuum zum preußisch-deutschen II. Reich sein.


    Wär Germania dann irgendwann mal fertig gewesen und hätte über Jahrzehnte sämtliche Ressourcen gefressen, säh es in Alt Berlin wohl auch kaum besser aus als in einer DDR-Stadt im Endstadium.

    Edited once, last by Kaoru ().

  • Wenn wir heute rekonstruieren/tiefgreifend sanieren und restaurieren, dann entstehen immer idealisierte, "historische", Fassaden, die historisch tatsächlich nie so clean und akurat waren.

    Man darf die meisterhafte Materialbeherrschung der Handwerker, die damals für die Fürsten tätig waren, nicht unterschätzen! Ich würde sogar im Gegenteil annehmen, dass es heute schwierig ist, dieses Qualitätsniveau wieder zu erreichen. Im Fall der Schlossfassade scheint das weitgehend gelungen zu sein.


    Was die Verehrung der alten Bausubstanz betrifft, dürfte diese ein Relikt der Romantik sein, mit ihrem Hang zur Glorifizierung des Früheren, das durch die Brille seiner Zeit als das Echtere wahrgenommen wurde - heute ergänzt um das Diktat, dass die Geschichte ablesbar sein müsse.
    Woher dieser Imperativ kommt, bleibt im Dunkeln. Er ist jedenfalls relativ neu. So lange das Schloss stand, haben sich seine Bewohner mit Ausnahme Friedrich Wilhelms IV wenig um die Geschichte geschert. Diese Forderung kommt immer dann auf, wenn es um Zerstörungen geht. Die Geschichte hätte man wesentlich umfangreicher ablesbar machen können, indem man z.B. die Fundamente der alten Klosterkirche auf der Südseite sichtbar gelassen oder wenigstens durch eine etwas anders gefärbte Pflasterung erkennbar gemacht hätte. Daran ist aber nie gedacht worden. Die Fundamente wurden weiter zerstört, als nach den Ausgrabungen eine Fernwärmeleitung hindurch gelegt wurde.
    Deshalb finde ich den Kult um Originalsubstanz etwas verdächtig moralinsauer. Nur als Mahnung soll sie herhalten, aber wenn sie dazu nicht taugt, "kann das weg".


    Dass ein rundherum rekonstruiertes Schloss anders aussieht als in der gesamten Zeit, in der das Original existierte, ist nicht zu vermeiden. Sandstein dunkelt langsam nach und braucht ca. 100 Jahre um so auszusehen wie wir ihn von den alten Fotos des Schlosses kennen. Vorläufig freuen wir uns an hellem Sandstein in einer Fassade, die wie zur Zeit Schlüters und Eosanders leuchtet. Ob Friedrich III/I bewusst war, dass dieser Glanz naturgemäß dunkler werden muss? Und wie gehen die kommenden Generationen damit einmal um?


    Die Einteilung in "Original" und "Rekonstruktion" wird damit letztlich zur willkürlichen Abgrenzung, mithin zum "Kampfbegriff".

    Dieser Streit um die Rekonstruktionen begleitet jedes derartige Vorhaben. Steht das Gebäude erst mal, dann spricht man nur noch vom Berliner Schloss und dass es eine Rekonstruktion ist, tritt dann sehr schnell in den Hintergrund.

  • Ich denke, im Alltag wird die Nachdunklung, auch weil sie so graduell verläuft, einfach hingenommen werden und dann eben zur Normalität des Baus gehören. So wie man ja auch nicht den danebenstehenden Dom reinigt, um die Schwärzung des Steins zu beseitigen - für uns Zeitgenossen ist der Berliner Dom halt einfach "schwarz", auch wenn er den Erbauern bei Sonnenschein noch strahlend hell entgegen blitzte und damit eigentlich ein komplett anderes Bild abgab. Es gibt ja auch nicht wenige Leute, denen Gebäude erst gefallen, wenn diese sog. "Patina" entwickelt haben. Ich persönlich liebe ja nichts mehr, als in starken Farben frisch gestrichene oder restaurierte Barock- oder Renaissancefassaden. Die "nagelneue" Rekofassade wird in den nächsten Jahren aufjedenfall ein Fest sein. Vielleicht gibt sie, gemeinsam mit der ja kurzzeitig auch umstrittenen, neuen Fassadenfarbe an der Staatsoper und am DHM, auch mal generell einen Anstoß, dass (nicht nur) in Berlin wieder mehr Augenmerk auf den Anstrich historischer Bauten gelegt wird. Da gibt es noch viel "braun" a lá http://www.kuv-architekten.de/…77_fassade-kleistpark.jpg

