Berliner Schloss - architektur- und kunstgeschichtliche Aspekte

  • Quote from "Yasmin"

    Hmh, hat Hildesheim den Zuckerhut verdient, verdient Wesel die neue/alte Rathausfassade?


    JA.


    Ich muß da Oliver zum großen Teil rechtgeben. Hildesheim ist ein gutes Beispiel für tolle, von krankem Zeitgeist unbesudelte Rekonstruktionen. Das Humboldtforum zu Berlin ist dagegen eine einzige Farce und kein Stadtschloß - schon gar nicht die "neue Mitte Deutschlands". Wenn es jetzt (oder ab 2014) in der (Un)Form gebaut würde, wäre es eher ein Mahnmal für den allgemeinen Zustand unseres Landes.


    Frei nach Erich Kästner, hat man in Berlin kübelweise den Kakao gesoffen.

    Nein, die werden gedünstet

  • Wissmut


    Die Menschen sind gut, nur die Leute sind schlecht (stammt das nicht auch von Kästner?).
    Die Zeiten sind böse und unsere Meinungsführerschaft sicher nicht nur vom Kakao besoffen, aber wir wünschen uns das Schloß doch nicht für die Krepel, sondern für 'uns', nicht wahr?
    Manchmal denke ich halt daran, was Leute wie Boddin (oder auf ganz anderem Gebiete: Sarrazin) alles aushalten müssen, Anfeindungen, märchenhafte Bosheit, Beleidigungen, Unterstellungen. Wir leben im mentalen Bürgerkrieg und es würde mich nicht wundern, wenn er sich noch auswächst, denn bislang ist kein Silberstreif zu erkennen.
    Aber bis dahin halten wir es mit Luther und pflanzen Apfelbäumchen und wenn die Welt voll Teufel wär.
    D'accord? 8)

  • Die Bäume sollen uns gehören und keinem Feind. Mühsal lohnt es für Hildesheim, für Nürnberg, Frankfurt, Weißenfels, Kassel - ja selbst Magdeburgs Ungesicht ist irgendwo als etwas weit schöneres vorstellbar. Zwickaus Ostviertel harrt seinem Wiederaufbau. Nicht nur Rekonstruktionen; die Entwicklung einer neuen Formsprache aus der Historie (der unseren!) heraus steht an. Mit dem Neoklassizismus werden wir bald an unsere Grenzen stoßen, Alternativen sind gefragt. Auch übrigens mit CAD, denn nicht jeder kann fotozeichnen, der gute Gestaltungsideen einbringen kann. Kämpfen sollen und müssen wir an diesen Orten, sobald sich kleinste Chancen ergeben. Die Ergebnisse im besten wie im schlechtesten Fall betreffen uns alle, weisen die betreffende Stadt in eine neue Richtung.


    Aber Berlin....das ist DEREN Feld und deren Spiel. Zur Gänze. Und je mehr sie sich dort austoben und "verwirklichen", desto weniger Zeit und Aufmerksamkeit widmen sie dem Rest des Landes.

    Nein, die werden gedünstet

  • Absurd, nein, "deren Feld" gibt es nicht. Berlin ist das Zentrum und Aushängeschild des Landes. Und es ist gerade bei jungen Leuten äußerst positiv besetzt. Wenn man "denen" das Feld überlässt, überlässt man "denen" somit auch die kollektiven Bilder, d.h. die sinnliche Prägung weiterer Generationen, - was irgendwann auch Auswirkungen schließlich wieder Auswirkungen auf Hildesheim, Frankfurt und Weißenfels hat. Alles hängt zusammen.
    Das Schloß sollte also schon kommen, und es sollte eben versucht werden, durch die Bauweise künftigen Generationen möglichst viel an Rekonstruktionsmöglichkeiten offen zu lassen. Aber die temporäre Verzweiflung kann ich natürlich verstehen und teile sie.

  • Quote from "Heimdall"

    Berlin ist das Zentrum und Aushängeschild des Landes. Alles hängt zusammen.
    .


    Genau, so ist es, leider, aber kaum zu ändern.
    Welcher Durchschnittsbürger weiß vom Wiederaufbau des Schlosses in Bruchsal oder von der wundervoll einfühlsamen Rekonstruktion von Rothenburg ob der Tauber. Einstelliger Prozentbereich, schätzungsweise.
    Die Strahlkraft des Wiederaufbaues der Dresdner Frauenkirche hingegen war ungeheuer, diesem Phänomen konnten sich nicht mal solche Reko-Hasser wie Bartetzko von der FAZ entziehen, er wäre gesteinigt worden.
    Der Fall des Wiederaufbaues des Berliner Stadtschlosses hätte eine verheerende Signalwirkung, während sein Wiederaubau, wenn auch nur auf drei Seiten, wiederum eine ungeheure Wirkung auf weitere Projekte und den Reko-Gedanken hätte; von der Werbung für Berlin und Deutschland über Jahre hinweg ganz abgesehen.

