Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Hier kann man auch schon ganz gut erkennen, dass zum Glück die barocke Fassade komplett bis zum Rücksprung und dem Beginn von Stellas Ostflügels durchgezogen wird und man sie nicht auslaufen und seltsam mit der glatten, modernen Fassade verwachsen lässt, wie es am Anfang noch geplant war. Lässt die barocken Fassaden kompletter und weniger vorgehängt erscheinen (was ja immer Hauptangriffspunkt ist). In die Ausparung direkt an der Grenze zum Rücksprung kommt wohl noch eine abschließende sandsteinerne Eckquaderung/Rustizierung.


    Ja, im 5. Katalog der Fassaden- und Schmuckelemente ist in der Gesamtansicht der Lustgartenfassaden deutlich zu erkennen, dass dort im Anschluss an den Ostflügel eine neu geschöpfte Ecklisene den historischen Fassadenbereich abschliessen und einfassen wird. Im Erdgeschoss rustiziert, darüber glatt.


    Ich habe mich übrigens beim Editieren der Beiträge vertan - das zitierte Foto entstand erst am Sonntagnachmittag, nicht am Freitag nach meiner Rückkehr von der Domkuppel...

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Also bei mir ist das aktuelle 'Extrablatt' (Ausgabe April 2015) jedenfalls noch nicht auf der Seite des Fördervereins zu lesen.
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    Noch mal ein paar neue Bilder - wir sind hier ja verwöhnt. :zwinkern:


    Hier mal von der Ebertsbrücke, ca. 500 Meter vom Schloss entfernt.


    Annäherung vom Lustgarten



    Aktuell steht hier - perspektivisch ein wenig ungenau - eine Plakatwand anlässlich '70 Jahre Kriegsende'



    Exklusive Baustellenführung für Eberhard Diepgen u. a. durch Manfred Rettig.


    Von der Schleusenbrücke


    An der NW-Ecke ist es aktuell ein wenig beengt wegen der Buddelei.


    Ansicht der frühlingshaften Ostseite über die Spree.


    Und zuletzt die NO-Ecke, wo es zackig zur Sache geht. Das hatte ich bis dato noch gar nicht bemerkt, ehe es die "hannoverschen Bilder" dokumentierten.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

    Edited once, last by Mantikor ().

  • Hier sieht man, mit welcher abgründigen Häßlickeit die Dachaufbauten wirken, wenn sie nicht noch irgendwie gefällig verkleidet werden:

    Der Wind gedreht
    Albtraum verweht
    Zum Schluss jetzt das Glück
    Das Schloss kommt zurück!

  • Guten Tag,


    ich muss mich entschuldigen denn ich habe micht getäuscht. Die aktuelle Ausgabe des BERLINER EXTRABLATT ist auf der Homepage des Förderverein Berliner Schloss e.V. noch nicht aktualisiert worden. Die Printausgabe (April 2015) wurde auf jeden Fall in den letzten Tagen an alle Spender und Interessiert verschickt.


    Viele Grüße :cool:

  • Hat eigentlich irgend ein Forums-Kollege schon eine der sonntäglichen Baustellen-Führungen mitgemacht (oder wird dies bald tun) ?? Eine kleine Foto-Dokumentation des Schloss-Inneren hier im Forum wäre klasse! :rolleyes:

  • Ja ich werde mir das bald von innen mal angucken. :thumbup:


    Etwas Geschichte und ein interessantes Video.


    1. Mai 1956 - erste NVA-Parade auf dem planierten Stadtschloss.


  • Einfach großartig! :biggrin:


    Ich weiß gar nicht, warum man diesen fantastischen Aufmarschplatz nicht gelassen hat..... Welch ein Verlust :rolleyes:

  • Wie kotzig das ist! :kotz:
    Für den Rest des Jahres sah das Gelände dann so aus:


    ...Und dann noch die damalige Heuchelei mit dem sog. "Antifaschismus" des Zonen-Regimes, aber einen Militär-Fetischismus und Militarismus wie unter'm Adolf praktizieren (mit Marschmusik des verhassten Preußens). :gehtsnoch: Wie sagte doch schon Kurt Schumacher: Kommunisten sind rot lackierte Faschisten! So ist es!



  • Ab 4:36 der Revuemarsch, im 3. Reich auch SS Parademarsch genannt.....wie sich doch die Zeiten glichen, auch die Uniformen glichen doch recht arg der Vorgängerdiktatur - einzig die bauliche Situation scheint eine etwas andere zu sein :biggrin:

  • Kommunisten sind rot lackierte Faschisten! So ist es!