  • @Urmel: ich würde das eher "Beige" nennen. Und das wird z.Zt.auch gern mal genommen, als eine Art Sandstein-Imitation (hatten wir vor 2-4 Wochen ca. in einem anderen Thread mit Neubauten, weiß nur nicht mehr wo). Das Haus im Kleistpark dürfte kein Gebäude aus der Barockzeit sein, insofern wird das wohl auch ursprünglich nicht gerade barockgelb gewesen sein. -


    Ich finde jedenfalls Gelb für das Berliner Schloß gut+richtig, und wenn der Sandstein noch etwas nachdunkelt, wird dann auch der Kontrast wieder stärker. Na gut, das kann einige Jahrzehnte dauern bei der heute doch eher geringen Luftbelastung durch Ruß und der längeren Zeit, die der Sandstein zur Oxidation braucht, aber tendenziell wird es so kommen, daß sich der Kontrast zwischen gestrichenen Putzflächen und Steinfassadenteilen erhöht.

  • Ich war selbst letzten Freitag dort und die Farbe ist m.E. so, wie von Vulgow zuvor gezeigt. Es war an dem Tag eher bewölkt, teilweise regnerisch, also die Sonne hat da den Eindruck jedenfalls nicht verfälscht. Die Farbgebung finde ich ganz gefällig. Man muss wohl auch mal abwarten, wie das dann auswirkt, wenn größere Bereiche entrüstet sind.


    In Bezug auf die östlichen Linden, mit Kommandantenhaus, Zeughaus, Kronprinzenpalais, Staatsoper und dem zukünftigen Ziegelrot der Bauakademie ergibt sich für meinen Geschmack eine feine, edel anmutende Abfolge an farbigen Fassaden. Es ist jedenfalls nicht so, dass hier alles in Milchkaffee getaucht ist.

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Ich meine generell, dass noch zuviele Altbauten in einem schmutzig-braunen Einheitskleid daherkommen.


    Hier mal ein kleines Beispiel aus Augsburg, was einzig und allein und frischer Farbanstrich ausmacht. Es müssen keine Regenbogenfarben sein, einfach kräftige Farben, die (wieder) Kontrast und Mehrdimensionalität in die Fassade bringen, reichen doch schon aus:


    http://www.literaturspektrum.d…fotos/Alte_Stadtmetzg.jpg


    so sah die (alte) Stadtmetzg(erei) bis kürzlich mein gesamtes Leben aus. "In Bräune verblasst".


    http://bilder.augsburger-allge…STadtmetzg-Wyszengrad.jpg


    so sieht sie jetzt aus, mit dem neuen Anstrich. Ich weiss nicht, ob das beim Fotovergleich auch so rüberkommt, ich kenne den Bau ja v. a. aus der Realität. Aber glaub mir, das Gebäude ist fast nicht mehr wiederzuerkennen und ein richtiger Blickfang geworden (bzw. als solcher wieder entdeckt worden). Es handelt sich auch verbürgt um den ursprünglichen Anstrich aus der Bauzeit, während später irgendwie alle Altbauten "verbraunt" sind (Rathaus und Perlachturm sahen z. B. seit mindestens dem 19. Jahrhundert bis zur Sanierung in den 1980ern anlässlich des 2.000 jährigen Stadtjubiläums auch einfach nur "braun" aus: https://phila3000.de/JPGS/ch/ch55000-59999/ch57914.jpg und erstrahlen heute im Originalanstrich auch wieder komplett anders: http://www.marius-klemm.de/augsburger-rathaus/ oder auch evangelisch St. Ulrich, im Vordergrund, vor der jüngsten Fassadensanierung: https://upload.wikimedia.org/w…rg_-_st_ulrich_u_afra.jpg und danach: http://killerwal.com/wp-conten…enstadt-mandichosee07.jpg u. v. m.)