  • Heute vor 60 Jahren wurde die erste Sprengladung an der Südwestecke des Schlosses gezündet.


    Wenige Tage später ein Blick von dort auf die Kuppel mit Eosanderportal.


    Das Ganze aus blindwütiger Barbarei und damit für die N° IV. von dieser Sorte mehr Raum im Stadtzentrum bestehe.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Aus der Infopost des Fördervereins Berliner Stadtschloss e.V. :



    Wie es aussieht, kann nun wieder sorgenfrei gespendet werden. Also los Leute! :D

  • Nun ich verfolge dieses Projekt schon seit einigen Jahren und es gab Höhen und Tiefen, Beschlüsse und Verschiebungen, aber all diese negativen Nachrichten waren weniger beunruhigender als etwas was sich in Stutgart abspielt. ich bin natürlich auch ein Freund des alten Bahnhofsgebäudes, aber diese Bewegung ist etwas beunruhigend. Ich finde es toll wen Leute demonstrieren um ihren Willen durchzusetzen, aber es kommt darauf an worum es geht, bzw von wo es ausgeht. ich könnte mir vorstellen, dass (ohne jetzt allzu politisch zu werden) Linke Interressengemeinschaften (welche ja auch in stuttgart stark vertreten waren) oder DDR-Fans versuchen werden dort zu Baubeginn ähnliches loszutreten. Versteht mich nicht falsch aber ich glaube nicht dass der Stuttgarter Opa (der dem sie mit dem Wasserwefer die Augen ausgeschossen haben) auf der Strasse gewesen wäre wenn er einfach gehört hätte ,dass ein neuer Bahnhof gebaut wird. Die Schüler die dort waren, wären nicht dort gewesen wenn diese Sache nicht zu so einem Revolutions-Event hochgepuscht worden wäre. Die meissten Jugendlichen interresiert sowas gar nicht (bitte jetzt keine Gegenbeweise, ich bin zwar schon 25 aber ich weiss schon noch was angesagt ist und was nicht). Worauf ich hinaus will ist, dass Schloss hat viele Feinde, ob politische Idealisten, Palast-trauernde Linke, Modernisten, Leute die bei solchen Zeitungsartikeln immer schreiben, dass in den Schulen die Fenster eingeschlagen sind und das Geld doch besser dafür ausgegeben werden soll (das steht fast unter jedem Schlossartikel im Netz, müsst ihr mal drauf achten) oder Idioten die glauben alles was vor 45 war ist von Hitler persönlich gebaut. Im Übrigen haben sich die Linke als auch die Grünen gegen den Schlossneubau ausgesprochen, was hoffentlich nicht dazu führen wird das der Bau noch als Wahlpropaganda genutzt wird (als negative). Das Schloss war schon immer ein Streitpunkt und ich dachte wir ( die Befürworter) hätten gewonnen, es bleibt zu hoffen, dass das Volk in Stuttgart gewinnt, aber sich in naher Zukunft in Berlin für das Richtige entscheidet und sich nicht entgegen aller Schönheit des Bauvorhabens aufwiegeln lässt und versucht etwas zu verhindern, dass ihnen so viel Freude bereiten wird.

    Krieg den Hütten, Friede den Palästen!

  • Quote

    lest mal die Kommentare...Ich köönt speien

    meistens, manchmal aber auch witzig wie sie alle auf längst vergessenen Diktaturen rumreiten und über ihre kaputten Schulen jammern. Also Berlin ist natürlich eine Stadt für sich aber an meinen Schulen in BW und Bay war nie eine Scheibe eingeschlagen. Wenn die Berliner Kids so einen Mist bauen, frieren sie hoffentlich anständig. :D

    Krieg den Hütten, Friede den Palästen!

  • Absurder Vergleich zwischen Stuttgart 21 und Berlin. Dort geht es um ein weitaus teureres Projekt, ohne erkennbaren großen Nutzen, bei dem eine beliebte Grünanlage und ein stadtbildprägendes Bahnhofsgebäude zum Teil geopfert werden. Hier hingegen geht es um eine ungenutzte Brachfläche inmitten der Stadt, die so oder so bebaut werden muß. Und die Gegner haben keinerlei überzeugende Alternative aufbieten können. Insofern ist der Stella-Entwurf das bislang beste, was dem Areal passieren kann. Und das sieht die Mehrheit der Bürger, von einigen Verblendeten abgesehen, im Herzen sicher auch so.