    Das Lustige ist, daß der Begriff Faschismus schon seit Ende der Zwanziger, Anfang der Dreißiger Jahre in Europa als Schimpfwort für den jeweiligen politischen Gegner verwendet wurde. Aus Sicht der Kommunisten waren die Sozialdemokraten in Deutschland auch Faschisten und Konterrevolutionäre. Vor und während des Zweiten Weltkrieges wurde auch von den Italienern und Deutschen fein säuberlich zwischen Nationalsozialismus und Faschismus unterschieden. Anfangs stand Mussolini dem NS-Regime absolut feindlich gegenüber und äußerte mal, daß diese Ideologie etwas für Pferdezüchter sei. Umgekehrt schreibt Goebbels in seinen Tagebüchern über den italienischen Faschismus fast nur Negatives. Er fand ihn korrupt und organisatorisch unfähig. Er schätzte zwar Mussolini als Persönlichkeit, fand es aber erbärmlich, daß er in Italien nie die ganze Macht an sich gerissen hat, sondern diese Macht mit dem Faschistischen Großrat (der ihn 1944 schliesslich auch absetzte) und dem König teilen musste. Für ihn war der Faschismus eine Ideologie mit großem Appetit, aber wenigen Krallen. Auch der Faschismus in Spanien war wiederum anders gepolt, wobei Antisemitismus sowohl in Italien als auch in Spanien eigentlich keine große Rolle einnahm.
    Die Zeiten haben sich insofern wenig geändert, als auch heutzutage der Begriff Faschismus wieder zur Diskreditierung eines politischen Gegners verwendet wird. In meiner Jugend hielten linke Mitschüler sogar die CSU für faschistisch und heute werden neue Rechtsparteien sofort mit diesem Ausdruck belegt.
    Baugeschichtlich gesehen rangiert der Kommunismus aus meiner Sicht sogar noch weit hinter Faschismus und Nationalsozialismus. Doch die Reko-Bauten, auf die wir uns heute in Berlin, Dresden, Frankfurt und Potsdam wieder freuen dürfen, stammen alle aus vordemokratischer und vortotalitärer Zeit. Es war die Zeit der Monarchien mit freizügigen Gesellschaften in punkto Handel, Forschung und Literatur.

    " Dem Wahren, Schönen, Guten "

  • Das sollte - in diesem äußerst geringen Ausmaß - kein Problem darstellen. Auch die einzelnen Ziegel untereinander sind ja ebenso nicht kraftschlüssig miteinander verbunden und werden nur durch den Mörtel zusammengehalten. Solange der nicht auswäscht und herausfällt, bleicht die Mauer stabil. Wichtig ist nur, dass das Mauerwerk rechtzeitig verputzt wird damit vor dem Winter keine Feuchte in die Brüche eindringt und das Eis dann tatsächlich Mauerteile heraussprengt...aber die Gefahr ist dort so schnell nicht gegeben.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Bin kein Maurer, hab also keinen blassen Schimmer davon, aber ist das nicht schlecht, dass hier schon einige Ziegel zerbrechen...? :unsure:


    Ich denke nicht daß dies etwas ausmacht, so die Ziegel denn im Mauerwerk verbunden sind. Es werden ja auch Ziegel halbiert um sie einzupassen....wichtig ist hier daß der Mörtel alles zusammenhält.

  • Mauerwerk habe ich schon viel in meinem Leben gesehen.
    Leider muß ich sagen, dass dieses nicht zu den Besten seiner Klasse gehört.
    Nicht bedenklich aber unbefriedigend! :unsure:

    Der Wind gedreht
    Albtraum verweht
    Zum Schluss jetzt das Glück
    Das Schloss kommt zurück!

  • Mauerwerk habe ich schon viel in meinem Leben gesehen.
    Leider muß ich sagen, dass dieses nicht zu den Besten seiner Klasse gehört.


    Es sieht in der Tat ein wenig geschlampert aus - vielleicht sind diese Brüche aber auch absichtlich herbeigeführt worden, um wieder in´s Lot zu kommen?

  • Die Mauer ist m.E. völlig in Ordnung. An der Unregelmäßigkeit der Mörtelfugen sollte man sich nicht stören. Das ist völlig normal. Nur Laien meinen sie müssten den Mörtel auftragen wie Butter auf eine Schnitte.

    Edited once, last by Saxonia ().