    Die Bedeutung der Farbgebung eines Gebäudes wird in meinen Augen oft etwas unterschätzt. Dementsprechend hoffe ich wirklich, dass man die Schlossfassade wenigstens alle Herrenjahre einmal säubert und nicht einfach alle Sandsteinelemente so "schwarz" werden lässt, wie nebenan am Dom zu sehen. So heiter und leuchtend hell, wie die Fassade jetzt aussieht, hatten sie auch die Erbauer vor Augen und so sollte man sie - meine ich - auch versuchen zu erhalten. Wenigstens annähernd. Wider die schleichende Schwärzung und Verbraunung von historischen Fassaden :opa:

    Edited 3 times, last by Urmel ().

  • Ach, die Farbvorlieben, die ändern sich immer wieder, und je nach Geldbeutel und Sinn für Patina läßt man die Farbe verblassen oder nicht. Schau Dir mal Gärtners Veduten von ca. 1830 an, da haben die Häuser genau diesen "beige-Milchkaffee-graubraun"-Farbton, den einige noch immer haben (oder in Verlängerung der Sehgewohnheit so neu gestrichen bekommen). Farbmodisch haben wir z.Zt. eigentlich Unbuntzeit (weiß-grau-schwarz), wie man auch an deinem Beispielbild sieht. Die barocken Farbtöne Gelb und Rosa fallen da eigentlich aus der Rolle; daß man sie trotzdem anbringt, erfreut mich. (Ich muß mal einen neuen Thread zu Farbzyklen schreiben, hab ich mir schon ein paar Wochen vorgenommen, damit man die Farbigkeiten mal besser einordnen kann).
    Was anderes ist noch, ob ein Gebäude immer "neu" aussehen muß. Mein Geschmack ist das nicht, mir behagt mehr so ein Zwischenstadium zwischen frisch gestrichen und erneuerungsbedürftig. Man hätte mE das Schloß Charlottenburg nicht schon wieder streichen müssen, in 5 Jahren hätte das auch gereicht.
    Davon abgesehen ergibt das Gelb zu hellem Sandstein eine ziemlich "soßige", d.h. kontrastarme Fassade. Nachdunkeln des Sandsteins würde diesem abhelfen.

    Edited once, last by Loggia: Ergänzung ().

  • Meine Beispiele zeigen allesamt die Originalfarben nach jüngsten Sanierungsarbeiten. Das "Einheitsbraun" war die ahistorische Mode, nicht umgekehrt. Oder etwas abstrakter formuliert, wenn wir gerne historische Architektur in unseren Städten haben, um uns ästhetisch an frühere Zeiten zu erinnern, dann gehört da für mich eben auch die Optik dazu, die ein Gebäude zur Zeit der Erbauung hatte, die sich die Erbauer also auch vorstellten bzw. die sie gezielt realisierten. Und beim Stadtschloss hat man z. B. eben gezielt helle Säulen an der Fassade gewollt. Die waren sogar ursprünglich extra weiß angestrichen, um diese Verdunklung durch Schwärzung des Sandsteins zu vermeiden, von der Fabrigkeit kann man sich das ursprüngliche Stadtschloss vermutlich in etwa so vorstellen, wie den Winterpalast: https://upload.wikimedia.org/w…ter_Palace_Panorama_2.jpg


    Also Sandstein nur als Baumaterial, nicht als Fassadenmaterial (auch die Fassadenornamente am Stadtschloss waren ursprünglich bemalt!). Ein Gebäude muss meinetwegen nicht dauerhaft wie aus dem Ei gepellt aussehen, aber es sollte nach meinem Geschmack doch nicht komplett anders aussehen, als einst von Architekt und Bauherr geplant und umgesetzt. Man hat sich ja schon dagegen entschieden (warum auch immer) die Sandsteinelemente, wie ursprünglich, zu streichen. Dann soll man doch wenigstens dafür sorgen, dass die Fassade nicht irgendwann so "geschwärzt" aussieht wie der Dom nebenan. Das würde nicht nur dem kongenialen Entwurf der Fassade nicht gerecht, die nun einmal nicht düster und "schwer" sein sollte, sondern heiter, hell, strahlend - eben Barock! Das würde auch die Steinmetzarbeiten "unter Wert" erscheinen lassen, denn bei dermaßem geschwärztem Sandstein erkennt man als Betrachter deutlich weniger Details, als jetzt, wo alle feinen Steinmetzdetails noch wunderbar sichtbar sind. Das wäre einfach sauschade, findest du nicht?

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    "Aus dem Newsletter des Humboldt-Forums:


    DIE SERLIANA VOM PORTAL 5
    Auf der Schlossbaustelle werden aktuell in 20 Meter Höhe über dem Portal 5 bis zu fünf Tonnen schwere Werkstücke montiert. Hinter den Baugerüsten wird die Serliana, auch Venezianisches Fenster genannt,
    fertiggestellt. Sie wird sich dereinst – nach dem Rückbau der Gerüste –
    besonders eindrucksvoll präsentieren: bekrönt von einem Genius mit
    Palmenwedel und einer Fama, der Gottheit des Ruhmes, mit Posaune. Da die
    Architektur und fast der gesamte Bildhauerschmuck der Serliana zerstört
    waren, musste alles nach historischen Fotos und Dokumenten komplett
    rekonstruiert werden. Nur die originalen Köpfe der beiden Figuren,
    Genius und Fama, sind nach Krieg und Sprengung erhalten geblieben. Ihre
    feine bildhauerische Ausführung werden Sie künftig im Skulpturensaal des Humboldt Forums besichtigen können.
    Wie für alle rekonstruierten Skulpturen wurde auch für die der Serliana ein
    maßgetreues Tonmodell hergestellt und nach der Abnahme durch die
    Expertenkommission vom Kunstformer in Gips gegossen. Dieses Gipsmodell
    diente den Steinbildhauern als Vorlage für die Sandsteinkopie, die aus
    schlesischem Sandstein gefertigt wurde. Ende Mai wurde mit der Montage
    der teilweise bis zu fünf Tonnen schweren Werkstücke in 20 Meter Höhe
    begonnen. Mit dem Montieren des Traufgesimses und der Balustrade wird
    das Portal 5 bis Ende Juli 2017 fertiggestellt sein."



    Und dieses noch:


    "DIE DYNAMIK DES WIDERSPRUCHS
    Gespräch über Form und Inhalt des Humboldt Forums

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    Anlässlich der aktuellen Debatte sprechen Neil MacGregor, Leiter der Gründungsintendanz, Elisabeth Schweeger, künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, und Florian Illies, Autor, an den Tagen der offenen Baustelle, am 24. Juni ab 11 Uhr im Foyer des Berliner Schlosses, über Form und Inhalt des Humboldt Forums.




    Von Anfang an hat das spannunsgsvolle Verhältnis von historischen Fassaden und kulturellem Inhalt die Dynamik des Hauses mitbestimmt – die Welt zu verstehen, ohne die Geschichte zu leugnen. Der Architekt Franco Stella hat die Kubatur des Berliner Schlosses und das weitestgehend rekonstruierte Äußere mit einer modernen Gestaltung des Gebäudes im Inneren verbunden. Mit der Ostfassade, dem Schlossforum und dem Foyer, das den Rahmen für diese Veranstaltung bietet, setzt er eigene Akzente. Jetzt muss sich auch das kulturelle Programm des Humboldt Forums auf diese vermeintlich unauflösbare Paradoxie zwischen Innen und Außen einlassen. Droht hier eine innere Selbstblockade oder gelingt es, aus diesem dynamischen Widerspruch die Kraft und das Selbstverständnis des Humboldt Forums zu begründen? Ganz sicher regt es permanent zur Diskussion und Selbstverortung an."


    DIE DYNAMIK DES WIDERSPRUCHS


    Termin 24. Juni 2017, 11 Uhr
    Ort Foyer des Berliner Schlosses, Eingang Nord, Schlossplatz 5, 10178 Berlin
    Keynote Neil MacGregor
    Eintritt frei



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